MMA Kampf Erklärung: Was ist Mixed Martial Arts?

Die Vollkontaktsportart Mixed Martial Arts, häufig unter der Abkürzung MMA bekannt, ist ein Mix aus diversen Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten. Ziel ist, unter realistischen Bedingungen herauszufinden, wer der beste Kämpfer ist.

Ursprünge und Entwicklung von MMA

Obwohl MMA erst in den letzten 20 Jahren durch den Veranstalter UFC (Ultimate Fighting Championship) beliebt geworden ist, gibt es die Sportart schon viel länger. Die Wurzeln des modernen MMA können bis in die Antike zurückverfolgt werden. Dort wurden ab dem Jahr 648 v.Chr. bei den Olympischen Spielen erstmals Wettkämpfe im sogenannten Pankration ausgeführt, um die Frage nach dem Besten aller Kämpfer bzw. den besten Kampfstilen zu beantworten.

Generell entwickelten sich über die Jahrhunderte hinweg die verschiedensten Kampfstile wie Judo, Karate, Jiu-Jitsu und viele andere. Bei sogenannten Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen Ende des 20. Jahrhunderts sollte ermittelt werden, welche Kampfsportart die beste ist. Nach zahlreichen solcher Vergleichskämpfe, meist zwischen Ringern und Boxern, entwickelte sich das „Shooto“ in Japan. Davon inspiriert wurde 1993 die Ultimate Fighting Championship (UFC) in den USA gegründet. Diese ist bis heute die größte Veranstaltungsreihe im MMA und prägte die Sportart maßgeblich.

In Deutschland kam der Vollkontaktsport ein Jahr später an, als der neu gegründete MMA-Verband Free Fight Association (FFA) die ersten Veranstaltungen initiierte. Auch wenn der Sport seitdem an Popularität gewonnen hat und es auch bekannte deutsche Größen wie Nick Hein (34) gibt, gilt MMA in Europa noch als relativ junge Sportart.

Die Entwicklung der modernen MMA-Bewegung lässt sich nicht exakt belegen, jedoch wird als Ursprung oft die Familie Gracie genannt, die seit 1920 in Brasilien tätig ist. Zudem beeinflusste Bruce Lee mit seiner Philosophie alles Nützliche zu verwenden und alles Überflüssige abzustoßen, ebenfalls die Entwicklung dieses Kampfsportes. Auch in Japan erfreuen sich die Mixed Martial Arts, die dort als Shootfighting bekannt sind, großer Beliebtheit.

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Was macht MMA aus?

Mixed Martial Arts bedeutet eine Kombination aus verschiedenen Kampfkünsten, darunter Boxen, Kickboxen, Taekwondo und Brazilian Jiu-Jitsu. Die Fighter versuchen sich mit ihren jeweiligen Kampfkünsten und Strategien am Ende durchzusetzen. Kraft und Technik sind in dieser Sportart wichtig. Wer den Kampf gewinnen will, sollte seinem Gegner mindestens einen Schritt voraus sein.

Mit viel Abwechslung zum maximalen Fitnesslevel: Bei dieser Sportart werden Schlag-, Tritt- und Wurftechniken sowie Knie- und Ellenbögenstöße unterschiedlicher Disziplinen eingesetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Kampfsportarten darf hier auch am Boden weiter gekämpft werden. Das macht den Sport sehr komplex und abwechslungsreich - die Kämpfer brauchen ein möglichst großes Repertoire aus unterschiedlichen Techniken, um sich gegen die verschiedenen Gegner, von denen jeder seinen ganz eigenen Stil hat, durchzusetzen.

Mit dem Mixed Martial Arts Training kann man ein sehr hohes Maß an körperlicher Fitness aufbauen. Durch die unterschiedlichen Techniken werden alle Muskelgruppen und auch Ausdauer und Koordination trainiert. Durch die stark variablen Bewegungsabläufe wird der Körper immer wieder ganz neu gefordert.

Die Regeln im MMA

Die wichtigsten Regeln im Mixed Martial Arts (MMA) sind darauf ausgelegt, die Sicherheit der Kämpfer zu gewährleisten und faire Wettkämpfe zu ermöglichen. Die Regeln der Mixed Martial Arts unterscheiden sich von Organisation zu Organisation und Land zu Land. Die Unified Rules of MMA wurden allerdings weltweit akzeptiert und bilden damit eine Schnittmenge der Gewichtsklassen, Gewinnbedingungen und unerlaubten Aktionen während des Kampfes.

Seit 2009 gelten in den meisten Organisationen die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“. Hier ein kleiner Einblick in das Regelwerk:

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  • keine Angriffe unter der Gürtellinie
  • Kniestöße oder Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der sich am Boden befindet, sind verboten
  • Verboten sind auch: Kopfstöße, Haare ziehen, beißen, in die Augen greifen, in die Handschuhe oder in den Mund greifen
  • Schläge oder Griffe an die Kehle sind verboten
  • Ellbogenschläge dürfen nicht senkrecht nach unten erfolgen

Insgesamt gibt es 31 Fouls wie unsportliches Verhalten oder verbotene Angriffe, die mit entsprechenden Strafen geahndet werden (Verwarnung, Punktabzug, Disqualifikation).

Ein Kampf umfasst 3 Runden à 5 Minuten. Titelkämpfe umfassen 5 Runden à 5 Minuten. Hauptkämpfe dürfen auch über 5 Runden gehen, wenn es sich nicht um einen Titelkampf handelt.

Wie man im MMA gewinnt

Ziel ist es, den Gegner im Kampf zu besiegen. Folgende Möglichkeiten für einen Sieg gibt es:

  • Knockout
  • Aufgabegriff (Submission)
  • Punktentscheidung
  • Disqualifikation
  • Schiedsrichterabbruch

Gewichtsklassen im MMA

In der UFC gibt es aktuell neun verschiedene Gewichtsklassen:

  • Strohgewicht, bis 52,15 kg
  • Fliegengewicht, bis 57 kg
  • Bantamgewicht, bis 61 kg
  • Federgewicht, bis 66 kg
  • Leichtgewicht, bis 70 kg
  • Weltergewicht, bis 77 kg
  • Mittelgewicht, bis 84 kg
  • Halbschwergewicht, bis 93 kg
  • Schwergewicht, bis 120 kg

Der UFC-Oktagon

Seit 1993 kämpfen die Fighter der UFC im Oktagon, einem achteckigen Käfig. Im Gegensatz zum Boxen, wo die Kampffläche durch Ringseile begrenzt ist, befindet sich im UFC-Oktagon ein Maschendrahtzaun. Hintergrund: So können die Kämpfer bei wilden Wrestling-Sequenzen nicht durch den Käfig fallen.

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Die Form ist wohl ursprünglich gewählt worden, damit kein Kämpfer sich in einer Ecke verstecken kann. Brutal: Im Gegensatz zum Wrestling ist die Matte im Oktagon nicht gepolstert und federt Aufpralle nicht ab. Würfe, Takedowns und Knockdowns sind somit doppelt schmerzhaft für UFC-Fighter.

Der Boden des Käfigs ist in mehrere Schichten unterteilt, die oberste Schicht besteht aus schwerer Baumwolle, die nach jedem Event gewechselt wird. Der Innendurchmesser beträgt 9,1 m, der Zaun ist vom Boden 1,80 m hoch.

Wichtige Begriffe im MMA

Ähnlich wie in der NFL wird im MMA mit englischsprachigen Begriffen nur so um sich geworfen. Hier eine kleine Übersicht:

  • Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
  • Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Es gibt Hebelgriffe am Arm, Bein oder der Schulter, mit bestimmten Griffen kann auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gestoppt werden. Entweder der Fighter gibt auf, oder er wird ohnmächtig und der Schiedsrichter beendet den Kampf.
  • Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird. Ein technischer Knockout (TKO) liegt vor, wenn der Schiedsrichter den Kampf abbricht, weil der Kämpfer zu viel Schaden einnimmt, sich in einer aussichtslosen Position findet oder verbal aufgibt.
  • Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
  • Judges: In der UFC sitzen bei jedem Kampf drei Punkterichter neben dem Käfig und bewerten den Kampf pro Runde. Der Kämpfer, der bei allen drei Richtern die meisten Runden gewonnen hat, gewinnt den Kampf.
  • Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat. Die einstimmige Entscheidung (Unanimous decision) besagt, dass alle drei Richter den gleichen Kämpfer als Sieger sehen. Geteilte Entscheidung (Split decision) heißt, dass zwei Richter den gleichen Fighter vorne haben.
  • Main Card: Die Hauptkarte eines Events. Durchschnittlich gibt es zehn bis 13 Kämpfe pro UFC-Event, aufgeteilt in Undercard und Main Card. Die Kämpfe steigen in Relevanz, wobei der Hauptkampf (Main Event) dann die Hauptattraktion des Abends ist.
  • Weight Cut: Vor einem Event müssen alle MMA-Fighter zum Einwiegen. Die Kämpfer müssen das vorgegebene Kampfgewicht erreichen, um zum Kampf antreten zu dürfen. Kritisch: Viele Fighter kämpfen nicht in ihrer natürlichen Gewichtsklasse, sondern verbrennen kurze Zeit vor dem Kampf enorm viel Gewicht. Der Grund: Sobald der Weight Cut vorbei ist und die Kämpfer das vorgegebene Gewicht erreicht haben, legen viele wieder die Kilos drauf, um zu Kampfbeginn einen körperlichen Vorteil zu haben.

Andere MMA-Organisationen

Obwohl die UFC die größte MMA-Organisation der Welt ist, sind in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz-Ligen dazugestoßen.

  • Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation.
  • ONE Championship stammt aus Singapur.
  • KSW aus Polen ist eine der größten MMA-Organisationen in Europa.

Vorurteile gegenüber MMA

Wenn das Thema MMA angesprochen wird, fallen oft Wörter wie brutal, unmenschlich oder gewaltverherrlichend. Der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere betitelte den Sport einst als „abscheuliche Form der Menschendarstellung“. Nicht zuletzt aufgrund von Negativschlagzeilen wurde 2010 ein Sendeverbot von Profikämpfen im deutschen Fernsehen verhängt. Dies wurde jedoch 2014 wieder aufgehoben, nachdem das Verwaltungsgericht München das Verbot für rechtswidrig erklärte.

Wegen all dieser Kritik gibt es daher zahlreiche Vorurteile gegenüber MMA. Oft kommt das Argument auf, dass man auf wehrlos am Boden liegende Kämpfer einschlägt. Allerdings ist der Bodenkampf Teil des Sports. Auch, dass das Boxen sicherer als MMA sein soll, kann man nicht verallgemeinern. Laut einer Studie der John Hopkins University School of Medicine ist die Wahrscheinlichkeit eines Knockouts beim MMA geringer, während die Belastung für den Kopf beim Boxkampf höher ist.

MMA Training

Ein effektives MMA-Training erfordert eine vielseitige Herangehensweise, die eine sorgfältig abgestimmte Mischung aus Kraft, Ausdauer, Technik und Flexibilität umfasst. Hier sind 10 spezifische Übungen, die entscheidend dazu beitragen können, ein umfassendes und effektives Kampfsporttraining zu gestalten:

  1. Shadowboxing (Schattenkampf)
  2. Heavy Bag Work (Sandsacktraining)
  3. Focus Mitts (Pratzentraining)
  4. Wrestling Drills
  5. Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) Rolling
  6. Sparring
  7. Plyometrics (Explosion)
  8. Strength Training (Kraft)
  9. Cardio Workouts (Ausdauer)
  10. Flexibility & Mobility Drills

Grundlegende Techniken im MMA

Mixed Martial Arts (MMA) ist ein vielseitiger Kampfsport, der Techniken aus verschiedenen Disziplinen kombiniert. Hier sind einige der wichtigsten Techniken und Kategorien, die im MMA verwendet werden:

  • Striking (Schlagtechniken)
    • Boxen: Verwendung von Schlägen wie Jab, Cross, Hook und Uppercut.
    • Kickboxen/Muay Thai: Kicks (Roundhouse, Front Kick, Side Kick), Knieschläge und Ellbogenstöße.
    • Karate/Taekwondo: Schnelle und präzise Tritte sowie Drehkicks.
  • Grappling (Ringtechniken)
    • Wrestling: Takedowns (Double Leg, Single Leg), Clinch, Ground Control.
    • Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ): Submission-Techniken (Armbar, Triangle Choke), Guard Positionen, Sweeps und Transitions.
    • Judo: Würfe (Hip Throw, Shoulder Throw), Grifftechniken (Gi und No-Gi).
  • Clinch Fighting (Kampf im Clinch)
    • Muay Thai: Thai Clinch (Plum), Knie- und Ellbogenschläge aus dem Clinch.
    • Greco-Roman Wrestling: Oberkörperwürfe und Kontrolle im Clinch.
  • Ground and Pound (Bodenkampf mit Schlägen)
    • Positioning: Kontrolle der Position wie Mount, Side Control, Guard.
    • Strikes: Schläge und Ellbogenstöße am Boden, um den Gegner zu schwächen oder einen KO zu erzielen.
  • Defensive Techniken (Abwehr)
    • Striking Defense: Blocks, Slips, Parry, Head Movement.
    • Takedown Defense: Sprawls, Underhooks, Balance und Positionierung.
    • Submission Defense: Verteidigung gegen Würgegriffe und Gelenkhebel durch richtige Positionierung und Technik.
  • Kombinationsstrategien
    • Striking to Takedown: Kombination von Schlägen und Tritten, um den Gegner abzulenken und einen Takedown zu erzielen.
    • Ground Transitions: Fließende Übergänge zwischen verschiedenen Positionen am Boden, um Kontrolle zu behalten und Submissions anzusetzen.
    • Clinch to Strikes: Nutzung des Clinchs, um effektive Schläge zu landen.

Was ist ein Takedown im MMA?

Ein Takedown im MMA ist eine Technik, bei der ein Kämpfer seinen Gegner von den Füßen auf den Boden bringt. Dies ist eine grundlegende und strategisch wichtige Fähigkeit im MMA, da es den Kämpfer in eine vorteilhafte Position bringt, um Schläge (Ground and Pound) anzusetzen oder Submissions zu versuchen.

Hier sind einige gängige Takedown-Techniken:

  • Double Leg Takedown
  • Single Leg Takedown
  • High-Crotch Takedown
  • Trip Takedown
  • Hip Throw (O Goshi)
  • Body Lock Takedown
  • Suplex

Bekannte Kämpfer und ihre Takedowns

  • Georges St-Pierre (GSP): Bekannt für seine exzellenten Double Leg Takedowns.
  • Khabib Nurmagomedov: Berühmt für seine unaufhaltsamen Takedowns und Bodenkontrolle.
  • Daniel Cormier: Olympischer Ringer mit großartigen Takedown-Fähigkeiten.

MMA: Mehr als nur Käfigkloppe

Die Kampfsportart hat den Ruf, besonders brutal zu sein, doch in den Kämpfen wird auf gegenseitigen Respekt und Vertrauen viel Wert gelegt. Zudem ist auch die richtige Taktik entscheidend. Brutalität allein reicht nicht, den Gegner zu besiegen.

In vielen Fällen sind MMA-Kämpfer Quereinsteiger. Sie bringen meist Vorerfahrungen aus anderen Kampfsportarten mit, beispielsweise Judo oder Kickboxen. Viele Vereine bieten Kurse für Neueinsteiger an. Zu Beginn werden die Techniken und Grundwerte beigebracht. Als Regel Nummer eins gilt es, Respekt für den Gegner zu zeigen. Risikoreiche Griffe oder Schläge dürfen sind nicht erlaubt und wenn der Gegner aufgibt, muss man ihn sofort loslassen. Außerdem steht immer die Technik und nicht die Kraft im Vordergrund.

Aspekt Beschreibung
Ursprünge Antike, Gracie Familie, Bruce Lee
Techniken Schlag-, Tritt-, Wurf-, Clinch-, Bodenkampftechniken
Regeln Unified Rules of MMA, Fouls, Gewichtsklassen
Organisationen UFC, Bellator MMA, ONE Championship, KSW
Training Kraft, Ausdauer, Technik, Flexibilität