Die Geschichte der Judo-Kampfgemeinschaft Essen (JKG Essen)

Die Judo-Kampfgemeinschaft (JKG) Essen blickt auf eine 40-jährige gemeinsame Geschichte zurück. Bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen blickte die Vorsitzende Ursula Flore auf die Geschichte der JKG zurück.

Die Anfänge und Gründung der JKG Essen

Die Initiative zur JKG stammte von Walter Schlarb, einem Vorstandsmitglied des 1. Essener Judo-Club. Der Hintergrund: Die einzelnen Essener Judovereine konnten oftmals nicht alle Gewichtsklassen besetzen. Mannschaftserfolge waren so nicht möglich.

Die Judo-Abteilung des PSV Essen, der 1. Essener Judo-Club, der Judo-Club Steele, Samurai, Judo-Club Altenessen und die Judoabteilung der DJK Frintrop gründeten daher die JKG.

„Die gute Zusammenarbeit und die qualifizierte Trainingsarbeit bewirkten recht schnell Erfolge“, erinnert sich Ursula Flore.

Erfolge und Entwicklung der JKG Essen

Zwei Leistungszentren wurden eingerichtet. Eines führte Dieter Bruns, das andere Matthias Schießleder, Olympiateilnehmer von Tokio 1960. Die Judo-Männer kämpften sich fortan durch die Ligen und krönten die Entwicklung mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga (1990), erreichten 1993 sogar die Aufstiegsrunde zur 1.

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Die Deutsche Einheit machte eine Umstrukturierung des Liga-Systems notwendig. Die JKG-Herren kamen in die Regionalliga. Es folgte ein Auf und Ab zwischen 2. Bundesliga und Regionalliga, wobei die Konkurrenz es der kleinen JKG oftmals mit ihren „eingekauften“ ausländischen Kaderathleten schwer machte, sich zu behaupten.

Heute kämpfen die JKG-Herren in der Regionalliga. Was die kommende Saison bringen wird, weiß niemand, doch man könne durch den guten Nachwuchs auf eine recht positive Zukunft hoffen.

Außerdem sagt Ursula Flore: „Die JKG verfügte in all den Jahren über ein sehr wertvolles Kapital, das mehr ist als ein großes Vermögen. Es ist die positive Zusammenarbeit, die Leistungsbereitschaft und die gute Kameradschaft im Essener Team.

Die Schäfer-Zwillinge: Ein Beispiel für Erfolg und Zusammenhalt

Unter denen, die da im Gleichschritt schwitzen, sind wie fast immer auch Jens und Lars Schäfer. Die 23-jährigen Zwillinge gehen seit 2003 für die JKG auf die Matte, waren auch 2006/07 in der 2. Bundesliga dabei.

„Wir beide haben zuhause oft rumgetobt. Das hat unsere Eltern wohl genervt. Da haben sie gesagt, wir sollten es doch mal mit Judo versuchen und uns dort austoben“, erinnert sich Lars mit einem Schmunzeln an die Anfänge. Erfolge in der Individualsportart Judo stellen sich früh ein.

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Da beide stets in der gleichen Gewichtsklasse kämpfen, bleibt es nicht aus, dass sie auf der Judomatte zu Konkurrenten werden. „In der Jugend standen wir bei Turnieren oftmals gemeinsam im Finale“, erinnert sich Jens. „Damit haben wir nie ein Problem gehabt. Das heißt aber nicht, dass wir nicht richtig gekämpft haben“, fügt Lars, mit 1,82 Metern Körpergröße einen Zentimeter kleiner als sein Zwillingsbruder, hinzu.

„Wir gönnen es dem anderen, wenn er stärker ist. Das hat sich bis heute nicht geändert, auch wenn sich das Gleichgewicht früherer Jahre zwischen den beiden 73-kg-Kämpfern etwas verschoben hat. „Im Moment ist Jens klar stärker“, sagt Lars, der wegen seines Schichtdienstes nicht so regelmäßig trainieren kann und deshalb auch mal in der „Zweiten“ aushilft.

„Konditionsstark sind wir beide. Die vergangene Saison lief für Jens extrem gut. Sein offensiver Kampfstil, der ihn so gut wie nie in Gefahr bringt, wegen Passivität bestraft zu werden, beschert der JKG Punkte und ihm die Aufmerksamkeit anderer Klubs.

In Wettkämpfen treffen die Schäfers, die mit 16 die Prüfung zum Schwarzgurt ablegten, heute nur noch selten aufeinander. Im Training schon. „Wir sind gute Trainingspartner, haben das gleiche Gewicht, die gleiche Größe“, erzählt Jens.

Beruflich gehen die Schäfer-Zwillinge, die zufällig gemeinsam den Grundwehrdienst ableisteten, getrennte Wege. Lars macht ein Dualstudium im öffentlichen Dienst zum Polizeikommissar. Jens studiert Sport und Biologie in Bochum. Privat unternehmen sie noch einiges zusammen, haben einen gemeinsamen Freundeskreis. Ihr Zwillings-Dasein treibt aber nicht die Blüte, dass die beiden Twens außer beim Judo in identischen Klamotten unterwegs sind. Sie legen Wert auf Individualität.

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Judo heißt wörtlich übersetzt: der sanfte Weg.

Erfolge der Jugend

Beim Kreisturnier der Altersklasse U 14 sahnt der JC DJK Frintrop wieder ab. Das Kreispokalturnier richtet wieder der JC sen aus. In der Altersklasse U 11 erreicht Timo Spors Platz zwei, Lea Spieker Rang drei. Auf den Mülheimer Stadtmeisterschaften erreichen die U 11-Kämpfer Timo Spors und Samuel Höfer jeweils Rang zwei. Rang zwei erkämpfen sich in der Klasse U 14 Laura Pomplun und Güler Danagöz.

Erfolgreich startet die U 14-Mädchenmannschaft bei der Bezirksmannschaftsmeister- schaft. Den ersten Kampf gegen PSV Duisburg gewinnt Frintrop mit 5:3. Der JC Oberhausen-Holten richtet ein Bezirkswanderpokalturnier aus. Die Mädchenmannschaft U 14 scheitert bei der Westdeutschen Vereinmannschafts-meisterschaft in Leverkusen knapp. Der erste Kampf gegen den späteren Sieger geht deutlich verloren.

Duisburg richtet das bezirksoffene Optik Hoppe-Turnier aus. In der Altersklasse U 14 belegt Irem Yurdakal Platz zwei, Celina Gimenez-March, Sara Gust, Güler Danagöz, Frederik Plücker und Daniel Hoppe-Alvarez erkämpfen sich ebenso wie Marina Gust in der U 17 dritte Plätze. Bei der Kreiseinzelmeisterschaft U 14 stellen die Frintroper mit Sara Gust, Güler und Gülten Danagöz sowie Laura Pomplun und Celina Gimenez-March fünf der zehn Sieger. Alicia Gimenez-March, Angelina Köster und Frederik Plücker erreichen Platz zwei, auf Platz drei landet Irem Yurdakul.

Überwiegend mit Anfängern startet der Verein beim Günter Hensel-Gedächtnisturnier für die Altersklasse U 11 in Altenessen. Bei der Bezirkseinzelmeisterschaft der U 14 schlagen sich Sara Gust, Celina Gimenez-March und Frederik Plücker hervorragenden. Pech hat Güler Danagöz, die sich im vorletzten Kampf eine Bänderdehnung zuzieht und zum Endkampf nicht antreten kann. Sie belegt Platz zwei. Beim Bezirkspokalturnier der U 14 erreicht der JC DJK Frintrop Platz drei in der Gesamtwertung.

Bei den Westdeutschen Einzelmeisterschaften erreicht zwar kein Teilnehmer aus Frintrop einen Platz auf dem Treppchen, aber alle kämpfen ein tolles Turnier. Güler Danagöz hat Pech und scheidet aus. Der JC Oberhausen-Holten richtet das Kreiseinladungsturnier der Altersklasse U 11 aus.

„Ein Superergebnis“ lautet das Fazit der Stadtmeisterschaft 2008. In der Altersklasse U 14 fahren Laura Pomplun, Gülten und Güler Danagöz, Sara Gust, Celina Gimenez-March und Frederik Plücker als Stadtmeister nach Hause.

Würdigung von Dieter Bruns

Der Deutsche Judo-Bund und der Nordrhein-Westfälische Judo-Verband trauern um Dieter Bruns, der am 7. Erik Gruhn2009 wurde Dieter Bruns zum Ehrenkampfrichter der Europäischen Judo-Union ernanntDieter Bruns war Bundeskampfrichter und gehörte über viele Jahre der Kampfrichterkommission des DJB an.

2009 wurde er im Rahmen des Otto-Grand-Prix in Hamburg zum Ehrenkampfrichter der Europäischen Judo-Union ernannt. Mit dieser Auszeichnung wurde er für seinen beispielhaften jahrzehntelangen Einsatz für das Kampfrichterwesen in Deutschland und auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus belohnt.

Der Essener war Träger der Goldenen Ehrennadel des DJB. 2009 verlieh ihm der Verband den 7. Dan-Grad im Judo. In Nordrhein-Westfalen war er von 1991 bis 2003 Vizepräsident des NWJV und von 1982 bis 2003 Kampfrichterreferent. 2012 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft im größten Landesverband. In den Vereinen Samurai Essen und JKG Essen arbeitete er auch über viele Jahre erfolgreich als Trainer.

DJB und NWJV trauern um einen verdienten Sportler und Funktionär, der mit seiner ruhigen und ausgeglichenen Art auf und neben der Matte immer hohes Ansehen genoss. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.