Vor sechs Jahren wurde auf den Tag genau das Sportkarree - die schöne Trainingsstätte des JCWK eingeweiht und wieder entpuppte sich der 25.11. zu einem besonderen Tag für den Verein.
Im Rahmen der frisch aufpolierten Wermelskirchener Sportlerehrung am Donnerstagabend in der "Bergischen Sportarena" war Sara die Ehre vergönnt, dem Stadtoberhaupt beim Randori (Freikampf) den Atem zu rauben. Den Bürgermeister ruckzuck aufs Kreuz gelegt. Das schafft so schnell keiner. Da muss erst ein Judo-Floh kommen. Ein kurzer Showkampf machte es möglich.
Nicht zu Unrecht: Schließlich zählte die 17-jährige Judoka zu den von Jürgen Weiher (Stadtsportverband) und Bernd Meyer (Sportausschuss) Ausgezeichneten. Mit ihrem 3. Platz 2006 bei den Deutschen Meisterschaften U 20 (bis 44 kg) wurde die Gymnasiastin zum zweiten Mal nach 2004 zur Ehrung eingeladen.
Die dreifache Westdeutsche Meisterin befand sich in illustrer Gesellschaft von sieben weiteren Mitstreitern: Max Paas (SSV Dhünn), Inline-Speed-Skater mit einem 3. Rang bei den Deutschen Meisterschaften (DM) im Doppelmarathon (85 km); Moritz Eisbach, Weltmeister U 15 in der Schweiz im Einradfahren, Disziplin "langsam rückwärts"; Jonas Ulinski (SSV Dhünn), 2. Platz bei der DM U 17 im Judo; Jörg Steinwascher und Giuseppe di Magno (beide Dhünn), Erste bei der Judo-DM in der Kata, sowie die Karate-Geschwister Dennis und Carina Leithäuser, die deutsche Vize-Titel im Kumitee und der Kata holten.
Zumeist waren es Kampfsportler, die aufs Schild gehoben wurden. So war es logisch, dass der Judo-Club Wermelskirchen den Anwesenden eine Vorführung bot, die Katrin Borchardt und Patrick Erbach auf die Beine gestellt hatten. 25 Kinder zeigten Techniken, gingen auf die Geschichte der Sportart ein, bis zum Gründer des Judo, dem Japaner Jigoro Kano, zeigten wie Judo, übersetzt "der sanfte Weg", um die Welt ging. Eric Weik hat die Sportart einst in Stuttgart als Bub betrieben.
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Obwohl er im Vorfeld der Einlage tierisch nervös war, klappte es besser als erwartet. Und abgesehen von den geplanten Tomo Nage machte Weik spontan Judo-Rollen mit. Die Übung gelang. Gelernt ist gelernt. Auch wenn es mittlerweile 26 Jahre zurückliegt.
Erstmals in der Vereinsgeschichte hatte der Judoclub Wermelskirchen zu einem Schnupperkurs eingeladen. Die Verantwortlichen waren überwältigt von der Resonanz und teilten den Kurs auf zwei Tage auf, sodass alle interessierten Kinder einen Platz fanden.
Üblicherweise erfolgt der Einstieg in den Judosport in der schönen Trainingsstätte des JCW am Busbahnhof fortlaufend im ganzen Jahr. Trainer Jens Harms regte jedoch an, einmal eine homogene Gruppe beginnen zu lassen, sodass die Kinder zeitgleich gemeinsam die ersten Erfahrungen und Erfolge auf der Judomatte erleben. Im Trainerteam stieß er mit dieser Idee sofort auf offene Ohren.
Insbesondere nach den Lockdowns wollte man den Wermelskirchenern eine Möglichkeit bieten, Sport zu treiben. So wurde der Kurs komplett kostenfrei für die Kids angeboten. Als Trainer übernahm Sven Dicke die sportliche Leitung. Die Resonanz sprach für sich: nach nur zwei Tagen war der Kurs ausgebucht und eine weitere Trainingszeit musste her.
Folglich tummelten sich im September montags und dienstags jeweils fast 30 angehende Judoka auf der Matte. Zur Unterstützung der Meute spannte Dicke auch seinen Sohn Finn und Ehefrau Astrid ein. In der letzten Woche vor den Herbstferien endete der Schnupperkurs mit einer kleinen Prüfung und anschließenden Ehrung für die Kinder.
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Nach den Ferien werden beide Einheiten als feste Gruppen fortgesetzt, da sich über 80% der Kids für das Weitermachen entschieden. „Ich fand den Schnupperkurs richtig toll!“ sagt Tim Krannich (5) im Anschluss und fügt hinzu: „Ich freue mich, wenn der Kurs nach den Ferien weitergeht und ich einen richtigen Judo-Anzug bekomme.“ Der Schritt in die Judofamilie hinein ist gemacht.
Die notwendige Kleidung wird dank des ortsansässigen Intersportes und Organisatorin Katrin Seide nun beschafft. Gemeinsam gehen die Kids dann das nächste Ziel an: der weiße Gürtel soll durch eine „Schnipselprüfung“ vor den Weihnachtsferien etwas gelber werden.
In Wiedenbrück stellte sich das Trio einer strengen, aber fairen Prüfungskommission. Insgesamt 20 Judoka traten beim letzten Prüfungstermin des Jahres an, sechs von ihnen mussten verfrüht die Heimreise antreten. Hiervon war das Team des JC Wermelskirchen allerdings weit entfernt.
Manon Dörner war auf der Matte direkt die Erste in der Liste und musste immer vorlegen. Sie zeigte gemeinsam mit Uke Hanna einen nahezu fehlerfreien Durchgang in der Kata und wusste auch im Standprogramm zu überzeugen. Auch Hanna Kalff wusste in Stand- und Bodenlage auf jede Frage eine Antwort und meisterte die Prüfung souverän.
Das Duo hat für die Kata seine Rollenverteilung gefunden und liebäugelt damit, eventuell die Nage No Kata mal auf einem Demonstrationswettbewerb zu zeigen. Vielleicht werden wir also noch von ihnen hören. Natica Gulich ist von der Teilnahme an einer Katameisterschaft weit entfernt, denn nach dem Samstag möchte sie „endlich wieder richtig Judo machen“, also in den Zweikampf gehen.
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Obwohl ihr die Katatür sicherlich auch offen stünde, denn die ausgebildete Ballettlehrerin beeindruckte ausnahmslos alle mit ihrer Ausstrahlung und Ruhe schwer. Da machte es auch nichts, dass sie ihre Partnerin Katrin Seide bei einem der 30 Würfe falsch herum warf. Durch ihren souveränen Auftritt ist das wahrscheinlich kaum aufgefallen. Im Stand zeigte die Späteinsteigerin dann nochmal ihr Können.
Als die Prüfer merkten, dass Natica bestens vorbereitet war, kramten sie in der Kiste der Zusatz- bzw. Sternchenfragen. Hier brachten sie die Löwin dann kurz ins Straucheln, verwickelten sie aber in ein interessantes Fachgespräch, was wohl das Ziel der Frage gewesen war.
Natica wechselt nach gerade einmal 6,5 Jahren im Judosport von den Schüler- zu den Meistergraden. Hanna Kalff musste auch einiges an Durchhaltevermögen aufbringen. Die JClerin betreibt seit ihren Kükentagen Judo und bereitete sich bereits vor gut 2 Jahren auf den schwarzen Gürtel vor.
Eine Knieverletzung zwang sie damals zwei Wochen vor der Prüfung das große Ziel zu verschieben. Trotz Studium zog sie es nun aber durch und daran hatte Manon Dörner wohl auch einen Anteil, denn mit passender Partnerin macht die Plackerei doch direkt mehr Spaß. Vielleicht wollte es das Schicksal auch so, denn die beiden Girls entstammen zwei langjährigen Judofamilien.
Schon ihre beiden Brüder Silas und Jonas absolvierten 2018 gemeinsam die Meisterprüfung. Besonders schöne Geschichte am Rande: alle Brüder (Silas und Merlin Dörner; Jonas Kalff alle 1. Dan) waren den weiten Weg nach Wiedenbrück mit angereist um die Mädchen zu unterstützen. Das Geschwisterfoto mit fünf schwarzen Gürteln durfte am Ende also nicht fehlen.
Wermelskirchen/Brühl (rmm). Hendrik setzte sich mit zwei Siegen bis ins Finale durch, Niklas musste sich durch die Trostrunde kämpfen. Am Ende schaffte er mit einem dritten Platz die Qualifikation. Ebenso sein Bruder, der das Finale knapp verlor. Clemens Mauel (bis 66 Kg) zeigte die ersten Früchte seines ständigen Trainingsfleisses. Mit drei vorzeitigen Siegen in der Vorrunde und einem Sieg im spannenden Finale wurde er Bezirkseinzelmeister. Maxim Miller machte es ihm in der Klasse bis 73kg nach.
Am Nachmittag kämpfte die U13 und U15 m/w beim Koga-Cup mit. Dabei dominierten die Brühler Mädchen auf ganzer Linie. Jede Kämpferin aus der Schlossstadt kam aufs Treppchen. Emilia Imbriani, Sophie Retzlav und Mirella Golland gewannen Gold. Mathea Ling holte Silber. Anni Hemmerling und Maria Stemplin kamen auf die dritten Plätze. Bei den Jungs konnte sich Alexander Gulgorov als einziger die Goldmedaille erkämpfen. Dafür gingen mit Florian Hombach, Matteo Imbriani, Jona van Zyl, Aaron Düx, Gregor Ling und Michel Mattarei insgesamt sechs Silbermedaillen nach Brühl.
