Karate Tiger 3, im Original einfach Kickboxer genannt, nimmt in Deutschland eine Sonderstellung ein. Dies liegt vor allem am Label Ascot bzw. dessen Gründer Erwin C. Dietrich. Er erhielt früh eine Fassung mit Handlungsszenen, die in der später im Rest der Welt vermarkteten Version nicht enthalten waren. Dietrich wollte das Risiko vermeiden, dass der Film aufgrund seiner Kampfszenen auf den Index wandert, und strebte das FSK 16-Siegel an. Deswegen war Karate Tiger 3 in Deutschland über viele Jahre hinweg eine bittersüße Angelegenheit.
Der Film konnte relativ einen großen Kultstatus erreichen und fand vier Fortsetzungen. Daneben gibt es auch ein Kickboxer-Trinkspiel, bei dem getrunken wird, wenn Jean Claude van Damme in gewissen Szenen zu sehen ist. Ein limitiertes Soundtrackalbum wurde als CD veröffentlicht. Der Musikscore stammt von Paul Hertzog.
Handlung
Eric Sloane ist in Amerika der ungeschlagene Weltmeister des Kickboxens und reist mit seinem Bruder Kurt Sloane nach Thailand, um den Meister Tong Po herauszufordern. Der Kampf wird zur Katastrophe: Eric verliert und bleibt querschnittsgelähmt. Kurt sucht einen Kampflehrer, der ihm Muay Thai beibringen soll. Durch das harte Training lernt er Mylee kennen und lieben. Kurt wird immer besser und gewinnt einen Kampf gegen einen Kämpfer von Tong Pos Organisation. Er fordert Tong Po heraus.
Einige Zeit später erhält Kurt eine Kriegserklärung von Tong Po, der ihn zu einem klassischen Muay Thai-Kampf herausfordert. Kurz vor dem Kampf wird Mylee von Tong Po vergewaltigt und Eric entführt. Die Verbrecherorganisation fordert, dass er den Kampf verlieren muss. Xian und Winston befreien Eric. Währenddessen wurde Kurt im Kampf schwer verletzt und droht zu verlieren. Allerdings macht Tong Po einen Fehler und erzählt von der Vergewaltigung.
Ein Amerikaner, dessen Bruder von einem thailändischen Kickboxer brutal zum Krüppel geschlagen wurde, läßt sich in monatelanger Tortur selbst in der Kampfsportart schulen, übersteht alle schmutzigen Intrigen der Gegenpartei und übt im Ring furchtbare Vergeltung.
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Produktion
Der Film wurde mit einem Produktionsbudget von 1,5 Mio. US-Dollar produziert und am 8. September 1989 veröffentlicht. Gedreht wurde der Film in Thailand wobei Teile des Films im Geschichtspark Ayutthaya entstanden sind. Die meisten Darsteller sind Hongkong-Chinesen und keine Thailänder. Daneben wird der Unterschied zwischen Muay Thai und Kickboxen überhaupt nicht thematisiert.
Finanzieller Erfolg
Der Film spielte in den USA 14,7 Mio. US-Dollar ein. Weltweit konnte der Film Einnahmen von 39,3 Mio. US-Dollar verzeichnen. Insgesamt erreichte der Film in Deutschland 490.912 Kinobesucher.
Kritik
Ein mit Folklore, Vietnam-Bewältigung und mythischem Firlefanz verbrämter Actionfilm von rassistischer, fast faschistoider Grundtendenz, die den muskelbepackten Helden zum Übermenschen stilisiert.
Splendid Film veröffentlichte später die US-R-Rated-Version, die zwar intakte Gewaltszenen aufwies, aber nicht die Handlungsszenen enthielt. Sie wurde ab 18 Jahren freigegeben. Bislang hat man es leider noch nicht geschafft, die ultimative Langfassung zu kreieren.
Im Grunde kennt man den Verlauf aus den spätere „Rocky“-Filmen: Held bekommt Grund gegen Bösen zu kämpfen, Held trainiert (meist mit ungewöhnlichen Trainingsmitteln oder mit einem Trainer, dessen Vertrauen und Respekt er sich erarbeiten muss), Held kämpft gegen Schurken, Schurke scheint besser zu sein, Held beginnt an sich zu glauben und macht den Schurken fertig.
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Es ist ein so doofer wie aber auch charmanter Dumm-Film, der eben gerade wegen seiner Verfehlungen einen durchaus akzeptablen Unterhaltungswert auf seiner Habenseite verbuchen kann.
Besetzung
- Jean-Claude Van Damme
- Dennis Alexio
- Dennis Chan
- Michel Qissi
- Rochelle Ashana
Einspielergebnisse
| Land | Einspielergebnis |
|---|---|
| USA | 14,7 Mio. US-Dollar |
| Weltweit | 39,3 Mio. US-Dollar |
| Deutschland (Kinobesucher) | 490.912 |
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