Karat als Zeichen für die Reinheit von Gold und das Gewicht von Edelsteinen

Jeder Schmuckliebhaber hat sicherlich schon einmal davon gehört: Diese Ohrringe haben 1 Karat, diese Halskette sogar 2! Der Diamantring für die Hochzeit wird mit 1,5 Karat bewertet. Aber auch die Goldkette hat 14 Karat. Schmuckhändler bieten ihre Waren in der Regel mit dieser Angabe an, wenn es sich um Gold und Diamantschmuck handelt. Aber was genau bedeutet das eigentlich und woher kommt der Begriff?

Ursprung und Definition des Karats

Den Karat als Maßeinheit kennt man bereits seit der Antike. Das griechische Wort „kerátion“ steht für die hornförmigen Früchte des Johannisbrotbaumes. Diese Samen wurden als Gewichtsgrundlage für allerlei Produkte genutzt. Warum? Kurioserweise hat jeder ausgewachsene Samenkern dieses Baumes das Gewicht von 0,2 Gramm. Allerdings ergab die wissenschaftliche Analyse solcher Samenkerne, dass das Gewicht der einzelnen Samen beim Johannisbrotbaum ebenso stark variiert wie bei vielen anderen Baumarten. Wissenschaftler der Universität Zürich gehen davon aus, dass das dunkelbraune Samenkorn des Johannisbrotbaumes zum Vergleichsgewicht wurde, weil sich Gewichtsunterschiede zwischen einzelnen Körnern sehr gut schätzen lassen. Wie sie in Versuchen zeigen konnten, sind Menschen in der Lage, Gewichtsunterschiede von ungefähr fünf Prozent per Augenschein zu erkennen.

Heute kann man den Begriff Karat oder Carat auf zwei Gebiete anwenden. Einerseits handelt es sich dabei um das Gewicht des verarbeiteten Edelsteins. Das metrische Karat wird dabei mit den Buchstaben Kt oder ct abgekürzt. Eine weitere Einheit, die der Name definiert: Der Feingehalt des Goldes. Das Zeichen zur Abkürzung ist K oder kt.

Karat als Einheit für Gold

Was bedeutet 1 Karat Gold? Die Bezeichnung „Karat“ beschreibt (in Bezug auf Gold) den Feingehalt des Edelmetalls. Bei „Karat Gold“ handelt es sich jedoch um eine etwas andere Verwendung, die den Anteil bestimmt.

Seit der Antike wurden Goldmünzen danach bewertet, wie viel reines Gold in der Münze enthalten war. Handelte es sich um sogenanntes Feingold mit einem Anteil von 99,99% Gold, wird dieses mit 24 K bezeichnet. Die prozentuale Masse an Gold liefert dazu auch den Namen „Gold 999“. 14-karätiges Gold hat einen Anteil von 58,33 Prozent und wird auch als „Gold 585“ bezeichnet. Diese Bewertung lässt sich auch auf Schmuck übertragen.

Lesen Sie auch: Verständnis der Judo-Zeichensprache

Die Einheit benennt den Feingehalt der jeweiligen Legierung, die aus Gold und anderen Metallen (Silber, Kupfer, Palladium, Zink, Nickel, Platin) bestehen kann. Mit Karat wird der Anteil des reinen Goldes am Gesamtgewicht der Legierung bezeichnet.

Die Gehaltsangabe von Gold beurteilt, in welchem Verhältnis Gold zu anderen Materialien in einem Metall steht. Sie wird in 24er Teilung angegeben. Einkarätiges Gold enthält 1/24 Anteil Gold (= 4,166 Prozent oder 41,66 Promille) und 23/24 Anteile andere Stoffe. Die Reinheit von verarbeitetem Gold kann auch in 1000er Teilen angegeben werden.

Gold wird hauptsächlich zusammen mit Silber und Kupfer verarbeitet. Neben den folgenden gebräuchlichen Feingehalten gibt es noch viele andere Einteilungen, die aber meist ungebräuchlich geworden sind.

Gängige Goldlegierungen und ihre Eigenschaften

  • 333 Gold (8 Karat): Geringster üblicher Goldanteil, relativ hart, kann anlaufen, preisgünstiger.
  • 375 Gold (9 Karat): Mindeststandard für Gold in einigen Ländern (z.B. Großbritannien).
  • 585 Gold (14 Karat): Sehr verbreitet, guter Kompromiss zwischen Goldanteil, Haltbarkeit und Preis.
  • 750 Gold (18 Karat): Hoher Goldanteil, satter Goldton, wertvoll und dennoch robust genug für Schmuck.
  • 999 Gold (24 Karat): Sehr hoher Goldanteil, weicher, intensiver Goldton. Reines Gold (Feingold).

Die Wahl der Legierung hängt also von persönlichen Präferenzen, dem Budget und dem Verwendungszweck des Schmuckstücks ab.

Internationale Unterschiede

Die Liebe zum Gold ist eine Leidenschaft, die alle Erdenbürger teilen. In vielen Ländern ist eine Goldlegierung unter 14 Karat "kein" Gold bzw. In der Schweiz und Großbritannien ist die Bezeichnung "Gold" erst ab einem Goldgehalt von 375/1000 (9 Karat) erlaubt. In Holland ist die Bezeichnung "Gold" erst ab einem Goldgehalt von 585/1000 (14 Karat) erlaubt. In Norwegen und Spanien sind 333/1000-Legierungen (8 Karat) nicht zugelassen. Ein 333/1000-(8-Karat-)Gold ist nur in Deutschland verbreitet und darf dort als Gold bezeichnet werden. Die Amerikaner schätzen den 585/1000-(14-Karat-)Goldschmuck. Der Nahe Osten, so die Türkei, Ägypten und die Ölstaaten am Golf von Persien, begehrt Schmuck aus Gold mit 20 bis 22 Karat. Für Chinesen, Inder oder Südostasiaten ist nur nahezu reines Gold interessant.

Lesen Sie auch: Ursprung der Karate Zeichen

Karat als Gewichtseinheit für Edelsteine

Damit alle Länder auch die gleiche Definition benutzten, wurde im Jahr 1907 das metrische Karat festgelegt und mit dem Wert 0,2 Gramm ausgewiesen. Das „metrische Karat“ ist weiterhin gesetzliche Einheit im Messwesen bei der Angabe der Masse von Edelsteinen und in DIN 1301-1, Ausgabe Oktober 2002, genormt. Das metrische Karat hat kein international vereinbartes Einheitenzeichen, üblich war das Zeichen Kt. In der Schweiz ist "ct" als Einheitenzeichen festgelegt.

Die Zahl bedeutet jedoch nicht, dass nur ein Edelstein genutzt wurde. Die Angabe ergibt sich aus der Summe der genutzten Edelsteine. Wenn also Saphir Ohrringe mit 3 Karat ausgezeichnet sind, kann es sich um mehrere Steine handeln, die zusammen dann 3 ct ergeben. Im Gegensatz dazu steht der sogenannte Einkaräter. Dieser Stein hat alleine ein Gewicht von mindestens 0,2 Gramm, kann aber auch noch mehr Gewicht haben. Steine dieser Größe sind selten und dementsprechend wertvoll.

Die Punze: Der Echtheitsnachweis für Goldschmuck

Wie viel Karat Dein Schmuckstück hat, kannst Du in der Regel schnell herausfinden: Bei Goldschmuck findest Du meist eine sogenannte Punze auf dem Objekt. Dabei handelt es sich um ein kleines Zeichen mit der Angabe einer Zahl. Diese Zahl gibt den Feingehalt in Tausendstel an, zum Beispiel 999. Teile den Feingehalt 999 durch 1000, multipliziere mit 24 und Du erhältst die Zahl 23,9 bzw. Zeigt die Punze die Buchstaben K oder kt, handelt es sich bereits um die Karat-Zahl. Solltest Du auf Deinem Schmuckstück nichts lesen können, solltest Du zu einem Juwelier oder einem Goldschmied gehen.

Ein Goldring ist oft mehr als nur ein Schmuckstück. Er kann ein Symbol der Liebe sein, ein Erbstück mit emotionalem Wert oder eine bewusste Investition. Beim genaueren Betrachten, meist auf der Innenseite des Rings, entdeckt man oft winzige eingeprägte Zahlen und manchmal auch Symbole. Diese kleinen Markierungen, auch Punzierung oder Stempelung genannt, sind keineswegs zufällig dort. Sie erzählen eine wichtige Geschichte über das Schmuckstück, insbesondere über seine Reinheit und manchmal auch über seine Herkunft.

Die Zahlen geben primär den Anteil an reinem Gold in der Legierung an, aus der der Ring gefertigt wurde. Die Welt der Punzierungen ist faszinierend und hat eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Schon damals erkannte man die Notwendigkeit, die Qualität von Edelmetallen zu kennzeichnen und so Käufer vor Betrug zu schützen.

Lesen Sie auch: Einblick in die Taekwondo-Terminologie

Die Zahlen und Symbole in einem Goldring, bekannt als Punzierung, sind essenzielle Indikatoren für dessen Qualität und Wert. Sie geben primär den Feingehalt des Goldes an, also den Anteil reinen Goldes in der Legierung, meist in Promille (Teile pro Tausend). Gängige Zahlen sind 333 (8 Karat), 585 (14 Karat) und 750 (18 Karat). Je höher die Zahl, desto höher der Goldanteil und in der Regel auch der Wert.

Bestandteile einer Punzierung

  • Feingehaltsstempel: Die wichtigste Punze, die den Anteil reinen Goldes in der Legierung angibt.
  • Herstellerpunze (Meisterzeichen): Ein individuelles Zeichen oder Kürzel des Goldschmieds, der Manufaktur oder des Unternehmens, das das Schmuckstück hergestellt hat.
  • Kontrollamtsstempel (Amtspunze): Ein offizielles Zeichen einer staatlichen oder unabhängigen Prüfstelle, das bestätigt, dass der angegebene Feingehalt überprüft wurde.
  • Jahresbuchstabe: In einigen Ländern, wie beispielsweise Großbritannien, wird ein Buchstabe verwendet, um das Herstellungsjahr des Schmuckstücks zu codieren.
  • Common Control Mark (CCM): Ein spezielles Zeichen, das von Mitgliedsstaaten der Wiener Konvention über die Kontrolle und Bezeichnung von Edelmetallgegenständen verwendet wird.

Die Tradition der Punzierung reicht weit zurück und diente von jeher dem Schutz vor Betrug. Ohne eine solche Kennzeichnung wäre es für den Käufer kaum möglich, den tatsächlichen Goldwert eines Ringes zu erkennen. Die Präzision und Verbindlichkeit dieser Stempel sind daher von großer Bedeutung.

Wo findet man die Punze?

In den allermeisten Fällen befindet sich die Punzierung auf der Innenseite der Ringschiene. Dort ist sie vor Abnutzung relativ gut geschützt und stört die Optik des Schmuckstücks nicht. Manchmal, besonders bei sehr breiten Ringen oder speziellen Designs, kann sie auch an einer unauffälligen Stelle an der Außenseite angebracht sein.

Was tun, wenn keine Punze vorhanden ist?

Es kann durchaus vorkommen, dass ein Goldring keine sichtbaren Zahlen oder Stempel aufweist. Das muss nicht sofort bedeuten, dass es sich um eine Fälschung handelt, obwohl dies eine Möglichkeit ist. Es gibt verschiedene plausible Gründe, warum eine Punzierung fehlen könnte.

Karat und Feingehalt: Was bedeutet das, worin liegt der Unterschied, wie ist die Umrechnung?

Karat (abgekürzt kt oder C) ist ein traditioneller Begriff, der im Schmuckbereich verwendet wird, um den Goldanteil in einer Legierung anzugeben. 24 Karat entspricht reinem Gold. Ein Schmuckstück mit 8 Karat enthält etwa ein Drittel reines Gold, während 1 Karat einem Goldanteil von 1/24 des Gesamtgewichts entspricht, was ungefähr 4,167 Prozent reinen Goldanteil bedeutet.

Der Feingehalt oder auch Feinheit bezeichnet den Anteil eines Edelmetalls in einer Legierung, angegeben in Tausendteilen (Promille) des Gesamtgewichts. Zum Beispiel bedeutet 585er Gold, dass der Goldanteil 585 Promille des Gesamtgewichts beträgt.

Praktisch gesehen gibt es keinen Unterschied. Sowohl Karat als auch Feingehalt beschreiben den Anteil von reinem Gold in einer Legierung. Während der Feingehalt in Tausendteilen (Promille) angegeben wird, erfolgt die Karat-Angabe in 24er Teilen. Beide Werte sind relative Angaben, die grundsätzlich ineinander umgerechnet werden können.

Umrechnung von Karat in Feingehalt und umgekehrt

Allerdings ist die Umrechnung von Feingehalt in Karat nicht immer mathematisch exakt. Zum Beispiel entspricht 585er Gold genau genommen 14,04 Karat und nicht exakt 14 Karat. Nur 9 Karat, 18 Karat und 21 Karat lassen sich genau umrechnen.

Karat und Feingehalt sollten nicht mit absoluten Angaben zum Gewicht, wie der Feinunze oder dem Feingewicht, verwechselt werden. Karat wird heute nur noch bei Goldschmuck verwendet. Laut § 5 des Gesetzes über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren muss der Reinheitsgrad auch bei Schmuck in Promille angegeben werden.

Tabelle zur Umrechnung von Karat in Feingehalt

Karat (kt) Feingehalt (Promille)
8 Karat 333
14 Karat 585
18 Karat 750
24 Karat 999