Die Frage nach der härtesten Kampfsportart ist so alt wie die Kampfkünste selbst. Es gibt eine Vielzahl von Disziplinen, jede mit ihren eigenen Stärken und Schwächen. Um sich sicherer zu fühlen, kann das Erlernen einer Kampfsportart helfen. Jeder gute Kampfsportlehrer sagt zwar als Erstes: Flucht geht vor Kampf. Wenn es möglich ist, solltest du also die Konfrontation meiden, um dich - gerade als Kampfsport-Einsteiger - nicht in Gefahr zu bringen.
Was ist Kampfsport?
Kampfsport ist im deutschsprachigen Raum der in der Öffentlichkeit (außerhalb der Fachkreise) benutzte Sammelbegriff für die vielen verschiedenen Kampfstile, vor allem solche, bei denen keine Schusswaffen verwendet werden. Besonders häufig wird der Begriff mit der asiatischen Tradition des japanischen Budō, des chinesischen Kung Fu (eigentlich Wushu) oder des koreanischen Taekwondo verknüpft.
Was ist Kampfkunst?
Kampfkunst ist eine Technik, um Feinde zu besiegen und sich vor feindlichen Angriffen zu schützen. Auf Englisch heißt es „martial art“ - und „martial“ bedeutet „kriegerisch“. Entscheidend ist hierbei nicht die tatsächliche Zweckmäßigkeit der jeweiligen Techniken, sondern ihr subjektiver konzeptioneller Nutzwert in einem spezifischen Anwendungsszenario. Dies kann z. B. ein Sportkampf, ein kriegerischer Zweikampf oder eine Selbstverteidigungssituation sein.
Im Kampfsport sowie in der Kampfkunst gibt es komplexe und einfachere Kampflogiken und Kampfsysteme.
Die Top 7 Kampfsportarten zur Selbstverteidigung
- Krav Maga: Die israelische Kampfsportart wird in der Armee und im Auslandsgeheimdienst Mossad gelehrt und ist die wahrscheinlich effektivste Art und Weise, um mit einem attackierenden Angreifer fertig zu werden. Die Kampfkunst umfasst viele Bestandteile anderer Kampfsportarten, wie etwa Faustkampf, Ringen, die Tritte aus dem Karate sowie das Werfen, Hebeln und den Bodenkampf aus dem Jiu-Jitsu. Außerdem bezieht Krav Maga natürliche Reflexe und Reaktionen ein. Der israelische Kampfsport ist dadurch verhältnismäßig leicht zu erlernen.
- Wing Chun: Wing Chun, eine traditionelle chinesische Kampfsportart, wurde speziell für die Selbstverteidigung entwickelt. Deren Philosophie beruht auf Effizienz und Schnelligkeit.
- Jiu-Jitsu: Jiu-Jitsu, besonders in seiner brasilianischen Form, fokussiert sich auf Bodenkämpfe und den Einsatz von Hebeltechniken, um den Gegner zu kontrollieren.
- Muay Thai: Muay Thai, oft „die Kunst der acht Glieder“ genannt, verbindet Schläge, Tritte, Ellenbogen- und Kniestöße zu einer effektiven Selbstverteidigungspraxis.
- Karate: Karate, ursprünglich aus Okinawa, ist eine umfassende Kampfsportart, die Schlag-, Tritt- und Blocktechniken lehrt.
- Judo: Judo, eine japanische Kampfsportart, konzentriert sich auf Würfe und Bodentechniken.
- MMA (Mixed Martial Arts): MMA kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten zu einem umfassenden Kampfsystem.
Weitere Kampfsportarten und -künste im Überblick
- Aikido: Aikido ist eine japanische Kampfkunst, die sich auf die Prinzipien der Harmonie und des Ausweichens konzentriert, anstatt direkte Angriffe zu bekämpfen.
- BJJ (Brazilian Jiu-Jitsu): Im BJJ werden verschiedene Techniken wie Würfe, Hebel, Haltegriffe und vor allem Submission-Techniken wie Würgegriffe und Gelenkhebel eingesetzt, um einen Gegner zu kontrollieren oder zur Aufgabe zu zwingen.
- Boxen: Beim Boxen sind nur Schläge mit den Fäusten erlaubt, die auf den oberen Teil des Körpers des Gegners, insbesondere den Kopf und den Oberkörper, abzielen.
- Capoeira: Capoeira ist eine brasilianische Kampfkunst, die Elemente von Tanz, Akrobatik und Musik miteinander verbindet.
- Escrima, Arnis, Kali: Philippinische Kampfsportarten wie Escrima, Kali und Arnis sind immer sehr realitätsbezogen, sehr direkt und sehr hart.
- Jeet Kune Do: Bei Jeet Kune Do handelt es sich um den von Bruce Lee entwickelten Kampfstil.
Die 10 gefährlichsten Kampfsportarten (Laut Experte Andreas Leffler)
- Mixed Martial Arts (MMA): MMA ist im Moment die vielleicht gefährlichste Kampfsportart.
- Muay Thai: Es wird immer Vollkontakt gekämpft, immer voll auf Angriff und es geht immer voll in den Mann - ein bisschen wie MMA, nur ohne Bodenkampf.
- Kickboxen: Beim Kickboxen wird mit Füßen und Fäusten getreten und geschlagen.
- Boxen, Ringen: Boxen und Ringen sind viel gefährlicher als ihr Ruf.
- Jeet Kune Do: Nach Bruce Lees Tod wurde Jeet Kune Do sehr bekannt.
- Filipino Martials Arts - Escrima, Kali, Arnis: Gekämpft wird mit etwa 60 bis 65 Zentimeter langen Kampfstöcken.
- Krav Maga, Wing Tsun: Die Teilnehmer lernen in einem komprimierten Kurs oder einer längeren Ausbildung, wie sie sich verteidigen können, wenn sie auf der Straße angegriffen werden.
- Kajukenbo: Kajukenbo ist für die Straße gemacht, realistisch und sehr hart - die Straße ist in vielen Regionen eben auch hart.
- Tang Lang: Kung Fu gilt oft als verspielt, aber Tang Lang beruht auf schnellen und direkten Bewegungen; vor allem Faustkampf, der mit Greifen und Anreißen am Gegner kombiniert wird.
- Historical Medieval Battle (HMB): Die Leute ziehen sich Rüstungen an und schlagen mit richtigen Schwertern und Äxten aufeinander ein.
Boxen vs. MMA
MMA und Boxen sind fantastische Kampfsportarten, je nach deinen Zielen. Obwohl es Vor- und Nachteile hat, beides zu trainieren, führt das MMA-Training oft zu einem vielseitigeren Kämpfer, weil es sowohl Stand-up als auch Bodentraining beinhaltet.
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| Aspekt | Boxen | MMA |
|---|---|---|
| Techniken | Schläge mit den Fäusten | Schläge, Tritte, Würfe, Bodenkampf |
| Verteidigung | Ausweichen, Blocken, Parieren | Vielfältiger, da verschiedene Distanzen und Techniken berücksichtigt werden müssen |
| Kondition | Lang andauernde Kämpfe (bis zu 12 Runden) | Kürzere, intensivere Kämpfe (bis zu 5 Runden) |
| Effektivität | Hervorragend im Standkampf | Umfassend, sowohl im Stand als auch am Boden |
Es gibt keinen „überlegenen“ Kampfsportstil, das möchten wir klarstellen, bevor wir fortfahren. Jeder Kampfkunststil, egal über welchen du sprichst, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Die Kampfsportart, die du am meisten praktiziert hast, ist die ideale. Fang an, MMA zu lernen, wenn du Selbstverteidigung üben willst.
Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw. Für Kinder gibt es eigentlich keine auszuschließende Kampfsportart. Wichtig ist nur, dass sie in einem guten Kurs landen und der Trainer ein gutes Händchen für den Umgang mit Kindern hat.
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