Bekämpfung von Schädlingen im Getreidebau: Fokus auf Karate Zeon und Alternativen

Mit steigenden Temperaturen treten vermehrt Schädlinge in Ackerbaukulturen auf. Eine Bestandeskontrolle ist unerlässlich, bevor eine Bekämpfungsentscheidung getroffen wird.

Das Getreidehähnchen: Erkennung und Bekämpfung

Schon seit einiger Zeit sind Getreidehähnchen in den Getreidebeständen zu beobachten. Die schillernden, erwachsenen Käfer legen ihre kleinen, orangenen Eier auf die Getreideblätter. Aus den Eiern schlüpfen die ebenfalls orangefarbenen Larven.

Die Larven verursachen einen Fensterfraß an den Blättern. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, bedecken sich die Larven nach und nach mit ihrem Kot und bekommen so die typische schwarz-braune Färbung. Bekämpfungswürdig sind die Getreidehähnchen erst, wenn sie auf den oberen Blättern Schaden anrichten, da dadurch Assimilationsfläche verloren geht.

Betroffen sind Gerste und Weizen, aber auch Sommergetreide. Im Sommergetreide ist der Schaden häufig größer, weil die Fahnenblätter im Vergleich zum Wintergetreide eher kleiner sind. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 0,5-1,0 Larve je Fahnenblatt. In einigen Beständen findet man erste Spuren von Fensterfraß, verursacht durch Getreidehähnchen.

Unsere Insektizidempfehlungen zur Bekämpfung gegen das Getreidehähnchen:

Lesen Sie auch: Mehr über Karate

Insektizideinsatz gegen Getreidehähnchen

Gegen beißende und saugende Insekten in Getreide, Kartoffeln, Futter- und Zuckerrüben, maximal 2 Anwendungen je Kultur und Jahr: 75 ml/ha. in allen Getreidearten gegen beißende und saugende Insekten (z.B. Getreidehähnchen) und Zweiflügler im Frühjahr von BBCH 13-85, Fritfliege (BBCH 11-13) und Blattläuse als Virusvektoren (Herbst und Frühjahr von BBCH 12-51).

Blattläuse im Getreide

Mit steigenden Temperaturen sind jetzt auch vereinzelt Blattläuse im Getreide zu finden. Auf dem Blatt ist der direkte Saugschaden eher als gering einzustufen, allerdings können die Blattläuse in der Ähre bis zur Milchreife durch die Saugtätigkeit Schaden anrichten. Mit dem Aufbau der Blattlauspopulation entwickeln sich auch die Nützlinge.

Insektizidempfehlung gegen Blättläuse ab dem Ährenschieben:

Die Aufbrauchfrist von Pirimor Granulat endet am 30.04.2022. Pirimor G ist die neue Zulassung des Produktes Pirimor Granulat. Pirimor G besitzt nur noch die Getreidezulassung, eine Anwendung in Leguminosen oder Zuckerrüben ist mit diesem Produkt nicht mehr erlaubt.

Teppeki wirkt systemisch in der Pflanze, hat eine sehr lange Dauerwirkung und wirkt sehr spezifisch auf Blattläuse, so dass Marienkäfer, Florfliegen u.a. Nützlinge geschont werden.

Die Getreideblattlaus Getreideblattläuse können durch direkten Saugschaden vor allem in der Ähre Schaden anrichten. Die Gefahr der Virusübertragung ist jetzt im Wintergetreide eher zu vernachlässigen, im Sommergetreide ist diese Gefahr noch deutlich höher einzuschätzen, zumal das junge Sommergetreide sehr attraktiv für die Blattläuse ist.

Lesen Sie auch: Rapserdflöhe bekämpfen mit Karate Zeon

Das bedeutet, dass im Wintergetreide zunächst eher kein Handlungsbedarf besteht, zumal sich hier parallel mit den Blattläusen auch die Nützlingspopulation aufbauen kann. Aufwandmenge:100 g/ha Teppekiab dem Ährenschieben

Karate Zeon: Ein Insektizid im Fokus

KARATE® ZEON ist ein Insektizid gegen beißende und saugende Insketen auf Basis von Lambda-Cyhalothrin, ein Klasse 2-Pyrethroid mit Kontakt- und Fraßwirkung gegen beißende und saugende Schädlinge. Die Formulierung als Kapselsuspension bietet Vorteile hinsichtlich Abdrift-verhalten und Anwenderschutz, bei gleichzeitig etwas verzögerter Anfangswirkung. Karate Zeon ist als Solo-Produkt nicht bienengefährlich (B4), in Tankmischungen mit B2 kann es aber zu einer B2-Einstufung kommen.

Weitere Schädlinge und Bekämpfungsmaßnahmen

Für ertragsrelevante Schädlinge vor allem in Zuckerrüben und Leguminosen sind auch in diesem Jahr wieder Notfallzulassungen ausgesprochen worden. So hat Pirimor G (500 g/kg Pirimicarb) eine Notfallzulassung zur Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren in Zuckerrüben bekommen, ebenso wie Mospilan, Danjiri und Carnadine (Wirkstoff: Acetamiprid).

Die Sattel- und Gallmücke

Die Larven der Sattelmücke überwintern im Boden und kommen zur Verpuppung an die Erdoberfläche. Ab Anfang/Mitte Mai, wenn sich der Boden erwärmt, schlüpfen die Mücken und fliegen das Getreide an. Die Mücken legen ca. 100 - 200 sehr kleine, rötliche Eier kettenförmig auf die Getreideblätter ab.

Die Larven schlüpfen nach ca. einer Woche und wandern dann in die Blattscheiden. Der Saugschaden zeigt sich an verdickten Blattschieden im oberen Halmbereich. Besonders gefährdet ist Winter- und Sommerweizen auf schweren, feuchten Böden mit Vorjahresbefall.

Lesen Sie auch: Die Lehre im Karate Dojo

Ähnlich wie Sattelmücken überwintern die Gallmücken im Boden und schlüpfen bei ausreichender Bodenfeuchte und hohen Temperaturen ab Ende Mai, um dann zu Beginn des Ährenschiebens ihre Eier in die Blütchen des Weizens abzulegen. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven saugen an den Ähren, was zu Schmachtkorn und Qualitätseinbußen führen kann.

Die Bekämpfung der Gallmücken sollte zu Beginn des Ährenschiebens erfolgen, wenn günstige Bedingungen für den Flug gegeben sind. Bekämpfungsschwellen sind schwierig zu ermitteln, der Zuflug lässt sich z.T.

Die Grüne Pfirsichblattlaus in Zuckerrüben

In Zuckerrüben können vor allem Grüne Pfirsichblattläuse Schaden durch die Übertragung von Viren anrichten. Die Läuse sitzen meist auf der Blattunterseite und sind auch durch ihre blassgrüne Farbe nicht so einfach zu entdecken. Die schwarze Bohnenlaus/Rübenlaus ist deutlich einfacher zu finden, die tritt oft auch in Kolonien auf, die Gefahr der Virusübertragung ist hier aber geringer.

Da die versteckt sitzenden Blattläuse mit Pyrethroiden kaum bekämpfbar sind, bietet Pirimor G eine sehr gute Bekämpfungsmöglichkeit über die Dampfphase des Wirkstoffs gerade beim frühen Einsatz ab dem 2-Blatt-Stadium.

Blattrandkäfer in Ackerbohnen und Futtererbsen

Schon mit Beginn des Auflaufs sind an den Ackerbohnen oft Fraßmuster am Blattrand zu finden, die durch den Blattrandkäfer verursacht werden. Dieser Fraß stellt an sich meist keinen Schaden dar. Der Käfer legt aber Eier in den Boden ab, die daraus schlüpfenden Larven können an den Knöllchen der Wurzel fressen und so die Stickstofffixierung der Bohne beeinträchtigen.

Blattläuse in Ackerbohnen und Futtererbsen

Auch in den Ackerbohnen können durch Blattläuse übertragende Viren Ertragsminderungen auftreten, die je nach Befallsdruck z.T. erheblich sein können. Die Grüne Erbsenblattlaus und die Grüne Pfirsichblattlaus gelten als Hauptüberträger, die schwarze Bohnenlaus verursacht vor allem Saugschäden.

Erste Blattläuse sind auch schon in den Beständen zu finden, durch die frühe Besiedelung der Bestände ist ein Kontrolle jetzt unbedingt vorzunehmen. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei ca. Aufgrund der trockenen Wetterlage und einzelner Nachtfröste Anfang April hat sich die Entwicklung von Pilzkrankheiten im Getreide verzögert.

Schaderreger, Schaden und chemische Bekämpfung

Schaderreger Auftreten Schaden Bekämpfung (chemisch) Hinweise
Blattläuse bei feucht-warmer Witterung ab Ährenschieben, meist ab nach Blüte zum Ährenschieben bis Milchreife: Saugschaden, dadurch geringeres TKG; Auftreten im Frühjahr und Herbst: Gefahr der Virusübertragung Insektizide Schadschwelle bis Ende Ährenschieben 20-30 % befallene Ähren oder Fahnenblätter; bis Ende Blüte 60 % befallene Ähren/Fahnenblätter oder 4 Läuse /Ähre; bis Milchreife > 80 % befallene Ähren/Fahnenblätter
Getreidehähnchen ab Schossen des Weizens bis nach Blüte, meist bei eher trockener Witterung längliche, streifige Löcher (Fensterfraß) werden von Käfern und noch stärker von dessen Larven verursacht Insektizide eine Larve je Fahnenblatt oder ab 5 % geschädigte Blattfläche
Feldmäuse Mulch - u. Direktsaaten, neben Grünland- u. Brachflächen, Wegrändern Ausdünnung der Bestände Ratron Giftweizen; ....mit 5 Körnern pro Mauseloch u.a zinkphosphidhaltige Mittel auf verdeckte Ausbringung achten um Aufnahme durch Vögel u.a Tiere zu vermeiden. Sitzkrücken für Greifvögel aufstellen. Auflagen beachten ! Stoppelbearbeitung.
Stoppelbearbeitung. nach Hackfrüchten wie Kartoffeln, Rüben, Kohl; bei Spätsaaten Larvenfraß an Wurzeln führt zu Welke-u- Absterbeerscheinung der Triebe, speziell der Herzblätter, die sich dann herausziehen lassen Signal 300 ES (Beize) Vorbeugend: Ausaatmenge um 10 % erhöhen, Saatbett gut rückverfestigen, im Frühjahr walzen.
Laufkäfer Herbst bis Frühjahr Pflanzen werden angefressen und in Boden gezogen. Insektizide gegen beißende Insekten intensive Stoppelbearbeizung mindert Befall. Anwalzen nach Saat mindert Ausbreitung.
Eulenraupen hauptsächlich im Herbst ab Auflaufen Pflanzenfraß Insekizide gegen beißende Insekten Ausfallraps aus Vorkultur rechtzeitig beseitigen.
Gelbverzwergungsvirus der Gerste( (BYDV-PAV) durch Läuse übertragen bei Frühsaaten und warmen Herbsttemperaturen mit starkem Läuseauftreten in angrenzendem Mais/Ausfallgetreide. im Herbst bei Starkbefall an Gerste vergilbungen, an Weizen und Roggen Rötungen. Sonst ab März Vergilbungen von Blattspitzen, streifige Vergilbung der Blätter, Zwergwuchs, gelbe Pflanzennester, die zunehmend größer werden. Bei Spätinfektionen im Frühjahr färben Fahnenblätter rot. Verringertes Wurzelwachstum. Weniger Ähren, geringeres TKG. gegen Vektor Läuse mit z.B. Mavrik Vita 200 ml Karate Zeon 75 mlu.a. Anbau toleranter Sorten Frühsaaten vermeiden; Ausfallgetreide vernichten.
Weizenverzwergungsvirus (WDV) durch Zikaden übertragen bei trocken -. Gegen beißende und saugende Insekten in Getreide, Kartoffeln, Futter- und Zuckerrüben, maximal 2 Anwendungen je Kultur und Jahr: 75 ml/ha. in allen Getreidearten gegen beißende und saugende Insekten (z.B. Getreidehähnchen) und Zweiflügler im Frühjahr von BBCH 13-85, Fritfliege (BBCH 11-13) und Blattläuse als Virusvektoren (Herbst und Frühjahr von BBCH 12-51).;in Raps gegen beißende Insekten (z.B. Erdfloh, Stängel-, Kohltrieb- und Kohl-schotenrüßler) ab BBCH 13 nach Schwellenüberschreitung und Kohlschotenmücke (BBCH 55-69).;in Kartoffeln gegen beißende und saugende Insekten (z.B. Kartoffelkäfer, Blattläuse) und Blattläuse als Virusvektoren in Beständen zur Pflanzguterzeugung, jeweils ab BBCH 13 nach Befallsbeginn bzw. Erreichen von Schwellenwerten;in Zucker- und Futterrüben gegen beißende und saugende Insekten und Rübenfliege, jeweils ab BBCH 13 nach Befallsbeginn bzw.

Hinweise zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Verpackungen von Pflanzenschutzmitteln, Spritzenreinigern und Flüssigdüngern können kostenlos an den Sammelstellen des Rücknahmesystems PAMIRA abgegeben werden. Zurückgenommen werden Pflanzenschutz-Kanister aus Kunststoff und Metall sowie Faltschachteln, Papier- und Kunststoff-Säcke. Die Verpackungen müssen restlos entleert, gespült, trocken und mit dem PAMIRA-Logo versehen sein. Die Deckel und sonstigen Verpackungen sind getrennt abzugeben. Behälter über 50 Liter müssen durchtrennt sein. Die Sauberkeit der Verpackungen wird bei der Annahme kontrolliert. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Versand und Lieferung

Lieferung per PaketdienstDer Versand kann über Paketdienstleister oder eine Spedition erfolgen. Paketfähige Artikel liefern wir mit DPD oder UPS. Eine Lieferung an Postfach-Adressen, Postfilialen oder Packstationen ist derzeit leider nicht möglich.

Lieferung per SpeditionBitte beachten Sie, dass die Zufahrtsmöglichkeit mit einem LKW, ggf. auch mit einem Sattel- oder Hängerzug (40 t, Länge bis 20 m, Mindesthöhe 4 m) befahrbar ist. Es müssen Halte- und Entlademöglichkeiten vorhanden sein, sowie eine Rangierfläche von etwa 5 bis 8 m eingerechnet werden. Gegebenenfalls entscheidet der jeweilige Fahrzeugführer, ob die Anlieferung aus Gründen der Sicherheit und Risikovermeidung erfolgen kann oder nicht. Hierbei sind die gesetzlichen Vorschriften der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) zu beachten. Ist dies nicht der Fall oder Sie sind sich dahingehend unsicher, wenden Sie sich bitte vor der Bestellung an unser Kontakt-Center, hier haben Sie die Möglichkeit uns per Kontaktformular zu erreichen. Die Übergabe der Ware bei einer Lieferung durch eine Spedition erfolgt frei Bordsteinkante. Bei Anlieferung muss der Empfänger oder eine von ihm beauftragte Person anwesend sein, die den Erhalt der Ware ebenfalls auf dem Lieferschein bestätigen kann. Die Entladung selber muss auf einem befahrbaren, befestigten Untergrund direkt neben dem Fahrzeug möglich sein.

VersandkostenBitte beachten Sie unsere Sonderberechnung der Versandkosten im Warenkorb. Wir nutzen Trusted Shops als unabhängigen Dienstleister für die Einholung von Bewertungen.