Du dachtest bisher immer, dass Kampfsport ein gewalttätiger Sport ist, der nur für Männer geeignet ist? Weit verfehlt! Immer mehr Frauen fangen an zu boxen oder machen verwandte Trainings und geniessen die Mischung aus Körper & Geist, Kraft & Taktik, Disziplin & Emotionen.
Der Deutsche Boxsport-Verband zählt 868 Vereine und 82.271 Mitglieder (Stand Dezember 2018), Tendenz steigend. Dazu kommen zahlreiche an Boxen angelehnte Workouts in Fitnessstudios, Privatkursen und Onlinekursen, wie beispielsweise Fitnessboxen, Kardioboxen, Body Combat Fitness usw.
„Doch welche Form des Boxens passt denn nun am besten zu mir?“, fragst Du Dich vielleicht. Finde es hier heraus!
Boxen für Frauen: zwischen Kampf und Fitness
Boxen ist nicht einfach nur drauf losprügeln und hat ganz klare Grenzen und Regeln. Und das gilt natürlich für alle Boxarten, die sich jeweils in ihrem Stil unterscheiden, und auch darin, welche Körperteile (und eventuell Geräte) man zum Kämpfen benutzen darf und welche Körperstellen des Gegners angegriffen werden dürfen. Man unterscheidet nach Boxstilen und teilweise sind auch die Regeln für Männer und Frauen unterschiedlich.
Egal, ob Mann oder Frau und welche Kampfsport: Selbstbeherrschung, Disziplin, Kampfgeist und eine sehr gute Körperbeherrschung sind das A und O in diesem Bereich!
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Beim Frauen-Boxen unterscheidet man in der Regel auch folgende zwei Ausprägungen:
- Kampfboxen („richtiges“ Boxen mit Boxkämpfen)
- Fitnessboxen (Trainingsprogramme mit Boxelementen)
Bei der ersten Kategorie handelt es sich um richtiges Sportboxen im Club oder im Verein und mit richtigen Kämpfen gegen andere Boxerinnen. Man macht also nicht nur den Körper für die Herausforderung fit, sondern lernt auch konkret, wie man schlägt, angreift, abwehrt, also Schläge verteidigt, was die Regeln sind, wie man sich im Boxring und gegenüber dem Schiedsrichter zu verhalten hat, und so weiter und so fort.
Bei der zweiten Kategorie geht es vor allem um die Fitness, die dahinter steht, der Kampf rückt eher in den Hintergrund. Das Hauptziel ist, fit zu werden (oder zu bleiben), sich auszupowern, einfach Sport zu machen, den Körper in Form zu bringen, Muskeltraining/Krafttraining zu machen usw.
Die Zielsetzung ist zwar ein andere, aber für beide braucht man eine gute Portion Motivation, körperliche Fitness, eine starke Selbstdisziplin. Und natürlich sind auch einige Übungen im Training gleich: Aufwärmen, Schlagübungen, Kraftübungen, Ausdauer, Ausdehnen usw.
Ausrüstung für das Boxtraining
Folgende Ausrüstung ist ausserdem nötig, wenn man Boxen will (manche Gegenstände mehr oder weniger, je nachdem, ob man „richtig“ boxt oder es eher als Freizeitsport macht):
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- Boxhandschuhe
- Einen Boxmantel für den Kampf im Ring
- Einen Boxsack und/oder eine Boxbirne (Punching-Ball)
- Schutzausrüstung (Mundschutz, Kopfschutz, Handbandagen usw.)
- Boxschuhe, um super schnell auf den Beinen zu sein
Einfach mal auf die Boxbirne einzudräschen, kann wahnsinnig stressabbauend sein und tut niemandem weh (ausser vielleicht irgendwann Deinen Fäusten …). Wenn Du aber mit System trainieren und Dich weiterentwickeln willst, empfehlen wir Dir nicht nur, Dich zwischen Fitness- und Kampfboxen zu entscheiden, sondern auch für eine bestimmte Art von Boxen. So kannst Du Dich genau auf die Anforderungen dieser Disziplin konzentrieren und Schritt für Schritt vorankommen.
Die Boxarten, die von Frauen praktiziert werden
Frauen-Boxen an sich ist kein eigener Sport, sondern sagt einfach aus, dass der Boxsport von Frauen ausgeübt wird bzw. die zwei Teilnehmenden an einem Kampf eben weiblichen Geschlechts sind. Auch im Training bleiben die Geschlechter weitestgehend unter sich.
Hier einige Boxstile, die sowohl von Männern als auch von Frauen praktiziert werden:
- Savate (Französisches Boxen); vor allem in Frankreich bei Frauen extrem beliebt
- Englisches Boxen (das klassische Boxen, wie ma es aus dem Fernsehen kennt)
- Thaiboxen
- Kickboxen (Amerikanisches Boxen)
- Burmesisches Boxen (Lethwei)
Diese Boxarten sind mit die bekanntesten, aber natürlich gibt es zahlreiche Unterarten, Mischformen usw. Welche Boxart man als Frau bevorzugt, hängt ganz davon ab, wie hart man es mag bzw. was der Fokus ist. Savate ist eher sanfter und beinhaltet auch Sprünge. Beim Kickboxen sind die Beine extrem wichtig, wie der Name erahnen lässt und Lethwei ist eine der härtesten Boxarten überhaupt …
Beim Englischen (klassischen) Boxen dagegen arbeitet man nur mit den Fäusten und zielt vorwiegend aufs Gesicht und den Oberkörper. Beim Thaiboxen spielen auch die Ellenbogen und Knie eine wichtige Rolle, was das Ganze komplexer und technischer macht.
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Manche Boxarten eignen sich besser für Anfänger (z.B. Englisches Boxen, Savate und Kickboxen ohne Low-Kick). Andere sind schwieriger und vielleicht eher etwas, wenn man schon etwas Erfahrung im Kampfsport hat (z.B. Thaiboxen und Lethwei).
Dann gibt es noch Box-Unterarten, die speziell für Frauen entwickelt wurden und eher Fitnessprogramme mit Boxelementen sind:
- Fitnessboxen
- Aeroboxen
- Karidoboxen
- Body Combat Workout
- Selbstverteidigungskurse für Frauen usw.
Wenn Du überlegst, welche Art von Boxen oder Boxtraining Du machen willst, kann es auch hilfreich sein, sich erst einmal konkrete Ziele zu stecken: Willst Du abnehmen, in Form bleiben, einfach gesünder leben, Muskeln aufbauen, bestimmte Körperpartien definieren, Selbstverteidigung lernen …?
Je nach Zielsetzung den richtigen Boxkurs auswählen
Auch wenn es von aussen teilweise so einfach aussieht, kann man natürlich nicht einfach in den Ring steigen und drauf losprügeln. Man muss die richtige mentale Eistellung haben und die verschiedenen Techniken beherrschen. Wie ist meine Ausgangsposition? Wie greife ich an? Wie wehre ich Schläge ab? Wie erkenne ich die Schwächen meiner Gegnerin und nutze diese aus?
Auch die Beinarbeit und ständige Konzentration sind extrem wichtig. Der Boxsport ist ausserordentlich strategisch (viel stärker, als Laien meinen) und die kleinste Unaufmerksamkeit kann fatal sein. Ein starker Wille, kühler Kopf und höchste Konzentration sind also unerlässlich.
Welche Boxart Du auswählst, hat also auch damit zu tun, inwieweit Du diese Eigenschaften bereits besitzt oder lernen willst. Und natürlich auch, wie ernst es Dir mit dem Sport ist. Willst Du wirklich Kämpfe bestreiten oder eher eine Art „durch Boxelemente gepimptes Fitness“ machen?
Und natürlich trainiert man auch nicht nur Boxen, um eine gute Boxerin zu werden: Krafttraining, Muskeltraining, richtiges Aufwärmen und Ausdehnen sowie Ausdauer, Stabilitätsübungen und Koordinationsübungen können alles Teil des Boxtrainings sein.
Boxen ist nicht gleich Boxen
Es gibt extrem viele Arten und Varianten beim Boxen:
- Body Combat
- Full-Contact-Kickboxen
- Chinese Boxing
- Free Fight
- Kickboxen
- MMA
- Jiu Jitsu
- Kardioboxen
- Selbstverteidigung usw.
Du hast es bereits bemerkt: Die Auswahl ist riesig und die Wahl fällt sicher nicht leicht. Deswegen solltest Du Dir jetzt überlegen, was Deine Hauptziele sind und wie viel Zeit und Motivation Du investieren kannst. Und soll Boxen Dein Hauptsport sein oder willst Du es eher als zusätzliches Training in Dein Programm aufnehmen und damit Deine anderen Workouts ergänzen? Um den Körper zu stählen, ist das sicherlich eine gute Option!
Eine weitere Frage ist: Wie gewalttätig soll die Boxart sein? Willst Du wirklich Aggressionen abbauen und echt kämpfen? Dann musst Du aber auch bereit sein, einzustecken und Schmerzen aushalten können. Überleg’s Dir, denn nicht jeder bzw. jede hat vielleicht Lust, am nächsten Tag mit einem Veilchen in die Arbeit zu gehen.
Es gibt aber auch zahlreiche Unterarten und Abwandlungen des klassischen Boxens, die weniger aggressiv sind und bei denen man sich nicht wirklich aktiv verletzt (zumindest nicht absichtlich). Wenn Du nicht ganz so hart im Nehmen bist und es Dir eher um den Fitnessaspekt geht, solltest Du Dich vielleicht für Fitnessboxen oder Kardioboxen entscheiden und nicht gerade fürs Englische Boxen …
Wenn Du es Dir leisten kannst, ist es natürlich ideal, wenn Du mit einem Boxlehrer bzw. Personal Coach trainieren kannst. Er oder sie kann individuell auf Deine Bedürfnisse eingehen und Dich immer wieder motivieren. Eine Boxtrainerin weiss auch ganz genau, was Du als Frau brauchst, welche Geräte sie beim Training dazu nehmen kann und wie man besonders effizient abnimmt (falls das eins Deiner Ziele ist):
- Sanftes Boxtraining
- Fitnessboxen
- Crosstraining aus Boxen und Pilates
- Kardioboxen
Du wärst auch nicht die Einzige, die eine Boxsportart als Ergänzungstraining zum restlichen Sportprogramm macht: Viele Promis praktizieren eine Kampfsportart, um Stress abzubauen und den Körper in Form zu halten. Der berühmte Fussballer Zlatan Ibrahimovic zum Beispiel macht Taekwondo. So baut er zusätzlich Kraft auf. Zahlreiche Olympia-Sportler machen ausserdem Boxtraining als Kardioeinheit!
Wie und wo kann ich als Frau Boxen trainieren?
Um als Frau Boxen zu lernen, kannst Du Dich an viele verschiedene Einrichtungen und Verbände wenden:
- Boxschule
- Boxclub/Boxverein
- Fitnessstudio, das Boxtrainings anbietet
- Privater Boxlehrer
Je nachdem, was Deine Ziele sind, kannst Du aus verschiedenen Kursen wählen:
- Boxen für Anfänger (Anfängerkurs Boxen)
- Klassisches Boxtraining 1x die Woche
- Ferienkurs Boxen
- Spezialworkshop Boxen
- Gruppenkurs Boxen
- Einzelunterricht in Boxen
- Intensivkurs Boxen
Gerade wenn Du in einer grösseren Stadt wohnst, findest Du sicher das richtige Angebot für Dich. Gib bei Superprof einfach Kickboxen München oder Kickboxen Hamburg ein und schon siehst Du alle verfügbaren Kurse in Deiner Nähe. In kleineren Städten wird es vielleicht etwas schwieriger. Hör Dich einfach mal um, was es so gibt. Sonst findest Du vielleicht einen Privatlehrer Boxen oder zur Not gibt es ja auch noch Internetvideos und Workouts zum selber zu Hause Trainieren.
Wenn Du Sportboxen machen willst, also auch an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen willst, empfehlen wir Dir, Dich in einem richtigen Boxverein anzumelden. Dort findest Du die besten Strukturen vor, Boxen als Leistungssport zu machen.
Frauen-Boxen vs. Männer-Boxen: die Unterschiede
Die Kunst des Boxens ist eine uralte Kampfsportart, die auf den antiken Faustkampf und die Pankration zurückgeht. Beide Disziplinen dienten zur Vorbereitung auf echte Kämpfe. Somit handelte es sich von der Antike bis kurz vor der Entwicklung des modernen Boxsports um eine rein männliche, ja maskuline Disziplin, die mit dem Stählen des Körpers vor dem Krieg und zur Kampfvorbereitung ganz allgemein assoziiert wurde.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird Boxen offiziell zu den Kampfsportarten gezählt und wird so auch ab 1901 zur einer olympischen Disziplin. Doch erst mehr als ein Jahrhundert später wird Boxen auch für Frauen olympisch, nämlich im Jahr 2012!
Männer- und Frauen-Boxen unterscheiden sich also auch deshalb, weil es anfangs gar nicht denkbar war, dass Frauen sich diesem Sport widmen könnten. Der Kampfaspekt, die Aggressivität und Gewalt führen dazu, dass man ihn traditionell einfach eher mit Männern in Verbindung bringt.
In Deutschland wurde Frauen-Boxen erst 1996 legalisiert - unglaublich, oder? Und Deutschland stellte auch erst einen Frauenkader fürs Boxen zusammen, als klar wurde, dass die Disziplin für Frauen olympisch wird. Damit hinkte man hinter vielen anderen Ländern hinterher, nicht zuletzt Frankreich, wo es bereits ein starkes Frauen-Box-Team gab, das man dann zum Sparring nach Deutschland einlud.
Manche Boxdisziplinen sind bei den Frauen beliebter als andere:
- Französisches Boxen (Savate), das als sanfter gilt als das Englische Boxen
- Aerobox, das ein sanftes Fitness-Boxtraining ist
- Kickboxen oder Thaiboxen, bei denen das Kardio-Workout stärker betont wird (z.B. Kickboxen München)
Bei den Männern sind eher die klassischen Boxarten beliebt:
- Englisches Boxen (das klassische Boxen, wie man es heute meistens im Fernsehen sieht)
- Muay Thai bzw. Thaiboxen, mit die effektivste Boxart
- Chinese Boxing, das viele verschiedene Elemente von Kampfsportarten in sich vereint
Und natürlich sind auch die Vorurteile gegenüber manchen Boxstilen stärker ausgeprägt als gegenüber anderen.
Männer-Boxen - Fokus: Kampf!
Die großen Boxkämpfe im Fernsehen finden meistens zwischen Männern statt und genau das verbinden wir mit dem typischen Männer-Boxen: Harte Typen, gestählte Körper und krasse Boxkämpfe, manchmal bis zum K.o.
Besonders bei diesen Disziplinen ist das der Fall:
- Kickboxen („full contact“): wird aufgrund seiner Herkunft in manchen Ländern auch „Amerikanisches Boxen“ genannt.
- MMA (Mixed Martial Arts): sehr harte Boxart, die maßgeblich durch die UFC bekannt und beliebt wurde.
- Muay Thai bzw. Thaiboxen: Hier spielen Ellenbogen- und Knietechniken sowie das Clinchen eine wichtige Rolle.
- Lethwei oder Burmesisches Boxen: eine der härtesten Boxarten, die barfuß und mit Handbandagen ausgeübt wird.
Zusätzlich zu der körperlichen Vorbereitung auf den Kampf und das Pushen des Körpers ans Limit spielt auch das Mentale eine extrem wichtige Rolle. Man braucht eine gute Strategie, denn Boxen ist so viel mehr als einfach nur „Prügeln“.
Boxen für Frauen: zwischen Kampf und Fitnesstraining
Nicht erst seit gestern haben Frauen Kampfsportarten für sich entdeckt. Und das ist auch nicht verwunderlich, denn abgesehen von der Kraft und einer gewissen Aggressivität geht es insbesondere um Fitness, Selbstbeherrschung, Disziplin, Taktik und eine mentale Stärke - alles Eigenschaften, in denen Frauen den Männern in nichts nachstehen.
Natürlich gibt es auch Frauen, die Boxen als Leistungssport betreiben und entsprechend Wettkämpfe bestreiten, aber oft boxen Frauen auch nur als regelmässiges Training, um sich richtig auszupowern.
Ein Besonderheit am Frauen-Boxen sind daher die Schwerpunkte, die man in der Regel in Kampfsportkursen für Frauen (z.B. Kickboxen Hamburg) setzt:
- Ein Training, bei dem man aus sich rauskommt
- Selbstverteidigungskurse
- Training zur Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und Beinarbeit
- Fitnesstraining für bessere Ausdauer und einen definierten Körper
- Kardio-Training
Ausserdem gibt es auch einige Trainingsprogramme mit Boxelementen, die extra für Frauen entwickelt wurden oder die eher bei Frauen beliebt sind (während Männer eher die klassischen Boxarten praktizieren):
- Fitnessboxen
- Kardio-Boxen
- Bodypump
- Französisches Boxen (Savate)
Es gibt nichts Besseres, um sich auszupowern, fit zu werden (bzw. zu bleiben) und gleichzeitig sein Selbstbewusstsein zu pushen!
Der Boxsport für beide Geschlechter: die gemeinsamen Vorteile
Abgesehen von Schlägen ins Gesicht - also wenn man mal nur vom Training und nicht echten Kämpfen ausgeht - hat Boxen nur Vorteile für Körper und Gesundheit.
Boxerinnen und Boxer lieben den Sport, weil sie so:
- An ihrer Ausdauer und Kondition arbeiten können
- Ein effektives Kardio-Training absolvieren
- Muskeln aufbauen und verschiedenste Körperpartien definieren (z.B. Sixpack)
- Schnelligkeit, Reaktion, Kampfgeist, Fairness und viele weitere sportliche Aspekte trainieren können
Diese Arten bzw. Niveaus gibt es im Boxen (für Frauen und Männer):
- Amateurboxen
- Freefight
- Crosstraining
- Kickboxen
- Fitnessboxen
- Selbstverteidigungsboxen uvm.
Und das sollte beim Boxen nicht fehlen (egal, ob Mann oder Frau):
