Wrestling erfreut sich weltweit grosser Beliebtheit, und auch in Deutschland und der Schweiz gibt es eine wachsende Wrestling-Szene. Dieser Artikel bietet Ihnen umfassende Informationen über die deutsche Wrestling-Liga, ihre Veranstaltungen, Stars und die Besonderheiten dieser Sportart.
Die Faszination des Wrestlings
Wrestling ist mehr als nur ein Sport - es ist eine Mischung aus Athletik, Show und Unterhaltung. Im Vergleich zu anderen Sportarten, die mit ihrem Image zu kämpfen haben, bietet Wrestling eine einzigartige Facette.
Wer sich einen Wrestlingkampf anschaut, muss sich von diesem Vorurteil schnell verabschieden: Vor allem die «Aerial Techniques» - mit Salti und Drehungen angereicherte Sprünge aus erhöhten Positionen, etwa von den Seilen in den Ring - stehen für anspruchsvolle Athletik und präzise Technik.
Dass die Kämpfe abgesprochen sind, stimmt zwar im Kern, aber nicht im Detail: «Ich habe in den USA bis zu 350 Tage im Jahr gekämpft, teilweise siebenmal am Tag. Man kann die Kämpfe nicht alle einstudieren wie eine Tanzaufführung», erzählt der ehemalige Profiwrestler Alex Wright, der vor zwei Jahren im süddeutschen Nürnberg die Pro Wrestling School eröffnet hat. Abgesprochen ist nur der Ausgang, nicht aber der Ablauf.
Das gilt auch für Storylines bei den Fernsehinszenierungen, in denen nicht im Detail ausgearbeitet wird, wie sich die Rivalität zwischen den Kämpfern entwickelt. «Der Reiz besteht für mich gerade darin, dass klar ist, dass manipuliert wird», sagt ein deutscher Fan namens «Indikator», ein Mitarbeiter der Webseite genickbruch.com, der im «richtigen Leben» ein Jurastudium absolviert.
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Die Geschichte des Wrestlings
«Das Ringen ist in den letzten Jahrzehnten stark in Misskredit geraten. Man sagt, der Grund sei der, dass nicht ‹reell› gekämpft wurde, sondern fast immer nach vorheriger Vereinbarung», schrieb der Journalist Adolf Stein bereits 1927. Die Klage, dass früher alles besser gewesen sei, scheint also auch im Ringkampf beliebt zu sein.
Die Zeiten, auf die sich Stein bezieht, waren von Wettbetrug bestimmt: Als die Ringer damals über die Jahrmärkte tingelten, konnte sich der Betrieb gar nicht durch Zuschauereinnahmen finanzieren. Die Hallen, wenn überhaupt vorhanden, waren klein, an Merchandising und Fernsehrechte war noch nicht zu denken. Also wurde vorher abgesprochen, wer gewinnt, und der Wettgewinn aufgeteilt.
Heute ist Wrestling ein Riesengeschäft. Die World Wrestling Entertainment (WWE) als weltweit dominierende Wrestlingorganisation, ist in den USA an der Börse notiert. Sie veranstaltet drei Shows pro Woche, in einer weiteren Sendung («Saturday Night’s Main Event») treten Akteure aus den drei Hauptshows gemeinsam auf. Dazu kommen monatliche Grossveranstaltungen, die FernsehzuschauerInnen ausschliesslich per Pay-per-View angeboten werden.
Abseits der grossen Fernsehproduktionen, wo neben der WWE nur noch ein paar wenige Ligen, insbesondere in Japan und Mexiko, mitmischen, bestimmen jedoch kleine Independent-Ligen den Wrestlingalltag. Europäische Ligen finanzieren sich durch Zuschauereinnahmen, Merchandising und den DVD-Verkauf via Internet.
«Wrestling mit einer ganz besonderen Facette» bekämen die Fans hier geboten, so die im nordrhein-westfälischen Essen angesiedelte Liga «Westside Xtreme Wrestling» (WXW). «Die grossspurige, aus dem Fernsehen bekannte Hollywoodproduktion» könne man bei diesen Shows nicht erleben, heisst es, «dafür aber die absolute Fan-Nähe». Das klingt weniger nach globaler Unterhaltungsindustrie und Millionengeschäft als nach Fans, die sich vom Millionengeschäft abgewandt haben und nun eine Intimität und Authentizität anpreisen, wie man sie auch beim Amateurfussball findet. Die meisten Wrestlingveranstaltungen in Deutschland und der Schweiz fallen in diese Kategorie.
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Zu den letztjährigen Höhepunkten im deutschsprachigen Raum gehörte eine zweitägige Veranstaltung in Oberhausen, welche die WXW gemeinsam mit der japanischen Dragon Gate Liga präsentierte. Für einige besonders eingefleischte WrestlingenthusiastInnen waren das wahre Festtage, denn die japanische Variante des Showringens ist «sportlicher als das, was man aus dem Fernsehen kennt», sagt Alex Wright. Für die Japaner wiederum sind solche Events eine Chance, den DVD-Verkauf ausserhalb der eigenen Landesgrenzen anzukurbeln.
Während in Oberhausen sogar japanische JournalistInnen vor Ort waren, interessierten sich die örtlichen Medien nicht sonderlich dafür.
Die Situation in Deutschland und der Schweiz
Solche Zahlen machen es bereits deutlich: Wer im deutschsprachigen Raum als Wrestler aktiv ist, kann das nur nebenbei machen. Schulleiter Wright hat kürzlich eine eigene Liga gegründet, die New European Championship Wrestling (NEW). Darin sollen seine Schützlinge Kampfpraxis sammeln können.
Er mache seine Arbeit aus Liebe zum Sport, sagt Alex Wright. Trotzdem hofft Wright, dass sich der Sport für seine Kämpfer zu einem attraktiven Nebenjob entwickelt. Er spürt einen Aufschwung.
«Die Präsenz im Fernsehen» sei wieder grösser geworden, nachdem es Phasen gegeben hatte, in denen die Sportart im frei empfangbaren TV gar nicht zu sehen war. So etwa zwischen 2001 und 2003. Im Sportkanal DSF ist derzeit samstags «Smackdown» zu sehen, eine der drei grossen WWE-Sendungen. Seit Februar sendet Eurosport ausserdem montags einen Überblick über sämtliche aktuellen WWE-Shows («Die Woche in der WWE») sowie eine recht wirre Zusammenstellung mit Kämpfen aus den goldenen Zeiten des Wrestlings («Vintage Collection»).
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Die Schattenseiten des Wrestlings
Der Ruf des Wrestlings ist jedoch nach wie vor miserabel. Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Branche nicht einmal im Ansatz darauf reagiert, dass zahlreiche Kämpfer schon in jungen Jahren ihrem Beruf zum Opfer fallen.
«USA Today» recherchierte 2004, dass in einem Zeitraum von sieben Jahren 65 Wrestler in einem Alter von unter 45 Jahren gestorben waren. Das Risiko, vor dem 45. Lebensjahr zu sterben, sei für einen Wrestler zwanzigmal höher als für einen American Footballer, der sich in seiner Sportart ebenfalls einer extrem hohen Körperbelastung ausgesetzt sieht.
Viele Wrestler ruinieren ihre Gesundheit nicht nur mit Anabolika, sondern auch mit Schmerzmitteln. Der heute für eine Independent-Liga kämpfende Scott «Raven» Levy sagt, er habe eine Zeit lang mehr als 200 Schmerzpillen täglich geschluckt - das sei «Teil des Jobs» gewesen.
Eine andere Art von Gefährdung verdeutlicht der Tod Chris Benoits: Er erhängte sich 2007, nachdem er seine Frau und seinen Sohn ermordet hatte. Die Ärzte führten die Tat des 40-Jährigen auf eine fortgeschrittene Demenz zurück.
Bei der «Vintage Collection» auf Eurosport sieht man viele der Verstorbenen noch quicklebendig durch den Ring toben. Zum Beispiel Owen Hart, der 1999 bei einem Sturz von der Hallendecke tödlich verunglückte.
Doch selbst diese Begleiterscheinungen mögen nicht vollends erklären, wie allergisch sogar Personen, die früher einmal Teil der «Familie» waren, auf das Stichwort Wrestling reagieren. Ein deutscher Drehbuchautor, der vor rund zwanzig Jahren unter einem Pseudonym Wrestlingsendungen moderierte, reagierte beispielsweise sehr barsch auf eine Interviewanfrage der WOZ: «Da beissen Sie bei mir auf Granit. Ich habe Familie.
Die WWE und ihre Stars
An der Spitze des Wrestlinggeschäfts steht die WWE, die World Wrestling Entertainment. Die grösste Wrestlingorganisation der Welt erlebte ihre besten Zeiten in den achtziger Jahren, damals mit dem Namen World Wrestling Federation. Figuren wie Hulk Hogan, «Macho Man Randy Savage» oder der «Million Dollar Man» Ted DiBiase waren Teil der aufstrebenden globalen Popkultur. Shows wie die Wrestlemania III im Jahre 1987 erreichten mehrere Millionen FernsehzuschauerInnen weltweit.
WWE in Deutschland und Österreich
Die WWE ist 2025 wieder in Deutschland und Österreich zu Gast. Auch in Deutschland und Österreich legen die WWE-Superstars einen Zwischenstopp ein - und zwar gleich dreimal.
Die Wrestling-Liga WWE (World Wrestling Entertainment) geht im Frühjahr 2025 auf große Europa-Tour, insgesamt elf Städte stehen auf dem Tournee-Kalender. Das gab die WWE, die zur TKO Group Holdings gehört, am Montag in einer Pressemitteilung bekannt.
Die WWE-Superstars werden demnach in Barcelona (Spanien), Dortmund (Deutschland), Hannover (Deutschland), Brüssel (Belgien), Bologna (Italien), Belfast (Nordirland), Nottingham (England), Glasgow (Schottland), Wien (Österreich), Amsterdam (Niederlande) und London (England) auftreten.
Sechs der insgesamt zwölf Shows werden auch im Fernsehen übertragen. "Monday Night Raw" wird aus Belgien, Schottland und England ausgestrahlt, "Friday Night Smack Down" kommt nach Spanien, Italien und England. Fans können sich bereits für den Vorverkaufszugang registrieren, indem sie die folgende Webseite besuchen: WWE Vorverkaufsregistrierung.
Termine in Deutschland und Österreich
- Samstag, 15. März: Dortmund, Deutschland - Road to Wrestle Mania Tour - Westfalenhalle
- Sonntag, 16. März: Hannover, Deutschland -Road to Wrestle Mania Tour - ZAG Arena
- Samstag, 29. März: Wien, Österreich - Road to Wrestle Mania Tour - Wiener Stadthalle
Die Fans können dadurch ihre Lieblings-WWE-Superstars wenige Wochen vor "Wrestle Mania 41" sehen, der größten WWE-Show des Jahres. Diese findet am Samstag, den 19. April und Sonntag, den 20. April 2025 im Allegiant Stadium in Las Vegas, USA statt.
Am 31. August 2024 wird die Mercedes-Benz-Arena in Berlin Gastgeber des Premium-Live-Events "Bash in Berlin" sein. Welche WWE-Stars kommen, wird noch bekannt gegeben.
Tim Wiese: Vom Fussball zum Wrestling
Auch ehemalige Sportler aus anderen Disziplinen zieht es zum Wrestling. Ein bekanntes Beispiel ist Tim Wiese, der ehemalige Nationaltorwart. Er gab sein Debüt in der WWE und trat an der Seite der WWE-Stars Sheamus und Cesaro gegen Bo Dallas, Primo und Epico an. Wiese durfte für sein Team sogar den Sieg einfahren. Das Medienecho über Wieses Debüt war riesig.
Allerdings scheiterte eine weitere Zusammenarbeit mit der WWE daran, dass Wiese nicht in die USA ziehen wollte, um dort eine mehrjährige Ausbildung zum Wrestler zu absolvieren.
Swiss Wrestling Entertainment (SWE)
In der Schweiz gibt es ebenfalls eine aktive Wrestling-Szene. Die Swiss Wrestling Entertainment (SWE) wurde 2014 vom Berner Markus Wymann ins Leben gerufen. Am 31. Mai fand in der Mehrzweckhalle Geisshubel in Zollikofen die erste Veranstaltung der SWE statt.
Am Event in Zollikofen werden gesamthaft 15 Athleten teilnehmen, darunter auch prominente Namen wie der Wrestler «Demolition Davies» und der aus deutschen Soaps bekannte Pascal Spalter. Doch neben geballtem Testosteron werden auch drei Frauen im Ring fighten.
Wrestling Academy Rorbas
Die Wrestling Academy Rorbas (WAR) ist eine bekannte Wrestlingschule in der Schweiz. Sie bietet Trainings für angehende Wrestler an und veranstaltet regelmässig Events.
Die Wrestling Academy Rorbas blickt auf ein Jahr voller Herausforderungen zurück. Durch Covid-19 wurden leider diverse Shows und Trainings abgesagt. Dennoch gab es auch Positives. Wrestling vertieft und ausgebaut.
Ehemalige Schüler der WAR haben es bis in die WWE geschafft, wie Oliver Carter, der bei WWE NXT UK unter Vertrag steht.
Anstehende Termine
Hier sind einige anstehende Termine für Wrestling-Veranstaltungen in der Schweiz:
| Datum | Ort | Veranstaltung |
|---|---|---|
| 16. Aug. 2025 | Oberriet | Bildstöckli |
| 17. Aug. 2025 | Oberriet | Bildstöckli |
| 22. Aug. 2025 | Ort wird bekanntgegeben | |
| 06. Sept. 2025 | Tuggen, Schweiz | |
| 06. Sept. 2025 | Oberriet, Schweiz | Sporthalle Bildstöckli |
| 13. Sept. 2025 | Weinfelden, Schweiz | |
| 13. Sept. 2025 | Beckenried, Schweiz | |
| 20. Sept. 2025 | Winterthur, Schweiz | |
| 20. Sept. 2025 | Oberriet, Schweiz | Sporthalle Bildstöckli |
| 27. Sept. 2025 | Schattdorf, Schweiz | |
| 27. Sept. 2025 | Oberriet, Schweiz | Sporthalle Bildstöckli |
| 04. Okt. 2025 | Einsiedeln, Schweiz | |
| 04. Okt. 2025 | Muri, Schweiz | |
| 11. Okt. 2025 | Willisau, Schweiz | |
| 18. Okt. 2025 | Oberriet, Schweiz | Sporthalle Bildstöckli |
| 18. Okt. 2025 | Oberriet, Schweiz | Sporthalle Bildstöckli |
| 25. Okt. 2025 | Einsiedeln, Schweiz |
