Die Aktie von WWE (WKN: 928669) hat im letzten Monat aufgrund der Verkaufsambitionen von Vince McMahon einen deutlichen Anstieg erlebt.
McMahons Rückkehr und Verkaufsabsichten
Am 5. Januar 2023 berichtete das Wall Street Journal, dass Vince McMahon kurz vor einer Rückkehr zu World Wrestling Entertainment stehe. Er informierte die Verantwortlichen der Company Ende Dezember in einem Schreiben über sein Vorhaben. Explizit plane er zu der Firma, die er über vier Dekaden führte, zurückzukehren, um Strategien für einen Verkauf der Company zu entwickeln, und voranzutreiben, wird McMahon zitiert.
So kündigte er in seiner Nachricht an, sich selbst sowie die beiden ehemaligen Co-Präsidenten und Direktoren Michelle Wilson und George Barrios in den Vorstand zu ernennen. Ein Vorhaben, das dem 77-Jährigen durch seine Position als Mehrheitseigentümer der WWE B-Stock Aktien ermöglicht wird, aber auch bedeutet, dass drei der aktuellen Mitglieder des Boards ihren Sitz abtreten müssen.
Seines Erachtens gebe es nur ein schmales Zeitfenster, um den Verkaufsprozess einzuleiten, da WWEs Medienrechte, inklusive jener der Flaggschiff-Shows „RAW“ und „SmackDown“ vor einer Neuvergabe stehen. Zudem denke Vince, dass sich durch die schnelle Entwicklung der Medienlandschaft, mit immer mehr Konzernen auf der Suche nach Qualitäts-Content für ihre Streaming-Dienste, ein attraktiver Zeitpunkt für eine Firmenveräußerung ergeben habe, wie die Quellen des WSJ berichten.
Folglich veröffentlichte er folgende Pressemitteilung:
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GREENWICH, Conn., Jan. („WWE“ or the „Company“) (NYSE: WWE), announced today that he has taken necessary actions to position the Company to capitalize on a unique opportunity to maximize long-term value for all WWE shareholders. The actions, communicated to WWE’s Board of Directors today via written consent, include the election to the Board of Mr. McMahon, as well as Michelle Wilson and George Barrios - former WWE Co-Presidents and Board members, and currently the Co-Founders and Co-CEOs of Isos Capital Management - and the requisite removal from the Board of three directors. Mr. McMahon expects to assume the role of Executive Chairman of the Board.Mr. McMahon’s new role will enable unified decision making through the Company’s upcoming media rights negotiations and a parallel full review of the Company’s strategic alternatives, which Mr. McMahon believes is the right course of action and in the best interests of WWE and WWE shareholders amidst the current dynamics in the media and entertainment industry. As Mr. McMahon has communicated to the Board, he believes there is a narrow window of opportunity to create significant value for all shareholders and that to do so, the strategic alternatives review must occur in tandem with the media rights negotiations. He also expressed to the Board that he believes these two initiatives require Mr. McMahon’s direct participation, leadership, and support as controlling shareholder.
„WWE is entering a critical juncture in its history with the upcoming media rights negotiations coinciding with increased industry-wide demand for quality content and live events and with more companies seeking to own the intellectual property on their platforms,“ said Mr. McMahon. „The only way for WWE to fully capitalize on this opportunity is for me to return as Executive Chairman and support the management team in the negotiations for our media rights and to combine that with a review of strategic alternatives. My return will allow WWE, as well as any transaction counterparties, to engage in these processes knowing they will have the support of the controlling shareholder.“Prior to delivering written consent, Mr. McMahon sent two separate letters to the Board in late December in which he expressed the urgency of his return to the Company as Executive Chairman and his desire to work collaboratively with the Board and management team. Following conversations with representatives of the Company both before and after Mr. McMahon’s most recent letter on December 31, Mr. McMahon determined, consistent with his rights as controlling shareholder, that the steps announced today are necessary to maximize value for all WWE shareholders.
Mr. McMahon said, „Ms. Wilson and Mr. Barrios are highly qualified directors whose professional experience positions them well to help the Company achieve the best possible outcomes in both initiatives. As former WWE Co-Presidents and Board members, they are intimately familiar with industry dynamics and the organization’s operations and have helped guide the Company through past successful media rights negotiations. I look forward to working closely again with Michelle and George - as well as the Company’s remaining directors and management team, who have my full support and confidence. WWE has an exceptional management team in place, and I do not intend for my return to have any impact on their roles, duties, or responsibilities.“In conjunction with the changes to WWE’s Board, Mr. McMahon’s written consent also includes certain amendments to the Company’s bylaws to ensure that WWE’s corporate governance continues to properly enable and support shareholder rights. These changes will be detailed in a Schedule 13D amendment to be filed by Mr. McMahon and a Form 8-K to be filed by the Company in the coming days.No assurances can be given regarding the outcome or timing of the review process. Mr. McMahon does not intend to comment further until the process has concluded or Mr. McMahon has otherwise determined that further disclosure is appropriate or required.
In einer Antwort auf sein Schreiben teilte das WWE Board of Directors ihm mit, dass man sich auf den Prozess vorbereite, jedoch sei man einstimmig zu der Ansicht gekommen, dass Vinces Rückkehr zu WWE nicht im Interesse der Anteilshaber wäre. Auch forderte man McMahon auf, sich bereitzuerklären, WWEs Aufwendungen, die im Kontext der Untersuchungen der Anschuldigungen gegen ihn aufkamen, an die Company zurückzuzahlen. Durch die stillen Vergleichszahlungen sei somit seit 2006 eine Summe von über 12 Millionen US-Dollar aufgekommen.
Wie aus jenen hervorgeht, wurden JoEllen Lyons Dillon, Jeffrey R. Speed und Alan M. Wexler ohne Angabe von Gründen abgesetzt und müssen ihre Sitze im WWE Board of Directors zugunsten von Vince McMahon, Michelle Wilson und George Barrios räumen.
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Interesse und potenzielle Käufer
Die WWE produziert und vertreibt Wrestling-Shows und -TV-Sendungen über verschiedene Kanäle, darunter das eigene Abonnement-Netzwerk WWE Network. Danach hob die Aktie entsprechend ab und die Gerüchte wurden laut, wer wohl das 5,5 Milliarden € schwere Unternehmen übernehmen könnte. Ganz prominent standen die großen Streaming-Anbieter wie Disney & Co.
Über einen in Riad ansässigen Hedgefonds sollen wohl 6,5 Milliarden US$ für das gesamte Unternehmen geboten worden sein. Hintergrund für den Abschlag sind vor allem die Aktionäre und Gerichte, welche einem Verkauf nach Saudi-Arabien vielleicht nicht ohne Weiteres zustimmen wollen.
Die Endeavor Group, ehemals William Morris Endeavor, stellte bereits klar, Gespräche nur mit Beteiligung von Vince McMahon führen zu wollen.
Als mögliche Käufer nennt CNBC namentlich: Netflix, die Formel-1-Eigner Liberty Media, UFC-Mutterkonzern Endeavor und Comcast - die Firma hinter dem langjährigen WWE-TV-Partner NBC Universal, also auch hinter CNBC.
Im Rennen um WWE ist auch der ebenfalls schon geschäftlich verbundene saudi-arabische Staatsfonds PIF (im Konkurrenzverhältnis zu Liberty, dem Konzern, dem er eben erst 20 Milliarden für die Formel 1 geboten hat). Sollte er zuschlagen, eröffnet sich für WWE die - im vergangenen Monat von ihr explizit betonte - Option, sich von der Börse zurückzuziehen.
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Die Rolle von Nick Khan und Stephanie McMahon
WWE-Boss Nick Khan lässt mit TV-Interview aufhorchen. Der 77-Jährige sei „zu hundert Prozent“ offen für Übernahme-Angebote, die seinen erneuten Rücktritt aus der Führung zur Bedingung hätten, behauptete WWE-CEO Nick Khan in einem am Freitag gesendeten TV-Interview mit CNBC - und zuvor auch auf der vierteljährlichen Investorenkonferenz der börsennotierten Firma.
Nach Stephanies Rückzug wird Nick Khan - der Vince einst als Präsident und Finanzchef gedient hatte - alleiniger CEO des Unternehmens. Stephanies Ehemann „Triple H“ Paul Levesque bleibt „Chief Content Officer“ und Kreativverantwortlicher. Beide sind und bleiben auch Teil des Board of Directors.
Finanzielle Aspekte und Geschäftsbericht
Für WWE laufen die Geschäfte derzeit sehr gut. Ticket- und Merchandiseverkäufe, aber auch die TV-Quoten fallen ebenso erfreulich aus. Dazu die Zahlen aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht: 2022 setzte die Firma mit 1,29 Milliarden US-Dollar mehr Geld um als jemals zuvor in einem Jahr (2021: 1,09 Milliarden-US-Dollar). Daraus resultierte ein Rekord-Profit mit 193 Millionen US-Dollar.
| Jahr | Umsatz (Mrd. US-Dollar) | Profit (Mio. US-Dollar) |
|---|---|---|
| 2021 | 1,09 | N/A |
| 2022 | 1,29 | 193 |
Ausblick und mögliche Szenarien
In den kommenden drei Monaten soll die Entscheidung fallenDie Ausgangslage ist ideal für den angestrebten Verkauf des Wrestling-Unternehmens, für den Firmengründer Vince McMahon Anfang des Jahres in den Vorstand zurückgekehrt ist.
Ist NBCUniversal nicht im Rennen? Für WWE laufen die Geschäfte derzeit sehr gut. Erst am vergangenen Samstag kamen über 50.000 Zuschauer zum Royal Rumble in Texas.
Anleger sollten sich ab jetzt von der WWE-Aktie fernhalten, da es hier noch einigen Ärger geben kann, der den Deal kippen könnte. Auch wenn die Entwicklungen rund um das Unternehmen für Fans nicht gerade begrüßenswert sind, so können sich Privatanleger zumindest über die hohe Übernahmeprämie freuen. Vor der Rückkehr von Vince McMahon notierte die Aktie nämlich bei 66,40 €, ca.
