Die BSG Stahl Eisenhüttenstadt e.V. hat seit nunmehr 25 Jahren eine Sektion Karate. Das haben die Karatesportler zum Anlass genommen, am Wochenende vom 17. bis 19. Juni einen Jubiläumslehrgang auszurichten. Eine große Herausforderung für den, mit rund 60 Mitgliedern doch eher kleinen Verein.
Ein Vierteljahrhundert Karate in Eisenhüttenstadt
Zu Gast war unser langjähriger Trainer und Mentor Sensei Volker Schwinn (7. Dan), der vor 25 Jahren aus beruflichen Gründen den weiten Weg aus dem Saarland nach Eisenhüttenstadt gefunden hat. Seit dieser Zeit besteht ein enges freundschaftliches Verhältnis zwischen unserem und Volkers saarländischem Verein. Wir können mit Fug und Recht behaupten, Sensei Schwinn hat unser Karate maßgeblich geprägt. An dieser Stelle, Herzlichen Dank Volker !!!
Schon am Freitag eröffnete Volker den Lehrgang mit einer sehr schweißtreibenden Dan-Vorbereitungseinheit, die noch im heimischen Dojo stattfand, bei der nicht nur die Prüflinge, sondern auch die ca. 25 Karateka der Oberstufe gut gefordert waren. Somit war für einen gelungenen Einstieg in das Wochenende gesorgt.
Am Samstag, dem 18. Juni 2016, wurde in einer Zweifelderhalle für die angereisten etwa 70 Teilnehmer aus drei Bundesländern das Training von Volker und Stanley Schulze (4. Dan) in beiden Hallenteilen in toller Stimmung mit viel Spaß und Freude auf Seiten der Teilnehmer und der Trainer geleitet.
Inhalte und Schwerpunkte des Jubiläumslehrgangs
In Volkers Einheiten in der Oberstufe ging es um Karatetechniken in der Anwendung zum Zwecke der Selbstverteidigung. Diesem Aspekt der Ausbildung wird oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Trainingseinheiten waren eine Herausforderung für Körper und Geist. Zunächst wurden 10 Kombinationen aus mehreren Grundschultechniken erlernt. Aber nicht wie gewohnt, in endlosen Bahnen hintereinander, nein, man musste sich im Raum in mehrere Richtungen bewegen. Spannend wurde es dann, als man sich mit diesen Techniken gegen mehrere Gegner wehren musste. Dieses Prinzip wurde auch beim anschließenden Bassai- Sho- Bunkai beibehalten.
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Abschließend ging Volker auf den energetischen Aspekt des Karate ein. Er erläuterte den Energiefluss im Körper und demonstrierte sehr anschaulich, wie man mit Karatetechniken Energie aufnimmt, speichert und im richtigen Moment abgibt, um optimale Wirkung zu erzielen. Genauso interessant war zu sehen, wie man einem Körper die Energie nimmt und somit Erfolge erzielen kann. Für Begeisterung sorgte eine Übung, bei der man mit der Kraft kollektiver Gedanken einem Menschen Energie geben oder nehmen kann.
Es wurde, wieder einmal sehr deutlich, die Karateausbildung ist ein Prozess fortlaufenden Lernens.
In der Unterstufe ließ Volker Grundschultechniken und -kombinationen erarbeiten, wobei auf akustische und visuelle Signale reagiert werden musste. Bewegungsabläufe aus der Selbstverteidigung sowie Kata gehörte ebenfalls zum Programm.
Stanley stellte in seinen Einheiten in der Unterstufe das Sanbon-Prinzip kindgerecht dar, baute spielerische Selbstverteidigung mit ein und viel Partnertraining. In der Oberstufeneinheit arbeitete er mit den durch Stellungswechsel erzeugten unterschiedlichen Distanzen, um entsprechende Kombinationen am Gegner zu platzieren.
Eine besondere Freude erfuhren die Eisenhüttenstädter durch den Besuch des Präsidenten des Brandenburgischen Karatelandesverbandes Marc Puhlmann, welcher nicht nur am Training teilnahm, sondern auch der BSG-Stahl Eisenhüttenstadt mit einer Ehrentafel zum 25jährigen Bestehen gratulierte. Wir freuen uns sehr über diese Ehre und sind entsprechend stolz!
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Nach diesem anstrengenden Trainingstag war am Abend die Anspannung für die 11 Prüflinge angesichts ihrer bevorstehenden Dan-Prüfung auf dem Höhepunkt. Die Prüfungen vom 1. bis zum 4. Dan wurden von Volker und Ronald Dorau (5. Dan), welcher aus Schöneiche zur Abnahme der Prüfung anreiste, nicht ohne auch selbst noch eine Trainingseinheit mitzunehmen, souverän und in angenehmer Atmosphäre geleitet. Die Freude war groß, als alle elf Prüflinge bravourös bestanden.
Am Sonntag, wieder zurück im heimischen Dojo, wurde im kleineren Kreis nach einem gemeinsamen Training auch noch erfolgreich die Kyu-Prüfung für die 15 Teilnehmer und die vereinsinterne Zwischenprüfung für 16 Kinder erfolgreich gemeistert.
Die Philosophie des Zen Karate
Was ist Karate - do? Das wesentliche des Karate-do ist nicht, über Sieg und Niederlage zu entscheiden, denn Karate-do ist eine Kampfkunst, die den Charakter durch Training entwickelt, so dass der Karateka jedes physische und psychische Hindernis überwinden kann.
Erklärung und Bedeutung der Bezeichnung SENSEI bei uns: In unserem Verständnis und der Anleitung, Trainingsmethodik und Ausbildungsprogramm von Sensei R. Niessen gibt es im Traditionellen Karate (Zen-Karate) nur den 1.Dan und durch die bestandene Prüfung ist der Karateka "Sensei im traditionellen Karate". Also mit der Anrede: Sensei (der früher Geborene) im Training.
Dieses wird in anderen Karate-Stil-Richtungen anders gehandhabt. Es gib mehrere Dan - Grade und die Anrede "Sensei" wird dort beispielsweise erst mit dem 5. Dan verwendet. Der Grund liegt auch hier im Ausbildungsprogramm und den möglichen Überlieferungen bzw. Wertedarstellungen.
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Der KARATE-WEG der Taika-Karateschule Lübben
- 1991: Beginn als Karate - Dojo Lübben, der Interessengemeinschaft Traditionelle Kampfkunst, mit dem Hauptsitz in Leverkusen unter Leitung von Sensei R. Niessen (6. Dan)
- 1993: Jens Dybski (damals 7.Kyu) übernimmt die organisatorische Leitung des Dojo Lübben
- 1994: zum Ende des Jahres kommt es zur Spaltung der verschiedenen Dojo´s unter Sensei R. Niessen
- 1995: Mitglied in der Karateschule Karma, unter Leitung von Sensei Y. Erkol (direkter Schüler von Sensei R. Niessen )
- 1997: Gründung der "Taika " - Karateschule Lübben e.V.
- 2000: Prüfung zum Sensei im traditionellen Karate von J. Dybski; er übernimmt nun offiziell die Leitung der Taika - Karateschule. Sensei J. Dybski (direkter Schüler von Sensei R. Niessen und Sensei Y. Erkol )
- 2001: 10. jähriges Jubiläum
- 2002: Auflösung des e.V. aus privaten Gründen, die Taika - Karateschule Lübben bleibt "ohne e.V.", als gemeinnütziger Verein bestehen.
- 2004: Mitglied in der Interessengemeinschaft Traditionelles Karate (mit den Vereinen aus Cottbus; Eisenhüttenstadt, Schwarzheide, Dresden. Die leitenden Sensei sind alle direkte Schüler von Sensei R. Niessen.)
- 2007: Trennung von der Interessengemeinschaft, weil eine Umstrukturierung und Überleitung in den BSK geplant war. Dieses lehnte Sensei J.Dybski ab.
- 2011: 20. jähriges Jubiläum
- 2013: Die Taika-Karateschule übernimmt für ein 3/4 Jahr die Leitung des Karate-Dojo Schwarzheide, da der leitende Sensei F. K. aus privaten Gründen aufhört.
- 2014: Die Karateschule Lübben übergibt das Dojo Schwarzheide an Sensei M. Heyde (ehem. Schüler aus Schwarzheide). Dieser gründet die Karateschule Mugen-Dai.
- 2014: eine "Interessengemeinschaft Karate" mit der Karateschule Mugen-Dai Schwarzheide / Lauchhammer (Leitung : Sensei M. Heyde), der Shin-Do (Zen-Karate) Berlin (Leitung: Sensei F. Liepe) und uns wird ins Leben gerufen. Wir bieten jetzt gemeinsame Lehrgänge an.
- 2017: Sensei-Prüfung in der Taika- Karateschule: Sven Gosdschan besteht die Dan-Prüfung und ist der erste "eigene Schüler- Sensei" seit Bestehen der Karateschule.
- 2020/2021: durch die Corona Pandemie darf kein Training in Turnhallen und Dojo stattfinden. Leider verlieren wir trotzdem einige SchülerInnen.
- 2021: 30. jähriges Jubiläum
- 2022: Karate Training unter Auflagen von Testpflicht und 2 G , in der Turn-halle möglich. Ab März mit 3 G möglich. Wir nehmen Veränderungen am Prüfung - Graduierung - Konzept vor. Dies bedeutet u.a. : eine neue Prüfungs-Ordnung bzw. Prüfungsleistungen ; die Vergabe von alten traditionellen Waffen sind nur noch optional ab dem 6. Kyu ; der Langstock (Bo) wird generell für alle Schüler unterrichtet ; Prüfungen erst im Alter von 12 Jahren möglich.
- 2023: Karatetraining und Lehrgänge ohne Auflagen möglich. Jeder Schüler ist zur Selbstkontrolle und eigenen Schutz verantwortlich. Wir nehmen Veränderungen am Kinder- Trainings- Konzept vor. Dies bedeutet u.a. : keine Gürtel-Prüfungen in der Kindergruppe ; Optimierung des kindgerechtem Training, vor allem in den Bereichen: Koordination, Kondition und kollektives sportliches Verhalten.
- 2024: Karatelehrgänge werden z.Z. nur durch die Taika-Karateschule Lübben angeboten und durchgeführt. Die Karate Vereine in Berlin (Shin-Do) und Lauchhammer (Mugen- Dai) verfolgen ihre eigenen Anliegen.
- 2025: wir passen nach 3 Jahren, die Graduierungs-und Prüfungsordnung nochmal an und die Vergabe von alten traditionellen Waffen, ist wieder offiziell für jeden Schüler ab 8. Kyu.
Dein Weg im Zen Karate
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