Teil der Ausrüstung für einen professionellen Kampf im Judosport ist der Judoanzug oder auch Kampfanzug, der den Namen Judogi trägt. Laien fällt sofort auf, dass ein Teilnehmer weiß und der andere blau gekleidet ist und zwar bei jedem Kampf. Das ist auch in den Regeln so vorgeschrieben, damit man bei der Beobachtung der Kämpfe leichter verfolgen kann, wer welche Aktion durchführt.
Wären beide Judokas mit der gleichen Farbe ausgestattet, wäre die Verfolgung der Aktionen weit schwieriger. Aber nicht nur die Farbe ist vorgegeben.
Weiß und blau sind die Pflichtfarben beim Judoanzug, um die Unterscheidung in der Beobachtung zu ermöglichen. Diese Farben haben Tradition und werden durch den Weltverband und die nationalen Verbände auch vor dem Kampf überprüft.
Diese Farben finden sich auch auf der Wettkampffläche durch die Markierungen wieder, sodass der blaue Kämpfer die blaue Markierung als Startpunkt wählt, der weiße Kämpfer die weiße Markierung.
Die Einführung des blauen Judogi
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Nach meinem Kenntnisstand sind die blauen Gi im Judo eine Erfindung der EJU (Europäische Judo Union). Die Japaner haben sich erst lange dagegen gesträubt und eine Einführung der blauen Wettkampfanzüge in der IJF (International Judo Federation) verhindert.
Weitere wichtige Regeln zum Judogi
Wer mit kurzen Ärmeln kämpfen möchte, wird beim Judo nicht glücklich werden. In den Regeln ist klar definiert, dass bei ausgestrecktem Arm der Ärmel den gesamten Arm inklusive des Handgelenks bedecken muss. Eine weitere Vorgabe ist die Jacke selbst, bei der es eine horizontale Überschneidung der beiden Jackenteile geben muss und diese muss mindestens 20 Zentimeter betragen.
Judogi-Regeln der Internationalen Judo-Föderation (IJF) ab dem 01.01.2025
Ab dem 01.01.2025 gelten die Judogi-Regeln der Internationalen Judo-Föderation (IJF) hinsichtlich der Maße auch im Bereich des Deutschen Judo-Bundes (DJB) ab Gruppenebene in allen Altersklassen ab U15.
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Die Judogi-Regeln sind im Detail in den IJF Sport and Organisation Rules (SOR) aufgezeigt unter Punkt C1.10 Judogi Size:Hier entlang zu den Sport and Organisation RulesDort sind auch Beispielbilder zu finden.
Eine Übersicht der neuen Regeln gibt es hier:
- Jacke: Die Jacke muss das Gesäß vollständig bedecken.
- Die Länge der Jacke muss vorne und hinten gleich lang sein.
Zur Überprüfung dessen wird die Länge der Judogi-Jacke von der Vorderseite des Athleten mit einem Sokuteiki gemessen.
Die Länge des Jackenrocks unterhalb des Gürtels, der in der Taille oberhalb des Hüftknochens zu tragen und sehr eng zu schnüren ist, muss wie folgt gemessen werden:
- Alle Judoka bis 73 kg*: mindestens 20 cm
- Alle Judoka über 73 kg*: mindestens 25 cm
* bis 73 kg: -48, -52, -57, -63, -70, -60, -66, -73 kg; über 73 kg: 78, +78, -81, -90, -100, +100 kg
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Bei waagerecht gehaltenen Armen muss der Sokuteiki vollständig und reibungslos in die Ärmel gleiten.
Die Judogi-Ärmel müssen den gesamten Arm einschließlich des Handgelenks bedecken.
Der Abstand der Kreuzungspunkte der Jacke in Höhe des Gürtels muss mindestens 25 cm betragen.
Der Gürtel sollte knapp über dem Hüftknochen getragen werden und fest verschnürt sein.
Die Dicke der Reversseite darf nicht mehr als 1 cm betragen.
Die Breite der Reversseite muss 4 cm oder max. betragen.
Weitere Regeln und Hinweise
Ein altes japanisches Sprichwort sagt: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Gekämpft wird in der Regel im weißen Judo-gi (Judoanzug).
Der zuerst aufgerufene Kämpfer bindet sich den weißen, der Zweitgenannte den roten Gürtel um.
Bei Wettkämpfen auf höherem Niveau trägt der eine Kämpfer statt des Zusatzgürtels einen weißen, der andere Kämpfer einen blauen Judo-gi.
Der in der Wettkampfliste Erstgenannte bzw. zuerst Aufgerufene (weißer Zusatzgurt; weißer Judo-gi) stellt sich aus der Perspektive des Kampfrichters rechts auf der Matte auf.
Je nach Alterskategorie dauern Judo-Kämpfe von zwei Minuten für die Kleinen bis zu vier Minuten plus sog.
Der Kampf beginnt mit dem Kampfrichterkommando „Ha-jime“ und endet mit „Sore-made“.
Mit dem Kommando „Mate“ wird der Kampf kurzzeitig unterbrochen.
Die höchste Wertung einer Technik wird durch den Kampfrichter-Ausruf „Ippon“ signalisiert. Dies beendet den Kampf vorzeitig.
Bei einer nicht ganz perfekten, aber dennoch erfolgreichen Technik gibt es ein „Waza-ari“.
Im Boden kann der Kampf ebenfalls entschieden werden.
Den vollen Punkt, das Ippon, erhält der Sieger, wenn der Gegner z.B. aufgrund einer erfolgreichen Hebel- oder Würgetechnik (zulässig bei älteren Kindern und Erwachsenen) aufgibt.
Die Aufgabe zeigt der Unterlegene dem Gegner und dem Kampfrichter durch festes zweimaliges Abklopfen mit den Händen oder Beinen an.
Eine Waza-ari-Wertung gibt es für einen Haltegriff (Osae-komi), der mindestens zehn aber weniger als 20 Sekunden gehalten wird.
In der 20. Sekunde des ungelösten Haltegriffs ertönt das Kommando Ippon, welches den Kampf wiederum beendet.
Befürchtet der Kampfrichter in einer unübersichtlichen Bodenkampfsituation ein Risiko für einen der Kämpfer, so kann er den Kampf mit dem Kommando „Sono-mama“ unterbrechen.
Beide Wettkämpfer verharren in der aktuellen Situation bis der Unparteiische die Situation - z.B. durch Kleiderordnen - bereinigt.
Die Kampffläche ist farblich eindeutig gekennzeichnet (bei uns durch rote Matten).
Der darum gelegte Mattenbereich (bei uns in grüner Farbe) darf - mit wenigen Ausnahmen - nicht betreten werden. Ein Hinaustreten wird mit der Strafe „Shido“ geahndet.
Strafen werden auch für andere Unregelmäßigkeiten (z.B. wegen Inaktivität, unzulässiger Grifftechnik oder Beingreifen im Standkampf) erteilt.
Die Disqualifikation heißt im Judo „Hansoku-make“.
Drei Shidos führen zu einem Hansoku-make, also wiederum zur vorzeitigen Beendigung des Kampfes.
Eine Ausnahme von dieser Regel begründen Shidos für das Greifen ans Bein während des Standkampfes.
Bei Wurfansätzen oder Bodentechniken, die innerhalb der Kampffläche begonnen haben, geht der Kampfverlauf auch auf der Sicherheitsfläche weiter bis die Kampfaktion abgeschlossen ist.
Wird der Kampf nicht vorzeitig durch Ippon oder Hansoku-make entschieden, so gewinnt am Ende der regulären Wettkampfzeit der Kämpfer, der bereits ein Waza-ari erzielt hat.
Haben beide Kämpfer am Ende der regulären Kampfzeit eine Waza-ari-Wertung auf der Anzeigetafel stehen (unabhängig von der Zahl der Shidos), geht der Vergleichskampf im Golden Score, also in der Verlängerung, weiter.
Im Fall gleicher Wertungen wird der Kampf somit auch dann fortgesetzt, wenn z.B. Golden Score: In dieser Verlängerung gibt es keine zeitliche Obergrenze.
Die Wettkampfregeln werden durch den Internationalen Judo-Verband (IJF) festgelegt und vom Deutschen Judo-Bund (DJB) übernommen.
Sie werden des Öfteren angepasst.
So dürfen die Kämpfer im Stand zurzeit nicht unterhalb des Gürtelbereichs (z.B. an die Beine des Gegners) greifen.
