Ab dem 18.02.2016 können Interessenten im Rahmen des Freizeitsportangebots des VfB Tamm Systema entdecken.
Systema ist eine russische Methode zur Selbstverteidigung und Gesundheitserhaltung, die in der Sowjetzeit aus verschiedenen Einflüssen entstanden ist.
Zu diesen Einflüssen zählen unter anderem die mittelasiatischen Ringkampftraditionen, das Fechten der Kosaken, russischer Faustkampf, militärischer Nahkampf, Volkstanz und Volksheilkunde.
Das Ergebnis ist ein überaus flexibles und vollständiges Trainingssystem, das aus verschiedenen Blickwinkeln praktiziert werden kann und eine sehr persönliche Entfaltung ermöglicht.
Der Schwerpunkt liegt auf Wahrnehmung und Kontrolle des Körpers sowie den Abbau von Spannungen und Ängsten.
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Somit ist Systema nicht nur zur Selbstverteidigung hervorragend geeignet, aber auch als generelle Übungsmethode für ein feineres, ganzheitliches Körpergefühl.
Systema kann als eigenständiges System trainiert werden, als unterstützende Methode für weitere Kampf- und Bewegungskünste, oder als Ergänzung zu einer Körpertherapie.
Weitere Informationen zu den Trainingsinhalten, der Geschichte von Systema und Praktisches zum Training finden Sie unter www.systema-tamm.de.
Das Training findet donnerstags von 20:00 bis 22:00 in der Gymnastikhalle der Realschule Tamm statt.
Systema im Vergleich zu anderen Kampfkünsten
Viele der zuvor als Kampfsportart bezeichneten Stile haben in Ihrer Ursprungsform einen Kampfkunsthintergrund - in einigen Ländern (meist den Ursprungsländern) werden sie sogar noch als Kampfkunst ausgeübt.
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Leider ist dies in Europa kaum noch der Fall - der sportliche Wettkampfgedanke steht hier eindeutig im Vordergrund.
Ganz klar ist jedoch, dass jedwede sportliche Reglementierung, die eine reine Selbstverteidigung wie unser Wing-Tsung Kung Fu nun einmal „nicht“ hat, die Effektivität beeinträchtigt und den Schüler überlegener Kampftechniken beraubt.
Gerade dieser Grundgedanke der Effektivität macht die Kampfkunst „Wing-Tsung“ (unabhängig von ihrer Schreibweise) zu einer einzigartig-effektiven Selbstverteidigung, was dazu führte, dass Sondereinheiten der Polizei und des Militärs weltweit unsere Techniken trainieren.
Wing - Tsung Kung Fu ist nicht die einzige Kampfkunst, die sich den Grundgedanken einer effektiven Selbstverteidigung auf die Fahnen geschrieben hat - auch Krav Maga, Systema oder das durch Bruce Lee bekannt gewordene Jeet Kune Do tun dies.
Krav Maga z. B. wurde von einem zweiten Technikergrad des Wing - Tsung Kung Fu entwickelt und auf die speziellen Bedürfnisse des Militärs umgestaltet.
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Im Vordergrund stand die Notwendigkeit dem Schüler möglichst schnell effektive Kampftechniken beizubringen, die Grundlagen des Überlebenskampfes wurden auf das Wesentliche beschränkt.
Techniken, die der Perfektionierung des Wing-Tsung dienten wurden hierbei weggelassen bzw. nicht aufgenommen, da sie Jahre intensiven Kampfsporttrainings bedurften.
Kampfkunst vs. Kampfsport
Wir möchten an dieser Stelle dem Leser eine umfassende Erklärung zu den Begriffen Kampfkunst und Kampfsport geben - häufig liegt es im Auge des Betrachters, welchen Aspekt er sich für seine persönliche Erklärung zum Unterschied zwischen den beiden Wortkonstrukten heranzieht.
Eine deutlich bessere und unserer Ansicht nach auch zutreffendere Art der Erklärung des Unterschiedes zwischen Kampfsport und Kampfkunst liegt schon im Wort selber.
Kampf“SPORT“ weist auf den sportlichen Charakter einer Kampftechnik hin.
Wer eine Kampfsportart betreibt, unterwirft sich bei ihrer sportlichen Ausübung deutlichen Reglementierungen, er darf um einen Punkt bzw. den Sieg zu erzielen seinen Gegner z. B. nicht den Kehlkopf zertrümmern, die Augen ausstechen oder in die Weichteile treten - je nach Kampfsportart ist es auch untersagt, seine Beine, seinen Kopf oder die Ellenbogen einsetzen.
Ja, auch sind Kämpfe / Wettbewerbe fast ausschließlich in Gewichtsklassen eingeteilt - es soll fair bleiben und schwere Verletzungen sollen vermieden werden, Schiedsrichter begleiten den sportlichen Wettkampf um die Einhaltung der Regeln zu gewährleisten.
Bei der Kampf“KUNST“ geht es sicherlich nicht um eine künstlerische Darstellung von Angriffstechniken, das wäre eine glatte Fehlinterpretation - hier ist mit Kunst die Fähigkeit gemeint einen Gegner mit Hilfe von Selbstschutztechniken und Kampfprinzipien abzuwehren.
Gewichts- oder Altersklassen spielen hier keine Rolle, alles was der menschliche Körper bietet darf eingesetzt werden, jedes effektive Ziel darf angegriffen werden.
Im Vordergrund steht der Gedanke heil und unbeschadet aus einer Notlage herauszukommen.
Von einem sportlichen Wettkampf - Gedanken kann hier nicht die Rede sein.
Somit eigenen sich die meisten Kampfkünste mehr um einen effektiven Selbstschutz zu gewährleisten - Ziel ist es körperlich schwächeren Menschen die Möglichkeit zu geben siegreich aus einer Auseinandersetzung zu kommen bzw. in Notlagen die Zeit zu gewinnen die Flucht anzutreten.
Natürlich wäre es unfair und auch nicht richtig, Kampfsportarten wie Karate, Teakwondo, Kickboxen, Boxen, Judo, Ringen / Grappling, Jiu Jitsu; Kendo, Aikido, Wrestling, Hapkido, Fechten und vielen anderen den Selbstschutz-Charakter abzusprechen - auch hier können Schüler wie im Wing-Tsung / Wing Chun / Wing Tsun ihr Selbstbewusstsein schulen, Kampftechniken erlernen, die Fähigkeit der eigenen Selbstverteidigung schulen, um gefährliche Situationen unbeschadet zu überstehen.
