In der Welt der Kampfsportarten gibt es eine Vielzahl von Disziplinen, die jeweils ihre eigenen einzigartigen Techniken, Regeln und Vorteile bieten. Unter diesen Disziplinen stehen Kickboxen und Boxen als zwei der beliebtesten Optionen. Während beide Sportarten physische Fitness, Disziplin und Selbstverteidigungsfähigkeiten fördern, gibt es wesentliche Unterschiede zwischen ihnen.
Was ist Kickboxen?
Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei der neben Boxtechniken auch Tritttechniken erlaubt sind. Es ist eine Weiterentwicklung von Karate und Taekwondo und wurde erfunden, um interdisziplinäre sportliche Wettkämpfe austragen zu können.
Regelwerke im Kickboxen
Im Regelwerk der einzelnen Kickboxverbände finden sich Unterschiede und Abweichungen, zum Beispiel bei der erlaubten Trefferfläche oder ob der Gegner gehalten werden darf. Tiefschläge sind immer tabu, jedoch sind in manchen Verbänden Tritte auf die Oberschenkel (Lowkicks) wie beim Muay Thai oder Thaiboxen erlaubt. Verbandsabhängig unterschiedlich geregelt ist auch die Verwendung von Handdrehschlägen (Spinning back fist) und Fußfegern (Techniken, mit denen der Gegner aus dem Gleichgewicht gebracht wird). Allen Verbänden gemeinsam ist das Verbot des Schlagens auf den Rücken und auf Gegner, die am Boden liegen, sowie das Werfen (Takedown) des Konkurrenten.
Kickboxen: Semikontakt, Leichtkontakt und Vollkontakt
Im Kickboxen wird unterschieden zwischen Semikontakt, Leichtkontakt und Vollkontakt.
Was ist Boxen?
Der Boxsport ist als solcher schon sehr alt und die Anfänge liegen um 3000 vor Christus in Ägypten. In den folgenden Jahrhunderten breitete sich dieser Sport zunehmend auf der Welt aus. Im Laufe des letzten Jahrhunderts, vor allem seit 1950, haben sich dann die 4 bereits genannten Arten herausgebildet. Beim Boxen sind lediglich Schläge mit geschlossenen Fäusten erlaubt; Tritte, Kniestöße und Beißen sind hingegen komplett verboten. Die verwendeten Boxhandschuhe müssen beim Wettkampf den Normen des jeweiligen Dachverbandes entsprechen.
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Die Hauptunterschiede zwischen Boxen und Kickboxen
Die Unterschiede zwischen Boxen und Kickboxen liegen vor allem beim Regelwerk, welches genau festlegt, welche Körperpartien beim Boxen eingesetzt bzw. nicht eingesetzt werden dürfen. Dadurch das keinerlei Tritte erlaubt sind, braucht es zum Training auch keinen langen Boxsack. Beim Kickboxen dürfen im Vergleich zum Boxen auch Tritte ausgeführt werden; daher auch der Name Kick (für Treten) und Boxen (für Faustschläge). Kickboxer tragen spezielle Kickbox Handschuhe, die im Vergleich zu normalen Boxhandschuhen wesentlich flexibler und auch gleichem Gewicht dünner sind.
Techniken und Stile
Beim Kickboxen werden hauptsächlich lange und kurze Distanz zum Schlagen genutzt. In Muay Thai können solche Aktionen durch einen engeren Kontakt ergänzt werden - einen Clinch. Darüber hinaus sind die Unterschiede zwischen Thai-Boxen und Kickboxen auch an Kampftechnik auffällig. Beim Kickboxen sind es nur Hände und Füße. Dann im Thai-Boxen dazu gehören: Ellenbogen, Knie, Unterarm, Unterschenkel. Die Ähnlichkeiten in Stilen sind in gemeinsamen Kombinationen. Sie basieren auf kombinierten Ansätzen in 2-5 Treffern. Kickboxen kombiniert verschiedene Arten von Kampfkünsten: Karate, Wushu, Taekwondo, Thai und Englisch Boxen. Aus englisch in deutsch übersetzen, bedeutet „Kickboxen“ „Duell mit Armen und Beinen“, was dieser Art von Kampf sowohl in der Mitte als auch in der Ferne entspricht.
Training und Ausrüstung
Beim Training der jeweiligen Sportarten bieten sich primär hochwertige Standboxsäcke, lange hängende Boxsäcke und der Boxdummy als Trainingsobjekte an. Wie auch beim Kickboxing sind die Kickbox Handschuhe deutlich flexibler und am Handrücken dünner gestaltet als beim klassischen Boxen. Darüber hinaus werden oftmals auch Schienbeinschoner, Fußbandagen und ein Bauchschutz getragen.
Kickboxen vs. Boxen: Was ist die bessere Wahl?
Während beide Sportarten ihre Vorzüge haben, argumentieren viele Experten, dass Kickboxen aufgrund seiner Vielseitigkeit und der Integration verschiedener Kampfstile eine überlegene Wahl gegenüber dem traditionellen Boxen darstellt.
Ganzkörpertraining
Kickboxen beinhaltet nicht nur das Schlagen mit den Fäusten wie beim Boxen, sondern auch das Treten mit den Beinen. Dadurch werden mehr Muskelgruppen im gesamten Körper aktiviert, was zu einem effektiveren Ganzkörpertraining führt und die Entwicklung von Kraft, Ausdauer und Flexibilität fördert.
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Vielseitigkeit der Techniken
Im Kickboxen sind neben den Schlagtechniken des Boxens auch Techniken aus anderen Kampfsportarten wie Karate, Taekwondo und Muay Thai integriert. Dies ermöglicht eine breitere Palette von Angriffs- und Verteidigungsoptionen im Vergleich zum Boxen, was die Fähigkeiten des Kickboxers im Kampf vielseitiger und anpassungsfähiger macht.
Selbstverteidigung
Aufgrund der Vielseitigkeit der Techniken im Kickboxen sind Kickboxer besser auf verschiedene Kampfsituationen vorbereitet und können sich effektiver verteidigen als Boxer, die nur auf das Schlagen mit den Fäusten spezialisiert sind.
Körperliche Fitness
Kickboxen ist ein intensives Cardio-Training, das nicht nur die Ausdauer verbessert, sondern auch die Herzgesundheit fördert, Kalorien verbrennt und den Stoffwechsel ankurbelt.
Mentale Disziplin
Wie beim Boxen erfordert auch Kickboxen eine hohe mentale Disziplin, Konzentration und Durchhaltevermögen, um Techniken zu erlernen und im Training und im Wettkampf erfolgreich zu sein.
Verschiedene Richtungen im Kickboxen
- Vollkontakt-Kickboxen: Bei dieser Variante sind Tritte und Schläge gegen den gesamten Körper erlaubt, wobei Schutzausrüstung wie Helme und Schienbeinschützer getragen wird, um Verletzungen zu minimieren.
- Low-Kick-Kickboxen: Hier sind neben den Schlägen Tritte auf die Oberschenkel erlaubt, was eine zusätzliche Herausforderung und taktische Option für die Kämpfer darstellt.
- Thai-Kickboxen (Muay Thai): Diese traditionelle Form des Kickboxens aus Thailand legt besonderen Wert auf Ellenbogen- und Knietechniken sowie den Einsatz von Klinch-Techniken, die es dem Kämpfer ermöglichen, den Gegner zu kontrollieren und effektiv zu attackieren.
- K-1-Stil: Diese Variante des Kickboxens kombiniert Elemente aus verschiedenen Kampfkunststilen und erlaubt schnelle und dynamische Kämpfe mit einer breiten Palette von Techniken.
Die Bedeutung des Vereins und der Trainer
Das Entscheidende bei dieser Frage ist der Verein! Die Erfahrung zeigt, dass in Box-Vereinen meistens die bessere "Ausbildung" herrscht, erfahrenere Trainer sind, was den Vollkontakt-Kampfsport betrifft. Es hängt vom Sportler und von den Trainern ab, und in den meisten Fällen ist die Ausbildung in einem Box-Verein um ein Vielfaches besser, meiner persönlichen Erfahrung nach. In den meisten Fällen haben die Boxtrainer auch jahrelang selber geboxt und kein Semikontakt oder Pointfighting betrieben, oder einfach nur Fitnesstrainer sind.
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Bekannte Namen im Kickboxen
Parallel zum Boxen startete Vitali Klitschko seine Karriere im Kickboxen. Michael Kuhr ist Deutschlands bekanntester Türsteher und Inhaber einer Security Firma in Berlin. Auch er startete seine Karriere als Kickboxer und wurde als Amateur zehnmal Deutscher Meister, viermal Europameister und 1985 Weltmeister der WAKO. Nach seinem Wechsel in das Profilager wurde er 1990 erster deutscher Profi Kickbox-Weltmeister. Michael Smolik gehört zu den bekanntesten deutschen Kickboxern der Gegenwart.
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