Für viele, die gerade erst anfangen, Kampfsport zu üben, stellt sich die Frage, inwiefern sich Kickboxen von Boxen unterscheidet. In der Welt der Kampfsportarten gibt es eine Vielzahl von Disziplinen, die jeweils ihre eigenen einzigartigen Techniken, Regeln und Vorteile bieten. Unter diesen Disziplinen stehen Kickboxen und Boxen als zwei der beliebtesten Optionen.
Während beide Sportarten physische Fitness, Disziplin und Selbstverteidigungsfähigkeiten fördern, argumentieren viele Experten, dass Kickboxen aufgrund seiner Vielseitigkeit und der Integration verschiedener Kampfstile eine überlegene Wahl gegenüber dem traditionellen Boxen darstellt.
Ursprung und Geschichte
Der erste grundlegende und wichtige Unterschied ist der Herkunfts- und Geschichten. Die Anfänge des Boxens können bis zu den altertümlichen Olympischen Spielen in Griechenland im Jahre 688 vor Christus zurückverfolgt werden. Das regelbasierte Boxen, so wie wir es heute kennen, ging aus regelmäßig stattfindenen Preiskämpfen in England im 18. Kickboxen entstand in den USA zu Beginn der 1970iger Jahre und ist eine Zusammenstellung von Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten wie Karate, Tae-Kwon-Do und Boxen, um Wettkämpfe unter einheitlichen Regeln und mit Schutzausrüstung zur Verletzungsminimierung zu veranstalten.
Techniken und Stile
Beim Boxen kämpfen die Gegner nur mit den Fäusten. Erlaubt sind die Grundschläge Jab, Cross, Punch sowie seitwärts und aufwärts gezogene Haken. Während man beim Boxen nur Faustschläge einsetzen darf, sind beim Kickboxen auch Fußtritte möglich.
Kickboxen setzt sich aus den Faustschlägen des modernen Boxens und Fußtritten von asiatischen Kampfsportarten wie Taekwondo oder Karate zusammen. Die Ähnlichkeiten in Stilen sind in gemeinsamen Kombinationen. Sie basieren auf kombinierten Ansätzen in 2-5 Treffern. Boxtechniken wie Jab, Cross und Seitwärtshaken gehören nicht nur beim Boxen, sondern auch beim Kickboxen zu den Grundlagen, die als erstes gelernt werden.
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Im Kickboxen sind neben den Schlagtechniken des Boxens auch Techniken aus anderen Kampfsportarten wie Karate, Taekwondo und Muay Thai integriert. Dies ermöglicht eine breitere Palette von Angriffs- und Verteidigungsoptionen im Vergleich zum Boxen, was die Fähigkeiten des Kickboxers im Kampf vielseitiger und anpassungsfähiger macht.
Regeln
Die Unterschiede hingegen liegen vor allem beim Regelwerk, welches genau festlegt welche Körperpartien beim Boxen eingesetzt bzw. Beim Boxen sind lediglich Schläge mit geschlossenen Fäusten erlaubt; Tritte, Kniestöße und Beißen sind hingegen komplett verboten. Alle wichtigen Regeln im Boxen haben wir in dem verlinkten Artikel zusammengefasst.
Kickboxen: Eine vielseitigere Wahl
Kickboxen beinhaltet nicht nur das Schlagen mit den Fäusten wie beim Boxen, sondern auch das Treten mit den Beinen. Dadurch werden mehr Muskelgruppen im gesamten Körper aktiviert, was zu einem effektiveren Ganzkörpertraining führt und die Entwicklung von Kraft, Ausdauer und Flexibilität fördert.
Aufgrund der Vielseitigkeit der Techniken im Kickboxen sind Kickboxer besser auf verschiedene Kampfsituationen vorbereitet und können sich effektiver verteidigen als Boxer, die nur auf das Schlagen mit den Fäusten spezialisiert sind.
Kickboxen ist ein intensives Cardio-Training, das nicht nur die Ausdauer verbessert, sondern auch die Herzgesundheit fördert, Kalorien verbrennt und den Stoffwechsel ankurbelt. Wie beim Boxen erfordert auch Kickboxen eine hohe mentale Disziplin, Konzentration und Durchhaltevermögen, um Techniken zu erlernen und im Training und im Wettkampf erfolgreich zu sein.
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Verschiedene Richtungen im Kickboxen
- Vollkontakt-Kickboxen: Bei dieser Variante sind Tritte und Schläge gegen den gesamten Körper erlaubt, wobei Schutzausrüstung wie Helme und Schienbeinschützer getragen wird, um Verletzungen zu minimieren.
- Low-Kick-Kickboxen: Hier sind neben den Schlägen Tritte auf die Oberschenkel erlaubt, was eine zusätzliche Herausforderung und taktische Option für die Kämpfer darstellt.
Ausrüstung
Die verwendeten Boxhandschuhe müssen beim Wettkampf den Normen des jeweiligen Dachverbandes entsprechen. Dadurch das keinerlei Tritte erlaubt sind, braucht es zum Training auch keinen langen Boxsack. Kickboxer tragen spezielle Kickbox Handschuhe, die im Vergleich zu normalen Boxhandschuhen wesentlich flexibler und auch gleichem Gewicht dünner sind.
Fazit
Insgesamt bietet das Kickboxen eine breitere Palette von Techniken, eine vielseitigere Trainingserfahrung und eine effektivere Selbstverteidigungsfähigkeit im Vergleich zum traditionellen Boxen.
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