Das Lied „Über sieben Brücken musst du gehn“ von Karat, entstanden im Jahr 1978, handelt von den guten und schlechten Zeiten im Leben und davon, dass man im Leben viel Geduld haben soll.
Das Gedicht „Über sieben Brücken musst du gehen“ von Karat aus dem Jahre 1978 thematisiert die Überbrückung schlechter Phasen im Leben eines jeden Menschen. Die sieben Brücken oder die sieben dunklen Jahre stehen für die schlechten Zeiten, die jeder von uns überwinden muss. Insgesamt handelt das Gedicht von einem Lebensweg, indem das lyrische Ich immer wieder Problemen und Schwierigkeiten gegenübersteht. Die „sieben Brücken“ repräsentieren dabei die Hürden und Herausforderungen, die es zu überwinden gilt.
Wovon handelt das Gedicht?
Das Gedicht handelt von einem Lebensweg des lyrischen Ichs, welcher Probleme und Schwierigkeiten beinhaltet. Nach den schlechten Zeiten des Lebens kommen gute Zeiten, die wieder Hoffnung bringen. Ein paar Verse erzeugen eine nachdenkliche, sowie eine bedrückende Stimmung. Außerdem wirken sie melancholisch. Andere Verse wiederum wirken hoffnungsvoll. Das Gedicht erzählt eine Lebensgeschichte, in welcher das lyrische Ich eine schwere Phase durchlebt, die mit vielen widersprüchlichen Situationen verbunden ist. Im Refrain gewinnt es Hoffnung und vermittelt die Botschaft, nicht aufzugeben, obwohl man viel zweifelt und alles schief läuft.
Die Bedeutung der Strophen
Die erste Strophe beschreibt das lyrische Ich, welches „ohne Blick“ (V. 1), in Gedanken versunken, durch seine Straßen läuft, wehmütig in die Vergangenheit blickt, sich „sein Schaukelpferd“ (V. 2) zurück wünscht und sich nach seiner unbeschwerten Kindheit sehnt. Dies wirkt traurig und beklemmt. Es weiß nicht wohin mit sich, ist „ohne Rast und Ruh“ (V. 3), zieht sich zurück „schließt alle Türen nach sich zu“ (V. 4) und ist sehr bei sich. Das lyrische Ich überfordern seine Gedanken und es „weiß nicht mehr was er weiß“ (V. 6). Die Strophe regt zum Nachdenken an und wirkt melancholisch.
Im Refrain schöpft es Hoffnung und versteht, dass es nach vorne blicken und Hürden, also die „Sieben Brücken“(V. 9), überwinden muss. Das lyrische Ich begreift, dass nach „Sieben dunklen Jahren“ (V. 10) und sieben mal „die Asche“ (V. 11) sein, also nach den schlechten Zeiten, gute Folgen und man „einmal auch der helle Schein“ (V.12) sein wird. Der Refrain wirkt hoffnungsvoll und vielversprechend auf den Leser.
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In der zweiten Strophe fängt das lyrische Ich an zu reflektieren und berichtet über die „Uhr des Lebens“ (V. 13), welche still steht. Dies ist der Wendepunkt in seinem Leben, an welchem er nicht weiterkommt und „nur im Kreis“ (V.14) geht. Das lyrische Ich ist nachdenklich und begreift, dass sich etwas ändern muss. Es sitzt „still auf einer Bank“ (V. 16) und dabei herrscht eine ruhige aber auch bedrückende Stimmung. Es wird vom greifen „nach der ganzen Welt“ (V. 17), was sehr machtvoll wirkt, sowie vom Fall des „Glückssterns“ (V. 18) berichtet und somit von dem Traum der besseren Zukunft und dem Gedanken, das man alles schaffen kann, wenn man es will. Dadurch das es „hasst“ was es „liebt“ (V. 20), versteht es, dass man für das was man liebt kämpfen muss und blickt dadurch hoffnungsvoll in die Zukunft.
Rhetorische Stilmittel
Das Gedicht enthält eine Vielzahl von Substantiven, die eine wichtige Rolle bei der Beschreibung des Gesamtbildes und der Emotionen spielen. Dazu gehören Wörter wie "Brücken", "Türen", "Straße", "Schein", "Uhr", "Glücksstern", "Asche" und "Trost". Die Substantive repräsentieren Schwierigkeiten, Chancen, die Reise oder Hoffnung. Insgesamt erzeugen die Substantive im Gedicht eine bildhafte Sprache und vermitteln die Botschaft des Textes auf symbolische und poetische Weise. Sie ermöglichen es den Lesern, sich mit dem Lebensweg, der Überwindung von Hindernissen und der Suche nach Sinn auseinanderzusetzen.
Adjektive werden verwendet, um die Substantive näher zu beschreiben und die Atmosphäre im Gedicht zu verstärken. Beispiele für Adjektive in diesem Gedicht sind "dunkel", "kalt", "heiß", "hell" und "still". Diese Adjektive tragen zur Schaffung einer bestimmten Stimmung bei und unterstützen die bildliche Darstellung.
Verben sind wichtig, um die Handlung im Gedicht zu beschreiben und die Bewegung darzustellen. In diesem Gedicht finden sich Verben wie "gehen", "wünschen", "schließen", "suchen", "überstehen", "hassen", "nehmen" und "greifen".
Die zentrale Metapher des Gedichts sind die "sieben Brücken". Diese Brücken stehen metaphorisch für die Hindernisse und Herausforderungen im Leben. Die "Brücken", die "Türen" und der "Glücksstern" sind starke Symbole im Gedicht. Die Brücken repräsentieren Hindernisse, die Türen symbolisieren die Aussicht auf etwas Neues oder Besseres, und der Glücksstern steht für Glück, Hoffnung und Erfolg. Diese Symbole verleihen dem Gedicht Tiefe und eine metaphorische Ebene.
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Das Gedicht enthält einige Kontraste, wie zum Beispiel "dunkel" und "hell". Diese Kontraste dienen dazu, die Schwierigkeiten und die Momente der Klarheit oder Erkenntnis im Leben hervorzuheben.
Das Gedicht ist syntaktisch einfach und klar strukturiert. Es besteht aus kurzen Sätzen, die die direkte und unmittelbare Botschaft des Gedichts wiedergeben. Manche Verse bestehen aus einer klaren Subjekt-Prädikat-Struktur. Die Sätze sind kurz, was dazu beiträgt, dass die Botschaft deutlich hervortritt. Andere wiederum bestehen aus einfachen Haupt- und Nebensätzen. Zum Beispiel die wiederholte Verwendung des Wortes "Manchmal", am Anfang mehrerer Verse, erzeugt eine Anapher. Diese Wiederholung betont die verschiedenen Facetten des Lebens. Der Vers "Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß" enthält einen Vergleich zwischen den Gefühlen von Kälte und Hitze. Es weist darauf hin, dass der Verfasser sich in einem Zustand der Unsicherheit oder Verwirrung befindet. Dies kann Spannung und Aufmerksamkeit erzeugen. In Vers 18 wird der Glücksstern personifiziert, indem ihm eine menschliche Eigenschaft zugeschrieben wird. Das der Glücksstern "fällt", erzeugt eine Vorstellung, als ob der Glücksstern selbst Entscheidungen trifft oder Einfluss auf das Leben hat. Diese Personifikation verstärkt die emotionale Bedeutung dieser Zeile im Gedicht.
Formale Aspekte
Das Gedicht "Über sieben Brücken musst du gehen" besteht aus fünf Strophen und 28 Versen. Die erste und dritte Strophe besteht aus 8 Versen. Die zweite, vierte und fünfte wiederum aus 4 Versen. Das Metrum des Gedichts ist trochäisch. Ein Vers besteht aus einer betonten Silbe, gefolgt von einer unbetonten. Dies verleiht dem Gedicht einen fließenden Rhythmus. Das Reimschema des Gedichts ist abccdd. Das Reimschema trägt zur melodischen Struktur des Gedichts bei. Die Wiederholung der Zeile "Über sieben Brücken musst du gehen" könnte dazu dienen, die zentrale Botschaft oder Herausforderung im Leben zu betonen und zu verstärken. Die Struktur des Gedichts unterstützt die bildhafte Sprache. Die klare Struktur ermöglicht es den Bildern, die man sich vorstellet, dem Leser einen starken Eindruck zu hinterlassen.
Die Geschichte des Liedes
Der Liedermacher Wolf Biermann wurde 1976 ausgebürgert und Manfred Krug siedelte 1977in die BRD über. Fast 10 Jahre später: Adlershof will das Thema verfilmen. In der damaligen Volksrepublik Polen entwickelte sich dagegen eine Art von Weltoffenheit, die sich u. a. darin zeigte, dass auf grenznahen Märkten amerikanische Jeans und westliche Schallplatten sowie Symbole der US-GI aus dem Vietnamkrieg zum Verkauf angeboten wurden. All das wurde auf der Grundlage des visafreien Tourismus mit dem Nachbarland von vielen DDR-Bürgern gern genutzt. Im Vordergrund der Besuche stand nicht der offizielle Freundschaftsgedanke, sondern der Erwerb von in der DDR nicht angeboten oder verbotenen Waren.
Aus propagandistischen Gründen erhielt deshalb das DDR-Fernsehen 1977 den Auftrag, möglichst schnell einen Film zum Thema internationale Freundschaft, insbesondere mit dem polnischen Volk zu machen. Dabei besann man sich wieder auf die noch vor kurzem verpönte Geschichte von Helmut Richter. Der Fernsehfunk kaufte die Rechte und beauftragte Richter, das Szenarium für den Film zu schreiben. Es entstand das Drehbuch für eine deutsch-polnische Liebesgeschichte mit den Hauptfiguren Gitta Rebus, einer Chemielaborantin, und dem polnischen Bauarbeiter Jerzy Roman. Die Handlung spielte in der Gegenwart undverknüpfte die Schicksale polnischer Zwangsarbeiter während des 2.Weltkrieges und deren Nachwirkungen auf die deutsch-polnische Freundschaft. Eine schwere Last, auch für die Liebe zwischen Gitta und Jerzy.
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Die Regie für den Film führte der erst 28jährige Hans Werner. Es war sein erster Film. Bisher hatte er „nur“ als Regieassistent des Erfolgsregisseurs Lothar Bellag gearbeitet. Der hatte aber „keinen großen Bock“ auf diesen Film und meldete sich wenige Tage vor Produktionsbeginn krank. Werner nutzte diese Chance und stand dabei unter enormen Zeitdruck. Einerseits war schon viel Geld in die Produktion investiert worden, zum anderen fehlte es noch an elementaren Dingen, auch an der Filmmusik.
Bei fast allen damals populären DDR-Gruppen wurde angefragt. Doch keine hatte Lust oder Zeit dafür. Der „Ersatz-Regisseur“ schlug kurzerhand dafür den damaligen Keyboarder und Komponisten der noch jungen Rockband Karat Ulrich „Ed“ Swillms vor. Der tat sich zunächst sehr schwer mit diesem Auftrag und soll ca. 14 Tage lang auf das Drehbuch gestarrt haben, bis ihm etwas Zündendes einfiel. Schließlich handelte er einen Preis von 4.000 Westmark aus. Eine Summe, die die Band dringend zum Begleichen ihrer gerade erworbenen neuen Instrumente und Technik benötigte. Die Idee, dem Film einen Titelsong zugeben, war erst während der Dreharbeiten entstanden. Die Textzeile „Über sieben Brücken musst du geh´n“ sollte den Film emotional aufwerten. Auch dieser Herausforderung stellte sich Helmut Richter, denn er hatte bis dahin noch nie einen Liedtext geschrieben.
Gesungen vom damaligen Frontmann der Gruppe Karat, Herbert Dreilich, wurde der Titel unter widrigen technischen Bedingungen zwischen Weihnachten und Silvester 1977 in einem Studio mit angeschlossenem Übertragungswagen in Berlin-Grünau aufgenommen. Bei der Übergabe des Demobandes wenige Tage später im Interhotel Gera ahnte keiner der beteiligten Akteure, dass schon kurze Zeit später dieses Lied ein Hit werden sollte.
Die Erstsendung des Filmes lief am 30. April 1978 im 1. Programm des Fernsehens der DDR. Unmittelbar nach seiner Ausstrahlung liefen in den Adlershofer Fernsehstudios die Telefonleitungen heiß. Die Anrufer, darunter auch 28 aus Westberlin und der BRD, wollten wissen, wann und wo es die Schallplatte mit dem Titelsong zu kaufen gibt. Doch bis es soweit war, galt es wiederum einige „DDR-typische“ Hürden zu nehmen.
Noch im gleichen Jahr siegte die Gruppe Karat mit dem Lied beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden. Ein internationaler Auftritt des Filmes bei einem Festival in Prag wurde dagegen von den DDR-Oberen kurzfristig abgesagt. Der Hauptgrund, war die Übersiedlung der Schauspielerin Babara Adolf, Darstellerin der Mutter von Gitta Rebus, im Jahre 1978 in die BRD.
Peter Maffay's Coverversion
Als Peter Maffay den Song zum erstmal im Rundfunkhörte, war er sofort davon begeistert und bemühte sich um Kontakt zu den Karat-Leuten. Im Jahr 1980 besuchte er schließlich die Gruppe bei einem Konzert im hessischen Wiesbaden. Er bat die Band um Erlaubnis, den Titel nachspielen zu dürfen. Karat willigte ein und Maffay arrangierte das Lied neu. Markant ist dafür u.a. das eingebaute Saxophon-Solo. Der Song erlangte in dieser Version einen noch größeren Bekanntheitsgrad.
Da es Karat in den ersten Jahren der 1980er Jahre von Seiten des Kulturministeriums der DDR verboten war, im West-Fernsehen aufzutreten, wurde der Titel verstärkt mit dem Namen Peter Maffay verbunden. Viele „Westler“ glauben bis heute, der Titel stamme ursprünglich von Maffay. Erst ab 1990 wurde der Song auch von Maffay und Karat gemeinsam aufgeführt. Unvergessen das Duett von Herbert Dreilich und Peter Maffay auf dem 1990 erschienenen Karat-Album „…im nächsten Frieden „. Auch live präsentierten sie das Lied einige Male gemeinsam, so zum Beispiel am Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2000 in Berlin und zum 25-jährigen Jubiläumskonzert von Karat im gleichen Jahr in der Berliner Wuhlheide.
Text des Liedes "Über sieben Brücken..."
Über sieben Brücken musst du gehn
Von Helmut Richter
Manchmal geh ich meine Straße ohne Blick,
manchmal wünsch ich mir mein Schaukelpferd zurück.
Manchmal bin ich ohne Rast und Ruh,
manchmal schließ ich alle Türen nach mir zu.
Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß,
manchmal weiß ich nicht mehr was ich weiß.
Manchmal bin ich schon am Morgen müd,
und dann such ich Trost in einem Lied.
Über sieben Brücken musst du gehn,
sieben dunkle Jahre überstehn,
siebenmal wirst du die Asche sein,
aber einmal auch der helle Schein.
Manchmal scheint die Uhr des Lebens still zu stehn,
manchmal scheint man immer nur im Kreis zu gehn.
Manchmal ist man wie von Fernweh krank,
manchmal sitzt man still auf einer Bank.
Manchmal greift man nach der ganzen Welt,
manchmal meint man, dass der Glücksstern fällt.
Manchmal nimmt man, wo lieber gibt,
manchmal hasst man das, was man doch liebt.
Über sieben Brücken musst du gehn,
sieben dunkle Jahre überstehn,
siebenmal wirst du die Asche sein,
aber einmal auch der helle Schein
