Die Sportstadt Hamburg erlebte am Samstagabend (28. Juni) eine Premiere: Oktagon MMA (Mixed Martial Arts) war erstmals in der Hansestadt zu Gast und sorgte für ein Kampfsportspektakel. Beim Hamburg-Debüt stieg MMA-Star Christian Eckerlin, der „König von Deutschland“, für den Hauptkampf in den Käfig.
Eckerlins Rückkehr und überraschende Niederlage
Nach acht Monaten Pause kehrte der 38-jährige Frankfurter wieder auf die Wettkampfbühne zurück. In seinem letzten Kampf wurde er vor 60.000 Fans beim größten MMA-Event der Welt in Frankfurt zum „König von Deutschland“ gekrönt, nachdem er Christian Jungwirth in einem packenden Duell besiegt hatte. Nun traf Eckerlin in Hamburg auf den Slowaken Robert Pukac (33 Jahre), der mit dem Beinamen „Prinz von Bratislava“ in den Norden Deutschlands reiste.
Deutschlands populärster MMA-Kämpfer Christian Eckerlin verlor völlig überraschend gegen den Slowaken Robert Pukac. Die Halle bebte, doch die Eckerlin-Festspiele endeten im Debakel. MMA-Star Eckerlin hatte es mit dem Slowaken Robert Pukac zu tun. Im Vorfeld hatte es eine Kontroverse gegeben, nachdem der "Prinz von Bratislava" sein Gewicht nicht geschafft hatte.
In der ersten Runde dominierte der Deutsche noch mit guten Kicks und schnellen Jabs. Pukac hatte immer wieder einen Legkick im Petto. Die Mehrzahl der Treffer lag auf Seite Eckerlins, mit einem Jab brachte der Slowake den Favoriten aber kurz aus dem Gleichgewicht. In Runde zwei schaltete Pukac einen Gang hoch. Eine höhere Schlagfrequenz machte Eckerlin zu schaffen. Das leitete in Runde drei auch das Ende des Kampfes ein. Eckerlin kassierte erst einen krachenden Jab und dann eine rechte Gerade, die ihn zu Boden schickte. Außenseiter Pukac versetzte das gesamte Publikum in Schockstarre.
Mit einer Rechten traf Pukač den Deutschen am Kopf, hatte ihn kurz danach am Boden und prügelte auf ihn ein, bis der Ringrichter den Kampf stoppte. Technischer K. o., der „Prinz von Bratislava“ hatte den „King of Germany“ besiegt.
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"Ich hab's mir natürlich anders vorgestellt. Aber hier gehen zwei rein, die alles für den Sport gegeben werden. Großer Applaus für meinen Gegner. Er ist ein unangenehmer Gegner. Scheiße, Mann. Aber es geht weiter.", so Eckerlin nach dem Kampf.
Eckerlin sagte noch im Käfig: „Unangenehmer Gegner. Harte Hände. Scheiße man. Aber was soll’s. Ich mache weiter.“Seine Analyse: „Nach meinen Schlägen bin ich stehen geblieben. Das war mein Fehler. Robert ist ein guter Konter-Boxer. Das hat er bewiesen.“Fest steht damit auch: Seine Titelambitionen im Weltergewicht muss Eckerlin vorerst begraben.
Kontroverse beim Wiegen
Mega-Ärger gab es beim Wiegen am Vortag des Kampfes. Während Eckerlin exakt die geforderten 77,6 Kilogramm gebracht hatte, verpasste Pukac (79,4 Kilogramm) das Limit im Weltgewicht um 1,8 Kilogramm. Mit fast zwei Kilo „Übergewicht“ auf die Waage zu steigen, zeugt von unprofessionellem und respektlosem Verhalten Pukačs gegenüber einem Gegner, der sich durch einen Gewichtsverlust gequält und das korrekte Gewicht gebracht hat.
Eckerlins Reaktion auf das zu hohe Gewicht seines Gegners fiel aber entspannt aus: „Das interessiert mich nicht. Ich hatte ein gutes Trainingscamp und alles ist möglich; K. o., technischer K. o. oder fünf Runden Dominanz meinerseits. Morgen knallt‘s richtig.“
Nach BILD-Informationen war Pukac beim Nachwiegen dann sogar 4,6 Kilogramm über dem Limit. Die harte, aber gerechtfertigte Strafe: Pukac muss 50 Prozent seiner Gage abgeben - und die bekommt jetzt Eckerlin zusätzlich zu seiner Börse gutgeschrieben.
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Die große Eckerlin-Geste auf der Pressekonferenz: „Eine Bitte an Oktagon. Ich habe es schon im Käfig gesagt. Robert hat sein Gewicht nicht gebracht, das interessiert mich nicht. Er hat seine Strafe bekommen. 50 Prozent seiner Börse gehen an mich. Aber ich will davon keinen Cent haben. Das ist meine Bitte. Er soll seine volle Gage bekommen.“
Weitere Kämpfe des Abends
Neben dem „König gegen Prinz“-Duell hatte der Kampfabend in der Hamburger Barclays-Arena aber noch eine Menge mehr zu bieten. So zum Beispiel der mit Spannung erwartete Kampf von Niklas Stolze gegen Jessin Ayari. Beide standen bereits bei der UFC (weltweit größte MMA-Veranstaltung) im Käfig und bringen somit reichlich Erfahrung mit nach Hamburg.
- Altin Zenuni vs. Tibor Balázs
- Tomáš Cigánik vs. Ahmad Halimson
- Vojto Barborík vs. Richie Smullen
- Marek Bartl vs. Omar Amasha
- Beno Adamia vs. Zhalgas Zhumagulov
- Wahed Nazhand vs. Faridun Shokhnazarov
- Jonas Mågård vs. Farbod Nezhad
- Niklas Stolze vs. Jessin Ayari
- Kaik Brito vs. Joilton Lutterbach
- Adam Pałasz vs. Kasim Aras
- Christian Eckerlin vs. Robert Pukac
Der Auftakt in Hamburg machte Altin Zenuni aus Düsseldorf mit seinem Profidebüt gegen Tibor Balasz. Eine echte Schlacht lieferten sich der Berliner Ahmad Halimson und Tomas Ziganik im Leichtgewicht. Von der Couch in den Cage Für Daniel Makin aus Hannover ging es von der Couch in den Käfig. Hamburgs "Steinbeißer" mit Kieferbruch Für Wahed Nazhand sollte es gegen Faridun Shokhnazarov ein Heimspiel in Hansestadt werden. Berliner wird zum Vosgröne Magard (l.) hatte gegen Nezhad den besseren Gameplan. Das deutsche Duell im Weltergewicht zwischen Niklas Stolze und Jessin Ayari sollte zum heimlichen Fanfavoriten werden.
Der Kampf gegen den Stuttgarter im Oktober 2024 vor über 60.000 Fans in Frankfurt ging als eines der größten Kampfsport-Events aller Zeiten in die Geschichte ein. Jetzt traf Eckerlin vor 16.000 Zuschauern in der Hamburger Barclays Arena auf Robert Pukac. RTL+ übertrug das Event von OKTAGON MMA live (ab 18 Uhr). Der Eckerlin-Auftritt lockte etliche Stars in die Halle. Neben den Rappern Gzuz und Kontra K, haben auch die Box-Stars Axel Schulz und Agit Kabayel ihr Kommen angekündigt. Moderatorin Sophia Thomalla kam angeblich ebenfalls.
Eckerlins Karriere und MMA
Der 38-jährige Christian Eckerlin ist ehemaliger Fußballer und spielte für den TSV Lehnerz (Sommer 2015 bis Sommer 2016) und Borussia Fulda (Herbst 2017 bis Sommer 2018) jeweils in der Hessenliga, außerdem für einige andere hessische Vereine, darunter die U23 von Darmstadt 98. Seine Fußballerkarriere beendete er im Jahr 2019, konzentriert sich seitdem voll auf MMA und stieg zum Star der deutschen MMA-Szene auf. Allein auf YouTube folgen seinem Kanal 339.000 Menschen, auf Instagram sind es weitere 414.000.
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Mixed Martial Arts (Gemischte Kampfkünste, kurz MMA) ist ein Vollkontaktkampfsport. Die Athleten wenden im Stehen Schlag- und Tritttechniken aus dem Boxen, Karate, Kickboxen, Muay Thai und Taekwondo an. Im Bodenkampf werden Techniken des Brazilian Jiu-Jitsus, Judos und Ringens benutzt. Die Kämpfe finden meist in einem „Käfig“ statt, der als Oktagon (Achteck) bezeichnet wird.
Am 12. Oktober 2024 erwartet Sie bei OKTAGON 62 das erste deutsche MMA-Event in einem Fußballstadion! Mit bis zu 55.000 Besucherinnen und Besuchern wird OKTAGON 62 zur größten MMA-Veranstalter in Deutschland! Die spektakuläre Fightcard wird angeführt vom lang ersehnten Duell zwischen dem “König von Frankfurt” Christian ECKERLIN und dem Stuttgarter Phänomen Christian "The Kelt" JUNGWIRTH.
