Die Bedeutung mexikanischer Wrestling-Masken in der Lucha Libre

Lucha Libre, was übersetzt "freier Kampf" bedeutet, ist in Mexiko mehr als nur ein Sport - es ist ein kulturelles Phänomen. Seit Jahrzehnten gehört Lucha Libre zu den beliebtesten Vergnügungen und zieht tausende von Männern, Frauen und Kindern in die Arenen.

Die Stimmung ist blendend in der Arena Mexico, der riesigen Halle mitten im Zentrum von Mexiko-Stadt, von Fans auch die Kathedrale der Lucha Libre genannt. Hier riecht es nach Bier, Popcorn und Schweiß, während das Publikum die maskierten Catcher anfeuert, mit den Händen fuchtelt, bangt, jubelt und flucht.

Die Ursprünge der Lucha Libre

Die Lucha Libre entstand in den 1920er Jahren in den Einwanderervierteln von Mexiko-Stadt, in der nachrevolutionären Ära der Urbanisierung und Industrialisierung.

Die Maske als zentrales Element

Die Lucha Libre Masken werden im mexikanischen Wrestling seit Mitte der 30er Jahre benutzt. Der mexikanische Geschäftsmann Salvador Lutteroth griff auf der Suche nach Vermarktungsideen für das Showkonzept Wrestling in seiner Heimat auf die in den USA und anderswo bereits etablierte Idee zurück, die Gesichter mancher Kämpfer hinter bunten Masken zu verbergen.

Der Lucha Libre Pionier Lutteroth ging sogar einen Schritt weiter und maskierte fast alle seine Wrestler, entwarf ihnen fiktive Schurken- und Superheldenidentitäten und erweiterte das Geschehen im Ring um die theatralische Nuance Gut gegen Böse.

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Die Maske ist heilig: Während im US-Wrestling die Identität der KämpferInnen meist bekannt ist, bleiben Luchadores oft jahrelang oder für immer anonym. Ihre Maske ist ihr Alter-Ego, ihr Markenzeichen.

Die Masken sind aus Stoff und dienen daher nicht unbedingt als Schutz vor Verletzungen, sondern eher als Schutz der Persönlichkeit. Jede Maske sieht anders aus, sodass man die Kämpfer:innen an ihren Masken im Ring wiedererkennt.

Unsere Lucha Libre Masken kommen aus einer traditionsreichen Manufaktur in Mexico City, wo sie mit dem Erfahrungsschatz dreier Generationen in Handarbeit hergestellt werden. Die hier angebotene mexikanische Wrestling Maske ist in einer Einheitsgröße gefertigt, die fast jedem passt.

El Santo: Eine Legende hinter der Maske

Dies war die Geburtsstunde der Lucha Libre Maske und die maskierte mexikanische Version des beim Nachbarn im Norden bereits sehr populären Wrestlingsports sollte schon sehr bald ihren ersten Superstar hervorbringen: El Santo, den Heiligen.

Um ihn durch Geheimhaltung seiner Identität noch mysteriöser erscheinen zu lassen wurde beschlossen, daß Rodolfo Guzman Huerta alias El Santo sich fortan auch außerhalb des Rings nur noch in seiner Lucha Libre Maske zeigen sollte.

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Dies wird von vielen Luchadores auch heute noch so gehandhabt - während aber fast jeder mexikanische Lucha Libre Wrestler irgendwann im Laufe seiner Karriere einmal demaskiert wird, hat El Santo das Gesicht unter seiner mexikanischen Wrestling Maske tatsächlich nie als Resultat eines verloren gegangenen Ringkampfs preisgeben müssen.

Nachdem er in den 60er Jahren neben seinem Superstar-Dasein im Lucha Libre Ring obendrein auch noch zum nicht minder erfolgreichen Kinohelden wurde und auf unzähligen äußerst trashigen Zelluloidrollen alle erdenklichen Unglücke vom mexikanischen Volk abwandte, ließ er sich sogar im anschließenden Ruhestand ausschließlich mit seiner silbernen Lucha Libre Maske in der Öffentlichkeit sehen.

Kurz vor seinem Tode schockierte Rodolfo Guzman Huerta dann 1984 seine treuen Fans, indem er sich völlig überraschend und ohne jegliche Vorwarnung in einer Fernsehshow selbst demaskierte.

Seit den goldenen Zeiten El Santos hat sich die Farb- und Formenvielfalt mexikanischer Lucha Libre Masken ins schier Unermessliche gesteigert.

Técnicos gegen Rudos: Der ewige Kampf

Im Ring stehen sich bei Lucha Libre immer zwei Seiten gegenüber: die Guten (Técnicos) gegen die Bösen (Rudos). Die Técnicos sind die Helden, die fair kämpfen, sportlich bleiben und sich an die Regeln halten.

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Seit fast einem Jahrhundert wetteifern rudos und técnicos in Mexikos Kampfarenen um die Gunst der Zuschauer. In Apatlaco sind die rudos beliebter; sie werden auch diesmal gewinnen.

Die Zuschauer schreien ihre Wut auf Ungerechtigkeiten des Alltags heraus, zum Beispiel wenn amerikanische Catcher wie Sam Adonis von einem einheimischen Helden vermöbelt werden. Dann zeigt man es - zumindest im Ring - endlich einmal dem übermächtigen Nachbarn im Norden, der so oft auf Mexiko herabschaut.

Luchas de Apuestas: Wenn es um die Maske geht

Was ist mit denen, die ohne Maske kämpfen? Dann wird es richtig ernst und emotional. Denn das passiert nicht einfach so, sondern nur in ganz bestimmten Kämpfen: den sogenannten Luchas de Apuestas.

Bei den Luchas de Apuestas setzen die KämpferInnen bewusst ihre Maske (oder ihr Haar) aufs Spiel. Für viele ist das ein Wendepunkt in der Karriere. Manche hören danach auf, andere kämpfen unmaskiert weiter. Aber dieser Moment, wenn die Maske fällt, ist immer ein großes Ding.

Möchte ein Luchador den anderen wirklich erniedrigen, so wird dieser versuchen, den Anderen zu demaskieren. Für viele Luchadoren bedeutet eine Demaskierung meist auch das Karriereende, wobei dieser Schritt bei den meisten Kämpfern vorab so geplant wird.

Lucha Libre heute: Mehr als nur Wrestling

Lucha Libre findet längst nicht mehr nur im Ring statt. Sie ist fester Bestandteil der mexikanischen Popkultur - von Filmen, Dokus, Serien bis hin zu Kunst oder Mode. Einige Museen widmen sich der Geschichte und Ikonografie der Masken und Kämpfer.

Heute wird die Lucha Libre von der Mittelschicht und von Intellektuellen neu entdeckt. Es gibt dazu Uni-Seminare, Semesterarbeiten analysieren ihn dutzendweise, auf marxistisch, auf situationistisch oder, erstaunlicherweise, als Thema von Queer Studies. Im Bekenntnis zum Kitsch und im Spiel mit den Masken sehen viele die Matrix zur Konstruktion multipler Identitäten.

Neben den rudos und técnicos hat sich inzwischen nämlich eine dritte Kategorie von Kämpfern herausgebildet, die exóticos: Sie überschreiten die Geschlechtergrenzen, sie schminken sich, oder sie treten als Frauen auf.

Ein unvergessliches Erlebnis

Ein Abend beim Lucha Libre ist alles, nur nicht ruhig! Es wird laut, bunt, schrill und wild. Eine typische Show dauert etwa zwei bis drei Stunden und besteht meist aus drei bis sechs Kämpfen. Dabei steigert sich die Spannung von Match zu Match, bis zum großen Finale.

Das Publikum ist voll dabei. Viele tragen Masken ihrer Lieblingsluchadores und alle kommentieren lautstark jeden Move. Es wird geflucht, gejubelt, beleidigt und gelacht.

Wenn Sie Lucha Libre live erleben wollen, können Sie dies wöchentlich mehrfach tun. Die Arena México ist die größte Arena des Landes, mitten in Mexiko City. Hier finden mehrere Shows pro Woche statt: dienstags, freitags und sonntags.

Also: Wenn Sie in Mexiko sind und einen Abend voller Action und Emotionen suchen, kaufen Sie sich ein Ticket, (optional) setzen Sie sich eine Maske auf und genießen Sie die Show. Es lohnt sich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lucha Libre mit ihren farbenfrohen Masken, den spannenden Kämpfen zwischen Gut und Böse und ihrer tiefen kulturellen Bedeutung ein unvergessliches Erlebnis ist, das man sich bei einem Besuch in Mexiko nicht entgehen lassen sollte.

Preisübersicht für Tickets in der Arena México

Bereich Preis (ungefähre Angaben)
VIP-Bereich (nah am Ring) 300-600 Pesos (ca. 15-30 €)
Mittlere Ränge 150-300 Pesos (10-15 €)
Oberränge/Seitlich Ab 50 Pesos (ca. 2,50 €)