Taekwondo Bruchtest: Tipps und Vorbereitung

Taekwondo gehört zu den modernen koreanischen Kampfsportarten. Es ähnelt auf den ersten Blick vielen anderen asiatischen Kampfkünsten, unterscheidet sich allerdings in einigen Punkten von ihnen. Die Hand- und Fußtechniken werden dabei schnell und dynamisch ausgeführt. Im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten überwiegen die Fußtechniken und es kommt häufig zu mehr Körperkontakt.

Ziel des Taekwondo ist es, deinen Körper zu trainieren und ebenso deinen Geist weiterzuentwickeln. Ebenso wie die Ausübung der verschiedenen Techniken dir zu einem ausgeglichenen und gesundheitsbewussten Lebensstil verhelfen.

Weitere Begriffe im Taekwondo erklärt

Der Kampfsportler wird übrigens als „Taekwondoin“, der fortgeschrittene Schüler als „Seonbae-Nim“ bezeichnet. Der Lehrer wird übrigens mit „Kyosa-Nim“ (ab 1. Dan) oder „Sabum-Nim“ (ab 5. Dan) und der Großmeister mit „Kwon-Sabum-Nim“ (ab. 7.-9. Dan) angesprochen. Schülerstufen werden hingegen „Kup“ genannt und Meistergrade „Dan“.

Der Kampfanzug heißt „Dobok“ übersetzt und besteht zudem aus einzelnen Kleidungsstücken wie Jacke (Sang-ui), Hose (Ha-ui) und dem Gürtel (Ty).

Entstehung des Taekwondo

Im Jahr 1955 hat Choi Hong-hi, ein südkoreanischer Generalmajor, die Kampfkunst Tae-Kwon-Do aus dem japanischen Shotokan-Karate, der traditionellen koreanischen Kampfkunst Taekkyon (Taekgyeon) und Tang Soo Do in Süd-Korea entwickelt. Durch eine Weiterbildungsmaßnahme im Jahr 1938 erlernte er auf den japanischen Halbinseln hierzu Karate.

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Nach der Besatzung Japans in Korea im Jahr 1945 entwickelten sich überdies 5 Ursprungsstile. Diese wurden geprägt durch das japanische Karate, welches von Koreanern während der Kriegszeiten aus Japan und der Mandschurei mitgebracht wurde. Aus den Stilen entstanden zudem 5 Kampfkunstschulen.

Ihr Stil hieß Dangsudo (Tang Soo Do) - Weg der (Dang-)China-Hand und nach dem Prozess der Meiji-Restauration hieß der Stil Gongsudo (Kongsoodo) - Weg der leeren Hand. Die 5 ursprünglichen Kampfkunstschulen und die 6. Yoon Byung-In war Ranghöchster Karateka (5. Ro Byung-Jik (1.Dan) lernte zudem mit Lee Won-Kuk Shotokan-Karate und gründete 1946 die Schule „Song Mu Kwan“.

Dazu entwickelte sich ein neuer Stil bzw. Zu den 5 Ursprungsstilen gesellte sich anschließend im Jahr 1953 die 6. militärinterne Schule „Odo-Kwan“ (Mein Weg), gegründet durch Choi Hong-hi und Nam Tae-hi, welche mit der Zeit zur einflussreichsten Schule wurde.

Im Jahr 1950-1953 während des Koreakrieges gründeten die Kwan-Vertreter in Busan die Koreanische Gongsudo-Vereinigung, die jedoch nach wenigen Monaten schon zerbrach. Danach gründete Hwang Ki / Hwang Kee in Seoul die „Koreanische Dangsudo-Vereinigung“.

Die rechte Hand von Choi, Nam Tae-hi veranlasste zudem ein Gongsudo-Training für alle Soldaten. Dies führte dabei zu Konflikten zwischen Hwang Ki und Choi Hong-hi. Im Jahr 1955 gründete außerdem Choi eine Kommission mit Vertretern des Cheongdo-Kwan, des Odo-Kwan, des Militärs und der Regierung.

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Jetzt folgt zudem ein ereignisvolles Datum, der 11. April 1955, an diesem Tag entwickelte Choi Hong-hi Taekwondo. Hwang Ki entwickelte ebenso einen neuen Stil, den er Subakdo oder auch Soo Bahk Do (Weg der schlagenden Hand) nannte. Es entfesselte sich weitere Unstimmigkeiten und Rivalitäten zwischen Coi Hong-hi und Hwang Ki.

Im Jahr 1959 gründete Choi die erste koreanische Vereinigung (noch nicht registriert) und wurde schließlich zu ihrem Präsidenten ernannt. Daraufhin hat Hwang Ki im Jahr 1960 die koreanische Subakdo-Vereinigung ins Leben gerufen und sie zudem prompt registrieren lassen. Zu der Zeit war es dabei nicht möglich, zwei Vereinigungen für den gleichen Sport anzumelden. Somit konnte Choi seinen Zusammenschluss erstmal auf Eis legen.

Die Konflikte der KTA und ITF Verbände

1961 wurde die Koreanische Taesudo-Vereinigung (KTA) / Taesudo (Tritt-Hand-Weg) zu Dangsudo, Subakdo und Taekwondo. Erstmals im Jahr 1967 kam die Kampfkunst nach Deutschland und dadurch entstand der deutsche Taekwondo-Verband sowie die Deutsche Taekwondo Meisterschaft.

Hwang Ki war es ein Anliegen, seinen Stil auch international weiter zu geben und gründete in den USA verschiedene Dangsudo-Verbände.

Choi Hong-hi war durch sein autoritäres Machtgehabe nicht sehr beliebt bei den anderen Kwan-Leitern des KTA-Verbandes und wurde zudem gebeten, seinen eigenen Verband zu gründen. Daraus entwickelte sich schließlich im Jahr 1966 in Seoul die International Taekwon-Do Federation (ITF) mit den Gründungsländern: Arabien, Deutschland (West), Italien, Korea, Malaysia, Türkei, Vietnam, Singapur und USA.

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Da es zwischen der KTA und ITF immer wieder zu Konflikten führte, entwickelte die KTA eigene Formen, die Pumsae (Poomsae / Poomse) - 8 Palgwe, 8 Taegeuk und 9 Yudanja.

1971 wurde Kim Un-Yong zum 6. KTA Präsident. Am 20 März 1971 erklärte Präsident Park Chung-hee überdies Taekwondo zum koreanischen Nationalsport (Gukki Taekwondo - nationaler Schatz Taekwondo). 28 Mai 1973 wurde im Zuge der Kukkiwon (Taekwondo-Meisterschaften) die World Taekwondo (WT) gegründet mit seinem Präsident Kim Un-yong.

Die KTA, WT und Kukkiwon versuchten danach alle Taekwondo Schulen Südkoreas aufzulösen, um ein einheitliches Taekwondo-System durchzusetzen. Auf Grund dessen wurden im Jahr 1978 am Ende alle Taekwondo-Schulen aufgelöst.

In den 1970er und 1980er-Jahren kam es überdies zu Konflikten zwischen beiden Taekwondo-Weltverbänden von Choi Hong-hi und Kim Un-yong. Immerhin konnte sich Kim gegen Choi durchsetzen und im Jahr 1980 wurde die WT als Weltfachverband Taekwondo vom IOC (Internationale Olympische Komitee) anerkannt.

Im Jahr 1988 fand zudem die koreanische Kampfkunst Einzug in die Olympischen Spiele in Seoul. 1992 wurde in Barcelona das WT-Taekwondo als Demonstrationswettbewerb zugelassen. Seit 2000 ist Taekwondo in den olympischen Spielen in Sidney eine vollwertige Disziplin.

Das Ende von Choi als “Vater des Taekwondo”

General Choi Hong-hi entschied sich im Jahr 1981 nach Nordkorea auszuwandern und dort Taekwondo zu unterrichten. Dies wurde ihm rasch als Landesverrat an Südkorea angelastet und er verlor deshalb seinen Titel als „Vater des Taekwondo“.

Die ITF und die WT haben sich bis heute gehalten und es finden immer noch Olympische Spiele im Taekwondo statt.

Das Wettkampf-, Klassen- und Prüfungssystem im Überblick

Es gibt weltweit 3 Taekwondo Stile, die sich in der Formausübung, in der Namensgebung der Technik und zudem in der Art des Wettkampfes unterscheiden. WTF Taekwondo olympisch - Form: Pumsae / Poomsae nach der KTA, Vollkontakt mit Schutzausrüstung

In der koreanischen Kampfkunst finden verschiedene regionale, nationale und internationale Wettkämpfe und Turniere statt. Wir erklären dir einige davon mehr im Detail und welche Regeln es gibt.

Außerdem regelt und prüft der Taekwondo-Weltverband (World Taekwondo Federation - WTF) alles rund um den Taekwondo Wettkampfsport.

Moderner und traditioneller Freikampf im Vergleich

Beim Freikampf - modernes Taekwondo nach Cho Hong-Hi kämpfen dazu 2 Taekwondoin im Vollkontakt gegeneinander mit unterschiedlichen Angriffs- und Verteidigungstechniken. Dazu zählen Taekwondo Tritte sowie Faustschläge, Blocken und Kontern.

Freikampf - traditionelles Taekwon-do nach Kwon Jae-Hwa. Bei der Ausübung der Taekwondo Grundtechniken kommt es dagegen zu keinem Körperkontakt mit dem Gegner. Körperbeherrschung und Kontrolle sind außerdem ein wichtiger Teil um die Techniken präzise auszuüben.

Taekwondo Tritte und Schläge werden hierzu kurz vor dem Ziel gestoppt und berühren den Kampfpartner nicht. Bei den Freikampfregeln sind zudem keine Schläge oder Tritte unter die Gürtellinie und keine Faustschläge ins Gesicht oder auf den Rücken erlaubt.

Die offiziellen Wettkämpfe unterscheiden sich zum Freikampf auch in der verwendeten Ausrüstung.

CENTURY - 7 oz. Taekwondo Wettkämpfe - Turniere, Meisterschaften und Olympia

Der Taekwondo Wettkampf beinhaltet Leicht-, Semi- oder Vollkontaktkampf gegen einen Gegner. Wettkämpfe können zudem im Einzelkampf zwischen 2 Kämpfer, getrennt nach Männern, Frauen oder Jugend der gleichen Gewichtsklasse ausgeübt werden.

Gleiches gilt für die Mannschaftswettkämpfe, außer die Anzahl der Kämpfer, diese liegt bei 3-5 Teammitgliedern. Die Gewichtsklassen im Einzel- oder Mannschaftswettbewerb werden dabei unterschiedlich aufgestellt.

Die Ausrüstung für den Wettkampf in Turnieren, Meisterschaften und Olympischen Spielen ist außerdem sehr umfangreich. Da es bei den Kämpfen zu schweren Verletzungen kommen kann, bedarf es einiger Ausrüstungsgegenstände, um die Schläge und Tritte abzudämpfen.

Der Kampf wird dabei im Stehen ausgeübt und andere Körperteile dürfen den Boden nicht berühren. Die Kampfzeit der Jugend und Senioren Klasse beträgt jeweils 3 Runden á 1,30 oder 2 Minuten mit einer Pause dazwischen von 1 Minute.

Es gibt ebenfalls verschiedene Szenarien, wie du den Kampf für dich entscheiden kannst. Du kannst z. B. einen Sieg durch die höchste Punktzahl, Abbruch durch den Kampfleiter - K. O. des Gegners, Aufgabe, Überlegenheit oder Disqualifikation erringen.

Das Punktesystem im Wettkampfsport

Beim Kampf werden Punkte von 1-5 vergeben, die den Techniken zugewiesen werden. Erlaubt sind Faust- und Fußtechniken. Ebenso erlaubt sind Angriffsflächen wie der Rumpf (nur geschützter Bereich - Kampfweste) und der Kopf (nur der Kopfschutz bedeckte Bereich).

Es wird übrigens auch 1 Strafpunkt bei unerlaubten Handlungen vergeben, z. B. Hinfallen, Grenzlinie übertreten, Kampf vermeiden oder verzögern, Faustschlag ins Gesicht. 1 Minuspunkt (Gam-jeom) für den Angreifer bei unerlaubter Handlung, der als Pluspunkt (Dukjom) für den Gegner zählt.

Taekwondo Klassen & Dan Grade

Die Schüler werden als Kup bezeichnet, beginnend mit dem 10. Kup bis zum 1. Kup. Es gibt 9 Meistergrade (1. Dan - 9. Dan), die durch eine Prüfung erlangt werden können.

Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, den 10. Dan zu erreichen, allerdings wird dieser nicht durch eine Prüfung erhalten. Er wird eher als Ehrentitel behandelt, welcher durch besondere Verdienste festgelegt wird, was jedoch sehr selten geschieht.

Die Prüfungen werden übrigens vom Kukkiwon, das offizielle Leitungsgremium der südkoreanischen Regierung für Taekwondo oder einem registrierten Prüfer des Kukkiwon abgenommen. Besitzt du den 4. oder einen höheren Dan, kannst du selbst Dan-Prüfungen abnehmen. Allerdings nur bis jeweils einen Grad unter deinem eigenen Grad.

Ab dem 8. und 9. Dan musst der Prüfling jedoch direkt vor die Prüfungskommission des Kukkiwon in Korea antreten.

Es wurde außerdem ein Mindestalter für die Dan-Grade festgelegt. Das heißt, bist du jünger als 15 Jahre kannst du vorerst nur den Poom Grad erreichen. Dafür sind auch keine Lehrgänge erforderlich. Allerdings lässt sich durch einen Nachweis der erforderlichen Lehrgänge dein Poom Grad in den Dan Grad umwandeln.

Mindestalter der 1. - 9. Dan Grade sind wie folgt:

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. Dan - 53 Jahre

Das Prüfungssystem - Ablauf und Bruchtest im Detail

Der Formenlauf Poomsae / Pumsae (Taegeuk, Yudanja) sowie der Bruchtest sind grundlegende Disziplinen im Taekwondo. Sie sind Bestandteil der Prüfungsordnung der DTU (Deutsche Taekwondo Union).

Bruchtest - 1-5 Bretter von ca. 1,5 - 2,5 cm Stärke mittels TKD-Angriffstechnik durchbrechen

Der Taekwondo Bruchtest (Kyokpa) wird meist nur zu Prüfungen ausgeübt, weniger im Training. Da die Kampfkunst zur Selbstverteidigung gedacht ist und nicht zum Zerstören. Bei der Ausübung geht es um Konzentration, präzise sowie schnelle Ausführung der Technik mit der größtmöglichsten Krafteinwirkung auf die Trefferfläche.

Die Bretter sind meist aus Fichtenholz gefertigt, haben Stärken von 1,5 - 2,5 cm und je nach Dan Grad werden unterschiedlich viele Bretter von ca. 1-5 Stück bei der Prüfung verwendet.

Möchtest du dennoch den Taekwondo Bruchtest üben und dabei keine Bretter zerstören, kannst du sogenannte Testbretter verwenden. Diese Bruchtestbretter lassen sich nach dem Zerschlagen wieder zusammensetzen. Außer du benötigst etwas Feuerholz, dann kannst du auch echte Holzbretter klein hauen.

Das Gürtelsystem der koreanischen Kampfkunst

Du möchtest wissen, warum die Kampsportler Gürtel (Ty) in unterschiedlichen Farben tragen? Der Taekwondo Gürtel soll dazu die Tiefe der Ausbildung symbolisieren und die Farben werden verschiedenen Bedeutungen zugeschrieben. Wie z. B. der weiße Gurt mit dem Anfänger beginnen, er steht für “Reinheit und Unwissenheit”, da sie noch ganz am Beginn ihres Trainings stehen.

Anhand der farbigen Gürtel konnte der Lehrer zudem seine Schüler in unterschiedliche Stufen einordnen.

Ein Beispiel wie die Gürtelfarben in 11 Farben dargestellt werden: