Branko Cikatic, eine Legende des Kampfsports, verstarb am Sonntag, den 22. November im Alter von 65 Jahren. Der "Croatian Tiger" litt zuvor an Parkinson. Er war vor allem als Kickboxer bekannt, konnte aber auch im MMA Spuren hinterlassen.
Frühe Karriere und Erfolge im Kickboxen
Cikatic wurde am 3. Oktober 1954 in Split geboren und begann im Alter von zwölf Jahren mit Kampfsport. Er erarbeitete sich den schwarzen Gürtel im Taekwondo und Shotokan Karate und übte sich auch im Judo.
Seine Berufung fand er jedoch im Kickboxen. Dort konnte er Ende der 70er als Amateur zahlreiche Titel sammeln und dreimaliger WAKO-Europa- und einmaliger WAKO-Weltmeister im Vollkontakt werden.
Mit Trainer Thom Harinck aus dem Chakuriki Gym im Rücken ging es für Cikatic auch als Profi erfolgreich weiter. Cikatic sammelte weitere Meisterschaften im Kick- und Thaiboxen, bevor ihm 1993 der große Wurf gelang.
Der Gewinn des K-1 Grand Prix
1993 gelang Cikatic der große Wurf, als er den ersten K-1 Grand Prix gewann. Dabei gewann er drei Kämpfe in einer Nacht und besiegte im Finale die niederländische Kickbox-Ikone Ernesto Hoost.
Japan wurde zur zweiten Heimat Cikatics. In den folgenden Jahren kehrte der Kroate immer wieder dorthin zurück und lieferte sich Kämpfe gegen Andy Hug, Musashi, Mike Bernardo oder erneut Ernesto Hoost, den er 1994 ein weiteres Mal K.o. schlug.
Ausflug in die Welt des MMA
In einer 27 Jahre umfassenden Kampfsportkarriere ließ es sich Cikatic nicht nehmen, zum Schluss noch für Pride FC in den Ring zu steigen, um sich zwei Mal im MMA zu probieren.
Die Kämpfe gegen die amerikanischen UFC-Stars Mark Kerr und Maurice Smith endeten jedoch in Niederlagen, da Cikatic gegen Kerr disqualifiziert wurde, als er sich an den Seilen festhielt, und gegen Smith in einem Forearm Choke aufgab.
Ein Jahr zuvor konnte er in Zagreb noch einmal Weltmeister des WMTA-Verbands werden.
Wirken als Trainer und spätere Jahre
Bereits als aktiver Kämpfer gründete Cikatic sein eigenes Gym und brachte so etwa die Karriere von Mirko „Cro Cop“ Filipovic in Schwung, mit dem er sich später überwarf.
In den letzten Jahren wurde ihm jedoch auch das verwehrt, da er immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Bereits 2012 klagte er über Magengeschwüre und innere Blutungen. Seitdem verschlechterte sich sein Zustand immer weiter, sodass er 2018 ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo man ein Blutgerinnsel feststellte.
Dort kamen weitere Probleme hinzu, sodass er von da an nach einer Lugenembolie, Sepsis und bakteriellen Infektion ans Bett gefesselt war. Bereits in den Jahren zuvor hatte man bei ihm Parkinson diagnostiziert.
Nach mehreren Krankenhausaufenthalten wurde er Ende vergangenen Jahres schließlich in die Obhut seiner Familie entlassen. In ihrem Beisein verstarb Cikatic nun am Sonntag, den 22. November.
Zusammenfassung der Karriere
Um einen umfassenden Überblick über die beeindruckende Karriere von Branko Cikatic zu geben, hier eine tabellarische Zusammenfassung seiner wichtigsten Erfolge und Stationen:
| Bereich | Details |
|---|---|
| Kampfsportarten | Taekwondo, Shotokan Karate, Judo, Kickboxen, Thaiboxen, MMA |
| Kickboxen Amateur | Mehrfacher WAKO-Europa- und einmaliger WAKO-Weltmeister im Vollkontakt |
| Kickboxen Profi | Weitere Meisterschaften im Kick- und Thaiboxen |
| K-1 | Gewinn des ersten K-1 Grand Prix 1993 |
| Pride FC (MMA) | Zwei Kämpfe gegen Mark Kerr und Maurice Smith (beide verloren) |
| Trainer | Gründung eines eigenen Gyms, Förderung von Mirko "Cro Cop" Filipovic |
