Systema ist eine russische Kampfkunst, die tief in den Kampfsystemen Altrusslands verwurzelt ist. Ihre Entwicklung ist eng mit den historischen und geografischen Bedingungen Russlands verbunden. Kontinente hatten ihre eigene Art zu kämpfen. Bedingungen. gebaut. Strukturen. Krieg verwickelt war. Waffen und ihre Mentalität.
Historische Entwicklung
Die meisten russischen Krieger waren keine ausgebildeten Soldaten. Sie konnten es sich nicht leisten, ihre Felder zurückzulassen und nahmen ihre tägliche Arbeit wieder auf. Dies führte dazu, dass sie Wege finden mussten, um zu trainieren, ohne deren Alltag zu stören. Es wurden Wettkämpfe veranstaltet sowie kämpferische Spiele und Übungen durchgeführt. Ein Beispiel hierfür sind die Spiele mit 10'000 Teilnehmern, wie sie beispielsweise in St. Petersburg stattfanden. Anfangs benutzten sie Spielzeugwaffen.
Über die Jahre lernten die Krieger, ein Pferd zu reiten und Waffen anzuwenden. Sie wurden in all diesen Fertigkeiten geprüft. Eine der Übungen war beispielsweise das Zählen von Wasser durch ein Rohr. Zudem wurde erwartet, dass sie Hinterhalte erkannten. Russland selbst war sehr angesehen. Andere Länder, wie zum Beispiel die Griechen oder die Araber, versuchten, russische Krieger anzuheuern. Jedoch wurde unter dem kommunistischen Regime die Kultur, die Systema lehrte, bestraft. Sie wurde daraufhin hauptsächlich in den Streitkräften erlernt und von Bodyguards verwendet. Im 20. Jahrhundert wurde wissenschaftlich belegt, dass Systema durch die im 20. Jahrhundert. Systema unterscheidet sich jedoch in der Lehrmethodik und Anwendung von anderen Kampfkünsten.
Prinzipien und Techniken
Systema zeichnet sich durch kreative, intelligente und vielseitige Taktiken aus. Sie wirkt natürlich und frei, ohne bestimmte Strukturen oder Grenzen (ausgenommen moralischen). Systema kann gegen jede Art von Feind und in jeder Situation angewendet werden.
Systema in der Schweiz
In Regensdorf üben Systema-Kampfsportler unter dem Logo der russischen Rockergruppe Nachtwölfe mit Fäusten und Messern. Dahinter steht ein gut ausgebautes Netz. Die Nachtwölfe wurden durch ihre Putin-Nähe zum politischen Faktor. In der Schweiz werden Systema-Logos benutzt.
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Im Regensdorfer Übungskeller sind die meisten Anwesenden Schweizer oder Secondos, sie arbeiten als Türsteher, Gleisarbeiter und bei der Migros. Insgesamt trainieren «knapp zwanzig Leute» regelmässig. Instruktor Lukas Frei, der den Kurs leitet, ist Bauingenieur. Er sagt: «Die meisten sind wegen der Kampftechniken dabei.» Den Nachtwölfen fühlen sie sich trotz des gemeinsamen Auftritts nicht direkt zugehörig, «ich besitze auch kein Motorrad», sagt Frei. Zu spüren ist aber Respekt: «Das sind Patrioten, die für etwas einstehen. Sie haben im russischen Volk einen sehr guten Ruf.»
Einige der Schweizer haben im August 2014 an einem Kampfsport-Trainingslager auf der Krim teilgenommen. Auf der Halbinsel im Schwarzen Meer, die kurz zuvor von Russland einverleibt worden war, sei es friedlich gewesen, «wir trafen vor allem auf Russen in den Badeferien», sagt Frei. Für die Ausbilder und Nachtwölfe, die sie dort kennen lernten, haben sie nur lobende Worte: «Das sind gastfreundliche und ehrliche Männer, soweit wir das beurteilen konnten.»
Zentrale Figur ist der Deutsche Dimitri Zaiser. Der 33-Jährige diente laut eigenen Angaben während acht Jahren im russischen Militär, zeitweise in einer Spezialeinheit. Er präsidiert den Kampfsportverein «SYSTEMA Security Center Akademie» seit 2013, zudem gibt er Schiess-, Messer- und Nahkampfunterricht.
Die Wolf-Welt unterteile sich in drei Ebenen, die es auseinanderzuhalten gelte, sagt er dem TA. Ebene eins: der Motorradclub Nachtwölfe, der nach strengen Regeln funktioniert, wie etwa die Hells Angels. Ebene zwei: Die Russische Motorradvereinigung, ein Ableger der Nachtwölfe. Dort könnten Leute mittun, die gemeinsam Reisen unternehmen, sich aber nicht den strengen Gesetzen des Clubs unterwerfen wollten - eine Art Nachtwölfe Light. Das betreibe er in der Schweiz. Ebene drei ist die «Wolf-Holding», eine Mischung aus Sicherheitskonzern und Kampfsportschule, beheimatet in Moskau.
Gegen aussen verschwimmen dessen Wolf-Unterteilungen. Die Namen lauten ähnlich, der VR-Präsident der Holding, Gennadi Nikulow, ist gleichzeitig Mitglied beim Motorradclub, das Unternehmen vermittelt Aufträge an die Rocker. Man kennt und besucht sich, teilt Logos und Werte.
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