Judo ist ein Kampfsport und das «sich miteinander messen» gehört dazu. Die Kämpfer werden nach Alter, Geschlecht und Gewicht in Gruppen eingeteilt. Über das Jahr verteilt gibt es zahlreiche Turniere.
Was ist Ippon?
Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten gibt es im Judo keine Punkte oder Tore. Die Kämpfer haben die Möglichkeit mit einer Technik (Wurf- oder Bodentechnik) eine Wertung zu erzielen. Die Wertungen werden vom Kampfrichter vergeben.
Der Begriff Judo setzt sich zusammen aus den japanischen Begriffen „JU“ (= edel, vornehm, sanft) und „DO" (= Weg, Grundsatz, Prinzip), was soviel heißt wie „der sanfte Weg". Das moderne Judo wurde im Ende des 19. Jahrhunderts aus der antiken Kriegskunst Jujutsu von Prof. Jigoro Kano entwickelt. Kano gründete den „Kodokan", die „Schule zum Studium des Weges". Diese Ausbildungsstätte ist bis zum heutigen Tage das Zentrum für die sportlichen und geistlichen Grundlagen des Judo geblieben.
IPPON = 1 Punkt = SIEG!
Der Ippon ist die höchste Wertung, die im Judo erreicht werden kann. Erhält ein Kämpfer die Wertung "Ippon", so wird er unmittelbar zum Sieger des Kampfes und der Kampf ist beendet.
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Wertungen im Judo
Die kleinst mögliche Wertung ist seit der letzten Regeländerung der IJF "Waza-ari" ist eine mittlere Wertung und "Ippon" ist die höchste aller Wertungen. Ein "Waza-Ari" kann mehrfach vergeben werden. Erhält ein Kämpfer die Wertung "Ippon" so wird er unmittelbar zum Sieger des Kampfes und der Kampf ist beendet. ("Ippon" kann mit einem K.O. verglichen werden.)
- Waza-ari: Eine mittlere Wertung.
- Ippon: Die höchste Wertung, die zum sofortigen Sieg führt.
Die Kampfrichtertafel teilt sich in zwei Hauptbereiche: den weißen und den roten. Auf ihr werden alle vergebenen Wertungen und Strafen der Kämpfer festgehalten.
Der Gewinner ein Kampfes wird durch die Wertungen ermittelt. Haben beide Kämpfer die gleiche Wertung, diese aber unterschiedliche oft, so gewinnt der Kämpfer, der die höhere Anzahl der Wertung erreicht hat. Bei identischem Wertungsstand muss der Kampfrichter ein subjektive Entscheidung treffen.
In diesem Fall macht der Kampfrichter seine Entscheidung an dem Einsatz der einzelnen Kämpfer fest und erklärt den aktiveren Kämpfer zum Sieger. Es gibt kein Unentschieden!
Wann erhält ein Kämpfer/ eine Kämpferin Waza-Ari oder Ippon?
Punkte gibt es für Judowürfe, Festhaltetechniken sowie Hebel- und Würgetechnken.
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- Ippon: Ein perfekter Wurf auf den Rücken oder ein Haltegriff, der 20 Sekunden gehalten werden kann.
- Waza-ari: Wenn der geworfene Judoka auf die Seite fällt oder einen Haltegriff mind.
Strafen im Judo (Shido)
Der Schiedsrichter gibt Strafen «Shido» für unerlaubte Handlungen oder wenn die Kämpfer zu passiv sind. Der Erhalt einer Strafe bedeutet grds. Kampf unterbrechen / beenden. Wird der Kampf unterbrochen, ruft der Schiedsrichter “Mate”.
Einen Shido verhängt der Kampfrichter z.B. bei Passivität wenn der Kampfrichter also der Meinung ist, dass die Kampfaktivitäten des Bestraften durchaus steigerungsfähig sind. Dabei zeigt der Kampfrichter eine Rolle an. Die höchste Strafe heißt Hansoku-Make. Diese wird beim vierten kleinen Vergehen, oder bei einem sehr schweren Vergehen sofort verhängt.
Der Kampfablauf
Auf das Zeichen des Kampfrichters betreten die beiden Kämpfer mit einer Verbeugung die Matte. Es erfolgt eine weitere Verbeugung und der Kampfrichter eröffnet den Kampf mit dem Kommando Hajime (kämpfen).
Gelingt es den Gegner in den Haltegriff zu bekommen sagt der Kampfrichter Osae-Komi an, befreit sich der Gegner vor Ablauf von 25 Sekunden sagt er Toketa.
Der Kampf endet mit dem Kommando Soro-Made. Die Kämpfer begeben sich in ihre Ausgangsposition. Der Kampfrichter zeigt auf den Sieger, dabei verbeugen sich die Kämpfer.
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Hat innerhalb der Kampfzeit keiner der Kämpfer eine Wertung erzielt, bzw. beide die gleiche, dann wird der Kampf um die gleiche Kampf- dauer verlängert. Der Kämpfer, der jetzt die erste Wertung erzielt, wird sofort als Sieger erklärt (Golden Score). Ist bis zum Ende der Verlängerung keine Wertung erzielt worden, entscheiden die Kampfrichter, wer der bessere Kämpfer ist (Hantei).
Die Entwicklung des Judo
Judo entwickelte sich aus der Kampfsportart Jiu-Jitsu, einer in Japan gepflegten Form der Selbstverteidigung. Deren genaue Herkunft liegt im dunkeln, doch es ist anzunehmen, dass diese Disziplin bereits vor dem 10. Jahrhundert ihren Weg von China nach Japan gefunden hat.
Jigoro Kano, der Begründer des Judosports wollte in seinem JUDO nicht nur die Möglichkeit zur körperlichen Betätigung sehen; vielmehr betrachtete er diesen Sport auch als Erziehungssystem zur Ausbildung der Persönlichkeit auf der Grundlage des Zen-Buddhismusses.
Trainingsbekleidung und "Dojo-Sitten"
Der Judoka ( =Judosportler) trägt im Training und beim Wettkampf einen Judogi (=Judoanzug), der aus Hose und Jacke besteht, die aus reißfestem Baumwollstoff gefertigt sind. Dazu gehört der entsprechende Gürtel, der gleichzeitig Auskunft über den Ausbildungsstand des Judokas gibt.
Der Trainingsraum wird im JUDO mit DOJO bezeichnet. "DO" bedeutet Weg und "JO" bedeutet Platz. Das DOJO ist demzufolge ein Ort zum Studium des Weges, also der Trainingsraum.
Die Ippon Ladies
Mit den Ippon Ladies verfolgt der Deutsche Judo-Bund (DJB) das Ziel, Frauen langfristig für den Judosport zu begeistern. Auch im Erwachsenenalter verspüren viele weibliche Judoka den Wunsch, ab und zu unter ihresgleichen zu trainieren.
Im Vordergrund steht das gemeinsame Sporttreiben, Spaß sowie der Fortbildungscharakter. Im Rahmen der Ippon Ladies-Lehrgänge können unterschiedlichste Themen wie Selbstverteidigung, gesunde Ernährung oder ehrenamtliches Engagement behandelt werden.
Japanische Begriffe im Judo
Judo wurde ursprünglich in Japan entwickelt und fand seinen Weg erst später nach Europa, daher werden die Judo Begriffe bis heute japanisch gesprochen. Auch die Judo Zeichen auf den Gürteln der Judoka oder am Eingang des Dojos sind japanisch und wurden im Lauf der Zeit zwar übersetzt, werden aber aus Tradition weiterhin in ihrer originalen Sprache geschrieben.
Hier sind einige wichtige Begriffe:
| Japanisches Wort | Deutsche Übersetzung |
|---|---|
| Hajime | Beginnen |
| Mate | Aufhören/lösen! (Kampfrichterbefehl) |
| Sono-mama | Nicht bewegen! (Kampfrichterbefehl) |
| Yoshi | Weiterkämpfen! |
Generell gilt: Der Wortschatz des Judoka wächst mit seinen körperlichen Fähigkeiten. Lernt also die Grundlagen und der Rest kommt mit der Zeit.
