Mixed Martial Arts (MMA), zu Deutsch „Gemischte Kampfkünste“, ist auf der Überholspur! Es ist eine dynamische und vielseitige Vollkontaktsportart, die Techniken aus unterschiedlichsten Kampfsystemen miteinander kombiniert. Als Wettkampfform wurde MMA vor allem durch die Ultimate Fighting Championship (UFC) international bekannt - eine Plattform, auf der Athleten verschiedener Disziplinen ihre Fähigkeiten im direkten Vergleich unter Beweis stellen.
Die UFC („Ultimate Fighting Championship“) ist die bekannteste MMA-Organisation der Welt und existiert erst seit weniger als 30 Jahren. Dennoch gehören die Events der Liga neben der NBA, NFL und NHL jetzt schon zu den beliebtesten der Welt. Fast jedes Wochenende treten Männer und Frauen in der UFC gegeneinander an. Gekämpft wird im Oktagon, einem achteckigen Käfig mit einem Innendurchmesser von 9,1 m. Über 1400 Fighter sind aktuell bei der UFC unter Vertrag, gegründet wurde die Organisation 1993. Seit 2001 ist Dana White (53) Präsident und Gesicht der UFC.
Was macht MMA so besonders?
MMA vereint Schlag- und Tritttechniken aus klassischen und modernen Striking-Disziplinen wie Boxen, Kickboxen, Muay Thai, Karate und Taekwondo mit dem Repertoire des Grapplings - dem Bodenkampf. Hier kommen unter anderem Techniken aus Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ), Ringen, Judo und Sambo zum Einsatz. Auch Elemente aus weniger verbreiteten Kampfkünsten finden ihren Weg in das Training und den Wettkampf, was MMA zu einer der ganzheitlichsten und anspruchsvollsten Kampfsportarten der Welt macht.
Der Kampf - alle Distanzen, alle Techniken
Im MMA wird in allen Kampfdistanzen gekämpft: vom Stand über den Clinch bis hin zum Bodenkampf. Ziel ist es, den Gegner durch KO, Aufgabe (Submission) oder technischen Knockout zu besiegen - etwa wenn der Schiedsrichter eingreift, um die Gesundheit eines Kämpfers zu schützen. Ein Kampf kann auch durch Punktewertung entschieden werden, wenn keine vorzeitige Entscheidung fällt.
Im Gegensatz zu traditionellen Kampfsportarten wie dem Ringen, bei dem die Rückenlage ein Nachteil ist, kann ein MMA-Kämpfer selbst aus dieser Position heraus effektiv agieren und den Gegner kontrollieren oder zur Aufgabe zwingen.
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Strukturierter Wettkampf - klare Regeln, hohe Sicherheit
Auch wenn MMA als kompromissloser Vollkontaktsport gilt, unterliegt er einem klar definierten Regelwerk. Die Kämpfer treten in Gewichtsklassen an, um faire Bedingungen zu garantieren. Moderne MMA-Wettkämpfe werden unter höchsten Sicherheitsstandards durchgeführt und von lizenzierten Schiedsrichtern, Ringärzten und Organisationen überwacht.
Regeln im MMA
Irre: Bis 2020 war MMA in unserem Nachbarland Frankreich verboten. Der schlechte Ruf des Sports eilte hier voraus. Denn: Viele denken, dass es in dem Sport keine oder fast keine Regeln gibt. Seit 2009 gelten in den meisten Organisationen die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“. Ein kleiner Einblick in das Regelwerk:
- Keine Angriffe unter der Gürtellinie
- Kniestöße oder Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der sich am Boden befindet, sind verboten
- Verboten sind auch: Kopfstöße, Haare ziehen, beißen, in die Augen greifen, in die Handschuhe oder in den Mund greifen
- Schläge oder Griffe an die Kehle sind verboten
- Ellbogenschläge dürfen nicht senkrecht nach unten erfolgen
Insgesamt gibt es 31 Fouls wie unsportliches Verhalten oder verbotene Angriffe, die mit entsprechenden Strafen geahndet werden (Verwarnung, Punktabzug, Disqualifikation).
Weitere Regeln der Unified Rules of MMA
Es gibt insgesamt 31 Fouls wie unerlaubte Angriffe und unsportliches Verhalten, die verschiedene Strafen wie Verwarnung, Punktabzug oder die Disqualifikation bedeuten. Kniestöße und Tritte gegen den Kopf eines am Boden befindlichen Gegners sind unrechtmäßig. Schläge und Griffe an die Kehle und Greifen des Schlüsselbeins sind ebenfalls verboten. Das beabsichtigte Greifen des Rings oder Käfigs und das beabsichtigte Werfen des Gegners außerhalb des Rings oder Käfigs stellen einen Regelverstoß dar. Beleidigungen, Spucken, Kratzen, Kneifen, die Hose des Gegners festhalten, Angriffe während Pausen und Unterbrechungen gelten als Foul.
Die Regeln des Regelwerks "Unified Rules of MMA"
Für MMA, also Mixed Martial Arts, gibt es verschiedene Regeln und Regelwerke. Die bekanntesten Regeln sind die Unified Rules of MMA, auf denen die meisten anderen Regelwerke basieren.
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Die Regeln der Mixed Martial Arts unterscheiden sich von Organisation zu Organisation und Land zu Land. Die Unified Rules of MMA wurden allerdings weltweit akzeptiert und bilden damit eine Schnittmenge der Gewichtsklassen, Gewinnbedingungen und unerlaubten Aktionen während des Kampfes. Ein Kampf umfasst 3 Runden à 5 Minuten. Titelkämpfe umfassen 5 Runden à 5 Minuten. Hauptkämpfe dürfen auch über 5 Runden gehen, wenn es sich nicht um einen Titelkampf handelt.
Um den Kampf zu gewinnen, sind Schläge mit dem Ellbogen, dem Knie sowie Tritte und drehende Rückhandfaustschläge erlaubt. Männer und Frauen kämpfen barfuß. Männer mit freiem Oberkörper, Frauen mit eng anliegendem Oberteil. Die kurze Hose der Männer muss ohne Knöpfe und Reißverschlüsse sein. Als Schutzausrüstung sind Zahnschutz, Tiefschutz und 110 Gramm schwere Faustschützer verpflichtend. Auch Frauen kämpfen in Shorts ohne Taschen und Applikationen.
Effektives Schlagen und effektives Grappling haben höchste Priorität bei der Beurteilung einer Runde. Effektives Schlagen bezieht sich auf die Bewertung der Wirkung legaler Treffer eines Kämpfers. So werden Schläge, die sichtbare Verletzungen oder Schmerzreaktionen beim Gegner verursachen, höher gewichtet als die bloße Anzahl der gelandeten Schläge.
Eine Möglichkeit zu siegen ist der Knock-Out (K.O.) oder der Technische K.O., der durch einen Ringrichter oder Ringarzt festgestellt wird. Die zweite Möglichkeit zu siegen ist die Aufgabe durch Abklopfen oder mündliche Aufgabe. Dies geschieht bei Hebeln und Würgegriffen oder wenn der Gegner zu stark ist. Ein Kampf kann durch beidseitige Disqualifikation oder K.O. aufgrund einer unbeabsichtigten unerlaubten Aktion als Unentschieden gewertet werden.
Wenn der Kampf nicht durch K.O. oder Aufgabe endet, so entscheiden die Punkte. Pro Runde vergeben die Ringrichter 10 Punkte an den Gewinner der Runde und 9 Punkte an den Verlierer. Eine 10-8-Runde wird nun vergeben, wenn ein Kämpfer seinen Gegner in einer Runde deutlich dominiert. Dazu muss der Gewinner den Kampf über einen signifikanten Zeitraum dominieren.
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MMA-Gewichtsklassen
Wie beim Boxen kennt man in den Unified Rules verschiedene Gewichtsklassen. In der UFC gibt es aktuell neun verschiedene Gewichtsklassen:
- Strohgewicht, bis 52,15 kg
- Fliegengewicht, bis 57 kg
- Bantamgewicht, bis 61 kg
- Federgewicht, bis 66 kg
- Leichtgewicht, bis 70 kg
- Weltergewicht, bis 77 kg
- Mittelgewicht, bis 84 kg
- Halbschwergewicht, bis 93 kg
- Schwergewicht, bis 120 kg
Was genau passiert eigentlich im Oktagon?
Mixed Martial Arts bedeutet eine Kombination aus verschiedenen Kampfkünsten, darunter Boxen, Kickboxen, Taekwondo und Brazilian Jiu-Jitsu. Die Fighter versuchen sich mit ihren jeweiligen Kampfkünsten und Strategien am Ende durchzusetzen. Eine Runde dauert fünf Minuten, die Pause beträgt eine Minute. Grundsätzlich geht ein Kampf über drei Runden, Titelkämpfe und Hauptkämpfe in der UFC werden immer für fünf Runden angesetzt.
Ziel ist es, den Gegner im Kampf zu besiegen. Folgende Möglichkeiten für einen Sieg gibt es:
- Knockout
- Aufgabegriff (Submission)
- Punktentscheidung
- Disqualifikation
- Schiedsrichterabbruch
Begriffe im MMA
Ähnlich wie in der NFL wird im MMA mit englischsprachigen Begriffen nur so um sich geworfen. Hier eine Aufklärung, welche Wörter man drauf haben muss, um im nächsten Gespräch mit Fachwissen glänzen zu können.
- Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
- Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Es gibt Hebelgriffe am Arm, Bein oder der Schulter, mit bestimmten Griffen kann auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gestoppt werden. Entweder der Fighter gibt auf, oder er wird ohnmächtig und der Schiedsrichter beendet den Kampf.
- Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird. Ein technischer Knockout (TKO) liegt vor, wenn der Schiedsrichter den Kampf abbricht, weil der Kämpfer zu viel Schaden einnimmt, sich in einer aussichtslosen Position befindet oder verbal aufgibt.
- Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
- Judges: In der UFC sitzen bei jedem Kampf drei Punkterichter neben dem Käfig und bewerten den Kampf pro Runde. Der Kämpfer, der bei allen drei Richtern die meisten Runden gewonnen hat, gewinnt den Kampf.
- Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat. Die einstimmige Entscheidung (Unanimous decision) besagt, dass alle drei Richter den gleichen Kämpfer als Sieger sehen. Geteilte Entscheidung (Split decision) heißt, dass zwei Richter den gleichen Fighter vorne haben.
- Main Card: Die Hauptkarte eines Events. Durchschnittlich gibt es zehn bis 13 Kämpfe pro UFC-Event, aufgeteilt in Undercard und Main Card. Die Kämpfe steigen in Relevanz, wobei der Hauptkampf (Main Event) dann die Hauptattraktion des Abends ist.
- Weight Cut: Vor einem Event müssen alle MMA-Fighter zum Einwiegen. Die Kämpfer müssen das vorgegebene Kampfgewicht erreichen, um zum Kampf antreten zu dürfen. Kritisch: Viele Fighter kämpfen nicht in ihrer natürlichen Gewichtsklasse, sondern verbrennen kurze Zeit vor dem Kampf enorm viel Gewicht. Der Grund: Sobald der Weight Cut vorbei ist und die Kämpfer das vorgegebene Gewicht erreicht haben, legen viele wieder die Kilos drauf, um zu Kampfbeginn einen körperlichen Vorteil zu haben.
Was sind Submissions?
Submissions oder auch Aufgabegriffe genannt, sind BJJ Techniken die den Gegner durch das Abschnüren von Venen am Hals oder durch das Druck ausüben auf Gelenke, Knochen oder Vitalpunkte zur Aufgabe zwingen. Aufgabegriffe werden neben dem BJJ auch in weiteren Grappling Sportarten wie dem Judo, Aikido verwendet.
Bei Submissions, welche besonders beim MMA (Mixed Martial Arts) angewendet werden, handelt es sich um bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Daher bedeutet der englische Begriff Submission wörtlich übersetzt ,Unterwerfung‘. Sie werden auch Aufgabegriffe genannt und werden auch in weiteren Kampfsportarten wie etwa im Judo oder Aikido verwendet. Es gibt viele verschiedene Aufgabegriffe- oder Techniken, zu den bekanntesten zählen wohl aber der Rear naked choke, der Guillotine Choke und die Armbar.
Der Beginn der MMA wurde von Royce Gracie (siehe auch: Wer ist Royce Gracie) dominiert, der mit den Submission-Techniken die ersten beiden Ultimate Fighting Championship Turniere gewinnen konnte. Seitdem wissen viele um die Effektivität dieser Techniken. In Bezug auf den Kampfsport heißt dies, dass die Techniken so lange ausgeführt werden, bis der Gegner kampfunfähig ist und ,abklopft‘. Wenn er dies nicht tut, werden sie sogar bis zur Bewusstlosigkeit oder einem Knochenbruch weiter angewendet.
Die drei Buchstaben BJJ sind die Abkürzung für Brazilian Jiu-Jitsu. Der Siegeszug des BJJ begann in der UFC, der Ultimate Fighting Championships. Bei diesen Events kämpften Kampfsportler verschiedenster Stile gegeneinander. Anders als heute gab es keine Gewichtsklassen, so dass auch Schwergewichtler gegen körperlich unterlegene Athleten antreten konnten. Trotz seiner scheinbaren körperlichen Unterlegenheit gewann Royce Gracie, der Sohn von Helio Gracie drei der vier ersten UFC Turnier in dem er seine Gegner mit einem Hebel oder Würgegriff zur Aufgabe zwang.
Bekannte Submission-Techniken
- Armbar: Auch cross armlock genannt ist eine gängige Grappling Aufgabetechnik die dazu verwendet wird, um den Gegner zur Aufgabe zu zwingen (Tapout), um somit ein Match zu beenden.
- Triangle Chocke: Ist eine sehr häufig eingesetzte BJJ Submission Technik, die ihren Ursprung im Judo hat. Beim Triangle Chocke legt der Angreifer seine Beine wie eine Triangel um den Gegnerischen Nacken, wobei ein Arm des Gegners in und der andere außerhalb dieser Triangel liegt. Der Druck des Oberschenkels über den Hals bewirkt, dass der Blutfluss unterbrocken wird.
- Kimura Lock: Oder auch Double Wristlock ist ein Grappling Aufgabegriff mit unsicherem Ursprung, welche wahrscheinlich eine Kreuzung aus Wrestling und Judo ist.
- Omoplata: Auch Coil Lock genannt, ist ein Schultergelenk Griff, welche die Beine und Hüften des Angreifers nutzt, das Schultergelenk zu überdehnen.
- Gerader Fußhebel: Auch zu finden unter Achilles lock, straight footlock oder straight ankle lock ist eine Grappling Submission.
- American Lock: Auch bekannt als Armlock, Keylock, Top Wristlock und Figure Four Armlock ist ein typischer Grappling Aufgabegriff.
- Mata leão: Auch unter dem Namen Rear Naked Choke zu finden, ist ebenfalls ein sehr beliebter Aufgabegriff beim BJJ. Die gleiche Position wird Hadaka Jime im Judo genannt. Der Mata Leão wird angewendet, wenn der Angreifer seinen (Beispielsweise) linken Arm um den Hals des Gegners legt und den Bogen seines Ellenbogens unter die Luftröhre des Gegners legt.
Andere MMA-Organisationen
Obwohl die UFC die größte MMA-Organisation der Welt ist, sind in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz-Ligen dazugestoßen. Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation. Präsident Scott Coker (59) hat zahlreiche Ex-UFC-Fighter unter Vertrag, unter anderem Cris Cyborg und Yoel Romero, dazu den deutschen Daniel Weichel.
Aus Singapur stammt die Organisation ONE Championship. Seit 2011 veranstaltet ONE FC regelmäßig Veranstaltungen. Der größte Star: Ex-UFC-Champion und Rekordhalter Demetrious Johnson. In der UFC verteidigte Johnson seinen Fliegengewichts-Gürtel elfmal in Folge, auch bei seinem neuen Zuhause ist er aktueller Champion.
KSW aus Polen ist einer der größten MMA-Organisation in Europa. Gerade in den letzten Jahren wurde die Liga immer populärer, 2017 fand die größte MMA-Show in der Geschichte Europas statt. Vor 58.000 Zuschauern brannte KSW im Warschauer Fußballstadion ein Feuerwerk ab.
