Die Wrestlingwelt stand in letzter Zeit unter Schock, da Gerüchte über einen möglichen Verkauf von WWE an den saudischen Staatsfonds die Runde machten. Diese Gerüchte wurden zwar dementiert, aber die Möglichkeit eines Verkaufs und die potenziellen Käufer werden weiterhin diskutiert.
Vince McMahon kehrt zurück und will WWE verkaufen
Vince McMahon ist zurück im WWE-Vorstand und will das von ihm gegründete Wrestling-Unternehmen verkaufen. Sein erklärtes Ziel ist es, WWE im Jahr 2023 zum Verkauf anzubieten und diesen Prozess in jedem Schritt zu begleiten. Diese Pläne überschatten die Schlagzeilen, warum McMahon im vergangenen Sommer das Unternehmen verließ. Die Untersuchungen im Sex- und Schweigegeld-Skandal sind jedoch bis heute nicht vollständig abgeschlossen.
McMahons Rückkehr hat das Board of Directors durchgeschüttelt: Mit George Barrios und Michelle Wilson installierte der langjährige WWE-Macher alte Bekannte im Aufsichtsrat, dafür mussten JoEllen Lyons Dillon, Jeffrey R. Speed und Alan M. Wexler gehen. Ignace Lahoud und Man Jit Singh nahmen daraufhin freiwillig den Hut. Singh galt als federführend in der Untersuchung des Vorstands gegen McMahon.
Mögliche Käufer
Bereits jetzt wird über viele Unternehmen spekuliert, die WWE schlucken könnten. Tatsächlich sind das bis heute aber nur Theorien - denn von keiner dieser Firmen weiß man mit Sicherheit, ob sie überhaupt Interesse an einer solchen Übernahme haben.
Der offensichtlichste Kandidat, WWE zu kaufen, ist Comcast. Zum gigantischen Telekommunikationsunternehmen gehören die TV-Kanäle und das Streaming-Angebot von NBCUniversal. Die Partnerschaft von WWE mit dem „Raw“-Sender USA Network geht bis in die Achtzigerjahre zurück.
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FOX, der aktuelle „SmackDown“-Sender, hat einen deutlich geringeren Marktwert. Der von Medienmogul Rupert Murdoch gegründete Medienkonzern könnte aber ebenso Interesse bekunden wie einige andere Unternehmen, die Content anbieten. In diesem Zusammenhang könnte WWE auch für Disney interessant sein. Disney-Geschäftsführer Bob Iger hat in der Vergangenheit bereits Marken wie „Star Wars“ und „Marvel“ an Land gezogen.
Spekuliert wird zudem über Streamer wie Netflix und Amazon. Für alle potentiellen Käufer dürfte es aber dennoch attraktiv sein, eine Sportliga - wenn man WWE in diesem Zusammenhang so nennen will - zu besitzen und die Inhalte dann mit der Zeit weltweit anbieten zu können.
Neben den direkten Content-Anbietern kommen für eine Übernahme auch große Investoren in Frage. Zum einen die Endeavor-Gruppe, die bereits vollständig die UFC (Ultimate Fighting Championship) übernommen hat. WWE und UFC haben sehr ähnliche Geschäftsmodelle, was es für Endeavor besonders attraktiv machen könnte, beide Marken unter einem Dach zu vereinen.
Als möglicher Interessent wurde auch Liberty Media in den Raum gestellt. Das finanzstarke Medienunternehmen hat 2016 die Formel 1 gekauft und die Motorsport-Serie seitdem in der Präsentation modernisiert und weltweit populärer gemacht.
Saudi-Arabien als möglicher Käufer?
Das wäre ebenfalls der Fall, wenn die Geldgeber aus Saudi-Arabien WWE kämen. Die Saudis haben mit einem Investment-Fond angeblich 620 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Und der Wüstenstaat investiert ausgedehnt, um durch Sportswashing die eigene Reputation zu verbessern.
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Mit der Übernahme von WWE könnte Saudi-Arabien ein ur-amerikanisches Produkt aufkaufen. Eine Verbindung besteht bekanntlich bereits - mit den für WWE äußerst lukrativen Veranstaltungen in Saudi-Arabien, die seit 2018 zwei Mal jährlich stattfinden und pro Show rund 50 Millionen US-Dollar einspielen.
Auswirkungen auf die WWE-Talente
Die spekulativen Antriebe hinter seinen Aktionen seien zeitgleich auch eine der größten Ängste innerhalb der Ränge der WWE-Talente. So herrsche die Furcht vor, Vince McMahon könne sich durch den Verkauf wieder an die Spitze der kreativen Entscheidungen zwingen, wobei die saudischen Investoren als dessen einzige Anlaufstelle gelten.
Weiter hätten nicht nur Rückkehrer, sondern auch einige der langjährigen Topstars der Company klargestellt, dass man WWE den Rücken kehren werde, sollte es zu einem Deal mit dem öffentlichen Investmentfonds von Saudi-Arabien kommen. Wie auch zuvor bei den Neuigkeiten über Vince McMahons Rückkehr und Stephanie McMahons Rücktritt, erfuhren die Performer über Social-Media von den Gerüchten.
Zeitlicher Rahmen für einen Verkauf
WWE hat mit JP Morgan eine US-Großbank engagiert, die beim möglichen Verkauf beraten soll. Das berichtet „CNBC“. Demnach solle ein solcher Deal in den nächsten drei bis sechs Monaten zustandekommen. Die Abfolge ist klar: Erst soll eruiert werden, ob ein Verkauf wirklich stattfindet. Und danach würde man, sollte es nicht zum Verkauf kommen, in die Gespräche um die nächste Rechtsperiode für „Raw“ und „SmackDown“ in den USA gehen.
| Potenzielle Käufer | Vorteile | Bedenken |
|---|---|---|
| Comcast | Langjährige Partnerschaft, Etablierung der Marke WWE auf zahlreichen Plattformen | - |
| FOX | Bereits Sender von SmackDown | Geringerer Marktwert |
| Disney | Weltweite Reichweite, Etablierung auf TV-Sendern und Streaming-Plattformen | Nischenprodukt |
| Netflix, Amazon | Weltweite Reichweite | Bisher keine Live-Sportübertragungen |
| Endeavor | Ähnliche Geschäftsmodelle wie UFC | Hohe Kreditlast durch UFC-Übernahme |
| Liberty Media | Erfahrung mit der Modernisierung und Popularisierung von Sportserien (Formel 1) | - |
| Saudi Arabien | Hohe finanzielle Mittel, bereits bestehende Geschäftsbeziehung | Reputationsrisiko (Sportswashing) |
Fazit
Es bleibt abzuwarten, ob es tatsächlich zu einem Verkauf von WWE kommt und wer der Käufer sein wird. Die Entwicklungen werden die Wrestlingwelt weiterhin in Atem halten und die Zukunft des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.
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