Frühe Jahre und Kindheit
Thorsten Legat wuchs in Bochum in einfachen Verhältnissen auf. Seine Kindheit war von häuslicher Gewalt und Missbrauch durch seinen Vater überschattet. Um körperliche Stärke aufzubauen, begann er, Fußball zu spielen und darüber hinaus Kampfsport und Bodybuilding zu betreiben.Ich wuchs auf in einer sechsköpfigen Familie. Zusammen mit drei älteren Brüdern lebte ich in einem recht einfachen Haus. Ein dreistöckiger Altbau, der in schmutziggrauem Putz gekleidet war, aus dem Jahre 1880. Da wir nicht so viele Zimmer besaßen, mussten wir immer improvisieren.
So schlief ich als jüngstes Kind noch bei den Eltern. Das nutzte mein Vater aus. Jahrelang. Das Bett war - wie früher üblich - zweigeteilt. Ganz rechts lag meine Mutter, neben ihr mein Vater, während ich auf der linken Seite schlief.
Es begann immer damit, dass mein Papa an mich heranrückte, wenn ich mich in einer Tiefschlafphase befand, aus der ich dann verwirrt erwachte. Zuerst spürte ich die Hände, dann schlug er das Bein über mich, um sich an mir zu reiben. Oder er begann mich im Intimbereich zu streicheln. Wenn mir endlich klar wurde, was er da trieb, rief ich panisch nach meiner Mutter.
Sie versuchte dann verzweifelt, ihn von mir wegzuziehen. Es war das reinste Horrorszenario. Sequenzen davon verfolgten mich noch sehr lange - mitunter sucht sich die verdrängte Scheiße von damals auch heute noch einen Weg an die Oberfläche. Aber wie wehrt man sich gegen ein Ohnmachtsgefühl? Was kann man als Kind dagegen tun, wenn der Mensch, der es beschützen soll, zum Missbrauchstäter wird?
Ich habe versucht, es zu verdrängen, doch das ist nicht so leicht. Weil immer wieder etwas passierte. Manchmal hat mich mein eigener Papa - als er wieder einmal betrunken war - sogar angepinkelt. In mir spürte ich die allgegenwärtige Angst - aber auch Hass, Ekel und Wut. Ich wünschte ihm den Tod.
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Meine Jugend war ein nicht enden wollendes Martyrium. Mein Vater schreckte nicht davor zurück, mich ständig zu demütigen. Es störte ihn nicht einmal, dass meine Freunde anwesend waren. Als seine Füße schmerzten, sollte ich ihn massieren. Als ich es tat, zwang er mich, ihn auch im Genitalbereich anzufassen - vor den Augen meine Freunde.
So endete für mich das, was im Alter von etwa fünf Jahren begonnen hatte, erst ungefähr sieben Jahre später. Ich vertraute mich meinen Brüdern an, und sie schworen mir, künftig genau hinzuschauen und mich zu beschützen.
Irgendwann kam der Moment, in dem mein betrunkener Vater wieder einmal versuchte, mich anzufassen. Ich konnte mich aus der Umklammerung befreien, bin aus dem Zimmer gelaufen und zu meinem Bruder geflüchtet. Meine Geschwister, die selbst so unter dem Vater gelitten hatten, zahlten es ihm noch am Abend mit gleicher Münze zurück. Er wurde verprügelt - aber richtig.
Mein Bruder hatte als kleiner Junge einen ähnlichen Leidensweg durchmachen müssen wie ich. Auch er wurde von meinem Vater schändlich missbraucht.
Was mich bis heute verfolgt und was ich nur schwer aus meinem Kopf bekomme, sind die Bilder der brutalen Prügelattacken. Mein Vater schlug meine Mutter, meine Geschwister und mich meistens mit zentimeterdicken Bambusstöcken. Mehrfach musste ich miterleben, wie er meine Brüder blutig schlug, so lange, bis der Bambus zerbrach. Er war schier unberechenbar und kannte keine Grenzen. Wenn er betrunken nach Hause kam, dann ließ dieser Choleriker seinen Aggressionen freien Lauf.
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Mehr als einmal musste ich mitansehen, wie er zuerst meine Mutter und dann einen meiner Brüder windelweich schlug. Anschließend war ich an der Reihe. Er war einfach nur ein mieses Schwein.
Wenn ich in ein Fußballspiel ging, sah ich in den direkten Gegenspielern meinen Vater und nahm mir vor: Den hau ich um! Daraus eine Motivation zu ziehen, war schon fast krankhaft. Sogar im Training kam es zu Situationen, in denen ich einfach anderen wehtun wollte.
Diese Gewaltbereitschaft in mir versuchte ich, durch diszipliniertes Fitnesstraining zu kompensieren. Und als das Fitnesstraining nicht mehr ausreichte, wechselte ich zum Kampfsport. Bis 2006 habe ich noch Kampfsport ausgeübt, ohne es jemals an die große Glocke zu hängen. Dann habe ich damit aufgehört und mich nur noch auf den Fußball konzentriert.
Der Grund dafür war denkbar einfach: Mein Vater ist 2005 gestorben. Danach habe ich schlicht keinen Grund mehr gesehen, mich für einen Notfall rüsten zu müssen.
Karriere als Fußballspieler
Natürlich kommt kein anderer Jugendverein für ihn infrage, als Thorsten Legat sich im Kindesalter dazu entscheidet, Fußballer zu werden. Der Jung-Fußballer schließt sich natürlich dem VFL Bochum an. Denn Bochum ist seine Heimatstadt, in der er am 7. November 1968 zur Welt gekommen ist und so verwundert es nicht, dass er ab 1986 auch im Profikader des Bundesligisten steht.Für seinen Heimatverein VfL Bochum sowie den SV Werder Bremen, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und Schalke 04 absolvierte Thorsten Legat zwischen 1986 und 2001 insgesamt 243 Bundesligaspiele, bis ihn eine Knieverletzung zum Ausstieg aus dem Profifußball zwang.
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Da Thorsten Legat sich jedoch als Sportler weiterentwickeln will und die Siege in Bochum ausbleiben, wechselt er 1991 zu Werder Bremen. An der Weser erlebt Thorsten Legat seine erfolgreichste Zeit im aktiven Fußball: 1992 kann Thorsten Legat sich Pokalsieger der Europaleague nennen, im Jahr darauf kommt noch die Deutsche Meisterschaft hinzu.
Trotz der großen Triumphe verlässt der "Dschungelcamp 2016"-Kandidat 1994 die Grün-Weißen - folgende Stationen sind Eintracht Frankfurt, der VFB Stuttgart und der FC Schalke 04, wo er 2001 seine Karriere wegen Sportinvalidität beenden muss.
In seiner aktiven Zeit war er nicht nur Spitzenspieler in der Bundesliga, sondern auch dreimaliger DFB-Pokalsieger, Deutscher Meister und Europapokal-Sieger.
Laut des Fußballmagazins „11 Freunde“ galt er damals als „Härtester Hund der Liga“.
Thorsten Legats Markenzeichen sind bis heute seine gute Fitness und seine bisweilen martialischen Auftritte auf dem Platz und vor den Kameras.
Kostprobe: Im Interview mit dem Fußball-Magazin "11 Freunde" 2011 machte Legat die für ihn typischen Aussagen: "Wenn du dich durchsetzen willst, musst du den Kampf annehmen. Du musst Blut fressen, du musst Sch**ße fressen. Ich habe eingesteckt und ausgeteilt."
Mit 33 Jahren war ich zum Aufhören gezwungen, musste mein Fußballerleben, das ich so liebte, von heute auf morgen beenden - ich war am Ende. Alles zerbrach. Ich wollte nichts und niemanden mehr sehen - nicht einmal meine Frau und meine beiden Söhne. Ich nahm Abstand vom Fußball. Dann fing ich an zu trinken. Ich soff so lange, bis ich nicht mehr Herr meiner Sinne war. Meine Frau setzte mir die Pistole auf die Brust! Ich kapierte: Wenn ich so weitermache, wird meine Familie mich verlassen. Ich begann zu weinen und wimmerte: „Ich will Fußball spielen, warum bin ich ein Krüppel?“
Meine Frau und meine Kinder Nico und Leon nahmen mich in den Arm und drückten mich. Dann sagten sie: „Papa, wir brauchen dich.“ Es war ein Schlüsselerlebis. Ich weiß nicht, wie es ohne Alexandra und meine Kinder mit mir weitergegangen wäre.
Karriere als Trainer
Vom Fußballgeschäft zieht sich Thorsten Legat jedoch nicht zurück - der gebürtige Bochumer wird 2004 Trainer und übernahm seit dem diverse Teams aus der Landesliga. Zur Saison 2019/20 verpflichtete der Landesligist TuS Bövinghausen Thorsten Legat als Spielleiter. Nach dem Ende seiner aktiven Fußballkarriere im Jahr 2001 versuchte sich Legat als Trainer und übernahm verschiedene Amateurmannschaften. Er absolvierte eine Trainerausbildung und arbeitete als Co-Trainer und Cheftrainer bei kleineren Vereinen, darunter den FC Remscheid und den SSV Hagen.Ausflüge ins Fernsehen
Der Ex-Kicker macht in zahlreichen TV-Shows immer wieder von sich reden. So nimmt er an der Promi-Kochshow "Hell's Kitchen" und dem ProSieben-"Promiboxen" teil. Zudem folgen zwei Auftritte bei der "TV total Stock Car Crash Challenge" und seinem Engagement im "Dschungelcamp 2016", wo er gegen Kandidaten wie Brigitte Nielsen, Menderes Bağcı und Gunter Gabriel um die Dschungelkrone kämpft. Im Dschungelcamp erreichte der Ex-Kicker den dritten Platz. 2018 ist Thorsten Legat schließlich als Kandidat des SAT.1-Formats "Fort Boyard" zu sehen.Im Januar 2016 stellte Thorsten Legat sein Durchhaltevermögen im australischen Urwald unter Beweis: Als einer von zwölf Kandidaten zog er in der zehnten Staffel von „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!” ins Dschungelcamp 2016 und erreichte den dritten Platz. Zusammen mit seiner Frau Alexandra Legat machte Thorsten Legat 2016 bei der RTL-Show „Das Sommerhaus der Stars” mit. Hier kämpfte er unter anderem gegen Angelina Heger und Rocco Stark um den Titel „DAS Promipaar 2016”. Im Finale unterlagen die beiden knapp ihren Konkurrenten Xenia Prinzessin von Sachsen und Rajab Hassan. Im gleichen Jahr war Thorsten Legat auch im Sommer-Special von „Grill den Henssler” und bei „Ninja Warrior Germany” zu sehen. In den Jahren danach war Thorsten Legat immer wieder in Dschungelcamp- (Die Stunde danach) und Ninja-Warrior-Gefilden unterwegs.
DFB-Pokal, Europapokal, Deutsche Meisterschaft: Thorsten Legat kann als Sportler auf eine ruhmreiche Karriere zurückblicken. Dass er neben seinem Ballgefühl auch fürs Fernsehen Talent hat, zeigt er in diversen Reality-Formaten wie "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!", "Fort Boyard", "Schlag den Star", "Die beste Show der Welt" oder bei den "ProSieben Wintergames". Außerdem stellte er sich nach 2018 und 2019 im Dezember 2020 bereits zum dritten Mal einer waghalsigen Herausforderung: und zwar bei "Das Duell um die Welt - Team Joko gegen Team Klaas".
2014 trat Thorsten Legat für Sat.1 in der Kochshow "Hells Kitchen" vor die Kameras. Legat damals zu seiner Teilnahme: "Meine Kochkünste habe ich mir selbst angeeignet. Ob ich mir eine Fingerkuppe abschneide, ist mir egal, Hauptsache ich gewinne. Das ist die Marschroute." Es folgten zahlreiche Shows: unter anderem stieg Legat beim "Promiboxen" auf ProSieben gegen den Rapper und Schauspieler Trooper Da Don alias Toyin Taylor in den Ring.
2020 und 2021 war Legat wieder bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" dabei, dieses Mal als "Drill Instructor" und "Sidekick". Beim Training für das "RTL Turmspringen" verletzte sich Legat im Sommer 2022 und erlitt einen Hodenanriss, weshalb er dann am Wettbewerb nicht mehr teilnahm. Anschließend kämpfte er jedoch im "Ninja Warrior Promi-Special" mit anderen Sportlern für den guten Zweck.
Ende 2023 nahm Thorsten Legat an "Ninja Warrior-Promi-Spezial" teil und er wagte sich im Februar 2024 wieder auf den Sprungturm beim RTL-Turmspringen, diesmal zusammen mit seinem Sohn Nico, der ebenfalls eine Reality-TV-Karriere anstrebt. Auch bei "The 50", einer Amazon-Prime-Reality-Show waren die beiden gemeinsam zu sehen. Kurz danach kam es zum öffentlichen Streit zwischen Vater und Sohn, nachdem sich Thorsten Legat öffentlich vom unflätigen Verhalten seines Sohnes bei "Prominent getrennt" distanziert hatte. Es folgte jedoch wenig später die Versöhnung.
Thorsten Legat 2024
Thorsten Legat will es 2024 noch einmal wissen: Gemeinsam mit anderen Dschungelcamp-Legenden Kader Loth, Giulia Siegel und Elena Miras für „Ich bin ein Star - Showdown der Dschungel-Legenden” in den südafrikanischen Dschungel. Legat, der für viele "Legenden" als Favorit auf den Titel galt, Folge 13 wurde er aus dem Camp gewählt und belegt somit Platz 9.Seit 2020 hat er zusammen mit TV-Moderator Cedric Pick den Fußball-Podcast "Legat & Pick - Die Spieltags-Stammtischer".
Privatleben
Thorsten Legat ist bekannt für seine bodenständige und familiäre Art.Thorsten Legat ist verheiratet und Vater zweier Jungen. Durch seine authentische Art hat Thorsten Legat längst Kult-Status erreicht und ist für seine unmissverständlichen Formulierungen, die er als Fußball-Trainer an seine Spieler richtet, bei seinen Fans beliebt und berüchtigt.
Thorsten Legat ist seit 1996 mit seiner Frau Alexandra verheiratet, hat mir ihr zwei Söhne. Die Familie wohnt im Bergischen Land.
Kampfsport
„Ich liebe Kampfsport, der hat mich schon als Junge fasziniert“, sagt Legat. Zurzeit klettert der Ex-Profi in den Käfig. Mixed Martial Arts (MMA) heißt das, was er da macht. Klingt kriegerisch, ist es auch. Erlaubt ist so ziemlich alles. Fäuste, Füße, Ellenbogen, Knie - alles, womit sich schlagen und treten lässt. Am 1. September bestreitet der 234-malige Bundesliga-Spieler von VfL Bochum, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart und Schalke 04 bei der MMA German Championship in der Kölner Lanxess-Arena ein Promi-Duell. Legat ist in dem Metier nicht ganz unerfahren. Seit rund 40 Jahren betreibt er Kampfsport für den Hausgebrauch: Judo, Jiu-Jitsu, Taekwondo, Kung-Fu, Karate. „Auch schon als Fußballer. Das hat nur niemand bemerkt“, meint er.Nach dem Kampf will Legat einen Schlusspunkt setzen. „Danach werde ich nie wieder Hochleistungssport machen“, behauptet er und reibt sich die Schulter. Schon als Fußball-Profi habe er „klare Kante“ bevorzugt. „Aber ich hätte noch aggressiver sein müssen“, meint er.
Seine Passion für Kampfsport floss in sein Fußballspiel ein. „In meinen Gegenspielern habe ich meinen Vater gesehen. Ihm wollte ich es zeigen“, verrät er.
Autobiografie
2014 veröffentlichte Thorsten Legat seine Autobiografie „Wenn das Leben foul spielt”, in der er unter anderem die dramatischen Geschehnisse in seiner Kindheit verarbeitete.Im Jahr 2014 begann der Sportler, sein Buch „Wenn das Leben foul spielt“ zu schreiben, das von seiner schweren Kindheit erzählt.
| Name | Thorsten |
|---|---|
| Nachname | Legat |
| Geburtsort | Bochum-Langendreer |
| Geburtstag | 07.11.1968 |
| Sternzeichen | Skorpion |
