Mixed Martial Arts (MMA) hat in Deutschland in den letzten Jahren stetig an Popularität gewonnen. Besonders die Ultimate Fighting Championship (UFC) - als größte und prestigeträchtigste MMA-Organisation der Welt - bietet Athleten aus allen Ländern die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu messen. In Deutschland findet der Sport immer mehr Anhänger.
2014 gründete sich die "German Mixed Martial Arts Federation" (GEMMAF) und kämpft seitdem dafür, dass MMA als offizielle olympische Sportart anerkannt wird. Anerkannt ist die Sportart in Deutschland seit 2012. Sportschulen mit 23.000 Mitgliedern haben sich dem Verband inzwischen angeschlossen. Es wird angenommen, dass in Deutschland mehrere Zehntausend Kämpfer aktiv sind. Die meisten sind Hobbysportler.
Doch in den zahlreichen Gyms trainieren immer mehr Männer und Frauen, die versuchen, mit MMA ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Viel Geld verdienen sie nicht, denn selbst auf den größeren Events liegen die Gagen zwischen 1000 und knapp 4000 Euro pro Nacht. Doch die Kämpfer und Kämpferinnen lassen sich davon nicht abbringen. Viele hoffen auf einen großen Fight in der UFC. In Amerika.
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die fünf erfolgreichsten deutschen Kämpfer, die in der UFC gekämpft haben und beleuchten weitere Aspekte des MMA-Sports in Deutschland.
Die Top 5 der deutschen UFC-Kämpfer
- Dennis Siver ist zweifellos der bekannteste Name unter den deutschen UFC-Kämpfern. Geboren in Russland, wuchs er in Deutschland auf und trat ab 2007 in der UFC an. Siver fiel durch sein vielseitiges Striking und seine spektakulären Spinning-Kicks auf. Er erzielte mehrere Siege, die ihn zeitweise in die Top-10 der Federgewichtsdivision katapultierten. Trotz eines hochkarätigen Kampfes gegen Conor McGregor blieb ihm ein Titelkampf verwehrt.
- Ottman Azaitar, aufgewachsen in Köln, machte zunächst in regionalen Ligen auf sich aufmerksam, bevor er 2019 in der UFC debütierte. Sein explosiver Kampfstil und seine Knockout-Power verschafften ihm rasch einen Ruf als gefährlicher Finisher. Gleich in seinem ersten UFC-Kampf gegen Teemu Packalén gewann Azaitar mit einem krachenden K.o. und wiederholte das Kunststück im zweiten Kampf gegen Khama Worthy.
- Nasrat Haqparast, in Afghanistan geboren und in Hamburg aufgewachsen, ist ein weiterer aufstrebender Name im Leichtgewicht. Mit seinem aggressiven Boxstil und soliden Bodenkampf hat er sich in der UFC schnell einen Ruf als harter Gegner erarbeitet. Nachdem er anfangs einige spektakuläre Siege - darunter gegen Marc Diakiese - feiern konnte, wurde er auch als potenzieller Kandidat für einen Platz in den oberen Regionen des Rankings gehandelt.
- Abusupiyan “Abus” Magomedov wurde in Dagestan geboren, besitzt aber die deutsche Staatsbürgerschaft und kämpfte lange Zeit in Deutschland. Nach Erfolgen in verschiedenen europäischen Promotionen gab er 2022 sein UFC-Debüt und sorgte direkt für Aufsehen: Mit einem spektakulären K.o. in der ersten Runde machte er auf seine Ambitionen in der Mittelgewichtsklasse aufmerksam.
- Nick Hein, ein ehemaliger Polizeibeamter aus Köln, ging 2014 in der UFC an den Start und machte sich einen Namen als zäher und disziplinierter Kämpfer. Mit einem starken Judo-Hintergrund und guten Boxfähigkeiten konnte Hein mehrere Siege einfahren und begeisterte mit seinem Entertainer-Charakter sowohl die deutschen als auch die internationalen Fans.
Weitere deutsche MMA-Kämpfer und ihre Geschichten
Neben den genannten UFC-Kämpfern gibt es weitere Athleten, die im MMA-Sport aktiv sind und ihre eigenen, oft bewegenden Geschichten haben:
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- Niko Samsonidse will sich mit einem Sieg für einen Titelkampf in Position bringen.
- David Balevski ist der Sport auch ein Weg in ein besseres Leben. Der 1,92 Meter große Modellathlet hat nie vergessen, wo er herkommt. Deshalb gibt er jungen Menschen aus sozial schwierigen Vierteln Kampfsportunterricht.
- Sami Zarabi floh 2015 gemeinsam mit seiner Mutter und zwei Brüdern nach Deutschland, besuchte in Oranienburg das Gymnasium und will sich nun Schritt für Schritt in die MMA-Elite emporkämpfen.
Der Hype um MMA: Die UFC im Fokus
Die "Ultimate Fighting Championship" (UFC) ist weltweit der größte MMA-Veranstalter und hat diesen Kampfsport zu einer der größten Sportarten der Welt gemacht. Im Jahr 2021 lag der Umsatz bei 5,1 Milliarden Dollar. Auch online ist MMA ein Megaerfolg, die Reichweite enorm. Auf Instagram hat die UFC 36 Millionen Follower, bei YouTube 14,9 Millionen Abonnenten und über sechs Milliarden Videoaufrufe.
"Mixed Martial Arts"-Superstar Conor McGregor verdiente laut Forbes im Jahr 2020 180 Millionen Dollar. Der Hype um MMA ist und bleibt ungebrochen - und wird durch den aufreibenden Netflix-Film 60 Minuten mit Emilio Sakraya gerade noch einmal gesteigert. Doch die Faszination an den Mixed Martial Arts waren auch vorher schon ungebrochen und haben vor allem durch Charaktere wie Conor McGregor gewaltige Ausmaße angenommen.
Bekannte Kämpfer der UFC
Die UFC bietet eine faszinierende Welt der MMA-Meister. Einige der bekanntesten Kämpfer:
- Conor McGregor
- Jon “Bones” Jones
- Khabib Nurmagomedov
- Georges St-Pierre
- Anderson Silva
- Ronda Rousey
- Amanda Nunes
- Daniel “DC” Cormier
- Stipe Miocic
- José Aldo
Sascha Sharma: Ein Deutscher bei "The Ultimate Fighter"
Sascha Sharma ist ein Beispiel für den Traum vieler MMA-Kämpfer. Als einziger Deutscher mischte Sharma in der Reality-TV-Serie „The Ultimate Fighter“ mit, deren Folgen auf Fox Sports mehr als zwei Millionen Amerikaner verfolgten. Der Gewinner der Show erhält eine Harley Davidson - und den begehrten Vertrag mit dem weltweit führenden MMA-Verband Ultimate Fighting Championship (UFC).
Sharma passt auch deshalb perfekt in die Show, weil er zusätzlich zu seinem Talent eine hochemotionale Lebensgeschichte hat. Mit zwölf Jahren erkrankte der Sohn eines Inders am Guillain-Barré-Syndrom, einer Nervenkrankheit, die ihn für Monate ins Krankenhaus und in den Rollstuhl zwang: „Die Ärzte sagten, dass ich jeden Tag sterben kann.“
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Im Achtelfinale dominierte er den Amerikaner Chris Gruetzemacher, verliert dann aber die Kontrolle. Nach einer tiefen Wunde auf seiner Stirn wird der Käfigboden zum blutigen Feld. Conor McGregor, der irische UFC-Star und schillernde Coach der acht Europäer, tobt an den Seilen, weil Sharma gegen seine Anweisungen immer wieder den Bodenkampf sucht.
Das UFC-Ranking: Ein Überblick
Das UFC-Ranking ist ein komplexes System, das die Leistungen der Kämpfer bewertet. Ein ausgewähltes Medien-Panel ist für die Erstellung des UFC-Rankings verantwortlich. Journalisten bewerten die Kämpfer basierend auf ihren jüngsten Leistungen. Aktuelle Leistungen haben dabei mehr Gewicht als ältere Ergebnisse. Titelverteidigungen sind ein entscheidender Faktor im UFC-Ranking. Sie zeigen die Konstanz und Dominanz eines Champions.
Die Position im UFC-Ranking wird durch Faktoren wie Bilanz, Gegnerqualität, Aktivität, Siegesart und die Organisation, in der gekämpft wurde, beeinflusst.
Aktuelle UFC-Champions (Stand Februar 2025)
| Gewichtsklasse | Champion |
|---|---|
| Schwergewicht | Jon Jones |
| Halbschwergewicht | Alex Pereira |
| Mittelgewicht | Dricus du Plessis |
| Weltergewicht | Leon Edwards |
| Leichtgewicht | Islam Makhachev |
| Federgewicht | Ilia Topuria |
| Bantamgewicht | Sean O’Malley |
| Fliegengewicht | Alexandre Pantoja |
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