Bei Submissions, welche besonders beim MMA (Mixed Martial Arts) angewendet werden, handelt es sich um bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Daher bedeutet der englische Begriff Submission wörtlich übersetzt ,Unterwerfung‘. Sie werden auch Aufgabegriffe genannt und werden auch in weiteren Kampfsportarten wie etwa im Judo oder Aikido verwendet.
Was ist eine Submission?
Im MMA bezeichnet eine Submission eine Technik, mit der ein Kämpfer seinen Gegner zur Aufgabe zwingt, in der Regel durch die Anwendung eines Gelenkverschlusses oder eines Würgegriffs. In Bezug auf den Kampfsport heißt dies, dass die Techniken so lange ausgeführt werden, bis der Gegner kampfunfähig ist und ,abklopft‘. Wenn er dies nicht tut, werden sie sogar bis zur Bewusstlosigkeit oder einem Knochenbruch weiter angewendet.
Arten von Submissions
Es gibt zwei primäre Arten von Submissions: Joint Locks und Chokeholds. Joint Locks zielen auf die Gelenke des Körpers ab, wie z.B. den Arm, die Schulter oder das Bein, und üben Druck aus, um den Gegner aufgrund von Schmerzen oder Verletzungsgefahr zur Aufgabe zu zwingen.
Es gibt viele verschiedene Aufgabegriffe- oder Techniken, zu den bekanntesten zählen wohl aber der Rear naked choke, der Guillotine Choke und die Armbar.
- Armbar: Auch cross armlock genannt, ist eine gängige Grappling Aufgabetechnik die dazu verwendet wird, um den Gegner zur Aufgabe zu zwingen (Tapout), um somit ein Match zu beenden.
- Triangle Choke: Ist eine sehr häufig eingesetzte BJJ Submission Technik, die ihren Ursprung im Judo hat. Beim Triangle Choke legt der Angreifer seine Beine wie eine Triangel um den gegnerischen Nacken, wobei ein Arm des Gegners in und der andere außerhalb dieser Triangel liegt. Der Druck des Oberschenkels über den Hals bewirkt, dass der Blutfluss unterbrocken wird.
- Kimura Lock: Oder auch Double Wristlock ist ein Grappling Aufgabegriff mit unsicherem Ursprung, welche wahrscheinlich eine Kreuzung aus Wrestling und Judo ist.
- Omoplata: Auch Coil Lock genannt, ist ein Schultergelenk Griff, welche die Beine und Hüften des Angreifers nutzt, das Schultergelenk zu überdehnen.
- Gerader Fußhebel: Auch zu finden unter Achilles lock, straight footlock oder straight ankle lock ist eine Grappling Submission.
- American Lock: Auch bekannt als Armlock, Keylock, Top Wristlock und Figure Four Armlock ist ein typischer Grappling Aufgabegriff.
- Mata leão: Auch unter dem Namen Rear Naked Choke zu finden, ist ebenfalls ein sehr beliebter Aufgabegriff beim BJJ. Die gleiche Position wird Hadaka Jime im Judo genannt. Der Mata Leão wird angewendet, wenn der Angreifer seinen (Beispielsweise) linken Arm um den Hals des Gegners legt und den Bogen seines Ellenbogens unter die Luftröhre des Gegners legt.
Bedeutung von BJJ
Die drei Buchstaben BJJ sind die Abkürzung für Brazilian Jiu-Jitsu. Der Siegeszug des BJJ begann in der UFC, der Ultimate Fighting Championships. Bei diesen Events kämpften Kampfsportler verschiedenster Stile gegeneinander. Submissions oder auch Aufgabegriffe genannt, sind BJJ Techniken die den Gegner durch das Abschnüren von Venen am Hals oder durch das Druck ausüben auf Gelenke, Knochen oder Vitalpunkte zur Aufgabe zwingen. Aufgabegriffe werden neben dem BJJ auch in weiteren Grappling Sportarten wie dem Judo, Aikido verwendet.
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Anders als heute gab es keine Gewichtsklassen, so dass auch Schwergewichtler gegen körperlich unterlegene Athleten antreten konnten. Trotz seiner scheinbaren körperlichen Unterlegenheit gewann Royce Gracie, der Sohn von Helio Gracie drei der vier ersten UFC Turnier in dem er seine Gegner mit einem Hebel oder Würgegriff zur Aufgabe zwang. Der Beginn der MMA wurde von Royce Gracie dominiert, der mit den Submission-Techniken die ersten beiden Ultimate Fighting Championship Turniere gewinnen konnte. Seitdem wissen viele um die Effektivität dieser Techniken.
Nogi BJJ
Nogi (auch: Grappling oder Submission Wrestling) ist die Spielart des Brazilian Jiu-Jitsu, die man ohne Gi (=Kimono) betreibt. Genau wie BJJ handelt es sich um einen rein ringerischen, hochtechnischen Kampfsport, der auch speziell kleineren und schwächeren Menschen ermöglicht körperlich überlegene Gegner zu kontrollieren und zur Aufgabe zu zwingen.
Das Geheimnis des Nogi BJJ besteht darin, so schnell als möglich die gefährliche Schlagdistanz zu überbrücken und den Kampf auf den Boden zu verlagern. Da die meisten Menschen überhaupt keine Vorstellung haben, wie man sich am Boden verteidigt, kann man hier mit Positionsverständnis und Hebelwirkung einen körperlich stärkeren Gegner ohne weiteres kontrollieren, auspositionieren und zur Aufgabe bringen. Dafür verwendet der Grappler vor allen Dingen Hebel- und Würgetechniken.
Submission Grappling
Die Kämpfer müssen nicht nur in der Ausführung von Unterwerfungen geübt sein, sondern auch in der Verteidigung dagegen. Submission Grappling ist ein spezifischer Aspekt des MMA-Trainings, der sich auf Techniken und Strategien zur Sicherung von Submissions und deren Verteidigung konzentriert.
Die UFC und MMA
Mixed Martial Arts ist auf der Überholspur! Die UFC („Ultimate Fighting Championship“) ist die bekannteste MMA-Organisation der Welt und existiert erst seit weniger als 30 Jahren. Dennoch gehören die Events der Liga neben der NBA, NFL und NHL jetzt schon zu den beliebtesten der Welt.
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Fast jedes Wochenende treten Männer und Frauen in der UFC gegeneinander an. Gekämpft wird im Oktagon, einem achteckigen Käfig mit einem Innendurchmesser von 9,1 m. Über 1400 Fighter sind aktuell bei der UFC unter Vertrag, gegründet wurde die Organisation 1993. Seit 2001 ist Dana White (53) Präsident und Gesicht der UFC.
Mixed Martial Arts bedeutet eine Kombination aus verschiedenen Kampfkünsten, darunter Boxen, Kickboxen, Taekwondo und Brazilian Jiu-Jitsu. Die Fighter versuchen sich mit ihren jeweiligen Kampfkünsten und Strategien am Ende durchzusetzen. Eine Runde dauert fünf Minuten, die Pause beträgt eine Minute. Grundsätzlich geht ein Kampf über drei Runden, Titelkämpfe und Hauptkämpfe in der UFC werden immer für fünf Runden angesetzt.
In MMA-Wettkämpfen kommt es zu einem Submission-Finish, wenn ein Gegner aufgibt, sich verbal unterwirft oder durch einen Submission-Hold bewusstlos gemacht wird. Ziel ist es, den Gegner im Kampf zu besiegen.
Folgende Möglichkeiten für einen Sieg gibt es:
- Knockout
- Aufgabegriff (Submission)
- Punktentscheidung
- Disqualifikation
- Schiedsrichterabbruch
Regeln im MMA
Seit 2009 gelten in den meisten Organisationen die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“. Ein kleiner Einblick in das Regelwerk:
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- keine Angriffe unter der Gürtellinie
- Kniestöße oder Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der sich am Boden befindet, sind verboten
- Verboten sind auch: Kopfstöße, Haare ziehen, beißen, in die Augen greifen, in die Handschuhe oder in den Mund greifen
- Schläge oder Griffe an die Kehle sind verboten
- Ellbogenschläge dürfen nicht senkrecht nach unten erfolgen
Insgesamt gibt es 31 Fouls wie unsportliches Verhalten oder verbotene Angriffe, die mit entsprechenden Strafen geahndet werden (Verwarnung, Punktabzug, Disqualifikation).
Gewichtsklassen in der UFC
In der UFC gibt es aktuell neun verschiedene Gewichtsklassen:
- Strohgewicht, bis 52,15 kg
- Fliegengewicht, bis 57 kg
- Bantamgewicht, bis 61 kg
- Federgewicht, bis 66 kg
- Leichtgewicht, bis 70 kg
- Weltergewicht, bis 77 kg
- Mittelgewicht, bis 84 kg
- Halbschwergewicht, bis 93 kg
- Schwergewicht, bis 120 kg
Begriffe im MMA
Ähnlich wie in der NFL wird im MMA mit englischsprachigen Begriffen nur so um sich geworfen.
- Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
- Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Es gibt Hebelgriffe am Arm, Bein oder der Schulter, mit bestimmten Griffen kann auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gestoppt werden. Entweder der Fighter gibt auf, oder er wird ohnmächtig und der Schiedsrichter beendet den Kampf.
- Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird. Ein technischer Knockout (TKO) liegt vor, wenn der Schiedsrichter den Kampf abbricht, weil der Kämpfer zu viel Schaden einnimmt, sich in einer aussichtslosen Position findet oder verbal aufgibt.
- Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
- Judges: In der UFC sitzen bei jedem Kampf drei Punkterichter neben dem Käfig und bewerten den Kampf pro Runde. Der Kämpfer, der bei allen drei Richtern die meisten Runden gewonnen hat, gewinnt den Kampf.
- Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat. Die einstimmige Entscheidung (Unanimous decision) besagt, dass alle drei Richter den gleichen Kämpfer als Sieger sehen. Geteilte Entscheidung (Split decision) heißt, dass zwei Richter den gleichen Fighter vorne haben.
- Main Card: Die Hauptkarte eines Events. Durchschnittlich gibt es zehn bis 13 Kämpfe pro UFC-Event, aufgeteilt in Undercard und Main Card. Die Kämpfe steigen in Relevanz, wobei der Hauptkampf (Main Event) dann die Hauptattraktion des Abends ist.
- Weight Cut: Vor einem Event müssen alle MMA-Fighter zum Einwiegen. Die Kämpfer müssen das vorgegebene Kampfgewicht erreichen, um zum Kampf antreten zu dürfen. Kritisch: Viele Fighter kämpfen nicht in ihrer natürlichen Gewichtsklasse, sondern verbrennen kurze Zeit vor dem Kampf enorm viel Gewicht. Der Grund: Sobald der Weight Cut vorbei ist und die Kämpfer das vorgegebene Gewicht erreicht haben, legen viele wieder die Kilos drauf, um zu Kampfbeginn einen körperlichen Vorteil zu haben.
Andere MMA-Organisationen
Obwohl die UFC die größte MMA-Organisation der Welt ist, sind in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz-Ligen dazugestoßen. Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation. Aus Singapur stammt die Organisation ONE Championship. KSW aus Polen ist einer der größten MMA-Organisation in Europa.
