Judo Wertungen und Punktesystem

Judo ist seit den Sommerspielen 1964 in Tokio olympisch, allerdings fehlte die Kampfsportart 1968 in Mexiko, ist aber seit 1972 ununterbrochen dabei. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten gibt es im Judo keine Punkte oder Tore.

Die Wertungen beim Judo

Beim Judo gibt es Wertungen. Bei jeder Aktion, die ein Kämpfer ausführt, beurteilt der Kampfrichter, wie gut sie war. Erfüllt sie bestimmte Kriterien, erhält der Judoka eine entsprechende Wertung.

Zur Bewertung hat der Kampfrichter drei Kategorien zur Auswahl:

  • Yuko
  • Waza-Ari
  • Ippon

Yuko ist die kleinste Wertung, Waza-Ari ist höher und Ippon ist die höchste Wertung. Wertungen können mehrmals vergeben werden (außer für Ippon). Die Anzahl der Wertungen in jeder Kategorie werden auf der Kampfrichtertafel angezeigt (wiederum außer für Ippon): Auf der linken Seite für den Judoka ohne roten (bzw.

Die Kampfrichtertafel teilt sich in zwei Hauptbereiche: den weißen und den roten. Auf ihr werden alle vergebenen Wertungen und Strafen der Kämpfer festgehalten.

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Ippon

Einen Ippon erhält man, wenn der Gegner mit Kontrolle, Kraft und Schnelligkeit auf den Rücken geworfen wird. Erhält ein Kämpfer die Wertung "Ippon" so wird er unmittelbar zum Sieger des Kampfes und der Kampf ist beendet. ("Ippon" kann mit einem K.O.

Die höchste Wertung einer Technik wird durch den Kampfrich­ter-Ausruf „Ippon“ signalisiert. Dies beendet den Kampf vorzei­tig.

Waza-ari

Ein Waza-ari ist eine Wurftechnik, welche einer der drei Kriterien für einen Ippon nur zum Teil erfüllt, beispielsweise wenn der Rücken des Gegners die Matte nur teilweise berührt. Auch für Bodentechniken gibt es Wertungen: Hält man den Gegner 15 Sekunden mit dem Rücken am Boden, gibt es einen Waza-ari.

Bei einer nicht ganz perfekten, aber dennoch erfolgreichen Technik gibt es ein „Waza-ari“.

Weitere Wertungen und Regeln

Im Boden kann der Kampf ebenfalls entschieden werden. Den vollen Punkt, das Ippon, erhält der Sieger, wenn der Gegner z.B. aufgrund einer erfolgreichen Hebel- oder Würgetechnik (zuläs­sig bei älteren Kindern und Erwachsenen) aufgibt. Die Aufgabe zeigt der Unterle­gene dem Gegner und dem Kampfrichter durch festes zwei­ma­liges Abklopfen mit den Händen oder Bei­nen an.

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Eine Waza-ari-Wertung gibt es für einen Haltegriff (Osae-komi), der mindestens zehn aber weniger als 20 Sekun­den gehalten wird. In der 20. Sekunde des ungelösten Halte­griffs ertönt das Kom­mando Ippon, welches den Kampf wiede­rum beendet.

Wie gewinnt man einen Judo-Wettkampf?

Der Gewinner ein Kampfes wird durch die Wertungen ermittelt. Erhält ein Kämpfer einen "Ippon" ist er der Sieger und der Kampf ist sofort beendet. Haben beide Kämpfer die gleiche Wertung, diese aber unterschiedliche oft, so gewinnt der Kämpfer, der die höhere Anzahl der Wertung erreicht hat.

Wer die höchste Wertung Ippon erhält, ist sofort Sieger (es ist egal, was für Wertungen der Gegner erzielt hat) und der Kampf ist zu Ende. Diese Wertung kann also nur einmal pro Kampf vergeben werden, und deshalb braucht sie auch nicht auf der Tafel angezeigt werden!

Zweimal Waza-ari ist soviel Wert wie Ippon, auch dann ist man sofort Sieger.

Wenn mit diesen Wertungen der Kampf nicht vorzeitig beendet wurde, sondern die Kampfzeit regulär abgelaufen ist, gewinnt derjenige Judoka, welcher die höhere Wertung von beiden erzielt hat.

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Es entscheidet immer die Anzahl der höchsten Wertung, die vergeben wurde. Ist diese bei beiden Kämpfern gleich, entscheidet die Anzahl der nächst niedrigeren Wertung, usw.

Golden Score

Steht es Unentschieden, gibt es den Golden Score: Der Kämpfer mit der nächsten Wertung siegt.

Haben beide Kämpfer überhaupt keine Wertung erzielt, oder die Wertungen sind bei beiden absolut identisch, kommt es zunächst zu einer Fortsetzung des Kampfes. Es werden alle Wertungen von der Tafel glöscht und die Stoppuhr zurückgestellt. Es gewinnt dann der Kämpfer, der als erstes eine Wertung erhält.

Diese Regelung heißt Golden Score. Wenn es nach dem Ablauf einer zweiten kompletten Kampfzeit immer noch unentschieden steht, dann kommt es zu einem Kampfrichterentscheid.

Im Fall gleicher Wertungen wird der Kampf somit auch dann fortgesetzt, wenn z.B. Golden Score: In dieser Verlängerung gibt es keine zeitliche Obergrenze.

Kampfrichterentscheid

Bei identischem Wertungsstand muss der Kampfrichter ein subjektive Entscheidung treffen. Es gibt kein Unentschieden! In diesem Fall macht der Kampfrichter seine Entscheidung an dem Einsatz der einzelnen Kämpfer fest und erklärt den aktiveren Kämpfer zum Sieger.

Der oder die Kampfrichter müssen einen Kämpfer zum Sieger erklären. Welcher Kämpfer war aktiver, d.h. wer hat mehr versucht, anzugreifen? Ist es einem Kämpfer fast gelungen, den anderen zu werfen? Hat ein Kämpfer den anderen unter 10 Sekunden im Haltegriff gehalten?

Für die Entscheidung wird geprüft: Welcher Kämpfer war aktiver, d. h.

Wenn beide Kämpfer überhaupt keine Wertung erzielt haben oder die Wertungen bei beiden absolut identisch sind, dann wird der Wettkampf durch „Golden Score“ entschieden, d. h. alle bisherigen Wertungen werden zurückgenommen und derjenige Kämpfer gewinnt, der in der Verlängerungszeit die erste Wertung erhält. Haben beide Kämpfer auch im „Golden Score“ keine Wertung erzielt, kommt es zu einem Kampfrichterentscheid.

Weitere Regeln

  • Reguläre Kampfzeit: Wird der Kampf nicht vorzeitig durch Ippon oder Hansoku-make entschieden, so gewinnt am Ende der regulären Wettkampfzeit der Kämpfer, der bereits ein Waza-ari erzielt hat.
  • Die Wettkampfregeln werden durch den Internationalen Judo-Verband (IJF) festgelegt und vom Deutschen Judo-Bund (DJB) übernommen.
  • Sie werden des Öfteren angepasst.

Die Kampffläche ist farblich eindeutig gekennzeichnet (bei uns durch rote Matten). Der darum gelegte Mattenbereich (bei uns in grüner Farbe) darf - mit wenigen Ausnahmen - nicht betre­ten werden. Ein Hinaustreten wird mit der Strafe „Shido“ ge­ahndet.

Strafen werden auch für andere Unregelmäßigkeiten (z.B. wegen Inaktivität, unzulässiger Grifftechnik oder Beingreifen im Standkampf) erteilt. Die Disqualifikation heißt im Judo „Hansoku-make“.

Drei Shidos führen zu einem Hansoku-make, also wiederum zur vorzeitigen Beendigung des Kampfes. Eine Ausnahme von dieser Regel begründen Shidos für das Greifen ans Bein während des Standkampfes.

Bei Wurfansätzen oder Bodentechniken, die innerhalb der Kampffläche begonnen haben, geht der Kampfverlauf auch auf der Sicherheitsfläche weiter bis die Kampfaktion abgeschlossen ist.

Kommandos

  • ha-jime kämpft!
  • mate stopp!

Wertungen im Stand- und Bodenkampf

Beim Kampf im Stand gilt: Je mehr der Gegner auf den Rücken geworfen wird, und je schwung- und kraftvoller die Wurfausführung ist, desto höher die Wertung. Landet der Gegner dagegen auf dem Bauch gibt es keine Wertung!

Im Bodenkampf gilt: je länger man es schafft, den Gegner in einem Haltegriff fest-zuhalten, desto höher die Wertung. Ein Haltegriff zählt aber nur dann, wenn der Partner auf dem Rücken liegt!

Bei höheren Altersstufen kommen Hebel und Würgegriffe dazu. Bei wirkungsvoll angesetzten Hebeln oder Würgegriffen signalisiert der Unterlegene durch Abklopfen auf der Matte seine Aufgabe. oder der Gegner die dritte kleine Strafe erhält.