Karate ist weit mehr als nur ein Kampfsport.
Das Dojo - Mehr als nur ein Trainingsraum
Das Dojo ist der Raum, in dem Karate trainiert wird. Zugleich steht Dojo aber auch stellvertretend für die Karateka die einer Trainingsgemeinschaft angehören.
Die Sitzordnung im Dojo ist festgelegt und richtet sich an der Hauptseite des Dojo aus (dem Shomen).
Mit Honbu Dojo wird das Zentral-Dojo / Headquarter einer Stilrichtung bezeichnet.
Es gibt einige Aspekte die berücksichtigt werden sollten, bei der Auswahl eines geeigneten Dojos. Regeln, die ein ungestörtes Training ermöglichen sollen.
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Außerdem wird durch diese Regeln ein sorgsamer Umgang mit den Karatetechniken erleichtert und dem Karateka ein Leitfaden für sein Verhalten außerhalb des Dojo anbei gegeben.
Dojos nationaler Verbände finden Sie z.B. Shotokan Karate Verband Deutschland e.V.
Ein Schlüsselerlebnis: "Karate Kid"
Stefan Schneider ist acht Jahre alt, als er den Film zum ersten Mal sieht - und von der Story begeistert ist.
Aber er ist unzufrieden - weil im Training Chaos herrscht und ihm die Struktur fehlt.
Kampfsport ist aber "sein Ding". Also schaut er sich zu der Zeit alle möglichen Filme über Karate und Kung Fu an.
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Mit seinem Bruder, heimlich - "weil meine Eltern die Filme zu brutal fanden".
Der erste Film, den er schließlich "offiziell" sehen durfte, war "Karate Kid" - auf VHS-Kassette, zuhause, mit seiner Mutter.
Eine paar Tage später stehen Mutter und Sohn in einem Dojo.
"Ich war begeistert. Diese Ordnung und Disziplin existierte tatsächlich - und war besser als in meiner Vorstellung", erinnert sich Schneider.
Ohne es einmal ausprobiert zu haben, wird er Vereins-Mitglied beim SV Frankonia Nürnberg.
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Und er legt sich das Buch "Karate 1 - Einführung & Grundtechniken" von Albrecht Pflüger zu.
Die Auswirkungen auf den Alltag
Der Film "Karate Kid" und die Anmeldung in einem Verein helfen Stefan Schneider auch im Schul-Alltag: Schließlich werden er und sein bester Freund von vier Sechstklässlern ab und zu in die Mangel genommen.
Nicht schön - und manchmal mitunter schmerzhaft.
"Mit Karate konnte ich mich endlich wehren, wie Daniel - dachte ich zumindest."
Indes: Zwischen Theorie und Praxis klafft eine Lücke.
Aber der junge Schneider bleibt positiv: "Eines Tages kann ich Karate so gut, dann gibt's alles zurück!"
Allerdings muss er das Gelernte gar nicht anwenden, "weil die 'Troublemaker' nach der sechsten Klasse die Schule gewechselt haben".
Er habe aber dennoch fleißig weiter trainiert.
Heute betrachtet er Karate als "meine Lebens-Philosophie".
Sein Handeln und Denken, beruflich wie privat, orientiere sich an der Kampfkunst.
"Karate Kid" hat ihm den Weg dazu geebnet.
Lizenzverlängerung für Trainer und Prüfer
Als B- bzw. C-Trainer oder Prüfer kennt man das. Zwei bzw. vier Jahre sind ratzfatz vorbei. Da sollte man beizeiten planen, die Lizenzen zu verlängern.
Neben unserem schon fast legendären Lehrgang in Schifferstadt hat ein Großteil der RKV - Trainer und Prüfer einen verschlafenen Ort im Hunsrück als Ort der Lizenzverlängerung kennengelernt.
So konnte man auch jetzt an diesem trüben Mai-Wochenende unter kundiger Anleitung von Klaus Bleser und Walter Hehl 15 Stunden für die Lizenz einsammeln.
Auch die Tatsache, dass beide durch kürzlich zuvor erfolgte Operationen nicht voll einsatzfähig waren, trübte keinesfalls ein erkenntnisreiches Wochenende.
Beide sind erfahrene („alte“ möchte ich hier nicht sagen) Trainer-Hasen, die sich durch solche Kleinigkeiten nicht aus dem Konzept bringen lassen.
Deren Erfahrungsschatz, in Jahrzehnten schweißtreibend eingesammelt, sorgten dafür, dass es wie immer ein super Lehrgang wurde.
Es ging ja auch nicht darum, hartes Training durchzuziehen, sondern auf dem neuesten Stand von Prüfungs- und Verfahrensordnung zu kommen bzw. im Training Fehler zu erkennen, zu analysieren und zu korrigieren.
Am Samstagmorgen war erst mal Klaus dran.
Er vertrat unseren verhinderten Präsidenten Gunar Weichert.
Klaus teilte die ca. 40 Teilnehmer in sechs Gruppen auf, von deren jede eine Technik bzw. Technikkombination bekam, mit dem Ziel, die zunächst zu analysieren und die Schwerpunkte bzw. die Fehlerquellen herauszufiltern.
Der bzw. die jüngste Gruppenteilnehmer bzw.
Nachdem sich das Blut dann eher im Magenbereich befand, kam der Theorieteil zur rechten Zeit.
Die Prüfungs- und Verfahrensordnung erklärte Klaus wie immer sehr anschaulich.
Im abschließenden Teil des Samstags kamen die Gruppen vom Vormittag wieder zusammen, und erarbeiteten Übungen zu den zuvor vorgestellten Techniken, die dann von allen Teilnehmern ausgeführt wurden.
Das waren alles Einzeltechniken oder Kombinationen, die sehr zielgerichtet und effektiv waren.
Der Sonntagvormittag gehörte dann Walter Hehl, dessen Thema „Fehlerkorrektur“ war.
Erkennen, erklären, entgegensteuern.
Auch hier gab es wieder Gruppenarbeiten.
Konstruktive Diskussionen, Austausch, Erfahrungen und Anregungen wurden geteilt.
Das brachte Gewinn für alle, die offen sind und sich gerne austauschen und ihr Wissen auf den Prüfstand stellen, um es stets zu erweitern.
Auch hier wurden die Ergebnisse vorgestellt, diskutiert und erörtert.
Walter gab immer wieder wertvolle Tipps und Hinweise, bestätigte oder verbesserte.
Die geballte Erfahrung der rund 40 Teilnehmer subsummierte sich sicher im hohen drei- oder sogar vierstelligen Bereich an Jahren.
Neben einem sehr gelungenen Wochenende war es auch schön, viele langjährige Bekannte und Sportkameraden wiederzutreffen.
Ein regelrechtes Familientreffen.
