Aktuelle Judo Weltrangliste der Frauen

Die Judo-Weltranglisten sind ein wichtiger Indikator für die Leistungen der Athletinnen und Athleten in internationalen Wettkämpfen. Sie werden von der International Judo Federation (IJF) geführt und basieren auf den Ergebnissen der Judoka bei verschiedenen Turnieren wie Grand Slams, Grand Prixs, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

Überraschende Erfolge bei der Judo-WM in Budapest

Bei der Judo-WM in Budapest gab es einige überraschende Ergebnisse. Anna Monta Olek gewann sensationell Silber in der Klasse bis 78 kg. Die 22-Jährige aus Hannover unterlag im Finale der italienischen Olympiasiegerin Alice Bellandi nach Verlängerung. Für die Deutschen war es die dritte Medaille.

Nach genau zehn Minuten Kampfzeit gelang der bereits sehr erschöpft wirkenden Bellandi aus heiterem Himmel die einzige Wertung im Finale.

Olek hatte schon zuvor einen überragenden Wettkampf gezeigt. Sie gewann im Halbfinale gegen die portugiesische Olympiadritte Patrícia Sampaio, gegen die sie im April im EM-Finale verloren hatte. Zuvor hatte Olek im Viertelfinale Asienmeisterin Kurena Ikeda aus Japan bezwungen.

An Ikeda war die zweimalige Europameisterin Alina Böhm (Heubach) in ihrem Auftaktkampf gescheitert. "Alina war heiß und sehr motiviert und es ist so traurig, dass sie so unglücklich ausgeschieden ist und ihr Traum von der WM so schnell geplatzt ist", sagte Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa.

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Bellandi hatte 2024 das WM-Finale gegen Wagner verloren und nahm nun erfolgreich Revanche. Wagner beendet mit Saisonende ihre Karriere, zur Titelverteidigung in Budapest war sie nicht mehr angetreten.

Olek war bis in die Olympia-Saison 2024 nur die deutsche Nummer drei in der Klasse bis 78 kg hinter den Top-Kämpferinnen Wagner und Böhm. Im Hinblick auf die nächsten Sommerspiele 2028 in Los Angeles ist sie nun die große Hoffnungsträgerin.

Das Halbschwergewicht der Frauen bleibt auch ohne erneutes Gold die Parade-Sparte des DJB.

Mathilda Niemeyer: Judo-Top-Talent auf Erfolgskurs

Bekanntgabe der U-21-Weltrangliste zaubert ein Lächeln ins Gesicht von Judo-Top-Talent Mathilda Niemeyer. Nach kurzer Vorbereitungszeit ging Mathilda Niemeyer, die Hattinger Judo-Kämpferin in Reihen des Bundesligisten Sport-Union Annen aus Witten, beim internationalen Turnier im belgischen Herstal auf die Matte.

Und das mit doppeltem Erfolg: Bei den U-21-Juniorinnen belegte sie Rang zwei, bei den Frauen holte sie Gold. Vielleicht lag es auch daran, dass die 19-Jährige besondere Motivation erhielt, weil sie aktuell als Weltranglistenerste der U 21 geführt wird.

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„Das ist schon eine coole Sache und ist die Bestätigung dafür, dass man zuletzt gute Leistungen gebracht hat“, meinte die junge Frau im Anschluss an die Wettbewerbe bei den Belgian Open in Herstal - inzwischen schon traditionell die Auftaktveranstaltung im internationalen Kalender. Zu diesem stark besetzten Turnier reisten u. a. auch Athletinnen aus Japan an.

Als neue Nummer eins in der Welt bei den Juniorinnen der 78-Kilogramm-Kategorie anzutreten - das war schon was Besonderes für die Hattingerin. „Es sorgt aber auch für zusätzlichen Druck“, stellte Niemeyer klar.

Dass das Jahr 2024 für sie nahezu optimal verlief, das stand außer Frage. Bei den Europameisterschaften der U 21 belegte sie den Bronzerang, die Weltmeisterschaften in Tadschikistan schloss das Ausnahmetalent mit der Silbermedaille ab.

Wobei Niemeyer im abgelaufenen Jahr nicht nur bei den Juniorinnen auf sich aufmerksam machte, sondern auf europäischer Ebene auch schon zwei Turniere bei den Frauen für sich entschied.

Zum Auftakt in Herstal war also ohne Frage das Erreichen des 78-kg-Finales das Ziel für Mathilda Niemeyer. Reichlich Stehvermögen waren in jedem Fall gefragt, denn bis zum Endkampf hatte die Hattingerin schon sechs Duelle zu bestreiten - die sie allesamt recht souverän für sich entschied.

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Dass es am Ende nach einer knappen Niederlage im „Golden Score“ gegen die Japanerin Nanami Yokoyama „nur“ zu Silber reichte - es war für eine Turnierpremiere gewiss zu verschmerzen. „Generell war ich mit meiner Leistung zufrieden“, so Niemeyer.

Bei den Belgian Open in Herstal, wurde erstmals mit dem zu Beginn des Jahres einmal mehr angepassten Regelwerk gekämpft. „Grundsätzlich eine gute Sache. Es werden nicht mehr so schnell Strafen verteilt und dadurch kann man wieder schönes Judo machen“, so die weltbeste Juniorin. Zudem wurde der Yuko als kleinste Wertung wieder eingeführt.

Am zweiten Turniertag war für Mathilda Niemeyer und eine ganze Reihe weiterer deutscher Kämpferinnen der Frauenwettbewerb an der Reihe. Wieder kämpfte sich die Hattingerin recht dominant durch ihre Vorrunden-Gruppe und die ersten K.O.-Duelle.

Im Finale stand sie der Französin Morgane Rubiano gegenüber, gegen die sie u. a. bei der EM 2023 gekämpft und verloren hatte. Diesmal gewann Niemeyer, im „Golden Score“ ereilte Rubiano die dritte und letzte Bestrafung.

Was das Judo-Ass von der Saison 2025 erwartet? „Ich habe gemeinsam mit meinen Trainern erstmal einen Plan fürs erste Halbjahr erarbeitet“, sagt Niemeyer. Schließlich steht zunächst mal das Abitur an der Hardenstein-Gesamtschule als primäres Ziel im Vordergrund.

„Daher werde ich auch nicht allzu viele Wettbewerbe bestreiten. Die Deutsche Meisterschaft kämpfe ich aber, und dazu wohl ein Turnier in Polen und das in Bad Blankenburg“, sagt Niemeyer, die zum Jahreswechsel am sechstägigen Trainingslager in Mittersil (Österreich) teilnahm.

„Natürlich wird es schwierig, die Erfolge aus dem Vorjahr wieder zu erreichen. Bei der EM möchte ich aber ins Finale und bei der WM aufs Podest“, sagt Niemeyer, die in diesem Jahr schon im Hinblick aufs Studium nach Köln ziehen wird - in eine WG mit SUA-Teamkollegin Klara Erten, die beim U-21-Turnier in Herstal Fünfte wurde.

Miriam Butkereit gewinnt Bronze bei der WM in Budapest

Miriam Butkereit hat dem Deutschen Judo-Bund (DJB) bei den Weltmeisterschaften in Budapest die zweite Medaille beschert. Die Olympia-Silbermedaillengewinnerin holte durch einen Sieg gegen die Australierin Aoife Coughlan Bronze in der Klasse bis 70 Kilogramm.

Butkereit (Halle) war im Viertelfinale an der späteren Siegerin Shiho Tanaka (Japan) gescheitert, besiegte aber in der Trostrunde Elisavet Teltsidou (Griechenland). Am Mittwoch geht die zweimalige Europameisterin Alina Böhm in der Klasse bis 78 kg als nächste Medaillenhoffnung für den DJB an den Start.

Die Bedeutung von Weltranglisten im Sport

Weltranglisten im Sport sind von großer Bedeutung und beeinflussen verschiedene Aspekte:

  • Setzlisten bei Turnieren
  • Qualifikation für Wettbewerbe
  • Förderungen

Die International Judo Federation (IJF) führt die offiziellen Weltranglisten für Judoka in verschiedenen Gewichtsklassen. Diese Rankings basieren auf den Leistungen der Athletinnen und Athleten in internationalen IJF-Wettbewerben.

Die Ranglisten werden regelmäßig aktualisiert, insbesondere nach IJF-Wettbewerben. Die Punkte für Turnierergebnisse verfallen nach 24 Monaten: In den ersten 12 Monaten zählen sie zu 100 %, danach zu 50 % und anschließend nicht mehr.

Die Rankings dienen als Grundlage für die Qualifikation zu internationalen Turnieren und beeinflussen die Setzlisten.

Deutsches WM-Team für Budapest

Für die Weltmeisterschaften vom 13.-20. Juni in Budapest werden 17 Judoka nominiert. Der Deutsche Judo-Bund wird mit neun Frauen und acht Männern an den Start gehen. Von den neun Frauen sind fünf Athletinnen unter den Top 8 der jeweiligen Weltrangliste.

Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa setzt hohe Erwartungen an. „Die Trauben hängen sehr hoch, aber ich erwarte, dass die Frauen vorn mitmischen und hoffe, dass sich alle ins Rampenlicht kämpfen.“ Dazu haben sich die Frauen in der letzten Woche in Kienbaum gut vorbereitet. „Wir sind fit für die WM!“

Für Männer-Bundestrainer Marko Spittka wird die WM unglaublich spannend. Zum einen wird er auf den Umbruch in den Nationen nach Olympia schauen. Zum anderen wird er sehr darauf achten, wie seine Athleten das umsetzen, was sie im Training gemeinsam erarbeitet haben.

„Das möchte ich sehen und ich möchte, dass keiner von der Matte kommt und unzufrieden ist. Die Männer sollen das Nonplusultra abrufen und ich hoffe auch auf eine Initialwirkung. Die Welt soll sehen: die Deutschen kämpfen wieder!“

Für den Vorstand Leistungssport, Michael Bazynski, ist es nach der EM sein erster großer Wettkampf in der neuen Funktion und im neuen Olympia-Zyklus. „Die WM ist eine wichtige Standortbestimmung. Wir werden schauen, wo wir stehen und welche Nationen mit neuen Athleten antreten oder welche Athleten noch dabei sind. Ich hoffe, dass wir uns so teuer wie möglich verkaufen. Wichtig sind die positive Einstellung und der Wille zu gewinnen.“

Das deutsche WM-Team:

Frauen:

  • -48 kg: Sarah Ischt, VfL Wolfsburg
  • -52 kg: Mascha Ballhaus, TH Eilbeck, HH
  • -57 kg: Seija Ballhaus, TSV München-Großhadern
  • -57 kg; Pauline Starke, JT Hannover
  • -63 kg: Fiederike Stolze, SV Halle
  • -70 kg: Miriam Butkereit, SV Halle
  • -70 kg: Giovanna Scoccimarro, MTV Vorsfelde
  • -78 kg: Alina Böhm, JZ Heubach
  • -78 kg: Anna Monta Olek, JT Hannover

Männer:

  • -60 kg: Maximilian Heyder, JC Naisa
  • -66 kg: Martin Setz, UJKC Potsdam
  • -73 kg: Igor Wandtke, JT Hannover
  • -73 kg: Jano Rübo, SSF Bonn
  • -81 kg: Timo Cavelius, PTSV Hof
  • -90 kg: Eduard Trippel, JC Rüsselsheim
  • +100 kg: Erik Abramov, UJKC Potsdam
  • +100 kg: Losseni Kone, SC Alstertal-Langenhorn

Mixed-Team:

  • +78 kg: Samira Bouizgarne, 1. JC Mönchengladbach
  • -90 kg: Fabian Kansy, TSV München-Großhadern

Die Weltmeisterschaften beginnen am Freitag, den 13. Juni mit den jeweils untersten Gewichtsklassen. Täglich ist dann jeweils eine Klasse der Frauen und Männer am Start bis zum 19. Juni, an dem die Schwergewichtskämpfe ausgetragen werden. Am 20.