Kickboxen an der Universität Bayreuth und in der Region

Die Universität Bayreuth bietet im Rahmen des Hochschulsports vielfältige Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Im Bereich "Sportprogramm, Kurse A-Z" kann man seine Lieblingssportart auswählen oder etwas Neues ausprobieren.

Von Fußball über Badminton bis Zumba ist alles dabei. Die Grundgebühr wird automatisch mitgebucht, wenn man einen Kurs auswählt.

Informationen zu Teilnahmeberechtigung, Kosten, Bezahlung, Anmeldeprozess, Rücktritt, Haftung, Unfällen, Nutzungsordnung und Datenschutz sind unter Anmeldung zu finden. Die Universität informiert über Kursausfälle, News und neue Angebote über verschiedene Kanäle.

Bavarian Open im Kickboxen in Bindlach

Am vergangenen Samstag, den 16. März 2024, lud das Bayreuther Karate Dojo Aleksandar (KDA) zu den Bavarian Open im Kickboxen in die Bärenhalle Bindlach ein. Marcus Walter, in Bayreuth auch unter dem Pseudonym „Der Fitmacher“ als Personal-Trainer und Fitnesscoach bekannt, sicherte sich den Pokal gegen seinen Kontrahenten Nico Weise.

Für den „Fitmacher“ war der Wettkampf ein voller Erfolg. Und auch das KDA kann stolz auf die Veranstaltung zurückblicken, mit der man Eigenwerbung für weitere Austragungen machen konnte.

Lesen Sie auch: Thai Kickbox Studios Hannover

Vor vollen Zuschauerrängen konnte Marcus Walter den Sieg in der Leichtkontakt Masterclass im Superschwergewicht (ab 94 kg) feiern. Gegen Nico Weise von Kampfsport Klötze (Sachsen-Anhalt) gewann der „Fitmacher“ in einem „hart umkämpften Fight“ mit 2:1 nach Punkten. Pech dagegen hatte der 50-Jährige im Pointfighting-Kampf der gleichen Gewichts- und Altersklasse. Gegen seinen Kumpel Dawid Hilgers-Lehner, der wie Walter auch fürs KDA antrat, unterlag er klar.

Seinen Sieg im Leichtkontakt widmete Marcus Walter dem verstorbenen KDA-Gründer Aleksandar Repovic sowie seinem alten Mentor Stefan Haas. Die Veranstaltung selbst war laut Walter „vom Allerfeinsten“. Dazu freute man sich über volle Zuschauerränge und eine „bombastische Stimmung“.

Mit dem Turnier wollte und konnte das KDA Werbung als Gastgeber machen. Der Bayernpokal (auch: Bavarian Open) fand am 16. März von 10 bis ca. 19 Uhr in der Bärenhalle in Bindlach statt. Der Eintritt war kostenlos.

Marcus Walter: Comeback und Emotionale Bedeutung

Marcus Walter, der beim KDA als Jugendlicher das Kickboxen kennen und lieben lernte, ließ seine Anfänge Revue passieren und teilte seine Beweggründe für die Rückkehr in den Ring - die für ihn auch emotionale Bedeutung hat.

Walters Karriere als Kickboxer fing als Jugendlicher an, damals trat er mit seinem besten Freund beim KDA ein. Während sein Kumpel nach einem halben Jahr die Segel strich, blieb Walter dabei. Maßgeblich für seine Laufbahn war die Unterstützung von Vereinsgründer Aleksandar Repovic. „Er hat mir den Weg für alles in meinem Leben geebnet“, so Walter.

Lesen Sie auch: Kickboxen lernen in Limburg

Dazu kommt der große Einfluss von Mentor Stefan Haas, der Walter „fast alles beigebracht hat“. Im Laufe seiner Karriere wurde Marcus Walter achtmal bayerischer und fünfmal deutscher Meister im Kickboxen. Dazu kamen zwei Vize-Europameistertitel sowie der vierte Platz bei der Weltmeisterschaft 1993.

Vor rund zwei Monaten begann die Ausschreibung für das Turnier - für Marcus Walter allein schon deshalb eine besondere Sache, weil es dabei um seinen Heimverein geht. Als er dann scherzhaft von einer Kundin gefragt wurde, ob er antreten werde, antwortete er noch: „Spinnst du?“ - doch daraus wurde tatsächlich ernst.

Dabei wird er in zwei Disziplinen antreten, dem Semi-Kontakt (Point Fighting) und dem Leicht-Kontakt. Im Leicht-Kontakt dagegen gibt es keine Unterbrechungen, ein zu harter Kontakt kann aber eine Disqualifikation zur Folge haben. In beiden Fällen muss Walter in der höchsten Gewichtsklasse, dem Superschwergewicht, antreten.

So oder so, für Marcus Walter hieß es: zurück in die Trainingshalle, zurück zu seinem Stammverein. „Das war wie eine Zeitreise“, sagt der „Fitmacher“. Alles sei noch wie früher, die Umkleiden, die Fliesen in den Duschen, sogar der Geruch. Außer natürlich die Menschen im Verein.

Zwischen Walters ehemaligen Vereinskollegen und den jetzigen Mitgliedern liegen mehrere Generationen. Bevor es mit der Vorbereitung losging, musste aber noch der Kampfpass erneuert werden - Regeln sind Regeln. Auch ein Arztbesuch stand an, denn auch ein ärztliches Attest ist Pflicht.

Lesen Sie auch: Anwendung von Vergeltungstechniken

Die Trainingseinheiten mit seinen Kunden, die für ihn auch allesamt Freunde seien, helfen dabei. Mit vielen davon betreibt Walter sogenanntes „Fitnessboxen“, mit leichtem Sparring und Auspowern am Sandsack. „Man muss sich auch mal richtig austoben“, so Walter. „Kampfkunst“, wie er es bevorzugt nennt, sei „die beste Art in körperliche und mentale Balance zu kommen“.

Für den „Fitmacher“ ist das auch eine Lebenseinstellung. Jetzt trainiert Marcus Walter wieder so oft es die eigenen Termine erlauben. Meistens ist das dann in der Mittagszeit, wenn in der Kickbox-Halle eher wenig los ist. „Teilweise nehme ich mir aber auch die Zeit“, so Walter.

Für den Wettkampf rechnet sich Marcus Walter trotz langer Pause gute Chancen aus - solange er seine Beweglichkeit ausspielen könne. Aus seinem Freundes- und Familienkreis jedenfalls hat Walter die volle Unterstützung. Von seiner Schwester, die auch lange selbst als Kickboxerin aktiv gewesen war und mehrfach deutsche Meisterin wurde, lässt sich Walter noch eine „Kampffrisur“ schneiden.

Auf das Event freue er sich nicht nur wegen des eigenen Comebacks, sondern auch für das KDA. „Ich hoffe, dass alle anderen Starter des Vereins erfolgreich sind“. Weiterhin sei der Wettkampf ein guter Testlauf für das KDA. Im Verein sei der Zusammenhalt „bombastisch“.

Fairness, Respekt und Unterstützung würden von jedem gelebt werden, so Walter.

Kickboxen als Teil eines Schüleraustauschs

Im Rahmen eines Schüleraustauschs zwischen dem Burgenland und Bayreuth wurde Kickboxen ebenfalls angeboten. Melanie Küfner (früher Moder) zeigte den Schülern, wie man Kampfsport richtig einsetzt, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Und falls es doch so weit kommt, kennt die erfahrene Kickboxerin gute Tricks.

„Mir hat das Kickbox-Training am besten gefallen“, sagte Lukas Konrath (16). „Aus dem Training kann ich viel für mich mitnehmen, was Respekt angeht. Außerdem habe ich mir auch die Tricks gut gemerkt“.

Kooperationen und Traditionen

Bereits zu ESV-Zeiten übernahm der 2017 verstorbene Aleksandar D. Repovic, Gründer des Vereins Karate-Dojo-Aleksandar (KDA) e.V., das Fitness- und Athletiktraining der Bayreuther Eishockeymannschaft. An dieser langen Tradition will der EHC Bayreuth nun anknüpfen.

Im Rahmen der Saisonvorbereitung nahm die Seniorenmannschaft an einem speziellen Athletiktraining teil, das von KDA-Trainerin Melanie Schwarzinger nach modernsten Maßstäben geleitet wurde. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen und Mobilisieren standen Koordination und Dehnübungen auf dem Programm.

Anschließend wurden Box-Grundlagentechniken wie Japs, Punches und Uppercuts sowie Schnellkrafttraining mit Kicks an der Pratze trainiert. Angedacht ist eine langfristige Kooperation zwischen den beiden Vereinen.