Der Begriff Karat (oder Carat im Englischen) ist eine Maßeinheit, die verwendet wird, um das Gewicht von Edelsteinen, insbesondere von Diamanten, zu bestimmen. Ein Karat entspricht genau 200 Milligramm oder 0,2 Gramm. Diese Einheit hat ihren Ursprung im Kaffeekarobenbaum, dessen Samen in der Vergangenheit als Gewichtsmaß verwendet wurde, da sie eine relativ einheitliche Größe und Gewicht aufweisen.
Die Bedeutung des Karatgewichts
Das Karatgewicht ist ein entscheidendes Kriterium bei der Bewertung von Edelsteinen, da es einen direkten Einfluss auf deren Preis hat. Im Allgemeinen gilt: Je höher das Karatgewicht, desto wertvoller ist der Stein, vorausgesetzt, alle anderen Qualitätsmerkmale sind gleich. Dies liegt daran, dass größere Edelsteine seltener sind und somit eine höhere Nachfrage und Wertschätzung genießen.
Es ist wichtig zu beachten, dass das Karatgewicht allein nicht die gesamte Qualität eines Edelsteins bestimmt. Faktoren wie der Schliff, die Farbe und die Reinheit (bekannt als die „vier Cs“ - Carat, Cut, Color, Clarity) spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Bewertung und dem Preis eines Steins. Zum Beispiel kann ein kleinerer Diamant mit hervorragendem Schliff und hoher Klarheit wertvoller sein als ein größerer Stein mit einem schlechten Schliff oder sichtbaren Einschlüssen.
Karat und Punkte
Zusätzlich wird das Karatgewicht oft in Punkt (pt) unterteilt, wobei 1 Karat 100 Punkte entspricht. Das bedeutet, dass ein Diamant mit einem Gewicht von 0,75 Karat auch als 75 Punkte bezeichnet werden kann. Diese feinere Unterteilung ist besonders nützlich, wenn es um die präzise Bewertung und den Verkauf von Schmuckstücken geht.
Manchmal wird die Karatzahl in "Punkten" ausgedrückt. Dann entspricht 0,01 Karat 1 Punkt. Ein Halbkaräter hat also eine Punktzahl von 50. Dann spricht man auch von einem 50 Punkter oder bei einem Viertelkaräter z.B. von einem 25 Punkter. Diese Punkte-Angabe wird vor allem genutzt, wenn es sich um einen Edelstein-Masse unter 0,2 g handelt.
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Insgesamt ist das Karatmaß eine wichtige Größe im Edelsteingeschäft, die nicht nur das Gewicht eines Steins angibt, sondern auch entscheidend für seine Marktwertbestimmung ist.
Karat im Vergleich: Beispiele
Die Größe eines Diamanten wird anhand seines Gewichts bestimmt. Maßzahl hierfür ist das Karat (aus dem englischen "Carat"). So hat ein Halbkaräter-Diamant (= 0,5 ct.) ein Gewicht von 0,1 g.
- 0,10 ct
- 0,25 ct. (= Viertelkaräter)
- 0,50 ct. (= Halbkaräter)
- 1,00 ct.
Beispiel: ein Diamant mit 0,99 ct. kostet weniger als ein Diamant mit 1,00 ct. Grund: Der Diamant mit 0,99 ct. darf sich nicht "Einkaräter" nennen. Ein Diamant mit 1,01 ct. darf sich "Einkaräter" nennen.
Die 4 Cs: Carat, Cut, Color, Clarity
Den wahren Wert z.B. eines Diamanten misst der Fachmann anhand der 4cs (Englisch: carat, color, clarity und cut). Die Reinheit (clarity) beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschlüsse im Edelstein. Dessen Farbe kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist. Eine Ausnahme sind Steine, welche in allen Regenbogenfarben schimmern. Diese sogenannten "fancy colored diamonds" erhalten ihre Farbgebung aber auch durch den besonderen Schliff (cut). Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins.
Der Schliff (Cut)
Der Schliff eines Diamanten gibt eine Aussage darüber, wie qualitativ gut dieser geschliffen ist. Erfolgt dabei eine Beurteilung der Schliff-Ausführung und der Proportionen des Diamanten. Erst seit dem 20. Jahrhundert stehen die technischen Möglichkeiten für einen besonders exakten Diamantschliff zur Verfügung. Die bekanntesten und meist verkauften Diamanten zeichnen sich durch den klassischen, runden Brillantschliff aus. Wie unterschiedlich die Qualität von Schliffen sein kann, sieht man selbst mit ungeübtem Auge beim Blick in die Schmuckauslage eines beliebigen Juweliers.
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Ein gut geschliffener Brillant kann durch den aufwändigen Brillantschliff besonders viel Licht reflektieren. Je akkurater der Schliff ist, desto ausgeprägter kommt die Brillanz zum Vorschein. Feuer und wirkt lebendig.
Karat-Gewicht und Diamant-Schliff sind gleichermaßen relevant und beeinflussen das Aussehen eines Diamanten auf unterschiedliche Weise. Während das Karat-Gewicht die Größe beeinflusst, wirkt sich der Schliff darauf aus, wie ein Diamant im Licht funkelt.
Die Farbe (Color)
Die klassische Farbe eines Diamanten ist weiss bzw. farblos. Es treten jedoch auch verschiedene Farb-Abstufungen auf. Die Farbe eines Diamanten wird hauptsächlich durch Verunreinigungen in der Kristallstruktur beeinflusst. Im Wesentlichen sind dafür folgende chemische Elemente zu nennen: Stickstoff und Bor. In geringen Mengen können diese zu einem gelben oder gelbbraunen Farbton führen.
Grundsätzlich gilt: Je näher der Diamant an der absoluten Farblosigkeit liegt, desto seltener und wertvoller ist er. Um die exakte Farbe zu bestimmen, gibt es eine internationale gültige Einteilung. Hierbei wird jeder Farbstufe ein Buchstabe zugeordnet um eine Vergleichbarkeit zu erzielen. Bitte beachten Sie: Die Internationale Farbskala beginnt mit dem Buchstaben D. Die Buchstaben A-C sind nicht vergeben. Der Grund für diese Konvention ist nicht genau bekannt. Man kann sich als Gedächtnisstütze auch leicht merken: Die Skala beginnt mit "D" wie Diamant.
Die Farbgrade "D" bis "H" sind nur sehr schwer zu unterscheiden und sehen für einen Laien farblos aus. Die feinen Abstufungen können oft nur mit einer Lupe im direkten Vergleich der Steine auf einem weißen Papier erkannt werden. Erst ab der Stufe "I" kann auch der ungeübte Betrachter eine leichte Tönung feststellen. Farbstufen ab "M" aufwärts haben eine sehr unschöne und auffällige Tönung, die den Wert des Diamanten merklich mindert.
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Neben den oben aufgeführten Diamanten gibt es auch Diamanten mit Farbvarianten. Die sogenannten Fancy-Diamonds können verschiedene Farbtöne aufweisen. Im Besonderen zu nennen ist hier die Farbe schwarz.
Die Reinheit (Clarity)
Diamanten haben sehr kleine natürliche Merkmale, die als Einschlüsse bezeichnet werden. Dies sind Punkte bzw. Unreinheiten innerhalb des Diamanten. Das Spektrum reicht hier von Lupenrein über kleine Einschlüsse bis hin zu deutlichen Einschlüssen. Keine Einschlüsse sind mit blossem Auge sichtbar.
Weitere wichtige Aspekte
- Form des Diamanten: Auch wenn Diamanten das gleiche Karat-Gewicht haben, können verschiedene Diamantformen sie größer oder kleiner erscheinen lassen.
- Die Wirkung eines wertvollen Diamanten ergibt sich aus mehreren Faktoren: dem Karat-Gewicht und seiner augenscheinlichen Größe. Das menschliche Auge tendiert jedoch dazu, diesen zweiten Faktor zu verzerren.
- Diamant-Imitation: Zirkonia ist eine Diamant-Imitation, die zur Schmuckherstellung verwendet wird. Bei guter Verarbeitung ähnelt Zirkonia einem echten Diamanten auf den ersten Blick sehr. Das Material Zirkonia wird künstlich hergestellt und ist wesentlich preiswerter als ein echter Diamant.
Karat bei Gold
Um den Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Legierung anzugeben, verwendet man ebenfalls den Begriff "Karat". Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Der Feingehalt in Karat wird in x/24-Teilen angegeben. Einkarätiges Gold entspricht also einem 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,167%). Eine hundertprozentige Reinheit (24/24) ist quasi ausgeschlossen, da mögliche Verunreinigungen nie ganz zu eliminieren sind.
Statt der Bezeichnung "Karat" kann man die Reinheit von Goldlegierungen auch in 1/1000 Teilen angeben. Auch die Geschichte des Karat-Begriffs für Goldlegierungen geht auf die griechischen und römischen Vorbilder der Johannisbrotbaum-Samen zurück (siehe oben). In Deutschland gab es früher das Karat als kleines Gegengewicht, mit dem man die Feinheitsbestimmung des Goldes vornahm. Dieses Gewicht entsprach dem 24.Teil einer Mark, 1 Karat wiederum teilte sich in 12 Grän als Untereinheiten auf.
Auch heute noch wiegt man Schmuckstücke aus Gold, um ihren Karat-Wert zu ermitteln und damit eine Aussage über deren Feingehalt zu treffen. Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit.
Diese Werte sind nicht nur auf staatliche Festlegungen zurückzuführen, sondern auch auf kulturelle Vorlieben. So schätzt man auf dem amerikanischen Kontinent besonders Legierungen mit einem 585% Goldanteil, im Nahen Osten erfreuen sich Schmuckstücke ab Feingehalten von 20 bis 22kt großer Beliebtheit. Im Südasiatischen Kulturkreis legt man auf sehr hochprozentige Goldanteile wert und so begegnet man z.B. häufig thailändischem oder chinesischem Schmuck aus Feingold. In Deutschland gibt es für jeden Geschmack die passende Legierung.
Überblick: Karat bei Gold
| Karat | Feingehalt | Bezeichnung |
|---|---|---|
| 24 K | 99,9 % | Reines Gold (Feingold) |
| 22 K | 91,6 % | Sehr hoher Goldanteil |
| 18 K | 75,0 % | Hochwertiges Schmuckgold |
| 14 K | 58,5 % | Robustes Standardgold |
| 9 K | 37,5 % | Günstiger Schmuck |
