Judo wurde ursprünglich in Japan entwickelt und fand seinen Weg erst später nach Europa, daher werden die Judo Begriffe bis heute japanisch gesprochen.
Auch die Judo Zeichen auf den Gürteln der Judoka oder am Eingang des Dojos sind japanisch und wurden im Lauf der Zeit zwar übersetzt, werden aber aus Tradition weiterhin in ihrer originalen Sprache geschrieben.
In dieser Kategorie sind die wichtigsten allgemeinen Begriffe zusammengefasst, die Euch im Judo Trainingsalltag begegnen werden.
Allgemeine Judo Begriffe
Hier eine Übersicht einiger wichtiger Begriffe:
- Hajime: Beginnen
- Mate: Aufhören/lösen! (Kampfrichterbefehl)
- Sono-mama: Nicht bewegen! (Kampfrichterbefehl)
- Yoshi: Weiterkämpfen!
Ihr müsst weder für das Judotraining, noch für die Ausübung von Judo die japanische Sprache oder Schrift beherrschen.
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Falls Ihr dennoch mehr über die Sprache und das Schriftsystem erfahren möchtet, findet ihr hier eine Reihe von weiterführenden Informationen.
Warum gibt es manchmal mehrere Übersetzungen?
Da eine wortwörtliche Übersetzung japanischer Redewendungen und Schriftzeichen ins Deutsche sehr schwierig ist, können für manche davon verschiedene Übersetzungen existieren.
Welche Begriffe müsst Ihr nun lernen?
Das ist nun die alles Entscheidende Frage und die Antwort lautet: mit fortschreitender Ausbildung wird sich Euer Wortschatz an japanischen Begriffen automatisch verbessern.
Es hilft Euch, wenn Ihr die Judo Begriffe aus der Allgemeinen Kategorie schon ein wenig beherrscht, bevor Ihr die Halle das erste Mal betretet, aber kein Trainer wird Euch aus dem Dojo werfen, wenn Ihr einen davon nicht wisst.
Generell gilt: Der Wortschatz des Judoka wächst mit seinen körperlichen Fähigkeiten.
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Lernt also die Grundlagen und der Rest kommt mit der Zeit.
Wenn Ihr beispielsweise für einen Wettkampf bereit seid, dann wird Euch Euer Trainer nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv auf diesen vorbereiten.
Die Wertungen beim Judo - erklärt für Anfänger
Beim Judo gibt es keine Tore und keine Punkte, sondern Wertungen.
Bei jeder Aktion, die ein Kämpfer ausführt, beurteilt der Kampfrichter, wie gut sie war.
Erfüllt sie bestimmte Kriterien, erhält der Judoka eine entsprechende Wertung.
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Zur Bewertung hat der Kampfrichter drei Kategorien zur Auswahl:
- Yuko
- Waza-Ari
- Ippon
Yuko ist die kleinste Wertung, Waza-Ari ist höher und Ippon ist die höchste Wertung.
Wertungen können mehrmals vergeben werden (außer für Ippon).
Die Anzahl der Wertungen in jeder Kategorie werden auf der Kampfrichtertafel angezeigt (wiederum außer für Ippon): Auf der linken Seite für den Judoka ohne roten (bzw.
Wann bekommt man welche Wertung?
Beim Kampf im Stand gilt: Je mehr der Gegner auf den Rücken geworfen wird, und je schwung- und kraftvoller die Wurfausführung ist, desto höher die Wertung.
Landet der Gegner dagegen auf dem Bauch, gibt es keine Wertung.
Im Bodenkampf gilt: je länger man es schafft, den Gegner in einem Haltegriff festzuhalten, desto höher die Wertung.
Ein Haltegriff zählt aber nur dann, wenn der Partner mit mindestens einer Schulter auf dem Boden liegt.
Bei höheren Altersstufen kommen Hebel und Würgegriffe dazu.
Bei wirkungsvoll angesetzten Hebeln oder Würgegriffen signalisiert der Unterlegene durch Abklopfen seine Aufgabe.
Wer gewinnt bei einem Judo-Wettkampf?
Wer die höchste Wertung Ippon erhält, ist sofort Sieger (es ist egal, was für Wertungen der Gegner erzielt hat) und der Kampf ist zu Ende.
Diese Wertung kann also nur einmal pro Kampf vergeben werden und deshalb braucht sie auch nicht auf der Tafel angezeigt werden.
Zweimal Waza-Ari ist soviel wert wie Ippon, auch dann ist man sofort Sieger.
Wenn mit diesen Wertungen der Kampf nicht vorzeitig beendet wurde, sondern die Kampfzeit regulär abgelaufen ist, gewinnt derjenige Judoka, der die höhere Wertung von beiden erzielt hat.
Dabei gilt: Ein Waza-Ari ist mehr wert als alle Yukos des Gegners.
Es entscheidet also immer die Anzahl der höchsten Wertung, die vergeben wurde.
Ist diese bei beiden Kämpfern gleich, entscheidet die Anzahl der nächst niedrigeren Wertung, usw.
Wenn beide Kämpfer überhaupt keine Wertung erzielt haben oder die Wertungen bei beiden absolut identisch sind, dann wird der Wettkampf durch „Golden Score“ entschieden, d. h. alle bisherigen Wertungen werden zurückgenommen und derjenige Kämpfer gewinnt, der in der Verlängerungszeit die erste Wertung erhält.
Haben beide Kämpfer auch im „Golden Score“ keine Wertung erzielt, kommt es zu einem Kampfrichterentscheid.
Der oder die Kampfrichter müssen einen Kämpfer zum Sieger erklären.
Für die Entscheidung wird geprüft: Welcher Kämpfer war aktiver.
Weitere Judo-Informationen
Zweikampfsportart, bei der die Kämpfer (Judoka) durch Anwendung von Wurftechniken (Nage-Waza) und Bodentechniken (Katame-Waza) im Rahmen der Wettkampfregeln um den Sieg streiten.
Die Vielzahl der möglichen Techniken und individuellen Varianten der Ausführung bewirkt eine große Vielfalt und Komplexität der Handlungen und Verhaltensweisen im Judowettkampf.
Der gesamte Körper des Gegners kann angegriffen werden.
Für wirksame, d. h. erfolgreiche Anwendung von Wurftechniken und Bodentechniken wird durch die Kampfrichter die Wettkampfbewertung vorgenommen.
Die Höhe und Anzahl der jeweils erreichten Wertungen ist ausschlaggebend für das Urteil.
Die Entstehung des Judo wird allgemein auf das Jahr 1882 datiert.
In dieser Zeit entwickelte der Japaner Jigoro Kano aus verschiedenen Selbstverteidigungssystemen (Jiu-Jitsu) ein System von Techniken und Regeln nach dem Grundsatz „Siegen durch Nachgeben“.
Wettkämpfe auf internationaler Ebene sind regelmäßig Weltmeisterschaften (alle zwei Jahre), kontinentale Meisterschaften (jährlich) sowie eine Vielzahl internationaler Turniere, Cupwettkämpfe, Länderkämpfe usw.
Die Wettkämpfe werden bei Männern und Frauen in 7 Gewichtsklassen ausgetragen.
Im Rahmen einer Graduierung (GokyoNo-Kaisetsu) kann durch Nachweis des Beherrschens eines bestimmten Repertoires von Techniken und judospezifischen Bewegungen die Berechtigung zum Tragen farbiger Gürtel als Maßstab der technischen Leistungsfähigkeit erworben werden.
Noch höhere Anforderungen werden bei Prüfungen für Meistergrade (Dan) gestellt, z.B. bei der Demonstration verschiedener Kata.
Die Judogürtel und ihre Bedeutung
Der Judogürtel charakterisiert durch seine Farbe den Grad des Trägers.
Er ist in seiner Länge so bemessen, daß er den Körper des Kämpfers zweimal umschlingt und nach dem Knoten noch etwa 15 cm lang sein soll.
Farben der Schülergrade (Kyu):
- (lk) braun
- (Ni) blau
- (San) grün
- (Schi) orange
- (Go) gelb
- (Roku) weiß
Farben der Meistergrade (Dan):
- bis 5. (Scho oder Tschi, Ni, San, Schi, Go) schwarz
- bis 9. (Roku, Sitschi, Hatschi, Ku) rotweiß
- (Ju) rosarot oder schwarz
Sportstätte
Die Kampffläche in einer Halle ist mit Matten aus Reisstroh (Tatami) ausgestattet.
Fläche: maximal 10 x 10m.
