Sergei Aschwanden: Eine Judo-Karriere

Sergei Aschwanden, geboren am 22. Dezember 1975 in Bern, ist ein Schweizer Judoka und Judofunktionär. Er ist der Sohn eines Vaters aus dem Kanton Uri und einer kenianischen Mutter. Damit ist er eine seltene Mischung, selbst im ohnedies exotischen Judosport.

Aschwanden arbeitete sich zum grössten Schweizer Kämpfer seit dem 1980er Olympiasieger Jörg Röthlisberger hoch und krönte seine Karriere zum Abschluss 2008 mit einer olympischen Bronzemedaille.

Mit seinen Erfolgen streifte der WM-Zweite und -Dritte sowie zweimalige Europameister den Ruch des "ewiges Talents" und selbst ernannten "Partyvogels" ab.

Zu seinen grössten Erfolgen zählen:

  • Olympiadritter 2008 (bis 90 kg)
  • WM-Zweiter 2003
  • WM-Dritter 2001
  • Europameister 2000 und 2003 (alle bis 81 kg)
  • Achtfacher Schweizer Meister

Als seine Stärken galten die Physis sowie Beweglichkeit und seine hohe Selbstdisziplin.

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Wolle man etwas erreichen, so seine Devise, dann müsse man "eine professionelle Einstellung haben und professionell trainieren".

Aschwanden ist seit 2020 Präsident des Schweizerischer Judo Verbands und auch politisch aktiv.

Ein besonderes Erlebnis in seiner Karriere war der Gewinn einer Medaille bei EM/WM/OS sowie tolle Erinnerungen an Trainingseinheiten wie auch beim Mental Training.

Er sagte einmal: "Es ist wie ein Ballett-Tanz, man bewegt sich mit seinem Gegner, man wird permanent herausgefordert und mal lernt sehr viel über sich und den Menschen."

Sein Judo-Training ist sehr komplex und beinhaltet Krafttraining, Ausdauertraining, Schnelligkeitstraining, Mentaltraining, Techniktraining und Kampftraining.

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Im Jahr 2008 gewann Irakli Zirekidze aus Georgien die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking in der Klasse bis 90 kg. Die Bronzemedaillen gingen an Sergei Aschwanden und Hesham Mesbah aus Ägypten.

Aschwanden lud zum internationalen Jugend-Trainingscamp ins schweizerische Fiesch ein. Täglich waren drei Judoeinheiten angesetzt, wovon die erste Einheit jeweils zur Hälfte aus Techniktraining und Randori bestand. Hauptaugenmerk bei allen war die Dynamik in den Bewegungen, vor allem bei der Vorbereitung der Haupttechnik.

Bei der zehnten internationalen Tübinger Judofortbildung war Aschwanden als Startrainer dabei. Er demonstrierte seine eigenen Spezialtechniken sowie weitere aktuelle Wettkampftechniken und gab den Teilnehmern den einen oder anderen Trick für den nächsten Wettkampf mit auf den Weg. Von den Grundlagen einer Technik bis zur Ausführung auf Weltklasseniveau wurde jede Technik detailliert vermittelt.

Die EJU (Europäische Judo-Union) hatte Vizepräsident Sergei Aschwanden nach Venray gereist, um einen ersten Einblick in das Behinderten-Judo zu gewinnen.

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