Was ist die UFC genau? Eine Einführung in die Welt des Mixed Martial Arts

Die Abkürzung UFC steht für Ultimate Fighting Championship, die als erfolgreichste Veranstaltung weltweit im Bereich des Mixed-Martial-Arts (MMA) gilt. Die UFC hat sich als Inbegriff der Mixed Martial Arts (MMA) etabliert und zieht die prominentesten Kämpfer aus der ganzen Welt an.

Es handelt sich um ein Phänomen aus den USA, das sicher nicht nur vorübergehender Natur ist. Eigentümer ist die Zuffa LLC aus dem Wüstenstaat Las Vegas. Entsprechend heiß geht es zur Sache.

Doch was steckt eigentlich hinter diesem Buchstaben-Kürzel und was ist der Erfolg dieser Organisation? Es handelt sich um eine Mixed-Martial-Arts-Organisation mit Marktführerposition.

Die UFC ist eine lukrative Veranstaltungsserie der MMA. Die UFC ist nicht nur eine Plattform für Top-Mixed-Martial-Arts-Talente, sondern auch ein Testgelände für strategische und technische Innovationen.

Die Geschichte der UFC

Der Verband organisierte seine erste Veranstaltung bereits im Jahr 1993, doch der Ruf hallte damals noch nicht bis Europa. Die UFC („Ultimate Fighting Championship“) ist die bekannteste MMA-Organisation der Welt und existiert erst seit weniger als 30 Jahren.

1997 folgte dann ein Fernsehvertrag mit dem Sender Fox Sports Net, ein Anzeichen dafür, dass sich innerhalb kurzer Zeit doch ein beachtlicher Fankreis um die UFC geschart hat. Doch der wirkliche Durchbruch erfolgte 8 Jahre später, als die Serie "The Ultimate Fighter" beim US-Sender Spike anlief und dabei große Kreise zog.

Das Reality-Casting entpuppt sich bei genauem Hinsehen als eine Art Big Brother für Martial-Arts-Anhänger, inklusive Zickenkrieg und Tränen. Wahrscheinlich schaffte es das Format gerade deshalb auch bis nach Deutschland, wo es auf ranFIGHTING.de eine langfristige Heimat fand.

Die Sendung läuft auch weiterhin, ein Ende ist nicht in Sicht. Aktuelle UFC-Hauptveranstaltungen erreichen mit Pay-per-View weit über 1 Million zahlende Kunden, die sich die actiongeladene Live-Performance nicht entgehen lassen möchten.

Die UFC unterhält dazu zahlreiche Kooperationen mit namhaften Partnern. Die Plattform PokerStars bietet beispielsweise zahlreiche Casino-Spiele an, die die aktuellen Partien und die Marke UFC aufgreifen. Darüber hinaus hat sich Monster als offizieller Martial-Arts-Energydrink zur Verfügung gestellt, die Kooperation läuft seit 2015. Mit an Bord ist auch Thorne, ein weltweit führender Produzent von Nahrungsergänzungsmitteln, die sich natürlich auch an Sportler richten. Das Unternehmen besteht bereits seit 1984 und hat eigene Verfahren entwickelt, um Vitamine und Nährstoffe in seinen Produkten zu bündeln.

Durch Regelerweiterungen und einer Kooperation mit den zuständigen staatlichen Kommissionen zog sich die Organisation selbst an den Haaren aus dem Sumpf. Das Risiko für schwere Verletzungen hat sich seitdem deutlich gesenkt, ohne dass der Sport im Kern verändert wurde. Zur zwölften Großveranstaltung erhielten die Kämpfer unterschiedliche Gewichtsklassen, das vierzehnte Event bildete den Startpunkt für die noch heute verwendeten Knöchelpolster der Hände. Zur UFC15 hagelt es Verbote für gefährliche Techniken, bald darauf wurden die einzelnen Runden auf 5 Minuten gekürzt.

Die UFC machte also im Laufe der Jahre eine enorme Metamorphose durch, um gesellschaftsfähig zu werden. Das einheitliche Regelwerk aus dem Jahr 2000 (Unified Rules) bildet eine wichtige Zwischenstation in dieser Entwicklung: Der MMA-Sport war endlich erwachsen und fair geworden. Nun begann sich der Mainstream einzuklinken.

Die Massenmedien nahmen zur Jahrtausendwende ohnehin Fahrt auf, die UFC erwischte mit The Ultimate Fighter genau den richtigen Zug. Außerdem flackerten wöchentliche Shows über den Äther, um der wachsenden Zuschauerschar die besten Fights aller Zeiten vorzuführen. Vor den großen Events informieren All-Access-Sendungen über den Trainingsstand der einzelnen Kämpfer und stimmen das Publikum schon einmal emotional ein.

Die UFC66 überschritt zum ersten Mal die 1 Million-Zuschauer-Grenze im Pay-per-View. Allein im Jahr 2006 kamen weit über 222 Millionen US-Dollar aus diesem Bereich zusammen - damit schlug die MMA gleichzeitig den Wrestling- und den Boxsport. Mittlerweile sind es 36 Länder, die die UFC im öffentlichen Fernsehen ausstrahlen. Und auch auf die Titelblätter großer Magazine hat es diese spezielle Form des Kampfsports bereits geschafft.

Die erste große deutsche UFC-Veranstaltung fand 2009 in Köln statt. Die Lanxess Arena diente als Kulisse für dieses adrenalinhaltige Event. Schon zwei Jahre früher waren die MMA-Experten in Großbritannien angekommen und danach über den Teich gehüpft.

Die Regeln der UFC

Die UFC-Kämpfe sind als ultimative Tests für Geschicklichkeit und Ausdauer konzipiert. Fast jedes Wochenende treten Männer und Frauen in der UFC gegeneinander an. Gekämpft wird im Oktagon, einem achteckigen Käfig mit einem Innendurchmesser von 9,1 m.

Seit 2009 gelten in den meisten Organisationen die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“. Ein kleiner Einblick in das Regelwerk:

  • keine Angriffe unter der Gürtellinie
  • Kniestöße oder Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der sich am Boden befindet, sind verboten
  • Verboten sind auch: Kopfstöße, Haare ziehen, beißen, in die Augen greifen, in die Handschuhe oder in den Mund greifen
  • Schläge oder Griffe an die Kehle sind verboten
  • Ellbogenschläge dürfen nicht senkrecht nach unten erfolgen

Insgesamt gibt es 31 Fouls wie unsportliches Verhalten oder verbotene Angriffe, die mit entsprechenden Strafen geahndet werden (Verwarnung, Punktabzug, Disqualifikation).

Das Punktesystem

Für professionelle MMA-Duelle stehen drei Kampfrichter zur Verfügung, vergleichbar mit Schiedsrichtern im Fußball. Als Regelwerk dient die "Unified Rules of Mixed Martial Arts".

Eine gewonnene Runde bringt dem Sieger zehn Punkte ein, während der Verlierer neun Punkte erhält. Bei Verstößen oder schwachen Leistungen können es weniger Punkte sein.

Bei einem Unentschieden in der Runde bekommen beide Kämpfer zehn Punkte. Die Kampfrichter richten sich nach Richtlinien der "Association of Boxing Commissions".

Diese Anleitung legt fest, worauf die Kampfrichter in Mixed Martial Arts Kämpfen zu achten haben. Dabei geht es um die Effizienz der Angriffe, Regelkonformität und mögliche K.O.-Situationen.

Zudem soll beurteilt werden, welcher Kämpfer intensiver auf einen Knockout hingearbeitet hat. Geht ein Duell über die komplette Kampfzeit, gibt jeder Kampfrichter sein individuelles Punkteergebnis für die Kämpfer ab.

Der Sieger ist derjenige, der die höchste Punktzahl von den Kampfrichtern bekommt. Ein Unentschieden ist möglich, wenn beispielsweise einer der Kampfrichter den Fight als gleichwertig einstuft und die anderen beiden jeweils unterschiedliche Favoriten benennen.

  • Einstimmiger Sieg nach Punkten: Alle drei Kampfrichter haben den gleichen Gewinner.
  • Mehrheitlicher Sieg nach Punkten: Zwei Kampfrichter haben den gleichen Gewinner und ein Kampfrichter wertet den Kampf unentschieden.
  • Split decision win: Zwei Kampfrichter werten für den gleichen Sieger und ein Kampfrichter wertet für einen anderen Sieger.
  • Unanimous draw: Alle drei Kampfrichter werten den Kampf unentschieden.
  • Majority draw: Zwei Kampfrichter werten den Kampf unentschieden, der andere Kampfrichter hat einen Gewinner.
  • Split draw: Ein Kampfrichter wertet den Kampf unentschieden und zwei Kampfrichter haben unterschiedliche Gewinner.

Gewichtsklassen in der UFC

Die UFC verfügt über eine Vielzahl von Gewichtsklassen, vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht bei den Männern und Strohgewicht und Bantamgewicht bei den Frauen. In der UFC gibt es aktuell neun verschiedene Gewichtsklassen:

  • Strohgewicht, bis 52,15 kg
  • Fliegengewicht, bis 57 kg
  • Bantamgewicht, bis 61 kg
  • Federgewicht, bis 66 kg
  • Leichtgewicht, bis 70 kg
  • Weltergewicht, bis 77 kg
  • Mittelgewicht, bis 84 kg
  • Halbschwergewicht, bis 93 kg
  • Schwergewicht, bis 120 kg

Kampftechniken und Stile

MMA ist ein Schmelztiegel verschiedener Disziplinen, von Boxen und Muay Thai bis hin zu brasilianischem Jiu-Jitsu und Ringen. Von Sprawl und Brawl bis hin zu Ground and Pound und Submissions sind die Strategien in der UFC so vielfältig wie die Kämpfer selbst.

MMA ist eine Mixtur aus weltweit anerkannten und etablierten Kampfkünsten, zum Teil sogar aus olympischen Sportarten: Ringen, Judo, Jiu-Jitsu, Boxen und Kickboxen. Dazu dann gerne noch immer eine Prise lokaler Kampfsportarten wie Sambo, Savate, Capoeira usw.

Die Kämpfer des MMA und der UFC sind die Zehnkämpfer des Kampfsports. Starke Athleten, die es mittlerweile gewohnt sind, weltweit in ausverkauften Hallen anzutreten.

Hier eine Übersicht der verschiedenen Kampfstile:

  • STAND UP: Boxen, Judo, Judo, Kickboxen, Freestyle
  • CLINCH: Brazilian Jiu-Jitsu, Muay Thai, Ringen, Catch Wrestling
  • GROUND: Karate, Sambo, Sambo, Taekwondo, San Shou, Submission Wrestling, Capoeira, Muay Thai-Combat Sambo, Savate, San Shou

Die Kombination verschiedener Sportarten macht die UFC besonders attraktiv. Hier können wir den GOAT Anderson „The Spider“ Silva nennen. Der Brasilianer beherrscht neben Brazilian Jiu-Jitsu auch Capoeira, Muy Thai und Judo. Anderson Spider Silva wurde unter anderem aufgrund seiner Flexibilität zum „Greatest of All Time“.

Wichtige Begriffe in der UFC

Ähnlich wie in der NFL wird im MMA mit englischsprachigen Begriffen nur so um sich geworfen:

  • Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
  • Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Es gibt Hebelgriffe am Arm, Bein oder der Schulter, mit bestimmten Griffen kann auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gestoppt werden. Entweder der Fighter gibt auf, oder er wird ohnmächtig und der Schiedsrichter beendet den Kampf.
  • Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird. Ein technischer Knockout (TKO) liegt vor, wenn der Schiedsrichter den Kampf abbricht, weil der Kämpfer zu viel Schaden einnimmt, sich in einer aussichtslosen Position findet oder verbal aufgibt.
  • Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
  • Judges: In der UFC sitzen bei jedem Kampf drei Punkterichter neben dem Käfig und bewerten den Kampf pro Runde. Der Kämpfer, der bei allen drei Richtern die meisten Runden gewonnen hat, gewinnt den Kampf.
  • Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat. Die einstimmige Entscheidung (Unanimous decision) besagt, dass alle drei Richter den gleichen Kämpfer als Sieger sehen. Geteilte Entscheidung (Split decision) heißt, dass zwei Richter den gleichen Fighter vorne haben.
  • Main Card: Die Hauptkarte eines Events. Durchschnittlich gibt es zehn bis 13 Kämpfe pro UFC-Event, aufgeteilt in Undercard und Main Card. Die Kämpfe steigen in Relevanz, wobei der Hauptkampf (Main Event) dann die Hauptattraktion des Abends ist.
  • Weight Cut: Vor einem Event müssen alle MMA-Fighter zum Einwiegen. Die Kämpfer müssen das vorgegebene Kampfgewicht erreichen, um zum Kampf antreten zu dürfen.