Bayerische Taekwondo Union Information

Taekwondo ist ein faszinierender Sport, der Breitensport für Jung und Alt, Philosophie und Meditation oder moderner Wettkampfsport, der Einzug in den olympischen Zirkel gefunden hat, vereint. Nahezu jede Art der sportlichen Bewegung wird beim Taekwondo ausgeübt.

Taekwondo - Ein Blick in die Vergangenheit

Wenn man es genau nimmt, ist Taekwondo eine relativ junge Sportart. In der heute betriebenen Art wurde diese Kampfkunst nämlich erst vor etwas mehr als 40 Jahren „entwickelt“. Die Ursprünge des TKD liegen aber dennoch in der historischen Frühgeschichte Koreas, das sich vor ca. 2.000 Jahren aus den Königreichen Koguryo, Paekche und Silla zusammensetzte. Überlieferungen zufolge übten sich die Soldaten der damaligen Zeit in der waffenlosen Kampfkunst, dem sogenannten Subak.

Im wesentlichen handelte es beim Subak um eine spielerische Art des unbewaffneten Kampfes, das auch in der einfachen Bevölkerung regen Zuspruch fand. Das Hauptaugenmerk wurde hierbei jedoch nicht so sehr auf die Kampftechnik gelegt, sondern diente vielmehr dem gesundheitlichem Aspekt, der Körperertüchtigung und natürlich auch der Selbstverteidigung. Im Gegensatz zum damals auch in Europa betriebenem Zweikampf war aber beim Subak nicht nur der Einsatz der Fäuste erlaubt, sondern auch alle anderen Körperpartien, wie beispielsweise das Knie. Im Laufe der Zeit entwickelten sich immer akrobatischere Techniken, die mit den Füßen, Ellenbogen und Händen ausgeführt wurden.

Im Jahre 630 n. Chr. wurde im Königreich Silla die Organisation Hwa Rang gegründet, der sowohl der Adel als auch hochrangigen Personen angehörten. Um die drei Königreiche zu vereinen, brauchte man eine schlagkräftige Truppe. Aus diesem Grunde widmeten sich die Ritter aus Silla dem Studium der Kampfkünste, um sowohl ihren Körper als auch ihren Geist zu trainieren. Dem Samguk-Yusa zufolge, einem koreanischem Geschichtsdokument, soll es sich bei diesen Kampfkünsten um die Grundformen des heutigen Taekwondo gehandelt haben. Im Jahre 668 n. Chr. gelang die Vereinigung der drei Königreiche unter der Führung der Hwa Rang und unter Hilfe von befreundeten chinesischen Truppen.

Aus allen bekannten und von Generation zu Generation überlieferten Techniken entwickelte sich bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Taekyon, dem Vorläufer des heutigen modernen TKD, bei dem das Hauptaugenmerk auf die Fußkampftechniken gelegt wurde. Auch von diesem Kampfstil entwickelten sich im Laufe der Zeit neue Stilrichtungen.

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Von 1909 bis 1945, also während der japanischen Besatzungszeit, wurde die Ausübung aller koreanischen Kampfkünste verboten. Bereits ein Jahr nach der Befreiung gab es die ersten Versammlungen der größten Kampfsportschulen, bei denen versucht wurde, alle Kampfstile zu vereinen. Im April 1955 einigten sich die führenden Kampfsportexperten auf den Namen Taekwon-Do.

Mit den in Deutschland stationierten Amerikanern wurde der TKD-Sport nach Deutschland importiert und fand schnell eine relativ kleine Anhängerschaft, die ihre neue Sportart fanatisch betrieb und mit einem missionarischem Eifer die Werbetrommel rührte. Bereits damals spielte Bayern in Sachen Taekwondo eine gewichtige Rolle, denn die erste TKD-Abteilung wurde 1964 beim TV Garmisch, dem Traditionsverein aus Garmisch-Partenkirchen, von Hans Vierthaler und dem US-Amerikaner Mike Anderson gegründet.

Im Herbst 1965 besuchte eine koreanische Taekwondo-Delegation verschiedene deutsche Städte, und führte unter den ungläubigen Augen der deutschen Medien die neue Sportart vor. Die meisten Journalisten waren offensichtlich von den blitzschnellen und zugleich präzise ausgeführten Bewegungen fasziniert, allerdings konnten sie sich keinen Reim darauf machen, weshalb ziemlich schmächtige Koreaner markerschütternde Schreie ausstießen, um danach dicke Bretter mit den Händen und Füßen durchzuschlagen. Entsprechend zynisch fielen die meisten Kommentare aus.

Im September 1968 wurde Taekwondo beim Deutschen Judo Bund (DJB) als eine Sektion aufgenommen; bereits zwei Monate später fand in München - also wiederum in Bayern - die erste offizielle Deutsche TKD-Meisterschaft statt, an der damals übrigens nur Männer teilnehmen durften. Erst ab 1975 gab es für die Frauen die Möglichkeit, bei Deutschen Meisterschaften an den Start zu gehen.

Im Mai 1973 wurde in der Sportarena des Kukkiwon, dem TKD-Zentrum der World Taekwondo Federation (WTF), die erste offizielle Weltmeisterschaft der Herren ausgetragen; seit dieser Zeit werden diese im zweijährigem Rhythmus wiederholt. Seit 1979 gehen auch Frauen bei Weltmeisterschaften an den Start. Als Sektion des Deutschen Judo Bundes führte TKD einige Jahre ein Schattendasein. Dieser änderte sich erst 1971, als Heinz Marx - ein in München lebender Berliner - den deutschen Verband mit damals 525 Mitgliedern übernahm und beharrlich für den Aufbau sorgte.

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Trotz der Initiativen von Heinz Marx herrschte in Deutschland ein verbands-politisches Desaster. Wegen der Profilierungssucht vieler Kampfsportler wurden unzählige Verbände ins Leben gerufen - die allerdings auch ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwanden. Erst nach der Gründung der Deutschen Taekwondo Union e.V. (DTU) am 20.06.1981, die Mitglied des Deutschen Sportbundes (heute: DOSB) wurde, erfolgte ein bis heute anhaltender Mitgliederanstieg und eine immer perfekter arbeitende Verbandsorganisation. der bestehender Aufbau. Präsident des neuen Verbandes war Heinz Marx.

Die Bayerische Taekwondo Union (BTU)

Ein Jahr später, und zwar zum 01.01.82, wurde die Bayerische Taekwondo Union (BTU) e.V. gegründet.

Grundlage für die Struktur der BTU ist die Satzung (Stand: 01.04.2020) Die Organe der BTU gemäß §6 sind:

  • Die Mitgliederversammlung
  • Der Gesamtvorstand
  • Das Präsidium
  • Der Rechtsausschuss

Die Mitgliederversammlung (§§7 - 9) ist das (höchste) Vereinsorgan. Sie ist gesetzlich in §32 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen ordentlicher und außerordentlicher Mitgliederversammlung (MV).§7 regelt die Zusammensetzung und Zuständigkeit der MV:

  • Delegierte und Mitglieder des Gesamtvorstandes
  • Genehmigung des Protokolls der letzten MV
  • Berichte des Gesamtvorstandes
  • Entgegennahme des Kassen- und Revisionsberichtes
  • Entlastung
  • Wahlen
  • Festsetzung der Beiträge
  • Genehmigung des Haushalts
  • Anträge auf Satzung- und Ordnungsänderungen

§8 regelt die Einberufung der MV.

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§9 regelt die Beschlussfassung der MV.

Der Gesamtvorstand setzt sich zusammen aus den Mitgliedern des Präsidiums (Präsident, Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen, Vizepräsident Zweikampf, Vizepräsident Technik,Vizepräsident Breitensport und dem Landesjugendleiter) und der Referate Presse-, Lehr-und Prüfungswesen, der beiden Referenten für das Kampfrichterwesen Zweikampf und Techniksowie der Schulsport- und Frauenbeauftragten.

Der Rechtsausschuss besteht aus drei ordentlich gewählten Mitgliedern, die unter sich einen Vorsitzenden wählen, und zwei Ersatzmitgliedern. Der Rechtsausschuss wird durch die Mitgliederversammlung der BTU für eine Legislaturperiode gewählt. Der Rechtsprechung der BTU unterliegen unmittelbare und mittelbare Mitglieder sowie Institutionen der BTU (vgl.

Die Philosophie des Taekwondo

„Die Philosophie des TKD beruht auf der Überlieferung, schwächeren Menschen mit Hilfe einer Kraft, unter der Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Moral, Weisheit und Glauben zu verstehen ist, zur physischen und damit auch zur psychischen Überlegenheit zu verhelfen“, schreibt TKD-Pionier Choi, Hong-Hi. diese Forderung nach Einheit von Körper und Geist stellten übrigens im europäischen Kulturkreis bereits die alten Griechen und Römer: „Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper.“

Das koreanische Wort Taekwondo besteht aus drei Teilen:

  • TAE steht für Fußtechniken
  • KWON für Armtechniken
  • DO heißt etwa so viel wie Lebensweg und verweist auf den philosophischen Hintergrund.

Zusammenfassend kann man sagen, dass TKD eine waffenlos ausgeübte Kampfkunst ist, bei der sowohl die Hände als auch die Füße eingesetzt werden. Im Gegensatz zu anderen Budo-Sportarten wird beim TKD das Hauptaugenmerk auf die Fußtechniken gelegt. TKD besteht sowohl aus Abwehr- als auch aus Angriffstechniken. Zum Wesen des TKD gehört es, dass man jeden Angriff abwehrt oder ausweicht und anschließend den Angriff mit einer geeigneten Technik und im Rahmen der Verhältnismäßigkeit kontert.

Taekwondo als Sportart

TKD ist eine individuelle Sportart, die zwar in der Gruppe trainiert wird, bei der aber der Einzelne den Grad seiner Leistungsfähigkeit selbst bestimmt. Jeder kann den TKD-Sport lernen und bis ins hohe Alter betreiben. Dabei spielt das Alter, das Geschlecht oder die körperliche Verfassung keine Rolle. Um dem TKD-Sport jahrelang treu zu bleiben, darf der Spaß am Training nicht zu kurz kommen. Wer an sich selbst feststellt, dass er sich nach einem schweißtreibenden Training auf die nächste Übungsstunde freut, hat sein Herz an TKD verloren.

Für viele steht der Aspekt der Selbstverteidigung im Vordergrund für ihre Entscheidung, einen TKD-Kurs zu besuchen. Viele sehen in diesem Sport eine Möglichkeit, ihre latente Angst, Opfer einer Gewalttat zu werden, in den Griff zu bekommen. Obwohl dieser Denkansatz an sich richtig ist und mit den Techniken des TKD gewalttätige Angriffe abgewehrt werden können, tritt der Selbstverteidigungsgedanke im Laufe der Zeit immer mehr in den Hintergrund. Die Ängste bauen sich in aller Regel automatisch mit dem Aufbau des Selbstwertgefühls ab. Alleine das Wissen, dass man nicht mehr ganz so wehrlos ist, hilft zu einem selbstbewussteren Umgang mit einer brenzligen Situation. Sofern eine Konfrontation unvermeidbar ist, hat man gelernt, sich dem Problem zu stellen und sich zu verteidigen.

Da bei allen TKD Hand- und Fußtechniken ständig der Körpermittelpunkt verändert wird, ist ein hohes Maß an Koordination bei den Bewegungen unumgänglich. Durch eine speziell darauf ausgerichtete Gymnastik und durch ständiges Üben ist jeder nach relativ kurzer Zeit in der Lage, hohe Fußtechniken aus einem mehr oder weniger sicheren Stand auszuführen. Im Laufe der Zeit nimmt das körperliche Wohlbefinden zu und die Gelenkigkeit ungeahnte Ausmaße an, was wiederum das Selbstvertrauen fördert.

Wer die TKD-Techniken erlernen will, muss eine gehörige Portion Ehrgeiz mitbringen und ein mindestens ebenso großes Maß an Beharrlichkeit. Wer sich auf die Schnelle ein paar Tipps für Straßenschlägereien besorgen will, wird bald dem Training enttäuscht fernbleiben. Schließlich geht es beim TKD nicht darum, seinem Partner Schmerzen zuzufügen, sondern eine Technik so schnell, präzise und kraftvoll wie möglich auszuführen. Um dies zu erreichen, stehen einem allerdings sowohl der Trainer als auch die Sportfreunde hilfreich zur Seite. Damit kommen wir schon zur nächsten Tugend, nämlich der Freundschaft, der Fairness im Sport und dem Respekt vor dem Trainer. Sobald diese Voraussetzungen nicht vorhanden sind oder gegen sie verstoßen wird, ist ein geordnetes Training nicht möglich. Vor allem der Respekt vor seinem Trainingspartner zählt zu den elementarsten Grundsätzen für jeden Kampfsportler. Wer die Schwäche seines Partner oder seiner Partnerin ausnutzt und absichtliche eine Verletzung herbeiführt, hat beim Kampfsport nichts verloren.

Vom Anfänger zum Meister

Eines ist aber fast bei allen asiatischen Sportarten gleich. Man erkennt den Stand des Schülers anhand der Gürtelfarbe, wobei die einfache Grundregel gilt, je dunkler die Farbe des Gürtels, desto höher der Grad und somit der Leistungsstand.

Meistens fängt man Taekwondo an, weil man sich zu verteidigen lernen möchte und gleichzeitig fit sein will. Die erste Prüfung wird in der Regel mehr aus Jux, denn aus Absicht heraus gemacht. Die Gürtelrangfolge und die jeweiligen Schülergradbezeichnungen sehen so aus:

Der Einstieg erfolgt mit dem 10. Kup (koreanische Bezeichnung für Schülergrad), sprich mit dem weißen Gürtel; nach zirka einem viertel bis einem halben Jahr erfolgt die erste Prüfung zum 9. Hier handelt es sich um einen weißen Gürtel, an dessen Enden gelbe Streifen angebracht sind.

Mit ungefähr diesem zeitlichen Abstand geht es dann von einer Gürtelprüfung zur nächsten:

  • gelber Gürtel (8. Kup)
  • gelb-grüner Gürtel (7. Kup)
  • grüner Gürtel (6. Kup)
  • grün-blauer Gürtel (5. Kup)
  • blauer Gürtel (4. Kup)
  • blau-roter Gürtel (3. Kup)
  • roter Gürtel (2. Kup)
  • dann der letzte Schülergrad, rot-schwarzer Gürtel (1. Kup).

Nach den Schülergraden kommen die Meistergrade (schwarzer Gürtel). Hier beginnt die Zählweise mit eins, also 1. Dan, 2. Dan und so weiter. Die letzte mögliche Prüfung, die in Deutschland gemacht werden kann (ansonsten geht es zum „Mekka“ des Taekwondo, nach Korea) ist der Großmeistergrad, der 7. Dan. Davon gibt es in Deutschland nur eine Handvoll.

Vom Leichten zum Schweren

Das Schöne bei Taekwondo-Prüfungen ist, dass einem der Einstieg wirklich leicht gemacht wird. Es wird nichts verlangt, was nicht im Training gemacht wird. Bei den Anfängergraden werden die Stellungen geprüft sowie einfache Fuß- und Handtechniken. Es geht immer vom Einfachen zum Komplexen, vom Leichten zum Schweren.

Zwei Schwerpunkte gibt es bei allen Prüfungen: Partnerübungen und Formenlauf (eine stilisierte Form des Kampfes).

Bei den Partnerübungen kommt es darauf an, zu zeigen, dass man die Techniken exakt beherrscht. Je höher der Grad, desto schwieriger die Partnerübungen. Letztendlich münden diese Partnerübungen einmal zu einem kontrollierten Freikampf und zum anderen in die Selbstverteidigung. Hier muss der Schüler dann zeigen, dass er Techniken auch auf unbekannte Sachverhalte anwenden kann. Auf dem Weg zum Freikampf gibt es feine Abstufungen, um den Perfektionsgrad der Techniken zu überprüfen. So spielen Beispielsweise Zielübungen auf eine Pratze (weiches Polster), die bewegt wird, eine wichtige Rolle. Schlagkraft, Zielgenauigkeit und Abstandsgefühl fließen hier in die Bewertung mit ein.

Die andere Säule des Taekwondo ist die Form. Bei den Formen handelt es sich um eine Aneinanderreihung von Techniken. Auch hier gilt mehr oder weniger die Regel: je höher der Grad des Schülers, desto schwieriger die Abläufe der Form.

Stilisierter Freikampf

Ziel der Formen ist, einen stilisierten Kampf gegen einen und auch mehrere Gegner darzustellen. In einer Form finden sich viele Metaphern. Einen festen, großen und wuchtigen Gegner, der wie ein Sturm über dich herfällt, kann nicht mit brachialer Kraft, sondern nur mit Nachgiebigkeit besiegt werden. „Beuge dich wie eine Weide im Wind, laß‘ den Sturm über dich hinwegrauschen und richte dich danach wieder auf, um für die nächste Situation bereit zu sein.“ Dahinter versteckt sich eine Kinderweisheit: ein kleiner Schuljunge wird von dem Klassenrüpel angegriffen. Jener weicht nur minimal aus, lässt vielleicht sogar noch sein Bein stehen, so dass der Große darüber stolpert.

Dieses Prinzip, das Harte gegen das Weiche, zieht sich durch jede Form, durch das ganze TKD. Von der ersten TKD-Stunde an lernt der Schüler, dass man mit roher Kraft nichts ausrichten kann. Köpfchen und Disziplin sind verlangt, um den anderen zu besiegen. Damit eignet sich Taekwondo auch in idealer Weise als Selbstverteidigungssystem für Frauen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bei einem Anfängerkurs rund die Hälfte Frauen sind. Auch bei den Gürtelprüfungen (auch in den höheren Rängen) ist dieser Trend feststellbar.

Während beim Kampf insbesondere die jüngeren Sportlerinnen und Sportler gefordert sind, kann die Form bis ins hohe Alter hinein ausgeführt werden. Bei der Forme ist es oft sogar so, dass die Ästhetik und die Feinheit der Bewegungen von den älteren Sportlern besser „rüber gebracht“ wird, als von jungen, ungestümen Sportlern. Formen hat auch etwas mit Reife zu tun.

Bei einer Gürtelprüfung sind Geschlecht, Konstitution und insbesondere das Alter in besonderem Maße zu berücksichtigen. Dies führt oft zu Missverständnissen, besonders bei jungen und noch nicht höher graduierten Schülern. Denn mit der (scheinbar) gleichen Leistung kann ein jüngerer Sportler durch eine Gürtelprüfung fallen, während hingegen sein wesentlich älterer Kollege eine Belobigung für seine Können erhält.

Der Meister

Der Sprung vom Schüler zum Meister ist ein richtiger Einschnitt in einem „Taekwondo-Leben“. Dieser Sprung ist weit und schwer. Zirka 50 Prozent benötigen einen zweiten Anlauf. Woher rührt nun diese Schwierigkeit (Vorbereitung vorausgesetzt)? Bei einer Kup-(Schüler-)Prüfung wird nicht Perfektion in jeder Situation erwartet. Man kann hier durchaus eine Schwäche mit eine Stärke ausgleichen.

Nicht so bei einer Dan-(Meister-oder Schwarzgurt)Prüfung. Hier muss der angehende Schwarzgurtträger in jedem Fach ein gewisses Mindestmaß an Können aufweisen. Ein Ausgleichen ist nicht möglich. Auch wenn der Prüfling in bestimmten Fächern (Selbstverteidigung, Partnerübungen, etc.) außergewöhnlich gut ist, darf er sich in anderen Fächern keinen „Schnitzer“ erlauben.

Die schwierigste Meisterprüfung ist wohl die zum dritten Dan. Bis dahin hat man ungefähr zehn Jahre Taekwondo „auf dem Buckel“. Die Prüfung zum dritten Dan ist die letzte echte Leistungsprüfung. Hier darf sich der Prüfling in keinem Fach eine Schwäche erlauben. Alle Techniken müssen exakt, präzise und kraftvoll sein und entsprechend der Situation im richtigen Zusammenhang angewendet werden. So muss sich der Prüfling beispielsweise in der Disziplin Selbstverteidigung frei gegen mehrere Gegner mit und ohne Waffen währen können, ohne dabei gegen den Selbstverteidigungsparagraphen zu verstoßen - falls man dagegen verstößt, fällt man durch die Prüfung. Träger/innen des dritten schwarzen Gürtels (3. Dan) können auf ihre Leistung stolz sein.

Nach dem dritten Dan kommen die Lehrer- und Großmeistergrade. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Vermitteln des TKD. Träger solcher hohen Meistergrade sind durch die Bank Trainer oder Lehrer und können in der Regel auf mindestens 20 Jahre TKD zurückblicken.