Taekwondo Kindertraining: Übungen und Beispiele

Taekwondo-Kindertraining findet regelmäßig statt und richtet sich an Kinder unterschiedlichen Alters und kultureller Herkunft. Das Training beginnt mit der Aufstellung der Kinder in Reihen, gefolgt von einer Begrüßung des Trainers.

Aufwärmen und Gruppendynamik

Nach der Begrüßung erfolgt meist ein kurzes Spiel zum Aufwärmen. Es sind simple Lauf- und Koordinationsspiele, die die Kinder der verschiedenen Altersstufen fördern, die sie aber auch gut bewältigen können. Gleichzeitig wird so die Interaktion zwischen den einzelnen Kindern als auch die Gruppendynamik gefördert, wenn sich die Kinder bei einem Wettrennen anfeuern oder der letzte der Mannschaft noch gefangen werden muss.

Grundtechniken und Vorbildfunktion

Die Taekwondo-Einheit beginnt zumeist mit den sogenannten Grundtechniken. Das sind Tritte, Abwehrtechniken und Fauststöße, die entweder auf der Stelle oder im Vor-und Rückwärtsgehen geübt werden. Jede Übung hat einen koreanischen Namen, den die Kinder im Laufe der Zeit lernen. Die Übung wird vom Trainer angesagt und einmal vorgemacht. Danach müssen die Kinder sie auf Zahlenkommandos nachmachen und jedes Mal einen lauten, das Selbstbewusstsein stärkenden Kampfschrei ausstoßen.

Die kleineren Kinder und die Anfänger, die in den hinteren Reihen stehen, können dabei bei den Größeren und Fortgeschrittenen abgucken. So bekommt jedes Kind, egal welchen Alters, sobald es nicht mehr in der letzten Reihe steht, eine Vorbildfunktion. Um die fortgeschrittenen und auch die kleinen Kinder individueller fördern zu können, sind immer mindestens zwei Trainer anwesend.

Oft kommen auch noch Sportler mit rotem oder schwarzem Gürtel aus der Erwachsenengruppe ehrenamtlich hinzu, da es die Philosophie des Taekwondo vorsieht, dass es eine Pflicht ist, sein erworbenes Wissen weiterzugeben. So werden die Kinder nach Können und Alter in kleinere Gruppen unterteilt.

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Inhalte des Trainings

Sie lernen einfache Handgriffe zur Selbstverteidigung, Poomse (eine Art choreographischer Ablauf verschiedener Techniken) und machen Partnerübungen, die mit leichter oder ohne Berührung einen Kampf darstellen. Auch bekommen die Kinder die Philosophie des Taekwondo spielerisch nähergebracht. Sie beinhaltet u.a. die Tugenden: Respekt, Höflichkeit und Fairness gegenüber den Trainern und anderen Kindern, sowie Durchhaltevermögen, Kampfgeist und Mut für sich selbst.

Abschluss des Trainings

Am Ende des Trainings dürfen die Kinder die erlernten Fauststöße und Tritttechniken gegen sog. Pratzen, also Kissen ausprobieren, die von den Trainern gehalten werden. Dies macht den Kindern meist besonderen Spaß, da sie hierbei noch einmal einen lauten Kampfschrei ausstoßen dürfen. Zuletzt stellen sich die Kinder noch einmal auf und verbeugen sich auf Kommando, um den Trainer abzugrüßen. Danach gibt jedes Kind dem Trainer die Hand und stellt sich dann in eine Reihe, um auch den nachfolgenden Kindern die Hand zu geben.

Taekwondo Quickies: Kurze Übungen für zwischendurch

Taekwondo Quickies sind kurze Übungen - die jeweils in Form einer kleiner Challenge aufgebaut sind. Mit simplen Hilfsmitteln, die jeder zu Hand haben sollte, kann auf kleinstem Raum trainiert werden. Die Übungen sind kein vollständiger Unterrichtsersatz, sondern vielmehr als täglicher 5-Minuten Spaß und zur Abwechslung gedacht, welche Anfängern und Fortgeschrittenen, als auch Kindern und Erwachsenen jeweils verschiedene Fertigkeiten abverlangen.

Beispiele für Taekwondo Quickies

  1. YOP-CHAGI KICK CHALLENGE: Der seitwärts ausgeführte Kick soll, ohne Kontakt, ein zusammengerolltes Papier umstoßen.
  2. MOMTONG-JIURUGI CHALLENGE: Der gerade ausgeführte Fauststoß soll ein Ziel treffen, welches sich im Fall befindet.
  3. MOMTONG-MAKKI CHALLENGE: Diese Übung konzentriert sich mittels einer Teil-Lernbewegung speziell auf die letzte Phase des Arm-Innenblocks - die Rotation.
  4. DOLYO-CHAGI KICK CHALLENGE: Der Drehkick sollte bereits mit Ausführungssicherheit ausgeübt werden können. Für diese Übung braucht man einen (mutigen) Partner, der das Zielobjekt ruhig halten kann.
  5. AP-CHAGI KICK CHALLENGE: Ziel der Übung ist es, einen Ballon mit dem Frontkick zu jonglieren. Weder Kickbein, noch Ballon dürfen den Boden berühren.
  6. AREA-MAKKI CHALLENGE: Diese Übung konzentriert sich auf die Beschleunigungsbewegung des Blockarms. Dabei muss in der Endphase die maximale Geschwindigkeit erreicht werden, um so einen Impuls auf ein Ziel übertragen zu können.
  7. AP-CHAGI CHALLENGE: Der gerade ausgeführte Kick wird, auf einem Bein stehend, wiederholt.

Die positiven Auswirkungen von Taekwondo

Taekwon-Do trainiert körperliche Eigenschaften wie Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination, Kraft und Beweglichkeit, wie auch die Willenskraft. Taekwondo baut ein Kind Selbstvertrauen und Selbstbeherrschung auf. Wir betreiben traditionelles Taekwon-Do grundsätzlich ohne Körperkontakt. Die physische Wirkung von Tritten und Schlägen erproben wir an Trainingsgeräten wie Pratzen oder dem Box-Sack. Bei Prüfungen und besonderen Anlässen stellen wir uns der besonderen Herausforderung Holz-Bretter oder Steine bei den sogenannten Bruchtests zu spalten.

Tipps für das Taekwondo-Training mit Kindern

  • Kinder haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, also nicht stundenlang dasselbe drillen lassen.
  • Sich bei Technik auf einen Aspekt konzentrieren und zufrieden sein, wenn dieser eine Aspekt stimmt, auch wenn der Rest noch nicht da sein sollte - also zB akzeptieren, wenn eine Handtechnik korrekt nach deinen Anweisungen ausgeführt wird, auch wenn dir das kalte Grausen kommt, wenn du siehst, was die Füsse machen.
  • Spiele machen. Fangen, Bockspringen, Sitzball etc. Was für feine Koordination, was viel Konzentration erfordert - was zum grobmotorisch Vollgas geben.
  • Vorübungen für Techniken ausdenken.

Weitere Übungen und Kombinationen

  1. Auf Stellung und Haltung achten; evtl. oben, Mitte, unten; evtl. Fauststoß richtig machen.
  2. Kombinationen (Schritt für Schritt erklären).
  3. Kickseite aufrufen, 2 Kicks genau studieren und exakt einüben.
  4. Techniken zum 4., 6. und 7.
  5. Viele Kickübungen.

Taekwondo im Vergleich zu anderen Kampfsportarten

Viele Kampfsportarten eignen sich für energiegeladene extrovertierte Kinder genauso wie für schüchterne. Judo ist allerdings mehr auf Nähe ausgelegt als Karate oder Taekwondo. Deshalb kann es sein, dass zurückhaltende Kinder lieber Karate oder Taekwondo wählen.

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Letztendlich sollten die Eltern auf die Bedürfnisse ihres Kindes achten. Nur Sport, der Spaß und Freude bereitet, wird ihr Kind körperlich und mental stärken.

Die drei Kampfsportarten Judo, Karate und Taekwondo im Vergleich

Zu den bekanntesten Kampfsportarten zählen Judo, Ju-Jutsu, Karate, Kung-Fu und Taekwondo. Wir stellen hier Judo, Karate und Taekwondo für Sie vor und zeigen auf, was sie voneinander unterscheidet. In vielen Kampfsport-Vereinen werden Kinderkurse werden bereits ab vier Jahren angeboten. Der Nachwuchs wird zunächst mit Spiel und Spaß an die der Kampfsportart zugrunde liegenden Bewegungsabläufe herangeführt.

Judo

Judo ist eine japanische Kampfsportart. Übersetzt bedeutet Judo „der sanfte Weg“. Damit ist nicht nur die Art des Kämpfens gemeint, sondern eine Lebenseinstellung. Im Judo geht es darum, sich auf den Weg des Gegenübers einzulassen und blitzschnell darauf zu reagieren. Judo ist eine Kampfsportart mit viel Körperkontakt: Die Kinder packen sich beispielsweise an Armen oder Schultern und versuchen, ihre Partnerin oder ihren Partner, der im Kampf zu ihrer Gegnerin oder zu ihrem Gegner wird, auf die Matte zu schleudern. Sie lernen Wurf- und Bodentechniken, weniger Stoß- und Tritttechniken.

Karate

Die Kampfsportart Karate kommt ebenfalls aus Japan. Karate heißt übersetzt „leere Hand“. Damit ist gemeint, dass man sich gegen eine Angreiferin oder Angreifer nur mit der leeren Hand, aber natürlich auch mit den bloßen Füßen verteidigen kann. Im Gegensatz zum Judo gibt es beim Karate wenig Körperkontakt. Ziel ist, sich mittels gezielter Schläge, Tritte und Stöße gegen die Angreiferin oder den Angreifer zu verteidigen. Die Karatekinder lernen, ihren ganzen Körper zu trainieren, besonders Hände, Ellenbogen, Knie und Füße.

Taekwondo

Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst und bedeutet die Verbindung von Tae (Tritt), Kwon (Faust) und Do (Geist). Taekwondo scheint Karate sehr zu ähneln, doch die Konzentration liegt hier auf schnellen Fußtechniken und kräftigen Tritten. Im Training werden häufige Angriffe und wirksame Gegenreaktionen geübt. Dabei werden entweder verschiedene Formen gegen unsichtbare Gegnerinnen und Gegner durchgespielt oder der Freikampf gegeneinander trainiert. Die Techniken helfen, Schläge oder Tritte gezielt abzuwehren.

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Altersgerechtes Taekwondo-Training

Taekwondo kann in nahezu jedem Alter betrieben werden. Es kommt immer auf die Ziele an! Wir bieten altersgerechtes Training in unter­schiedlichen Alters- und Leistungsgruppen an. In unserem Bambini- und Kindertraining gehen wir auf die Altersgruppe vier und fünf bzw. sechs bis neun Jahren ein und bieten einen spielerischen Einstieg. Durch Spiel und Spaß werden die motorischen Grundlagen geschaffen. Durch die Bewegungsabläufe werden Denk- und Kombinationsfähigkeiten geschult.

Im Jugendtraining (10-14 Jahre) werden diese Fähigkeiten mehr ausgebaut, es kommen mehr Kraft und Präsentationsübungen dazu. Die Taekwondo Disziplinen werden erweitert. Im Erwachsenen 1 Training kommen dann alle Bereiche zusammen und die Teilnehmer werden gefordert.

Die verschiedenen Trainingsgruppen

  • Taekwondo Bambini Gruppe: Richtet sich an Kindergartenkinder im Alter zwischen 4 und 5 Jahren.
  • Kindertraining: Besonderer Wert auf die koordinativen und motorischen Fähigkeiten.
  • Jugendtraining: Motorische und muskelaufbauende Übungen und Spiele.
  • Erwachsene 2: Zügeln wir das Tempo und reduzieren etwas die Anforderungen.

Inhalte des Taekwondo-Unterrichts

Taekwondo unterrichten wir nach dem neuesten Stand und im Sinne unserer Dachverbände, der Deutschen Taekwondo Union (DTU) und World Taekwondo. Neben Muskelaufbau, Gymnastik, Koordinations- und Konditionstraining unterrichten wir alle Bereiche des Taekwondo. Dazu gehören die Grundschule, Formen (Taegeuk/Poomsae), Partnertraining (Hanbon-Kyorugi), Selbstverteidigung (Hosinsul), der Wettkampf (Kyorugi) und auch der Bruchtest (Kyok-Pa).

Spezielle Trainingsangebote

  • Dan-Vorbereitung: Vorbereitungen auf die anstehende Dan/Poom Prüfung.
  • Freestyle / Turnen Training: Grundlagen für den Formen Bereich Freestyle erlernt.
  • Leistungstraining Vollkontakt: Taktisches Verhalten, schnelle Kicks und Kombinationen werden viel trainiert.
  • Eltern/Kind Gruppe: Eltern und Kinder trainieren zusammen und erlernen die Grundlagen des Taekwondo.
  • Krafttraining: Aufbau der Muskulatur, die benötigt wird, seine Taekwondo Techniken schneller, kräftiger und effektiver auszuführen.
  • Dehnen: Um seinen Körper geschmeidiger zu machen und die Techniken kräftiger und höher zu bekommen ist eine ausgiebige Dehnung unverzichtbar.

Warum Taekwondo für Kinder und Jugendliche?

Ein Merkmal von Taekwondo ist es, Angriffe waffenlos abzuwehren. Dabei gibt es kaum einen Teil des Körpers, der nicht eingesetzt werden kann. Nicht nur Hände und Füsse, sondern auch einzelne Finger, Knöchel, Ellbogen oder Knie werden je nach Situation gebraucht.

Alle Bewegungen im Taekwondo gehen dabei vom Grundsatz der Verteidigung aus.

TAE bedeutet Fuß, mit dem Fuß schlagen, treten.KWON bedeutet Faust, mit der Faust schlagen.DO bedeutet der Geist und der Weg.

Im Allgemeinen wird das interpretiert als DER VOM GEIST GESTEUERTE WEG VON FUß UND FAUST.

Aus diesem Satz lässt sich die Philosophie von Taekwondo ableiten: Das Training findet nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf geistiger Ebene statt.

Vor allem für Kinder hat das Training (geeignet ab etwa 5 Jahren) dieser Kampfkunst einen hohen erzieherischen Wert:

Stille Kinder werden z.B. ermutigt, sich mehr zuzutrauen oder hyperaktive Kinder lernen sich in eine Gruppe einzufügen und Rücksicht auf andere zu nehmen. Im Kindertraining werden Dinge wie Respekt, Konzentration und Disziplin besonders betont.

Es gibt also eine Reihe von Gründen, die dafür sprechen, dass Ihr Kind Taekwondo erlernt: Fitness und Kondition, Vorbeugung von Haltungsschäden, Selbstdisziplin, Selbstverteidigung, Geist, Schnelligkeit, Körperbeherrschung, Durchhaltevermögen, Spass in der Gruppe, Motivation und Selbstbewußtsein.

Taekwondo stammt aus Korea, wo es ein Volkssport ist.