Die härteste Kampfsportart der Welt: Kriterien und Perspektiven

Die Frage nach der besten, realistischsten und effektivsten Kampfsportart ist ein immer wiederkehrendes Thema. Viele Kampfsportler sind von ihrem Stil so überzeugt, dass es oft zu hitzigen Diskussionen kommt. Hier geht es zwar um den Kampfstil, aber meiner Meinung nach ist viel wichtiger, was ein Kämpfer aus dem Stil macht und wie gut er oder sie trainiert.

Allgemeines zum burmesischen Barknuckle Boxen (Lethwei)

Das burmesische Barknuckle Boxen ist ein Vollkontakt-Kampfsport aus Myanmar. Gekämpft wird im Stand mit Schlägen, Tritten und diversen Clinch-Techniken. Es zählt nicht ohne Grund zu den brutalsten Vollkontakt Kampfsportarten der Welt. Es wird nur mit Bandagen oder getappten Händen gekämpft.

Neben dem Einsatz von Fäusten, Ellenbogen, Tritten oder Knien, war früher auch der Kopfstoß ein probates Mittel, um den Gegner außer Gefecht zu setzen. Aufgrund dessen wird es auch als: “Die Kunst der neun Gliedmaßen”, bezeichnet.

Geschichte des Lethwei

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Gekämpft wurde früher auf Sand und im Freien. Die Kämpfe dienten als Unterhaltung und waren bei allen Schichten der Gesellschaft beliebt. Egal ob König oder Bauer, jeder durfte bei den Kämpfen teilnehmen. Man ging in den “Sandkasten” und wartete auf die Herausforderer.

Auch damals schon kämpfte man ohne Schutzausrüstung und ohne Punktesystem. Gewonnen konnte man nur durch einen Knockout oder falls man, aufgrund von Verletzungen, nicht mehr im Stande war zu kämpfen. Damit stellte man sicher, dass die Kämpfer ihr Bestes gaben. Falls es kein K.O. gab, einigte man sich auf ein Unentschieden.

Die Modernisierung des Lethwei

Kopfstöße (Headbutts) sind in den meisten Kampfsportarten zu Recht verboten. Die Verletzungsgefahr für sich selbst oder den Gegner sind viel zu hoch und können langfristige Schädigungen hervorrufen. Nicht selten hatte es damals auch den Tod zur Folge. Im Jahre 1930 wurde das Lethwei deswegen modernisiert, um die Kämpfer zu schonen und den Kampfsport massentauglicher zu machen. Kopfstöße wurden verboten, Boxhandschuhe und Kopfschutz eingeführt. Zudem wurde die Rundenlänge begrenzt und die Kämpfe in einen Boxring verlagert.

Masutatsu Oyama - Gründer des Kyokushin Karate

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Die Karate Organisation Kyokushin Kaikan wurde von Masutatsu Oyama gegründet. Dieser lernte als Kind bereits chinesisches Kung Fu und später koreanische Kampfkünste wie Taekyeon und Gwonbeop. Schon mit 15 Jahren reiste er im Jahre 1938 nach Japan, um dort Judo und Shotokan Karate zu erlernen. Knapp 15 Jahre später eröffnete er in Tokio seine eigene Schule. 1964 gründete er die International Karate Organization Kyokushinkaikan (IKO oder IKOK).

Kyokushin Vollkontakt Techniken sind gewünscht

Kyokushin gilt als besonders effizientes Karate. Es wird ohne Schutzkleidung gekämpft. Viele Tritte auf unterschiedlichen Höhen (Low- oder High-Kicks) werden angewandt. Auch Schläge zum Körper werden präzise ausgeführt. Ellenbogenschläge zum Körper oder Kniestöße, werden je nach Situation auch genutzt. Schläge gegen Kopf und Hals sind verboten.

Verboten sind sämtliche Angriffe mit der Faust, Hand, den Fingern oder den Ellenbogen zum Kopf des Gegners. Der Rücken darf zwar angegriffen werden, allerdings nicht die Wirbelsäule. Tiefschläge oder Techniken zum Knie sind ebenfalls verboten. Die Gesundheit der Karateka soll bestehen bleiben. Dennoch kommt es häufig zu kleineren Verletzungen.

Kyokushin Training

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Ähnlich wie bei anderen Karatestilen besteht das Training aus Kihon, dem Üben der Grundtechniken. Diese Grundschule beinhaltet diverse Grundstellungen und Techniken. Es wird wertgelegt auf eine präzise und saubere Ausführung der Karatetechniken. Diese werden im späteren Kampf-Training angepasst. Ebenfalls werden Atemtechniken geübt oder Bruchtests und Abhärtungen vollzogen. Alles Vorbereitungen auf den Freikampf.

Kata (Formenlauf)

Des Weiteren steht das Üben der Katas (Bewegungsabläufe / Formen) auf dem Lehrplan. Diese wurden weitestgehend aus dem Shotokan Karate übernommen.

Bevor man mit dem Kumite (Freier Zweikampf) beginnt, trainiert man zunächst die Renraku / Rensoku. Hier werden prinzipielle Kampfkombinationen in Freikampfhaltung studiert und praktiziert.

Kumite

Dem Kumite wird große Bedeutung beigemessen. Das Training soll möglichst realistisch durchgeführt werden. Neben dem klassischen Schlagpolster oder Pratzentraining, steht der Zweikampf im Vordergrund. Auch das Partner-Freikampf Training wird mit Vollkontakt absolviert. Tiefschutz bei Männern und Brustschutz bei Frauen sind vorgeschrieben. Ebenfalls wird im normalen Training mit Boxhandschuhen und Schienbeinschonern gekämpft.

Es gelten die regulären Angriffe, wie oben bereits erwähnt. Schläge, Tritte und Ellenbogenangriffe zum Körper sind erlaubt. Ebenso Fußtritte zum Oberschenkel, Körper und Kopf.

Verboten ist allerdings der Clinch, das Greifen oder Festhalten des Gegners.

Kyokushin Wettkampf

Nachdem man mit dem Training die entsprechenden Fähigkeiten erlangt hat und der Körper abgehärtet ist, kann man sein erlernten Erfahrungen im Kyokushin Wettkampf unter Beweis stellen.

Hier treten die Kontrahenten 3 Runden gegeneinander an. Eine Runde dauert jeweils 3 Minuten. Bei einem Unentschieden wird der Kampf um 2 Runden verlängert. Sollte danach immer noch kein Sieger feststehen, dann wird die Entscheidung über das Kampfgewicht gefällt.

MMA (Mixed Martial Arts)

Angesichts der Popularität der Mixed Martial Arts, insbesondere der UFC, wollen viele in diesen Sport einsteigen und ihn professionell betreiben. Deshalb ist ein schneller Einstieg enorm wichtig, um ein professioneller Kämpfer zu werden. Die Lernfähigkeit ist bei jedem unterschiedlich, aber man muss mindestens 2 Jahre lang regelmäßig trainieren, und zwar am besten an fünf Tagen pro Woche. Danach kannst Du an Amateurkämpfen teilnehmen.

Es gibt keine allgemeingültige Gehaltstabelle für alle Kämpfer, da das Gehalt jedes einzelnen Kämpfers von den Bedingungen des von ihm unterzeichneten Vertrags abhängt. Aus diesem Grund verdienen zwei verschiedene Kämpfer mit exakt denselben Kampfrekorden nicht unbedingt gleich viel Geld. Spitzenkämpfer erhalten zusätzlich zu ihrer Grundvergütung noch Pay-per-View-Zuschläge. Die UFC Kämpfer am unteren Niveau verdienen ca. 10.000 - 30.000 US Dollar pro Kampf.

Die Bedeutung von Spezialisierung und Vielseitigkeit

Jeder große Profikämpfer hat einen Hauptstil, in dem er trainiert hat, aber das muss nicht immer eine Kampfsportart sein. Wenn Du Dich für bestimmte Kampfsportarten entscheidest, solltest Du sie so weit wie möglich auseinanderhalten. Wenn Du Zeit in eine Kampfkunst investierst, solltest Du auch darauf achten, dass Du nicht eine wählst, die viele Stile vermischt, wenn Du nur den einen willst.

Darin unterscheidet es sich von Brazilian Jiu-Jitsu, da BJJ ausschließlich BJJ-Techniken lehrt. Das Gleiche gilt für Taekwondo und Karate. Sie haben unterschiedliche Ursprünge und Disziplinen, aber beide lehren Schläge und haben sogar ähnliche Versionen bestimmter Schläge. Aus diesem Grund brauchst Du nicht beide zu kennen, denn Du wirst so gut wie nichts Neues lernen, das Dir im Bereich des Schlagens von Nutzen wäre.

Erfolgreich im MMA: Die richtige Kombination

Unabhängig davon, für welchen Kampfsport Du Dich sich entscheidest, Du solltest eine Kampfkunst wählen, die sich auf das Schlagen konzentriert, und eine andere, die sich auf die Bodenarbeit konzentriert. Wenn es um die Schlagdisziplin geht, wird Muay Thai oder Boxen weithin als die effektivste Kampfsportart für MMA angesehen. Du kannst als professioneller Kämpfer nicht erfolgreich sein ohne BJJ zu lernen, denn BJJ ist die effektivste Kunst für den Bodenkampf.

Gesundheit und Fitness als Erfolgsfaktoren

Es ist wichtig, im eigenen Leben gesund zu sein, als Kämpfer ist dies jedoch besonders wichtig, vor allem wenn Du professionell kämpfen möchtest. Wichtig ist eine gesunde, ausgeglichene Ernährung, um immer Gewicht zu machen und die richtige Fitness zu haben. Dazu gehört, dass Du Deinen Trainingsplan so zusammenstellst, dass er zu deinem spezifischen Stil passt. Du solltest immer dafür sorgen, dass Dein Körper ein allgemein hohes Fitnesslevel hat.

Die Wahl des richtigen Gyms und Trainers

Kein ordentliches MMA Gym wird nur einen Trainer haben, denn selbst die besten Profikämpfer werden Dir sagen, dass sie nicht in allem der Beste sind. Dieselben Trainer helfen Dir auch bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung. Achten auch auf erreichte Erfolge und Zertifizierungen. Im Idealfall sollten Sie einen 3. Dan oder einen schwarzen Gürtel des 3. Es ist auch gut, wenn das Kampfsportstudio Mitglied in einer oder mehreren spezifischen Ligen oder Organisationen ist.

Bekannte MMA-Gyms

Der mit Abstand beste Weg, ein professioneller Kämpfer zu werden, ist die Anmeldung in einem der renommierten MMA Gyms, wenn es eines in Deiner Nähe gibt. Das Kampfsportstudio des ehemaligen UFC-Kämpfers Brandon Vera, bekannt als Alliance MMA, ist beispielsweise fantastisch. Vera gründete es 2007 und es hat einige großartige Kämpfer hervorgebracht. Das Gleiche gilt für Longo und Wiedman MMA. Kampfsportstudios wie Team Alpha Male, das von UFC Hall of Famer Urijah Faber gegründet wurde, sind ebenfalls großartig.

Der Weg in die UFC

Die UFC ist nach wie vor und wahrscheinlich auch für immer die bestbezahlte und bekannteste MMA-Organisation. Wenn Du bei einer dieser besser bezahlten MMA-Organisationen mitmachen willst, musst Du erst einmal klein anfangen. Das bedeutet, dass Du einige MMA Kämpfe als irgendwo vor Ort bestreiten müssen. Wenn Du das tust, werden sie Dich wahrscheinlich nach deinen Fähigkeiten fragen und Dir vielleicht sogar einen Kampf auf ihrer nächsten Fight Card anbieten. Vergewissere Dich jedoch, dass sie seriös sind.

Die Bedeutung von Erfahrung und Vermarktung

In die UFC zu kommen, ist wahrscheinlich der schwierigste Teil. Im Normalfall musst Du Dir erst einmal einen Namen in der Szene gemacht haben. Die meisten Kämpfer, die verpflichtet werden, werden von der UFC unter Vertrag genommen, nachdem sie anderswo großartige Erfolge gehabt haben. Das bedeutet nicht, dass die Person unbesiegt sein muss, aber sie muss jemand sein, den die UFC als echten MMA-Star für ihr Unternehmen vermarkten kann.

Wing Tsun als Kampfkunst

Wing Tsun ist ein chinesischer Kung Fu Stil, der für die Selbstverteidigung entwickelt wurde. Die Kampfkunst zeichnet sich durch proaktive und effiziente Techniken aus, um sich gegen größere oder stärkere Angreifer zu verteidigen. Wing Chun, wie es am häufigsten geschrieben wird, ist eine Kampfkunst und kein Kampfsport. Sie zielt auf realistisches Nahkampftraining ab. Daher wird sie oft als Straßen-Kung-Fu bezeichnet, da sie auf reale Kampfsituationen ausgelegt ist.

Die Prinzipien des Wing Tsun

Im Wing-Chun Verteidigungssystem spielt das Element Wasser eine bedeutende Rolle. Die Philosophie des Wassers ist einfach: Es verformt sich und passt sich stets seiner Umgebung an. Im Wing Tsun wird dieses Konzept durch den ständigen Wechsel der Positionen verkörpert. Ähnlich dem Wasser, das geschmeidig ist und sich seiner Umgebung anpasst, betont Wing Tsun einen nahen Kampfansatz mit hoher taktiler Empfindung.

Kampfsportarten im Überblick

Mit Kampfkunst sind in der Regel Selbstverteidigungstechniken aus östlichen Kulturen gemeint, etwa chinesische Kampfkünste wie Kung-Fu, japanische wie Aikido oder das koreanische Taekwondo. Kampfsportarten mit einer langen Tradition in Europa sind Ringen, Boxen und Fechten. Olympische Kampfsportarten sind Boxen, Fechten, Judo, Karate, Ringen und Taekwondo.

Jeder Kampfsport hat eigene Techniken und Schwerpunkte. Beim Ringen besteht ein enger Körperkontakt und beim Boxen werden Schläge primär aus der Distanz abgegeben. Bei einigen Kampfsportarten sind Tritte verboten, bei anderen geben sie gerade den Ausschlag. Manche Kampfsportarten lassen sich den Stilen „weich“ und „hart“ zuordnen.