Kickboxen ist eine dynamische, wettkampforientierte Kampfsportart, die aber auch als Breiten- und Konditionssport betrieben werden kann. Sowohl Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit als auch Reaktionsvermögen sind wichtig. Nicht zuletzt aus diesen Gründen entdecken mittlerweile auch immer mehr Frauen und Mädchen diesen Sport für sich.
Kickboxen als Wettkampfdisziplin ist auf das Jahr 1974 zurückzuführen. In diesem Jahr einigten sich die Gründer des Weltverbandes WAKO, Mike Anderson, Georg F. So entstand in den USA ein neuer Wettkampfsport, der zunächst den Namen Sportkarate trug. Später nannte man es Kickboxen.
Wettkampffläche und Kampfzeit
Die Wettkämpfe werden in der Regel auf Hallenboden ausgetragen. Die Kampfzeit bei Turnieren erstreckt sich auf 2 Runden a’2 Minuten pro Kampf. Auf Welt- und Europameisterschaften wird seit 1999 3 Runden a’ 2 Minuten gekämpft.
Kampfrichterwesen
Jede Wettkampffläche untersteht der Aufsicht eines Hauptkampfrichters. Seinen Anordnungen ist sowohl von den Kämpfern als auch von deren Betreuern strikt Folge zu leisten. Jeder Wettkampf wird von einem Hauptkampfrichter und zwei Punktrichtern geleitet. Der Hauptkampfrichter und die Punktrichter bewegen sich mit den Kämpfern frei auf der Kampffläche, so daß sie das Kampfgeschehen deutlich überblicken können. Bei Erkennen eines Treffers wird der Kampf durch das Kommando des Kampfrichters gestoppt.
Treffer werden bei Übereinstimmung der Kampfrichter oder bei Stimmenmehrheit anerkannt.
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Leichtkontakt-Kickboxen
Leichtkontakt-Kickboxen ist die Vorstufe zum Vollkontaktkickboxen als Trainings- und Wettkampfform. Es handelt sich in der vollen Bedeutung des Wortes um absoluten Leichtkontakt, d. h. saubere, gut kontrollierte Techniken, die explosiv und kraftvoll mit leichtem Kontakt treffen. LC wird in „Continious Fight" (Durchkämpfen) ausgeführt.
Nur der Hauptkampfrichter unterbricht durch das Kommando „stopp" oder „break" das Kampfgeschehen. Es werden Techniken des Vollkontakt und Point Fighting genutzt, die gut kontrolliert auf die erlaubten Trefferflächen ausgeführt werden. Hand- und Fußtechniken sollten im ausgeglichenen Verhältnis ausgeführt werden.
Wertungen und Kampfzeit
Gewertet werden leichte Treffer zum Kopf oder Körper sowie Feger mit Folgetechniken. Die Kampfzeit beträgt pro Runde 2 Minuten, die Pausen betragen 1 Minute. Bei Turnieren sollen jeweils 2 Runden, bei Mannschaftsbegegnungen 3 Runden und bei Einzel-Titelkämpfen 5 Runden angesetzt werden.
Aufgaben des Kampfrichters
Der Kampfrichter ist dafür verantwortlich, daß der Kampf sauber und fair, d. h. nach den Regeln geführt wird. Er muß Regelwidrigkeiten, wie z. B. zu harten Kontakt, direkt ahnden. Der Kampfrichter ist dafür verantwortlich, daß der Kampf nur dann geführt oder weitergeführt wird, wenn beide Kämpfer absolut kampffähig sind.
Vollkontaktkickboxen
Vollkontaktkickboxen ist das Bekenntnis zur absolut höchsten Stufe eines sportlichen Zweikampfes mit Händen und Füßen. Die Oberkörpertechniken sind identisch mit dem traditionellen Boxen, aber zu den Faust- kommen Fußtechniken hinzu, die dem Karate ähneln. Der Kampf findet im Ring statt.
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Die Wettkampffläche muss aus einem Boxring bestehen. Die Größe der Kampffläche sollte möglichst 6 x 6 Meter betragen. Die Kampfzeit beträgt pro Runde 2 Minuten, die Pausen betragen 1 Minute.
Verantwortung des Kampfrichters
Der Kampfrichter ist dafür verantwortlich, dass der Kampf nur dann geführt oder weitergeführt wird, wenn beide Kämpfer absolut kampffähig sind. Beim geringsten Verdacht oder Anhaltspunkt einer Kampfunfähigkeit muss mit dem Anzählen begonnen werden bzw. bei einer Verletzung muss der Kampf unterbrochen werden.
Im Falle des Anzählens muss der andere Kämpfer in eine neutrale Ecke geschickt werden; im Falle einer Verletzung ist sofort der Ringarzt hinzuzuziehen. Das An- oder Auszählen geschieht im Sekundenrhythmus von 1 - 10; die Zahl 10 bedeutet das “AUS”. Es wird über das Rundenende hinaus weitergezählt.
Punktrichter und Wertung
Bewertet wird jeder Kampf durch 3 Punktrichter. Jede Runde wird mit der Punktzahl abzüglich evtl. Minuspunkte durch Fouls, fehlende Fußstöße oder Niederschläge bewertet. Das Gesamtergebnis ergibt sich aus der Addition der Runden-Resultate.
Formenlauf
Formenlauf ist vergleichbar mit der Kür beim Eislaufen oder Bodenturnen. Bei der Disziplin Formen Soft Style und Soft Style Waffen sind alle akrobatische Übungen erlaubt. Bei der Disziplin Formen Hard Style und Hard Style Waffen sind nur drei akrobatische Übung erlaubt.
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Für den Formenwettbewerb gilt keine feste Bekleidungsvorschrift. Die Wettkämpfer haben für saubere und ordentliche Kleidung zu sorgen. Nach der Durchführung einer Disziplin sind die erreichten Punkte deutlich bekannt zu geben. Alle drei Einzelnoten sind zu addieren. Im Formenwettbewerb ist eine bestimmte Größe (mindestens 10x10m) der Kampffläche vorgeschrieben.
Es ist von der Wettkampfleitung darauf zu achten, dass diese große Fläche zur Verfügung steht. Die Dauer der Formen (inkl. Vorspann) darf 2,15 Minuten nicht überschreiten. Nominierungen von Europa- und Weltmeisterschaften werden nur in der SENIORENKLASSE für Damen und Herren ab 16 Jahre ausgesprochen.
Sonstige Bestimmungen
- Mundschutz (Farbe egal) für Ober- oder Ober- und Unterkiefer sind erlaubt.
- Wenn ein Fuß die Kampffläche verlässt (Minuspunkt).
- Auf Landesebene 2 Runde a' 2 Minuten mit 1 Minute Pause oder 1,5 Minuten mit 30 Sek.
Bekannte Persönlichkeit
Peter Zaar Junior ist mehrfacher Deutscher Meister, mehrfacher World Cup Sieger, Europa und Weltmeister. Er ist eine feste Größe im Deutschen Leichtkontakt Nationalkader.
