Mixed Martial Arts (MMA) ist auf der Überholspur! Die Sportart kombiniert verschiedene Kampfkünste und erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?
Definition von MMA
MMA steht für Mixed Martial Arts und ist eine Vollkontaktsportart, die verschiedene Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten oder Kampfsportstile, wie etwa Boxen, Muay Thai, Jiu-Jitsu, Ringen oder Karate, kombiniert.
Wie es MMA als Bezeichnung hergibt - Mixed Martial Arts - dürfen MMA-Kampfsportler andere Stilrichtungen anwenden. Nahezu alles ist erlaubt, sofern sich die Fighter während des Wettkampfes am Regelwerk ausrichtet.
Das primäre Ziel ist es, den Gegner im Wettstreit / Kampf durch Schläge, Tritte, Würfe und Bodenkampftechniken zu besiegen.
Ein MMA-Kampf kann durch Knockout, Aufgabe oder Punktrichterentscheidung entschieden werden. Diese Sportart erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit und ist für ihre Intensität und Vielseitigkeit bekannt.
Ursprünge von MMA
MMA steht für Mixed Martial Arts und ist eine Vollkontaktsport, der seine Ursprünge in altgriechischen Olympia-Wettbewerben hat. Dabei stand die Frage im Vordergrund, ob Boxer oder Ringer die insgesamt besseren Kämpfer seien.
Diese Frage beschäftigt die MMA bis heute: Ein Vergleich zwischen verschiedenen Kampfstilen und die Kombination derer.
Schläge, Tritte, Würfe und Ringen sind erlaubt, was der Kampfsportart später den Namen Free Fight einbrachte. Unter diesem Namen verbreiteten sich die MMA vor allem in den USA und Brasilien, ehe der Sport über den Atlantik nach Europa schwappte und dort zuerst in den Niederlanden Fuß fasste.
Die oftmals sehr blutigen Kämpfe wurden in Europa lange kritisch beäugt, haben sich aber inzwischen ein besseres Ansehen erarbeitet.
Die UFC: Die Champions League des Kampfsports
Die UFC („Ultimate Fighting Championship“) ist die bekannteste MMA-Organisation der Welt und existiert erst seit weniger als 30 Jahren.
Dennoch gehören die Events der Liga neben der NBA, NFL und NHL jetzt schon zu den beliebtesten der Welt.
Fast jedes Wochenende treten Männer und Frauen in der UFC gegeneinander an. Gekämpft wird im Oktagon, einem achteckigen Käfig mit einem Innendurchmesser von 9,1 m.
Über 1400 Fighter sind aktuell bei der UFC unter Vertrag, gegründet wurde die Organisation 1993. Seit 2001 ist Dana White (53) Präsident und Gesicht der UFC.
Der UFC-Oktagon
Seit 1993 kämpfen die Fighter der UFC im Oktagon, einem achteckigen Käfig. Im Gegensatz zum Boxen, wo die Kampffläche durch Ringseile begrenzt ist, befindet sich im UFC-Oktagon ein Maschendrahtzaun.
Hintergrund: So können die Kämpfer bei wilden Wrestling-Sequenzen nicht durch den Käfig fallen. Die Form ist wohl ursprünglich gewählt worden, damit kein Kämpfer sich in einer Ecke verstecken kann.
Brutal: Im Gegensatz zum Wrestling ist die Matte im Oktagon nicht gepolstert und federt Aufpralle nicht ab. Würfe, Takedowns und Knockdowns sind somit doppelt schmerzhaft für UFC-Fighter.
Der Boden des Käfigs ist in mehrere Schichten unterteilt, die oberste Schicht besteht aus schwerer Baumwolle, die nach jedem Event gewechselt wird.
Der Innendurchmesser beträgt 9,1 m, der Zaun ist vom Boden 1,80 m hoch.
Regeln im MMA
Irre: Bis 2020 war MMA in unserem Nachbarland Frankreich verboten. Der schlechte Ruf des Sports eilte hier voraus. Denn: Viele denken, dass es in dem Sport keine oder fast keine Regeln gibt.
Seit 2009 gelten in den meisten Organisationen die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“.
Ein kleiner Einblick in das Regelwerk:
- keine Angriffe unter der Gürtellinie
- Kniestöße oder Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der sich am Boden befindet, sind verboten
- Verboten sind auch: Kopfstöße, Haare ziehen, beißen, in die Augen greifen, in die Handschuhe oder in den Mund greifen
- Schläge oder Griffe an die Kehle sind verboten
- Ellbogenschläge dürfen nicht senkrecht nach unten erfolgen
Insgesamt gibt es 31 Fouls wie unsportliches Verhalten oder verbotene Angriffe, die mit entsprechenden Strafen geahndet werden (Verwarnung, Punktabzug, Disqualifikation).
Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen.
Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so zu in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden.
Dass bei einem MMA-Kampf alles erlaubt sei, ist ein Vorurteil. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner im Genitalbereich zu attackieren, zu beißen, an Nase und Ohr zu reißen oder in die Augen zu stechen.
Insgesamt gibt es 31 Fouls, die zur Strafe oder dem Punktabzug bis hin zur Disqualifikation führen können.
Gewichtsklassen
In der UFC gibt es aktuell neun verschiedene Gewichtsklassen:
- Strohgewicht, bis 52,15 kg
- Fliegengewicht, bis 57 kg
- Bantamgewicht, bis 61 kg
- Federgewicht, bis 66 kg
- Leichtgewicht, bis 70 kg
- Weltergewicht, bis 77 kg
- Mittelgewicht, bis 84 kg
- Halbschwergewicht, bis 93 kg
- Schwergewicht, bis 120 kg
Andere MMA-Organisationen
Obwohl die UFC die größte MMA-Organisation der Welt ist, sind in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz-Ligen dazugestoßen.
Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation. Präsident Scott Coker (59) hat zahlreiche Ex-UFC-Fighter unter Vertrag, unter anderem Cris Cyborg und Yoel Romero, dazu den deutschen Daniel Weichel.
Aus Singapur stammt die Organisation ONE Championship. Seit 2011 veranstaltet ONE FC regelmäßig Veranstaltungen. Der größte Star: Ex-UFC-Champion und Rekordhalter Demetrious Johnson. In der UFC verteidigte Johnson seinen Fliegengewichts-Gürtel elfmal in Folge, auch bei seinem neuen Zuhause ist er aktueller Champion.
KSW aus Polen ist einer der größten MMA-Organisation in Europa. Gerade in den letzten Jahren wurde die Liga immer populärer, 2017 fand die größte MMA-Show in der Geschichte Europas statt.
Vor 58.000 Zuschauern brannte KSW im Warschauer Fußballstadion ein Feuerwerk ab.
Grundlegende Techniken im MMA
Mixed Martial Arts (MMA) ist ein vielseitiger Kampfsport, der Techniken aus verschiedenen Disziplinen kombiniert. Hier sind einige der wichtigsten Techniken und Kategorien, die im MMA verwendet werden:
- Striking (Schlagtechniken)
- Boxen: Verwendung von Schlägen wie Jab, Cross, Hook und Uppercut.
- Kickboxen/Muay Thai: Kicks (Roundhouse, Front Kick, Side Kick), Knieschläge und Ellbogenstöße.
- Karate/Taekwondo: Schnelle und präzise Tritte sowie Drehkicks.
- Grappling (Ringtechniken)
- Wrestling: Takedowns (Double Leg, Single Leg), Clinch, Ground Control.
- Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ): Submission-Techniken (Armbar, Triangle Choke), Guard Positionen, Sweeps und Transitions.
- Judo: Würfe (Hip Throw, Shoulder Throw), Grifftechniken (Gi und No-Gi).
- Clinch Fighting (Kampf im Clinch)
- Muay Thai: Thai Clinch (Plum), Knie- und Ellbogenschläge aus dem Clinch.
- Greco-Roman Wrestling: Oberkörperwürfe und Kontrolle im Clinch.
- Ground and Pound (Bodenkampf mit Schlägen)
- Positioning: Kontrolle der Position wie Mount, Side Control, Guard.
- Strikes: Schläge und Ellbogenstöße am Boden, um den Gegner zu schwächen oder einen KO zu erzielen.
- Defensive Techniken (Abwehr)
- Striking Defense: Blocks, Slips, Parry, Head Movement.
- Takedown Defense: Sprawls, Underhooks, Balance und Positionierung.
- Submission Defense: Verteidigung gegen Würgegriffe und Gelenkhebel durch richtige Positionierung und Technik.
- Kombinationsstrategien
- Striking to Takedown: Kombination von Schlägen und Tritten, um den Gegner abzulenken und einen Takedown zu erzielen.
- Ground Transitions: Fließende Übergänge zwischen verschiedenen Positionen am Boden, um Kontrolle zu behalten und Submissions anzusetzen.
- Clinch to Strikes: Nutzung des Clinchs, um effektive Schläge zu landen.
MMA erfordert eine hohe Vielseitigkeit und die Fähigkeit, Techniken aus verschiedenen Kampfkünsten zu kombinieren und anzupassen. Fighter trainieren oft spezifische Disziplinen getrennt und integrieren diese dann in ihre Gesamtstrategie.
Was ist ein Takedown im MMA?
Ein Takedown im MMA ist eine Technik, bei der ein Kämpfer seinen Gegner von den Füßen auf den Boden bringt. Dies ist eine grundlegende und strategisch wichtige Fähigkeit im MMA, da es den Kämpfer in eine vorteilhafte Position bringt, um Schläge (Ground and Pound) anzusetzen oder Submissions zu versuchen.
Takedowns kommen aus verschiedenen Kampfstilen, darunter Ringen, Judo und Sambo.
Gängige Takedown-Techniken
- Double Leg Takedown: Der Kämpfer greift die Beine des Gegners mit beiden Armen, hebt und bringt ihn zu Boden. Diese Technik stammt hauptsächlich aus dem Wrestling.
- Single Leg Takedown: Der Kämpfer greift ein Bein des Gegners, hebt es an und bringt ihn aus dem Gleichgewicht, um ihn zu Boden zu bringen.
- High-Crotch Takedown: Eine Variation des Single Leg Takedowns, bei dem der Kämpfer tiefer in die Leiste des Gegners greift und ihn hochhebt. Diese Technik bietet mehr Hebel und Kontrolle über den Gegner.
- Trip Takedown: Der Kämpfer benutzt seinen Fuß oder sein Bein, um das Bein des Gegners zu blockieren oder zu haken und ihn so zu Fall zu bringen.
- Hip Throw (O Goshi): Eine Technik aus dem Judo, bei der der Kämpfer seine Hüfte als Drehpunkt nutzt, um den Gegner über die Hüfte zu werfen.
- Body Lock Takedown: Der Kämpfer umklammert den Körper des Gegners, oft in einer Clinch-Position, und verwendet Hebelwirkung und Körperdrehungen, um ihn zu Boden zu bringen.
- Suplex: Eine spektakuläre Technik aus dem Wrestling, bei der der Kämpfer den Gegner von hinten greift, ihn anhebt und rückwärts auf den Boden wirft.
Bedeutung von Takedowns im MMA
- Positionskontrolle: Ein erfolgreicher Takedown kann dem Kämpfer eine dominante Position am Boden verschaffen, von der aus er den Gegner kontrollieren und angreifen kann.
- Punktwertung: In MMA-Kämpfen werden Takedowns oft von den Punktrichtern hoch bewertet, da sie die Fähigkeit eines Kämpfers zeigen, den Kampf zu kontrollieren.
- Übergänge zu Submissions: Ein Takedown kann den Weg zu verschiedenen Submission-Techniken eröffnen, wie z.B. Armbar, Triangle Choke oder Rear-Naked Choke.
Bekannte Kämpfer und ihre Takedowns
- Georges St-Pierre (GSP): Bekannt für seine exzellenten Double Leg Takedowns.
- Khabib Nurmagomedov: Berühmt für seine unaufhaltsamen Takedowns und Bodenkontrolle.
- Daniel Cormier: Olympischer Ringer mit großartigen Takedown-Fähigkeiten.
