Der Film "Kickboxer", welcher in Deutschland zum 3. Teil der Karate Tiger-Reihe ernannt wurde, stellt ein Kuriosum dar.
Einst gehörte „Kickboxer“ zum Kanon der früher bekannten wie beliebten „Karate Tiger“-Reihe - zumindest in Deutschland.
Das ergab früher in so manchem Kinderzimmer, in dem die Filme heimlich geschaut und mit kindlicher Naivität besprochen wurde, hitzige Diskussion, schließlich spielte Jean-Claude Van Damme im ersten Teil der Reihe ja den fiesen Bösewicht, der mit einer legendären Spagat-Szene auf sich aufmerksam machte und sich damit die Reputation eines großen Kampfsportstars aufbaute, also jenen Ruf, den heute Stars des Genres wie Iko Uwais, Tony Jaa oder Scott Adkins genießen.
Der Film wurde mit einem Produktionsbudget von 1,5 Mio. US-Dollar produziert und am 8. September 1989 veröffentlicht.
Weltweit konnte der Film Einnahmen von 39,3 Mio. US-Dollar verzeichnen.
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Insgesamt erreichte der Film in Deutschland 490.912 Kinobesucher.
Gedreht wurde der Film in Thailand wobei Teile des Films im Geschichtspark Ayutthaya entstanden sind.
Die meisten Darsteller sind Hongkong-Chinesen und keine Thailänder.
Daneben wird der Unterschied zwischen Muay Thai und Kickboxen überhaupt nicht thematisiert.
Der Film konnte relativ einen großen Kultstatus erreichen und fand vier Fortsetzungen.
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Handlung
Der neue Kickbox-Weltmeister Eric Sloane reist nach einem Sieg in den USA nach Thailand, um sich in Bangkok einer neuen Herausforderung zu stellen.
Doch dem Meister Tong Po ist er letztendlich nicht gewachsen - nach einem brutalen und unfairen Kampf endet er im Rollstuhl.
Erics Bruder Kurt ist fest entschlossen Rache zu nehmen und läßt sich in langwieriger Tortur von Xian in der exotischen Art zu kämpfen, unterweisen.
Zwischen Kurt und der Nichte des Lehrers entwickelt sich eine Liebesgeschichte.
Der neue Kickbox-Weltmeister Eric reist nach seinem Sieg in den USA nach Thailand, um es dort mit den Besten seines Fachs aufzunehmen.
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Doch Meister Thom Pho ist er nicht gewachsen - nach dem Kampf endet er im Rollstuhl.
Erics Bruder Kurt schwört Rache und geht bei dem exzentrischen alten Kämpfer Xian Chow in die Lehre.
Durch mentales Training lernt er, auch die schlimmsten Schmerzen zu ertragen.
Ein Amerikaner, dessen Bruder von einem thailändischen Kickboxer brutal zum Krüppel geschlagen wurde, läßt sich in monatelanger Tortur selbst in der Kampfsportart schulen, übersteht alle schmutzigen Intrigen der Gegenpartei und übt im Ring furchtbare Vergeltung.
Die Bande um den Kämpfer Tong Po läßt nichts unversucht den Amerikaner einzuschüchtern.
Sie lassen sogar Eric entführen um sicher zu gehen, daß Kurt den Kampf verliert und der Wetteinsatz von 1 Million Dollar Früchte trägt.
Xian und Kurts Freund Winston allerdings befreien Eric und Kurt nimmt fürchterliche Rache an Tong Po.
Aus diesem Grund reist er zusammen mit seinem Bruder Kurt Sloane nach Thailand um dort den hiesigen Meister Tong Po herauszufordern.
Der Kampf stellt sich als Katastrophe heraus, da Eric Sloane deutlich den Kampf verliert und querschnittsgelähmt bleiben wird.
Winston Taylor bringt ihn schließlich ins Krankenhaus und Kurt sucht nach Kampflehrer der ihm die Kampftechnik Muay Thai beibringen soll.
Der Unterricht ist für Kurt ziemlich hart und bringt ihn an seine Grenzen.
Allerdings lernt er hierdurch auch Mylee die Nichte seines Meisters besser kennen und lieben.
Schließlich wird Kurt immer besser und beginnt damit selbstständig zu trainieren.
Schließlich tritt Kurt gegen einen guten Kickboxkämpfer von der Verbrecherorganisation zu der auch Tong Po gehört an und gewinnt den Kampf.
Eric besucht schließlich seinen Bruder und Kurt erklärt ihm, dass er gegen Tong Po kämpfen möchte.
Einige Zeit später erhält Kurt eine Kriegserklärung von Tong Po, der ihm zu einem klassischen Muay Thai-Kampf herausfordert, bei sich die Kämpfer Hanfseile um die Hände binden und diese Hartz und Glasscheiben bestücken.
Kurz vor dem Kampf wird Mylee von Tong Po vergewaltigt und Eric entführt.
Die Verbrecherorganisation informiert Kurt von der Entführung und fordert das er den Kampf verlieren muss.
Xian und Winston machen sich auf um Eric zu befreien und können ihn retten.
Währenddessen wurde Kurt im Kampf schwer verletzt und droht zu verlieren.
Allerdings macht Tong Po einen Fehler und erzählt von der Vergewaltigung.
Kritik
Ein mit Folklore, Vietnam-Bewältung und mythischem Firlefanz verbrämter Actionfilm von rassistischer, fast faschistoider Grundtendenz, die den muskelbepackten Helden zum Übermenschen stilisiert.
Wie der Ascot-Gründer Erwin C. Dietrich gegenüber der Wrestling-Seite BSWW.de erklärte bekam er den Film damals sehr früh vom Produzenten angeboten, vor vielen anderen Käufern und schlug sofort zu.
Dabei bekam er eine frühe Schnittfassung des Films mit zusätzlichen Handlungsszenen, die später in allen anderen Ländern fehlen sollten.
Erwin C. Dietrich: "Ich bekam "Kickboxer" sehr früh von der "Movie Group"angeboten. Der Preis war in Ordnung und so war man sich schnell einig. Wie bereits erwähnt, habe ich "Kickboxer" ohne Ihn vorher zu sehen, eingekauft. Erhalten habe ich dann die Fassung, mit den uns bekannten "erweiterten" Einstellungen und Szenen. Zu diesem Zeitpunkt war der Film auch in Sachen Gewalt komplett. [...] Tatsache ist, das ich "Kickboxer" aufgrund der beiden populären "Karate Tiger"-Vorgänger für viele Kinogänger zugänglich machen wollte (Anm. d. Red.: Den Titel "Karate Tiger" erfand Dietrich selbst). Ausserdem waren die FSK-Auflagen damals ja noch viel schlimmer. Hier wollte ich einer Indizierung unbedingt und mit allen Mitteln aus dem Weg gehen. Aus diesem Grund habe ich, um möglichst eine FSK16-Freigabe zu bekommen und somit der breiten Masse präsentieren zu können, den Film ein wenig entschärft. Die deutsche Langfassung war dann auch die, die auf Video und im TV nach der Kinoauswertung immer zu sehen war. Mit mehr Handlung aber in den Kämpfen zensiert. Erst auf DVD veröffentlichte Splendid auch die offizielle Schnittfassung unter der Bezeichnung "US-R-Rated Fassung" mit allen Gewaltszenen, aber weniger Handlung.
Mit „Karate Tiger 3 - Kickboxer“ stand „Le Spagat“ (van Damme) noch am Anfang seiner Karriere, doch konnte er im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen (Don Wilson, Gary Daniels, Michael Dudikoff u.v.m.) die B-Ebene nach einigen Jahren des Abrackerns verlassen.
Zuvor galt es jedoch die Pflicht zu erfüllen, bspw. in diesem Film, der aber, wenn man sich die letzten Werke des Belgiers anschaut, noch nicht einmal sein schlechtester ist, unabhängig davon, ob dieser nun über 15 Jahre alt ist.
Van Damme schlägt sich munter durch diesen soliden Kickbox-Streifen, der bis zum Ende hin eigentlich lediglich durch seine extensiven Trainingseinheiten besticht, denn die Kämpfe bis Minute achtzig können mühelos übergangen werden, dafür sind diese einfach zu unspektakulär geraten.
Dabei gibt es typische Van Damme-Kicks und -Sprünge zu sehen, die er auch noch viele Jahre später in so ziemlich jedem Film mindestens einmal zeigte und die so etwas wie zu seinem Markenzeichen wurden.
Fans des Raufbolds werden „Karate Tiger 3 - Kickboxer“ sicherlich zu den besseren Van Dammes zählen, denn damals ging es noch mehr darum seinen Körper einzusetzen, als Schusswaffen.
Frei von mimischem Talent gibt er hier den netten Grinsebert von nebenan, der zwischendurch sogar noch mit typischem Neandertaler-Gang Fangen mit kleinen Kindern spielt, bevor es endlich zum verdienten Höhepunkt des Films geht.
Einspielergebnisse
| Land | Einnahmen |
|---|---|
| USA | 14,7 Mio. US-Dollar |
| Weltweit | 39,3 Mio. US-Dollar |
