Wenn World Heavyweight Champion Gunther am 31. August im Match um den World Heavyweight Championship bei Bash in Berlin gegen Randy Orton antritt, steht ihm eine große Herausforderung bevor.
Gunthers Weg zum Titel
Bereits vor seiner Zeit bei der WWE zählte Gunther zu den besten deutschsprachigen Wrestlern und half als Wrestler und Trainer aktiv mit, die deutsche Wrestling-Szene auf- und auszubauen. Nun ist er World Champion der größten Wrestling-Liga der Welt.
Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert. Gunther ist wieder ganz oben bei WWE angekommen!
Sports Illustrated: Seit ein paar Wochen werden Sie bei den Shows mit einem kleinen, aber wichtigen Zusatz von den Ringansagern angekündigt: World Heavyweight Champion.
Gunther: Es war schon strange, als ich mich im Hotel mit dem Gürtel vor dem Spiegel gesehen habe. Aber ich kann mir nicht erlauben, dass ich mich darin verliere, weil ich muss die Rolle als Champion nun auch ausfüllen. Von mir als World Champion erwarten die Leute nicht, dass ich der Junge bin, der das immer geträumt hat, es jetzt endlich geschafft hat und die Geschichte vorbei ist. Die Leute erwarten vor mir, dass ich nun einen Champion verkörpere.
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Gunther: Es war ein großer Moment. Aber ich weiß auch, worauf ich mich verlassen kann. Das ist mein Handwerk, das ich schon lange ausübe. Wahrscheinlich werde ich erst richtig stolz darauf sein, wenn es irgendwann vorbei ist. Denn die wirkliche Reise geht erst richtig los, sobald man den Titel hat.
Die Verantwortung als Champion
Das weiß auch der gebürtige Wiener, der seit Anfang August den World-Title hält.
Gunther: Nicht viel. Das ist eine professionelle Auszeichnung. Dementsprechend nehme ich das auch ernst, weil es eine große Verantwortung ist. Sei es bei der Außendarstellung, bei der man mehr zu tun hat, oder im Ring selbst. Als Champion muss alles sitzen. Aber ich habe lange dafür gearbeitet, um in diese Position zu kommen.
Sports Illustrated: Unter anderem: Den Titel zu verteidigen.
Der WWE-Kosmos im Jahr 2024
Sports Illustrated: Wie lässt sich das Wrestling-Produkt der WWE aus dem Jahr 2024 nun beschreiben? Gilt immer noch der Stereotyp von den großen Männern, die einen Scheinkampf ausführen? Ist es Sports Entertainment?
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Gunther: Es ist schwierig, das auf einen Nenner herunter zu brechen. Die WWE lässt sich aktuell wahrscheinlich mit den Namen Roman Reigns und Cody Rhodes beschreiben, die zwei großen Zugpferde. Aber gleichzeitig ist es auch eine vielfältige Mischung.
Triple H, der Chief Content Officer der WWE, hat eine ganz andere Herangehensweise als die frühere WWE-Führung. Er ist offen dafür, mehr externe Einflüsse zu integrieren und ich glaube, das ist auch der richtige Weg. Mittlerweile sind viele internationale Wrestler bei der WWE unter Vertrag und bringen alle verschiedene Wrestling-Kulturen und -Stile mit. Das sorgt für eine ausgewogene Mischung.
Am Ende des Tages ist Wrestling aber natürlich auch Sports Entertainment. Es ist Sport im Sinne der Unterhaltung.
Gunthers Gimmick: Der Ringgeneral
Sports Illustrated: Sie sind einer dieser Unterhalter. Der Charakter, den sie in der WWE verkörpern, ist ein traditionalistisches, nüchternes Heavyweight, das in langem Mantel und bis vor kurzem noch mit der 9. Sinfonie von Antonin Dvorak seinen Weg zum Ring machte. Spitzname: Der Ringgeneral.
Gunther: Dieses Gimmick entstand damals noch bei wXw zusammen mit Ludwig Kaiser und Timothy Thatcher, einem US-amerikanischen Wrestler aus der Independent-Szene. Er setzte damals schon auf diesen realistischen, pragmatischen Stil mit vielen Griffen, Submissions und harten Schlägen. Er kam auch auf dieses klassische Stück als Entrance-Musik.
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Zusätzlich hatten wir auch Einfluss von Axel Dieter Senior, Ludwig Kaisers Vater. Er war Berufsringer und vertrat einen traditionellen Stil. Wir fanden fanden zudem, alte Wrestling-Dokumentationen aus den 80ern und 90ern sehr spannend. Damals wollten die Wrestler ihr Handwerk noch als echten Wettkampf verkaufen. Wir fanden das so unterhaltsam und dachten, das müssen wir zu einem Gimmick machen. Nach dem Motto: "Früher war alles besser“.
Das haben wir dann auch in unserem Look einfließen lassen: Schwarze Jacke, schwarze Boots, ich im Generalsmantel - und es hat super funktioniert. Die Wrestling-Welt war damals sehr spektakulär, bunt, over the top.
Die deutsche Wrestling-Szene und die Zukunft
Sports Illustrated: Bereits vor Ihrer Zeit bei der WWE zählten Sie zu den besten deutschsprachigen Wrestlern und halfen als Wrestler und Trainer aktiv mit, die deutsche Wrestling-Szene auf- und auszubauen. Nun sind Sie World Champion der größten Wrestling-Liga der Welt.
Gunther: Ja und nein. In der Rolle, in der ich jetzt bin, ist es mein Job, auf mich zu schauen. Das ist mein Fokus. Auf der anderen Seite war es mir schon wichtig, die Tür aufzustoßen für andere deutschsprachige Wrestler, dass sie ähnliche Chancen bekommen. Aber das war ehrlicherweise nicht mein primärer Antrieb. Ich bin jetzt gerade in der Mitte meiner eigenen Karriere. Vielleicht kann ich später mal, wenn sich meine Karriere dem Ende zuneigt, mehr Energie reinstecken, eine Anlaufstelle für deutschsprachige Wrestling-Talente und eine Streamline in Richtung WWE für sie aufzubauen.
Bash in Berlin
Sports Illustrated: Apropos Zukunft: Blicken wir auf den Bash in Berlin. Es wird die erste Großveranstaltung der WWE in Deutschland. Sie haben bereits auf der ganzen Welt gewrestled.
Gunther: Japan ist zum Beispiel sehr spezifisch. Die Fans dort sehen Wrestling komplett als reinen Sport. Davon war ich immer ein großer Fan. Das europäische Publikum ist ebenfalls sehr sportlich geprägt, geht aber auch in die amerikanische Richtung mit dem Blick für das Entertainment. Die deutschen Fans speziell sind zunächst etwas verhaltener. Da heißt es oft: „Da ist dieser Gunther. Dann zeig mal, was du kannst.“ Die gucken sich das erstmal genau an, achten auf Details, geben sehr ehrliche Reaktionen. Wenn man sie dann aber mal für sich gewinnen konnte, sind sie richtig heiß und bleiben auch investiert.
Ich mag das lieber als Fans, die direkt euphorisch werden, aber im Vergleich dazu schneller wieder aussteigen. In Deutschland ist es so: Wenn der Kessel brennt, dann brennt er richtig.
Gunther: Ich glaube, in Deutschland finden sehr viele Leute Wrestling cool. Aber nicht jeder traut sich, das auch öffentlich zu zeigen oder auszuleben. Das muss sich noch ändern. Mittlerweile gibt es aber viele deutschsprachige Athleten, mit denen sich die Fans identifizieren können. Wir versuchen deshalb auch sichtbarer zu werden. Mit ProSieben Maxx hat man einen Top-Sendeplatz. Und man merkt, dass mittlerweile eine richtige Euphorie für Wrestling herrscht. Auch aus Österreich kriege ich viele Nachrichten und Reaktionen.
Bash in Berlin wird nun historisch. Ich hoffe, die Fans können das genießen, weil ich hätte mir das als Fan früher sehnlichst gewünscht.
Sports Illustrated: Bei Bash in Berlin stehen Sie Randy Orton im Match um den World Heavyweight Championship gegenüber.
Gunther: Auf einen Typen, der mehr Erfahrung hat und nochmal 20, 30 Kilo schwerer ist als ich. Das ist eine Herausforderung, weil normalerweise bin ich der größere oder stärkere. Aber er ist ein absoluter Traumgegner für mich. Er ist ein Heavyweight und ich mag diese klassischen Heavyweight-Kämpfe. Die haben nochmal eine ganz andere Aura und das zu verkörpern finde ich richtig cool. Und auch vom Wrestling-Stil passt es mit Randy. Ich glaube, wir denken ähnlich über den Sport.
Die Geschichte der World Heavyweight Championship
Die WCW/WWE World Heavyweight Championship ist momentan der zweithöchste Titel, den die Wrestling-Liga WWE an ihre Einzelwrestler vergeben kann. Der Titel war ursprünglich der höchste Titel in der WCW und auch in der NWA.
Nachdem Ric Flair am 11. Januar 1991 ein Titel-Match gegen Sting um die NWA World Heavyweight Championship gewann, bekam er jedoch die WCW World Heavyweight Championship und nicht die eigentlich vorgsehene NWA World Heavyweight Championship. Der Titel wurde nicht mit einem eigenem Gürtel, sondern mit dem Gürtel der NWA World Heavyweight Championship repräsentiert und man übernahm bis zu jenem Zeitpunkt die Titelhistorie der NWA WH-Championship.
Doch am 1. Juli 1991 verlies Ric Flair mit samt dem Gürtel die WCW und ging zur WWF. Als die WCW sich weigerte Flairs 25.000$ Depot, dass der Titelträger als Versicherung noch zustand, zurückzuzahlen, behielt Flair den Big Gold Belt, der damals den Toptitel der Liga repräsentierte. Die WCW war daraufhin gezwungen, einen eigenen Titelgürtel zu erschaffen und nannte ihn ebenfalls WCW World Heavyweight Championship. Der Titel wurde dann Lex Luger verliehen, nachdem dieser ein Turnier für sich entscheiden konnte.
Die WCW verklagte daraufhin Flair wegen der Benutzung des Big Gold Belt, doch dann konnten sich beide Parteien außergerichtlich auf eine Summe von 38.000$ einigen, um Ric Flair den Gürtel wieder abzukaufen. Die WCW besaß aber jetzt zu diesem Zeitpunkt zwei World Titles. Der zurückgekaufte Gürtel wurde in WCW International World Heavyweight Championship umbenannt. Der am Endedes Jahres 1993 zur WCW zurückgekehrte Ric Flair gewann daraufhin die WCW World Heavyweight Championship von Vader, doch die WCW entschied daraufhin, beide Titel zu vereinigen, da man es nicht für nötig hielt, zwei World Titles in der WCW zu verteidigen.
Nachdem die Einschaltenquoten der WCW immer weiter sanken, kaufte Vince McMahon, der Besitzer der WWF, im März 2001 die WCW auf. Doch die WCW World Heavyweight Championship blieb aktiv, wurde aber in WCW Championship umbenannt. Nachdem die Storyline-Invasion der WCW beendet war, wurde der WCW Title in World Championship umbenannt. Doch bei der PPV-Großveranstaltung Vengeance am 9. Dezember 2001, besiegte Chris Jericho zuerst den World Champion The Rock und danach den WWF-Champion Stone Cold Steve Austin und somit wurden beide Haupttitel der beiden Ligen vereinigt und in Undisputed WWF Championship umbenannt.
Der ehemalige General Manager von RAW Eric Bischoff erschuff daraufhin die World Heavyweight Championship, die auch schon bei der WCW und der NWA als WCW- bzw. NWA World Heavyweight Championship benutzt wurde. Laut den Angaben der WWE handelt es sich aber um einen anderen Titel mit eigener Titelgeschichte und eigenem Design.
Weil es jetzt zwei Haupttitel in der WWE gab, musste man die Undisputed WWE Championship (übersetzt= "Unangefochtene WWE Championship") in WWE Championship umbennen. Bei der Draft-Lotterie 2005 wechselte der damalige der WWE Champion John Cena zu RAW und der World Heavyweight Champion zu SmackDown. Drei Jahre später bei der Draft-Lotterie 2008 wechselte der WWE Champion Triple H zu SmackDown und im Gegensatz kam die World Heavyweight Championship wieder zu RAW.
WWE Titelträger im Überblick (Beispiel)
| Titel | Aktueller Titelträger (Beispiel) |
|---|---|
| Undisputed WWE Champion | Cody Rhodes |
| World Heavyweight Champion | Seth Rollins |
| WWE Women’s Champion | Tiffany Stratton |
| WWE Intercontinental Champion | Dominik Mysterio |
Hinweis: Dies ist eine Momentaufnahme der Titelträger. Die tatsächlichen Titelträger können sich ändern.
