Beim Judo gibt es keine Tore und keine Punkte, sondern Wertungen. Bei jeder Aktion, die ein Kämpfer ausführt, beurteilt der Kampfrichter, wie gut sie war. Erfüllt sie bestimmte Kriterien, erhält der Judoka eine entsprechende Wertung. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten gibt es im Judo keine Punkte oder Tore.
Die Wertungen im Judo
Zur Bewertung hat der Kampfrichter drei Kategorien zur Auswahl:
- Yuko
- Waza-Ari
- Ippon
Yuko ist die kleinste Wertung, Waza-Ari ist höher und Ippon ist die höchste Wertung. Wertungen können mehrmals vergeben werden (außer für Ippon). Die Anzahl der Wertungen in jeder Kategorie werden auf der Kampfrichtertafel angezeigt (wiederum außer für Ippon): Auf der linken Seite für den Judoka ohne roten (bzw.
Die Kampfrichtertafel
Die Kampfrichtertafel teilt sich in zwei Hauptbereiche: den weißen und den roten. Auf ihr werden alle vergebenen Wertungen und Strafen der Kämpfer festgehalten.
Wann bekommt man welche Wertung?
Beim Kampf im Stand gilt: Je mehr der Gegner auf den Rücken geworfen wird, und je schwung- und kraftvoller die Wurfausführung ist, desto höher die Wertung. Landet der Gegner dagegen auf dem Bauch, gibt es keine Wertung. Im Bodenkampf gilt: Je länger man es schafft, den Gegner in einem Haltegriff festzuhalten, desto höher die Wertung. Ein Haltegriff zählt aber nur dann, wenn der Partner mit mindestens einer Schulter auf dem Boden liegt. Bei höheren Altersstufen kommen Hebel und Würgegriffe dazu. Bei wirkungsvoll angesetzten Hebeln oder Würgegriffen signalisiert der Unterlegene durch Abklopfen seine Aufgabe.
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Der Ippon
Erhält ein Kämpfer einen "Ippon" ist er der Sieger und der Kampf ist sofort beendet. Die höchste Wertung einer Technik wird durch den Kampfrichter-Ausruf „Ippon“ signalisiert. Dies beendet den Kampf vorzeitig. Wer die höchste Wertung Ippon erhält, ist sofort Sieger (es ist egal, was für Wertungen der Gegner erzielt hat) und der Kampf ist zu Ende. Diese Wertung kann also nur einmal pro Kampf vergeben werden und deshalb braucht sie auch nicht auf der Tafel angezeigt werden! Zweimal Waza-ari ist soviel Wert wie Ippon, auch dann ist man sofort Sieger.
Erhält ein Kämpfer die Wertung "Ippon" so wird er unmittelbar zum Sieger des Kampfes und der Kampf ist beendet. ("Ippon" kann mit einem K.O.
Ippon im Judokampf und seine Bedeutung
Auch Leute, die Judo nur gelegentlich sehen, können mit dem Begriff Ippon etwas anfangen, denn dass es im Judo eine Möglichkeit gibt, durch eine gute Technik den Gegner frühzeitig zu schlagen, ist sehr bekannt. Und tatsächlich gibt es das Kommando Ippon wirklich und setzt voraus, dass man den Gegner mit guter Technik überraschen und letztlich besiegen konnte. Der klassische Fall bei Ippon ist dann gegeben, wenn ein Kämpfer den anderen durch Kontrolle, Kraft und Schnelligkeit aus der stehenden Position heraus auf den Rücken wirft. Das heißt aber auch, dass die Wertung nicht vergeben wird, wenn sich der geworfene Gegner abrollen kann. Grundlage der Überlegung ist, dass der geworfene Gegner mit Kopf und Fuß oder beiden Füßen eine Brücke zeigt. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, um die Ippon-Wertung einzufahren. Eine ist mit dem Haltegriff oder Osaekomi-waza gegeben.
Ippon ist aber nicht nur eine Wertung, bei der man eine besondere Leistung und/oder Technik gezeigt hat. Es gibt auch Ippon, wenn ein Gegner aufgibt. Dazu klopft er mehrmals mit der Hand oder dem Fuß oder ruft "Maitta", was so viel heißt wie "ich gebe auf". Es kann im Judokampf zu der besonderen Situation kommen, dass beide Kämpfer mit ihrer Technik den Gegner zu Fall bringen und eigentlich Ippon anzusehen ist. In dem Fall hängt es davon ab, ob schon Strafen vergeben wurden.
Wer gewinnt bei einem Judo-Wettkampf?
Wer die höchste Wertung Ippon erhält, ist sofort Sieger (es ist egal, was für Wertungen der Gegner erzielt hat) und der Kampf ist zu Ende. Zweimal Waza-Ari ist soviel wert wie Ippon, auch dann ist man sofort Sieger. Wenn mit diesen Wertungen der Kampf nicht vorzeitig beendet wurde, sondern die Kampfzeit regulär abgelaufen ist, gewinnt derjenige Judoka, der die höhere Wertung von beiden erzielt hat. Dabei gilt: Ein Waza-Ari ist mehr wert als alle Yukos des Gegners. Es entscheidet also immer die Anzahl der höchsten Wertung, die vergeben wurde. Ist diese bei beiden Kämpfern gleich, entscheidet die Anzahl der nächst niedrigeren Wertung, usw.
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Wenn beide Kämpfer überhaupt keine Wertung erzielt haben oder die Wertungen bei beiden absolut identisch sind, dann wird der Wettkampf durch „Golden Score“ entschieden, d. h. alle bisherigen Wertungen werden zurückgenommen und derjenige Kämpfer gewinnt, der in der Verlängerungszeit die erste Wertung erhält. Haben beide Kämpfer auch im „Golden Score“ keine Wertung erzielt, kommt es zu einem Kampfrichterentscheid. Der oder die Kampfrichter müssen einen Kämpfer zum Sieger erklären.
Entscheidung durch Kampfrichter
Für die Entscheidung wird geprüft: Welcher Kämpfer war aktiver, d. h. Haben nach der regulären Kampfzeit beide Kämpfer/innen einen Gleichstand in den Bewertungen, beginnt die Golden Score-Zeit (ohne zeitliche Begrenzung). Die erste erzielte Wertung oder ein Hansoku-make entscheiden den Kampf. Golden Score kommt selten vor, da Judo eine schnelle Sportart ist und durch eine offensive Kampfweise die Mehrzahl der Kämpfe vorzeitig beendet wird. Erhält ein Kämpfer einen "Ippon" ist er der Sieger und der Kampf ist sofort beendet. Haben beide Kämpfer die gleiche Wertung, diese aber unterschiedliche oft, so gewinnt der Kämpfer, der die höhere Anzahl der Wertung erreicht hat. Bei identischem Wertungsstand muss der Kampfrichter ein subjektive Entscheidung treffen. Es gibt kein Unentschieden! In diesem Fall macht der Kampfrichter seine Entscheidung an dem Einsatz der einzelnen Kämpfer fest und erklärt den aktiveren Kämpfer zum Sieger.
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