Wie viel Karat maximal für einen Diamanten?

Wenn Diamanten als „teuer“ bezeichnet werden, heißt das nicht immer, dass es einen festen hohen Preis gibt: Manche Diamanten sind unverkäufliche Kronjuwelen, deren Werte nur geschätzt werden können. Andere wurden öffentlich versteigert - hier gelten Auktionsergebnisse als belastbare Referenz. Preisbildend sind die 4C (Carat/Karat, Color/Farbe, Clarity/Reinheit, Cut/Schliff) im Zusammenspiel.

Dazu kommen Provenienz und Story: Ein königlicher Vorbesitz, ein legendärer Fundort oder ein ikonischer Auftritt in der Popkultur können Werte massiv erhöhen. Raritäten bei Farben, zum Beispiel Fancy Vivid Blue oder Pink, treiben die Nachfrage zusätzlich in die Höhe.

Die Bedeutung der Karatzahl

Die Größe eines Diamanten wird anhand seines Gewichts bestimmt. Maßzahl hierfür ist das Karat (aus dem englischen "Carat"). So hat ein Halbkaräter-Diamant (= 0,5 ct.) ein Gewicht von 0,1 g.

  • 0,10 ct.
  • 0,25 ct. (= Viertelkaräter)
  • 0,50 ct. (= Halbkaräter)
  • 1,00 ct.

Beispiel: ein Diamant mit 0,99 ct. wirkt kleiner als ein Diamant mit 1,00 ct. Oftmals wird die Karatzahl in "Punkten" ausgedrückt. Dann entspricht 1 Punkt 0,01 Karat.

Das Karat beschreibt die Masse, sprich das Gewicht eines Edelsteines. Spricht ein Juwelier von dem Karat eines Ringes, bezieht er sich auf dessen Gewicht. Je schwerer der Edelstein, desto wertvoller ist er - natürlich auch in Abhängigkeit zu weiteren Qualitätsfaktoren.

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Ein Karat beträgt 0,2 Gramm oder 200 mg. Ein Karat umfasst darüber hinaus 100 Punkte. Dies ermöglicht die genaue Bewertung von Diamanten, die weniger als ein volles Karat wiegen.

Folglich gilt: Je schwerer und größer der Edelstein, desto wertvoller ist dieser auch. Ein stolzer Fünfkaräter wiegt 1 Gramm. Das scheint nicht viel aber solch ein Diamant ist sehr wertvoll. Die geläufige Abkürzung für Carat ist ct.

Durchschnittliche Karatzahlen bei Verlobungsringen

Verlobungsringe können mit einem Brillanten besetzt sein, der 0,10 Karat oder 10 Karat-Punkte hat. Zum oberen Ende des Spektrums hin sind kaum Grenzen gesetzt. Der schwerste geschliffene Diamant hat eine Masse von 545 Karat. So eine Größe beim Steinbesatz macht sich am Finger bemerkbar und ist darüber hinaus unbezahlbar.

Im Durchschnitt werden Verlobungsringe mit 0,13 Karat bis 0,34 Karat gekauft. Verlobungsringe mit mehr als 0,5 Karat sind daher keineswegs der Standard. Im hochpreisigen Segment hingegen wählen die meisten Männer Verlobungsringe mit Brillanten von 1,0 bis 1,09 Karat aus.

Die 4 Cs der Diamanten

Vier Eigenschaften bestimmen maßgeblich den Wert eines Diamanten, auch bekannt als die 4 Cs.

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  • Clarity (Reinheit): Die Reinheit oder Klarheit eines Diamanten beschreibt, wie durchsichtig dieser ist. Je transparenter, desto besser.
  • Color (Farbe): Das zweite C beschäftigt mit der Farbe des vorliegenden Diamanten.
  • Cut (Schliff): Damit ein Diamant so funkeln kann, wie man es aus Filmen und der Werbung kennt, muss er richtig geschliffen werden.
  • Carat (Karat): Zuletzt fällt eben das Karat des Diamanten bei der Bewertung ins Gewicht - wortwörtlich.

Der Schliff

In unbearbeitetem Zustand wirken Diamanten, die ausschließlich aus reinem, kubisch kristallisierten Kohlenstoff bestehen, noch ziemlich unscheinbar. Ihre tatsächliche Schönheit können Rohdiamanten erst dann entfalten, wenn sie von Fachleuten geschnitten, geschliffen und poliert werden.

Erst Lodewyk van Berken aus Brügge in Belgien entwickelte um das Jahr 1456 oder 1476 eine Diamant Polierscheibe mit Diamant Staub, welche es ihm ermöglichte die Facetten eines Diamanten zu schleifen, da im Diamantpulver die Kristalle in jeder Orientierung vorliegen (statistische Isotropie), womit auch die härtesten unter ihnen auf den zu schleifenden Körper einwirken.

Der Schliff entscheidet auch darüber, ob du am Ende einen Diamanten oder Brillanten in Händen hältst. Ein Brillant hingegen bezeichnet die Anordnung der Facetten auf der Oberfläche eines Diamanten.

Hier eine Übersicht einiger Schliffarten:

  • Achtkant-Schliff
  • Sechzehnkant-Schliff
  • Ovalschliff
  • Cushion Square Cut
  • Cushion Rectangular
  • Smaragd Schliff, Emerald Cut
  • Baguette Schliff
  • Trapez Schliff
  • Carree, Quadrat, Square Step Cut
  • Scherenschliff Emerald Cut

Die Farbe

Die klassische Farbe eines Diamanten ist weiss bzw. farblos. Es treten jedoch auch verschiedene Farb-Abstufungen auf. Die Farbe eines Diamanten wird hauptsächlich durch Verunreinigungen in der Kristallstruktur beeinflusst.

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Grundsätzlich gilt: Je näher der Diamant an der absoluten Farblosigkeit liegt, desto seltener und wertvoller ist er. Um die exakte Farbe zu bestimmen, gibt es eine internationale gültige Einteilung. Hierbei wird jeder Farbstufe ein Buchstabe zugeordnet um eine Vergleichbarkeit zu erzielen.

Die Internationale Farbskala beginnt mit dem Buchstaben D. Die Buchstaben A-C sind nicht vergeben. Die Farbgrade "D" bis "H" sind nur sehr schwer zu unterscheiden und sehen für einen Laien farblos aus.

Die Reinheit

Diamanten haben sehr kleine natürliche Merkmale, die als Einschlüsse bezeichnet werden. Dies sind Punkte bzw. Unreinheiten innerhalb des Diamanten. Das Spektrum reicht hier von Lupenrein über kleine Einschlüsse bis hin zu deutlichen Einschlüsse.

Bei den Reinheitsgraden wird danach unterschieden, wie groß und wie viele Einschlüsse im Diamanten mit Hilfe einer 10fach-Lupe entdeckt werden.

Beispiele berühmter Diamanten

Einmal im Leben mit einem atemberaubenden, millionenschweren Diamanten-Collier auf einer eleganten Party den großen Auftritt hinlegen: Für die meisten Schmuckfans bleibt das ein Traum. Schier unbezahlbare Stücke wie der Cullinan I oder der Hope-Diamant sind ohnehin unverkäuflich.

Der Koh-i-Noor durchlief Machtwechsel und Eroberungen, bevor er ins britische Königshaus gelangte. Der Stein wurde mehrfach umgeschliffen, zuletzt im 19. Jahrhundert, um Brillanz und Proportionen zu optimieren. Sein Marktwert ist nicht bezifferbar, Schätzungen reichen bis mindestens eine Milliarde Euro.

Im Jahr 2007 entdeckten Geolog:innen in Australien einen Diamanten, der vor rund 4,25 Milliarden Jahren entstand. Vom indischen Ursprung über französischen Königshof (unter anderem Louis XIV.) gelangte der Stein nach turbulenten Stationen in die USA. Geschätzter heutiger Wert: rund 250 Millionen Euro.

Der Pink Star gilt als Referenz für pinkfarbene Diamanten: extreme Farbintensität, Größe und Seltenheit. 2017 setzte er bei Sotheby’s Hongkong mit fast 67 Millionen Euro einen Rekord - nach zuvor geplatzten Zuschlägen.

Der Golden Jubilee wurde König Bhumibol von Thailand 1997 zum 50.

Der Sancy-Diamant wurde nach Nicolas de Harlay, Seigneur de Sancy, benannt.

Die Wertigkeit

Die Beschreibungen der Eigenschaften eines Diamanten im Zertifikat dienen dazu die Unikate vergleichbar zu machen und eine Preisfindung vorzunehmen.

Um Diamanten zu vergleichen die von verschiedenen Laboren zertifiziert wurden, ist es notwendig die jeweiligen Begrifflichkeiten und Graduierungsmaßstäbe der Labore zu kennen.

Ohne Zweifel sind Diamanten ohne Einschlüsse und in den hellen Farben ganz besonders wertvolle Steine, was sich auch in deren Preis widerspiegelt.

Wir empfehlen Ihnen zunächst, die Anzahl der Diamanten durch den Preis nach oben zu begrenzen: Wählen Sie als Limit den Betrag aus, den Sie maximal im Rahmen Ihrer Kapitalanlage investieren möchten.

Anerkannte Zertifizierungsinstitute wie DPL, GIA oder HRD bieten die nötige Qualitätssicherheit beim Diamantenkauf.

Preisbeispiele für Diamanten

Natürlich ist die Suche nach dem idealen Diamanten für den Verlobungsring Ihrer Träume auch eine Geldfrage. Je nach Budget wird Ihr Stein kleiner oder größer ausfallen. Der Preisunterschied verläuft aber nicht linear.

Anbei einige Eindrücke für Diamanten zu unterschiedlichen Preispunkten:

  • 1 Karat: Für einen Diamanten, der ein Karat auf die Waage bringt, werden Sie je nach Bewertung € 4.000,- bis € 6.000,- bezahlen müssen. Der Stein kann aber auch deutlich teurer ausfallen.
  • 0,5 Karat: Ein Diamant mit der Hälfte der Masse ist dabei deutlich günstiger zu haben. 50 Karatpunkte sollten Sie derzeit etwa € 1.200,- bis € 1.500,- kosten. Je nach Qualität besteht auch hier Luft nach oben.
  • 2 Karat: Wollen Sie doch mehr investieren, müssen Sie tief in die Tasche greifen. Ein Stein mit einer Masse von 2 Karat kostet in der Regel zwischen € 5.000,- und € 80.000,-. Ein Ring am unteren Ende des Spektrum weist dabei deutliche Qualitätsmängel auf.

Tabelle der Karatgewichte und Durchschnittspreise

Karatgewicht Durchschnittspreis (EUR)
0.5 1.200 - 1.500
1.0 4.000 - 6.000
2.0 5.000 - 80.000