Boxbandagen Wickeln: Eine Anleitung für Kampfsportler

Boxbandagen sind ein wesentliches Element im Kampfsport. Profisportler legen entsprechend großen Wert auf ihre gut sitzenden Boxbandagen. Denn die eigene Gesundheit und der sportliche Erfolg hängen unmittelbar zusammen.

Die Faust ist die wichtigste Waffe im Kampfsport. Sie besteht aus 27 Knochen, die durch Gelenke und Sehnen miteinander verbunden sind. Durch die Vielzahl der Knochen ist die Verletzungsgefahr an der Hand jedoch sehr hoch. Um unnötige Verletzungen zu vermeiden, muss jeder Boxer seine Hände richtig bandagieren können.

Egal ob du Amateur-, Freizeit oder Profiboxer bist, für jeden Boxer ist es essenziell die Boxbandagen richtig wickeln können. Ein guter Kämpfer muss sich nicht nur mit den Bindetechniken, sondern auch mit der Bandagen Länge auskennen.

Warum sind Boxbandagen wichtig?

Deine Finger und Handgelenke werden beim Boxen - im Training und im Ring - extrem beansprucht. Auch, wenn du Boxhandschuhe trägst und die Grundtechniken des Boxens bereits beherrscht, besteht ein Verletzungsrisiko für deine Hände. Zum Schutz dienen Boxbandagen.

Sie schützen sowohl deine Haut an den Händen vor Verletzungen als auch Knochen, Sehnen und Bänder - und in der Hand bzw. in den Fingern sind viele Knochen, Sehnen und Bänder.

Lesen Sie auch: Anleitungen für MMA

Bandagen reduzieren beim Boxen nicht nur das Verletzungsrisiko, sie tragen zudem zu einem besseren Halt deiner Boxhandschuhe bei.

Wer schon einmal versucht hat, ohne Boxhandschuhe auf einen Boxsack einzuschlagen, wird sicherlich eine schmerzliche Erfahrung gemacht haben.

Handbandagen stabilisieren die Hände im Kampf, beim Sparring oder beim Boxsacktraining.

Dem Schutz der Hände kommt eine wichtige Bedeutung zu. Sie bestehen aus vielen kleinen fragilen Knochen die beim Boxen zusammen gehalten werden müssen, wenn sie auf etwas Hartes auftreffen, wie beispielsweise einem Kopf oder einem Boxsack.

Beim Boxen wirken hohe Kräfte auf die Handknochen. Sind die Knochen der Faust frei beweglich, können sie beim Auftreffen brechen oder aus ihrer natürlichen Position springen.

Lesen Sie auch: Bandagiertechnik im Kickboxen

Boxbandagen zu binden ist für Sportarten wie Boxen oder Kickboxen unabdinglich.

Arten von Boxbandagen

Es gibt verschiedene Arten von Boxbandagen. Man kann sie jedoch in drei große Kategorien aufteilen:

  • Handschuhbandagen: Besonders gut für Anfänger geeignet, da sie keiner besonderen Bindetechnik bedürfen. Sie bestehen aus Neopren mit dem Zusatz eines speziellen Gels. Nicht alle Verbände akzeptieren Handschuhbandagen bei ihren Wettkämpfen.
  • Elastische Boxbandagen: Bestehen aus Polyester oder einer Mischung aus Baumwolle und Polyester. Sie sind weich und fühlen sich sehr angenehm an. Eine elastische Binde für das Handgelenk kann straff angelegt werden.
  • Unelastische Boxbandagen: Bestehen aus Baumwolle. Sie sind sehr strapazierfähig und nehmen die Feuchtigkeit gut auf. Baumwolle ist atmungsaktiv, somit schwitzen die Hände weniger. Außerdem wird Schweiß schnell von dem Naturmaterial aufgenommen und bleibt weniger auf den Handflächen. Für Anfänger ist es jedoch schwierig, die Baumwollbandagen selbst zu binden.

Jeder Art hat seine eigenen vor- und Nachteile. Deshalb muss jeder für sich seine persönlichen Favoriten bestimmen. Das kannst Du natürlich herausfinden, wenn du mit allen drei Arten selber trainiert hast.

Boxbandagen sind ein wichtiger und unverzichtbarer Schutz für die Hände von Boxern. Sie schützen vor Schäden am Handgelenk und halten ebenfalls die Fingerknöchel und das Daumengelenk in Schacht. Beim Wickeln der Boxbandagen kann man allerdings auch einiges falsch machen. Wer sich jedoch an die Anleitung hält und die für sich optimale Bandage gefunden hat, sollte für das nächste Training bestens gewappnet sein.

Weitere Arten von Bandagen

Es gibt verschiedene Arten die Boxbandagen binden zu können. Diese unterscheiden sich in der Zugfestigkeit. Es gibt elastische, halbelastische und unelastische Bandagen. Jeder Art hat seine eigenen vor- und Nachteile.

Lesen Sie auch: Optimaler Schutz beim Kickboxen

  • Unelastische Bandagen: Der Vorteil liegt hier ganz klar, dass Du richtig fest wickeln kannst, ohne das Dir unbedingt dabei die Hände einschlafen. Der Nachteil bei den unelastischen Bandagen ist jedoch, dass sie immer mal gerne verrutschen, gerade wenn sie durchgeschwitzt sind.
  • Elastische Bandagen: Der Vorteil bei diesen ist, dass sie wirklich sehr gut sitzen, weil sie sich gut um die Hand anpassen. Allerdings haben die elastischen Bandagen den Nachteil, das, wenn man sie zu fest um die Hand wickelt, das Blut in den Händen abschnürt. Das hat zur Folge, dass die Bandagen neu gewickelt werden müssen. Und das nimmt wieder Zeit in Anspruch und kann das Boxtraining behindern.
  • Halbelastische Bandagen: Wie der Name dieser Bandagen schon beschreibt, haben diese etwas von elastischen und unelastischen Bandagen. Das bedeutet, dass diese sich gut um die Hand anpasst aber auch gleichzeitig fest ist.

Die richtige Länge der Bandagen

Je länger Deine Bandagen sind, desto mehr Stoff hast Du auch, welches Deine Gelenke schützt.

Es gibt Bandagen in Länge von 2,5m. Diese Länge ist eher für Kinder bis zehn Jahre geeignet.

Dann gibt es Bandagen mit einer Länge von 3,5m, welche sich für Kinder von zehn bis 14 Jahren eignen.

Dann gibt es Bandagen mit 4,5m Länge. Diese Bandagen sind ab einem Alter von 15 Jahren geeignet.

Für Erwachsene sind 4 bis 4,5 Meter optimal. Kleinere Hände kommen auch mit 3,5 Metern zurecht.

Hier eine Tabelle mit den empfohlenen Längen:

Alter Empfohlene Bandagenlänge
Bis 10 Jahre 2,5 m
10-14 Jahre 3,5 m
Ab 15 Jahre 4,5 m

Schritt für Schritt Anleitung: Boxbandagen richtig binden

Die richtige Wickeltechnik ist entscheidend für das Bandagieren der Hände. Eine falsch gewickelte Bandage ist ebenso ineffektiv wie keine Bandage. Die folgende Anleitung führt Sie Schritt für Schritt zum richtigen Wickelergebnis.

  1. Zuerst legst Du die Daumenschlaufe um Deinen Daumen. Du solltest darauf achten, dass die Innenseite auch wirklich zu Deiner Hand gedreht ist. Lege die Schlaufe um den Daumen, sodass die Bandage über deiner Handinnenfläche liegt. Das Logo zeigt nach außen. Lege die Schlaufe um den Daumen und ziehe sie straff. Die Schlaufe der Bandage hängen Sie um Ihren Daumen und ziehen die gesamte Boxbandage straff nach unten, damit die Daumenschlaufe unter etwas Spannung steht.
  2. Jetzt wickelst Du die Bandage von innen nach außen um Dein Handgelenk. Nun wickelst du die Bandage viermal um dein Handgelenk. Anschließend wird die Bandage zwei- bis viermal von innen nach außen um das Handgelenk gewickelt.
  3. Nun gehst Du mit dem Ende über Deine Hand und ziehst es zwischen Daumen und Zeigefinger straff. Danach wird die Bandage vom Handgelenk aus quer über den Handrücken zwischen Daumen und Zeigefinger gelegt. Führen Sie die Bandage nun zwischen Zeigefinger und Daumen durch und wickeln Sie sie um Ihre Knöchel, von rechts oben nach links unten. Das wiederholen Sie einmal.
  4. Jetzt umwickelst Du einmal Deinen Zeigefinger. Alternativ können Sie auch bei dem kleinen Finger und dem Ringfinger anfangen. Für die Methode zwischen Daumen und Zeigefinger wird die Bandage straff gezogen und nun einmal um den Zeigefinger gewickelt. Danach wieder einmal um das Handgelenk.
  5. Ab jetzt musst Du das gleiche mit den anderen Fingern wiederholen. Diesen Vorgang wiederholen Sie für alle Finger (ausgenommen der Daumen). Beachte: Nach jedem Finger solltest du die Hand ein-zweimal zur Faust ballen, während du die Bandage straff hältst. So kannst du sichergehen, dass die Bandage optimal sitzt. Drehe die Hand am besten so, dass du auf den Handrücken schaust, der Daumen zeigt nach unten.
  6. Also, einmal um den Mittelfinger und danach um das Handgelenk. Dieser Vorgang wird nun für alle anderen Finger exakt auf diese Weise wiederholt: Einmal um den Mittelfinger und danach wieder um das Handgelenk.
  7. Als nächstes bindest Du die Bandage 4x um Deine Fingerknöchel. Schritt 5: Führen Sie die Bandage nun zwischen Zeigefinger und Daumen durch und wickeln Sie sie um Ihre Knöchel, von rechts oben nach links unten. Das wiederholen Sie einmal. Nun wickelst du die Bandage einmal um das Handgelenk herum, ziehst sie zwischen Zeigefinger und Daumen straff und umwickelst einmal den Daumen.
  8. Jetzt musst Du nur noch den Rest der Bandage um das Handgelenk wickeln. Führen Sie die Box-Bandage quer über den Handrücken, legen Sie sie zwischen kleinen Finger und Ringfinger und ziehen Sie sie dann zurück zum Handgelenk. Zu guter Letzt wickeln Sie die Bandage erneut um Ihr Handgelenk. Schritt 16: Zu guter Letzt wickeln Sie die Bandage erneut um Ihr Handgelenk.
  9. Führe die Bandage über den Handrücken zum Daumen. Wickle die Bandage zweimal um den Daumen und verbinde sie mit dem Handgelenk. Den Daumen binden wir genau anders herum, also nicht von außen sondern von innen. Im Gegensatz zu den anderen Fingern wickeln wir den Daumen 2 mal in Verbindung mit dem Handgelenk. Boxbandage 2 mal um das obere Handgelenk bis ca.

Glückwunsch! Du hast deine Hand erfolgreich bandagiert. So sieht die korrekt bandagierte Hand aus.

Beachte noch die Größe der Hand und Länge der Bandagen. Je nach dem kann sich auch die Wiederholung, wie oft man zum Beispiel um das Handgelenk wickeln muss, ändern. Schau am Ende einfach, ob Du Dich mit der von mir angegebenen Methode wohl fühlst. Mit der Zeit wirst Du ein Gefühl dafür entwickeln, wo Du mehr wickeln musst und wo nicht.

Wenn die Bandagen falsch gebunden sind, können Blutergüsse entstehen.

Es gibt viele unterschiedliche Varianten, um die Boxbandagen zu binden. Jeder Sportler findet mit der Zeit und steigender Erfahrung seine Lieblingsmethode.

Nicht zu lasch, nicht zu fest: Deine Blutgefäße und Nerven dürfen niemals abgeschnürt sein. Fühlen sich deine Finger taub an, solltest du sofort lockerer wickeln. Achte darauf, dass sich beim Binden keine Falten in der Bandage schlagen. Bewege beim Binden immer wieder die Finger und balle eine Faust. So merkst du sofort, ob du zu lasch oder zu fest gewickelt hast, und ob du deine Hand noch ausreichend bewegen kannst.

Du solltest dich jederzeit wohlfühlen. Wenn deine Hand entspannt ist, sollten die Boxbandagen sich angenehm anfühlen. Wird die Hand zur Faust geballt, sollten die Bandagen sich straff anziehen.

Mit der Zeit wirst du merken, welche Art der Boxbandagen zu dir passt und wie stark du sie bilden solltest. Manche Sportler mögen, wenn die Handgelenke ein wenig Spielraum haben, das verschafft Mobilität.

Das richtige Handbandagieren ist essenziell, um die vielen kleinen, fragilen Knochen in den Händen zu schützen. Ob beim Boxen, Kickboxen, MMA, Sparring oder Boxsacktraining - die richtige Wickeltechnik ist entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden.

Pflege der Boxbandagen

In der Regel ist das Waschen von Boxbandagen in der Waschmaschine kein Problem. Tatsächlich solltest du die Bandagen regelmäßig nach dem Training waschen, denn immerhin saugen sie sehr viel Schweiß auf. Wäschst du sie nicht, wird irgendwann ein unangenehmer Geruch entstehen, der im schlimmsten Fall auf deine Boxhandschuhe übergeht.

Achte aber darauf, dass du einen Waschgang bis maximal 30°C wählst. Stecke die Boxbandagen am besten in einen Wäschebeutel oder alternativ einen Kopfkissenbezug, um sie beim Waschen zu schonen - vor allem, wenn du sie zusammen mit anderen Kleidungsstücken wäscht.

  • Nach jeder Trainingseinheit - das verhindert Gerüche, Bakterienbildung und Hautirritationen.
  • Trocknen: Lufttrocknung auf einem Wäscheständer oder an einem Haken.
  • Aufbewahrung: Aufgerollt in einem Netz oder einer Tasche.

Boxbandagen zu bügeln, ist für gewöhnlich nicht notwendig. Nach dem Trocknen kannst du sie einfach straff aufrollen und dabei leicht in Form ziehen.

Häufige Fehler beim Bandagieren

Vermutlich ist sie zu fest oder ungleichmäßig gewickelt.

Weitere Tipps

Direkt vom Handgelenk wieder aufrollen würde ich nicht machen, 1. trocknet die Bandage nicht und 2.

Wir rollt man die Dinger denn wieder auf ? also einfach ab damit und in die tasche ? hab jetzt beim abwickeln einfach mal 2 finger dazwischen gehalten. war auch ok. danke für den tipp mit dem Warten und nicht direkt einrollen. habe gestern meine 1. Bandagen bekommen. Wir rollt man die Dinger denn wieder auf ?

Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teile ihn doch mit deinen Freunden und in deinen sozialen Netzwerken. So können auch andere von diesen hilfreichen Tipps profitieren.

Ob blutiger Anfänger oder erfahrener Profi - der Weg zu einer erfolgreichen Karriere im Kampfsport beginnt mit Respekt gegenüber dem eigenen Körper. Richtig bandagierte Hände ermöglichen härteres Training, saubere Technik und nachhaltige Gesundheit.