Mixed Martial Arts (MMA) ist eine komplexe Vollkontaktsportart mit klaren Regeln, bei der im Stand und am Boden gekämpft werden kann. Es ist eine Mischkampfsportart für jeden Kampfsportinteressierten. Du selbst bestimmst dabei deine Anforderungen.
Mixed Martial Arts, oder kurz MMA, ist nicht nur ein aufstrebender Sport, sondern auch eine komplexe, facettenreiche Kunst, die unterschiedliche Disziplinen des Kampfsports vereint. Im Wesentlichen verbindet MMA Stand- und Bodenkampf. Schläge und Tritte im Stand und am Boden sind ebenso gestattet, wie Würfe aus dem Ringen oder Hebel und Würgetechniken aus dem Luta Livre und dem BJJ.
MMA steht für Mixed Martial Arts und ist ein Vollkontaktsport, der aus einem Stilvergleich entstanden ist. Am Anfang kämpften Vertreter unterschiedlicher Kampfsportarten gegeneinander um herauszufinden, welcher Stil der effektivste ist.
Regeln und Einschränkungen im MMA
Beim MMA ist viel, aber keineswegs alles erlaubt. Der Regelkatalog verbietet z. B. Kopfstösse, Schläge auf den Hinterkopf, Stampftritte und Kniestösse zum Kopf eines sich auf dem Boden befindenden Kämpfers und selbstverständlich auch das Beissen oder Fingerstiche zu den Augen.
Grundsätzlich verboten sind Kopfstöße, Schläge und Tritte gegen den Hals, Hinterkopf oder die Wirbelsäule. An den Haaren ziehen und Bisse sind nicht erlaubt, ebenso Tritte und Kniestöße gegen den Kopf sobald sich der Gegner am Boden befindet. Je nach Veranstalter gelten ggf.
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„Es gibt ein Regelwerk, das darauf abzielt, gesundheitliche Schäden zu vermeiden“, erklärt der Berliner MMA-Fighter Niko Samsonidse im Gespräch mit ntv/RTL. „Deswegen sind zum Beispiel Schläge auf den Hinterkopf verboten, weil das langwierige Folgen haben kann.“ Der Hinterkopf soll durch eine 5 Zentimeter breite verbotene Trefferzone geschützt werden, die sich über den Scheitel entlang der Wirbelsäule zieht. Zudem sind auch keine Kopfstöße, Tiefschläge, Schläge auf die Kehle und Stiche ins Auge des Gegners erlaubt. Kratzen, Beißen, Kneifen, die Finger- oder Zehgelenke zu attackieren, ist ebenfalls verboten.
Ist bei einer solchen Aktion Absicht zu erkennen, kann das zum Punktabzug oder zur Disqualifikation führen. Verlagert sich der Kampf auf den Boden, verschärfen sich die Regeln unter anderem bei Kniestößen. Ist ein Kämpfer in der Drei-Punkt-Haltung, also drei der vier Gliedmaßen berühren den Boden, darf nicht mit Kniestößen zum Kopf angegriffen werden. Ein Griff in die Handschuhe des Gegners - verboten. Der Griff in den Käfigzaun - bspw. um sich aufzurichten - verboten!
MMA als Vollkontaktsport
Kampfsport bedeutet in der Regel: Vollkontakt. Das ist bei Mixed Martial Arts nicht anders. Allerdings gibt es rund um die in Deutschland boomende Sportart viele Vorurteile. Wer Mixed Martial Arts schaut, steht auf Gewalt, will in einer wilden Keilerei Blut sehen. Das ist eine sehr stereotypische Sicht auf den Sport, die nicht zutrifft, sofern man sich mit MMA auseinandersetzt.
Dass Blut fließt, ist in MMA-Kämpfen nicht untypisch, auch Verletzungen passieren. Es handelt sich schließlich um Kampfsport wie Boxen, Ringen, Judo oder Jiu-Jitsu auch. „Langwierige, schlimme Verletzungen sind eher eine Seltenheit”, sagt Samsonidse. „Und klar gibt es mal ein blaues Auge oder einen Cut. Aber das sind dann eher oberflächliche Verletzungen.”
Die Rolle des Ringrichters
Der Ringrichter soll die Kämpfer vor schweren Verletzungen schützen. Er beobachtet die Körpersprache und auch die Augen eines Kämpfers. Macht einer der Fighter Anzeichen, sich nicht mehr intelligent verteidigen zu können, ist der Kampf vorbei. Der Referee stemmt und wirft sich teilweise zwischen die Kontrahenten und beendet damit den Kampf.
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Intelligente Verteidigung bedeutet: Ein angeschlagener Kämpfer schützt sich vor den Attacken des Gegners, wehrt sich und versucht, aus der Position, in der er sich gerade befindet, herauszukommen. Letztlich ist MMA auch weniger gefährlich als Boxen, wo der Athlet nach einem Niederschlag zehn Sekunden angezählt wird. Egal wie benommen ein Boxer ist, ob er eine Gehirnerschütterung hat, er bekommt die Möglichkeit weiterzukämpfen, sofern er die Deckung hochnehmen kann.
Es gibt auch einen Ringarzt, der in bestimmten Situationen ebenfalls die Kämpfer unter die Lupe nimmt. Auf Ansage des Ringrichters oder in der Pause überprüft der Arzt beispielsweise, welche Auswirkungen ein Cut hat. Ist der zu tief oder sehr nah am Auge, dann kann auch hier der Kampf abgebrochen werden.
MMA: Mehr als nur ein physischer Wettkampf
MMA ist ein komplexer und vielseitiger Kampfsport, der weit mehr als nur einen physischen Wettkampf darstellt. Die Verschmelzung von Techniken, Philosophie, Geschichte und Kultur macht MMA zu einer einzigartigen Disziplin, die in der modernen Kampfsportwelt weiterhin an Bedeutung gewinnt.
MMA kann viele Fähigkeiten fördern: Kraft, Ausdauer, Koordination, Reaktion, Schnelligkeit, Durchhaltevermögen, mentale Stärke. Gesund sind Kampfsportarten jedoch nur dann, wenn man sie in einem Maße trainiert, dass Kopfschläge vermieden werden.
MMA Training
MMA-Training ist intensiv und anspruchsvoll. Das technische Training umfasst das Erlernen und Verfeinern von Schlag-, Tritt-, Clinch- und Submissions-Techniken. Zusätzlich zum technischen Training ist das Fitness-Training entscheidend.
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Du solltest mindestens einen Kampfstil für Striking sowie für Bodenkampf beherrschen. Es erfordert hartes, jahrelanges Training, Disziplin, Kampfgeist und das richtige Mindset. Bist du regelmäßig im MMA Training, kann dir auch auf der Straße nicht mehr so viel passieren und du wirst dich im Ernstfall gegen Angreifer verteidigen können.
Die Entwicklung von MMA
Seit über 3 Jahrzehnten erfreut sich MMA weltweit einer wachsenden Beliebtheit. In der Ultimate Fighting Championship (UFC) - der mit Abstand größten MMA-Liga der Welt - werden jährlich Milliardenumsätze erzielt. Auch in Deutschland hat sich die Wettkampflandschaft in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Veranstaltungen wie GMC, We love MMA oder NFC gewinnen immer mehr an Popularität.
Bekannte MMA-Kämpfer
Für viele MMA-Fans zählen aber auch Namen wie Conor McGregor, Anderson Silva, der ungeschlagene Khabib oder Max Holloway zu den besten der Welt.
Verdienstmöglichkeiten im MMA
Das hängt zunächst vom Vertrag und der Liga ab, in der man kämpft. Bei der UFC besteht die Gage aus einem Mix zwischen Basis-Fixum, Titel-Provision sowie Sponsorengeldern. Für die weniger namhaften Kämpfer sind es wenige Tausend Dollar, für Stars können durchaus sechs- oder sogar siebenstellige Beträge fließen. So bekam Conor McGregor für seinen Comeback-Kampf im Januar 2020 ganze 4,4 Millionen US Dollar von der UFC. Er benötigte nur 40 Sekunden zum Sieg.
