Der Preis eines Diamanten ist von vielen Faktoren abhängig und unterliegt keiner zentralen Preisfestsetzung. Er ist ein echter „Marktpreis“, welcher sich aus Angebot und Nachfrage ergibt.
Wie die Preise für Diamanten entstehen
Wie entstehen die Preise für Diamanten und wie wird die Qualität von Brillanten bewertet? Diese und ähnliche Fragen werden oft gestellt. Eine sehr gute Möglichkeit, sich über den aktuellen Marktpreis von Diamanten zu informieren, bietet die Diamantenpreisliste der IDEX (International Diamond Exchange).
Die Diamantenpreisliste der IDEX
Als eine international sehr bedeutende Diamantenbörse, führt die IDEX Angebot und Nachfrage der Diamantenhändler zusammen und sammelt jeden Monat die aktuellen Diamantenverkaufspreise. Da der genaue Preis eines Diamanten jedoch von vielen einzelnen Faktoren abhängt und diese den Rahmen einer Preisliste schnell unübersichtlich gestalten würde, kann sie nur als Orientierung dienen.
Berechnung eines Diamantpreises anhand der IDEX-Liste
Die IDEX (International Diamond Exchange) stellt die Preise für Diamanten im Brillantschliff in Ihrer Diamantenpreisliste in US-Dollar pro Karat und unterteilt den Diamantpreis bei gleicher Qualität (Farbe und Reinheit), in verschiedene Gewichtsklassen z.B. 1,00 ct. bis 1,24 ct. dann 1,25 ct. bis 1,49 ct. usw.
Als Beispiel soll ein 1 Karat Diamant Preis ermittelt werden. Dieser Einkaräter-Diamant liegt in der Range 1,00ct. bis 1,24ct. Einkarat Diamanten dieser Größe/dieses Gewichts kosten in der höchsten Qualität der Farbe D und der Reinheit IF 27.130 USD pro Karat. Dieser Diamant 1 Karat Preis ist bei einem Einkaräter mit bspw. 1,03 Karat dann mit dem Faktor 1,03 zu multiplizieren.
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Unser Beispiel 1 Karat Diamant Preis liegt somit für einen Einkaräter mit 1,03 Karat bei 27.943,90 USD oder anders formuliert, hat der 1 Karat Diamant einen Wert von 27.943,90 USD. In Euro umgerechnet: Sollte der aktuelle Dollar-/Eurokurs bspw. bei 1,20 liegen, teilen Sie 27.943,90 USD durch 1,20 und erhalten mit 23.286,58 Euro den 1 Karat Diamant Wert für unseren Beispieldiamanten.
Nicht berücksichtigt sind hier die Mwst.
Faktoren, die den Diamantenpreis beeinflussen
Neben der Größe/dem Gewicht ist das mit Abstand wichtigste Kriterium für den Preis eines Diamanten dessen Qualität. Desto besser die Qualität eines Diamanten ist, desto seltener ist er. Jeder kennt im Zusammenhang mit einem Diamanten oder Brillanten den Begriff „Lupenrein“. Einigen wird auch der Begriff der „4C“ im Zusammenhang mit Diamanten geläufig sein.
Die 4C: Carat, Color, Clarity, Cut
„4C“ ist die Abkürzung für die vier englischen Begriffe Carat (Gewicht), Color (Farbe), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff). Zusätzlich gibt es noch einige weitere Qualitätsmerkmale. Diese sind z.B. Politur und Symmetrie, Zertifikat (von welchem Institut stammt das Diamantzertifikat/die Diamantexpertise) und Fluoreszenz (bei vorhandener Fluoreszenz kann der Diamant unter UV-Licht leicht schimmern/leuchten).
Als weiteres Qualitätsmerkmal sei hier eine Besonderheit genannt, die in den letzten Jahren eine immer stärkere Beachtung findet, die Herzen & Pfeile (Hearts & Arrows) - ein spezielles Muster, was sich unter einem optischen Gerät zeigt. Jede einzelne dieser Eigenschaften - und noch mehr - haben einen Einfluss auf den Preis bzw.
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Carat (Gewicht)
Das Gewicht eines Diamanten wird international in Carat (englisch) oder Karat (deutsch) angegeben. Die übliche Abkürzung lautet „ct.“. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Carat oder Karat ist die Gewichtseinheit für Diamanten-Brillanten.
Color (Farbe)
Ein Diamant ist umso teurer je farbloser/weißer und damit seltener er ist. Die höchste und seltenste Farbstufe ist die absolute Farblosigkeit (Farbstufe D, früher River). Eine beispielhafte (reduzierte) Farbreihe von Brillanten.
Clarity (Reinheit)
Der wahrscheinlich jedem bekannte Begriff „lupenrein“ bedeutet, dass unter einer 10-fachen Speziallupe durch eine fachlich versierte Person keinerlei Einschlüsse zu erkennen sind. Die danach folgenden Reinheitsstufen werden ebenfalls unter Verwendung einer 10-fachen Lupe vorgenommen. Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat.
Ab I1 können Einschlüsse meistens mit dem bloßen Auge erkannt werden (je nach Größe des Diamanten, der Art und Lage der Einschlüsse und deren Farbe für ein geübtes Auge manchmal auch schon ab SI1).
Cut (Schliff)
Die Schliffqualität (nicht die Schliff-Form wie z.B. der Brillantschliff) ist auschlaggebend für die Brillanz und das Feuer eines Diamanten und machen aus ihm erst einen funkelnden und wertvollen, schönen Edelstein. Die Schliffqualität ergibt sich zum größten Teil aus den Proportionen des Diamanten. Hierbei ist das Verhältnis von Gesamthöhe bzw. Weiterhin sind die Winkel und die Gleichmäßigkeit der angelegten Facetten wichtig.
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Auch sollte ein Brillant möglichst eine gleichmässige runde Form haben und nicht unrund sein. Die Trennung zwischen Ober- und Unterteil, die Rundiste/Rondiste, sollte möglichst gleichmässig und nicht zu dick bzw. dünn sein. Auch die Spitze, die sog. Kalette, sollte möglichst spitz sein.
Alle diese Kritieren fließen in die Bewertung des Schliffs ein, welcher als Oberbegriff Cut (Schliff) noch um die beiden Unterkriterien Polish (Politur) und Symmetrie ergänzt wird.
Die drei Teilbereiche werden nach folgendem Schema bewertet:
- Excellent = Exzellent
- Very Good = Sehr Gut
- Good = Gut
- Fair = Mittel
- Poor = Gering
Die bestmögliche Graduierung bei Schliff, Politur und Symmetrie ist beim GIA und HRD somit 3x Exzellent. Die Form, in der ein Diamant geschliffen ist, darf nicht mit der Schliffqualität verwechselt werden. Ein Diamant kann in einer Vielzahl verschiedener Formen geschliffen werden, das hat natürlich auch einen Einfluss auf den Brilliant Preis.
Fluoreszenz
Als Fluoreszenz wird das leichte Leuchten bzw. Schimmern eines Diamanten unter UV-Licht (auch Sonnenlicht enthält UV-Licht) bezeichnet. Die meist bläuliche Fluoreszenz (seltener auch gelblich) kann bei starker oder sehr starker Ausprägung und hohen Farbgraden (D bis H) den Wert eines Diamanten negativ beeinflussen.
Ein zu Anlagezwecken gedachter farbloser Diamant sollte idealerweise keine, max. eine schwache Fluoreszenz aufweisen. Bei einem für Schmuckzwecke verwendeten Brillanten ist eine mittlere bis etwas stärkere und somit manchmal (unter UV Licht) sichtbare Fluoreszenz auch ganz interessant und in einigen Ländern (z.B. USA) sogar gesucht.
Bei den in der Farbtabelle weiter hinten stehenden Farbgraden mit leichter Tönung, kann eine Fluoreszenz vorteilhaft sein, da sich dadurch die leicht gelbliche Tönung weniger stark zeigt, der Diamant somit als „weißer“ empfunden wird (bis zu zwei Stufen).
Zertifizierung
Als weiterer wichtiger Punkt der preisbildenden Kriterien ist das Zertifikat bzw. die Expertise des Diamanten zu nennen. Ein Zertifikat ist quasi der Pass des Diamanten. In ihm sind neben den genauen Maßen des Diamanten alle identitätsgebenden Merkmale enthalten, mit denen der Diamant zweifelsfrei identifiziert werden kann. Der Wert eines Zertifikates ist dabei nur so gut, wie der Ruf des ausstellenden Institutes.
Da Diamanten weltweit gehandelt werden und ihre Preise ebenso weltweit entstehen, sind auch nur Zertifikate von Diamantinstituten zu empfehlen, welche weltweite Anerkennung geniessen. Diese sind das „GIA - Gemological Institute of America“, das „IGI - International Gemological Institute“ und der „HRD - Hoge Raad Voor Diamant“.
Diese drei Institute sind weltweit anerkannt und ihre Zertifikate geniessen eine sehr hohe Wertschätzung in der Branche. Daher handeln wir auch ausschließlich mit Diamanten, die mit einem Zertifikat dieser Institute ausgestattet sind.
Generell ist bei höherpreisigen Diamanten von sog. Juwelierzertifikaten oder Schmuckpässen abzuraten, bei welchen der Juwelier selbst das Diamant-Zertifikat ausstellt. Hier soll in keinster Weise die vorhandene Fachkenntnis oder Seriösität der Juwelierbranche in Misskredit gebracht werden. Nur sind diese „Haus- oder Schmuck-Expertisen“, international gesehen, meist wertlos.
Einfluss von Farbe und Reinheit auf den Preis
Die folgende Aufstellung zeigt den Einfluss von Farbe und Reinheit auf den Preis von Diamanten und soll Ihnen als grober Leitfaden dienen. Maßstab bzw. Ausgangspunkt ist hier der Diamant mit den bestmöglichen Werten in Farbe (D) und Reinheit (IF) oben links mit 100%. Gemessen an seinem Wert/Preis werden für die anderen Diamant-Qualitäten entsprechende Abschläge vorgenommen.
Ein Diamant in Farbe G und Reinheit VS2 sollte somit einen Preis von nur noch 30% haben (minus 70%). Bei einem angenommenen Preis für einen Einkaräter Brillant in Farbe D und Reinheit IF von 22.000,00 Euro ergibt sich somit ein rein rechnerischer Preis von 6.600,00 Euro für unseren Beispieldiamanten in Farbe G und Reinheit VS2.
Diamanten als Sachwert
Wer sich für einen Diamanten als Sachwert entscheidet, erwirbt diesen in der Regel auch physisch. Die hohe Wertkonzentration eines Diamanten („Wertspeicher“) hat Diamanten zum mobilsten aller Sachwerte gemacht. In den vergangenen 25 Jahren hat sich der Preis für Diamanten durchweg positiv entwickelt.
Auf Grund der hohen Nachfrage aus asiatischen Ländern wird davon ausgegangen, dass die Preise für Diamanten bei gleichzeitiger Stagnierung der Fördermengen langfristig steigen. Daher gilt: Der klassische Brillantschliff mit 56 Facetten ist als Sachwert am besten geeignet.
Wie alle Edelmetalle und Rohstoffe werden Diamanten auf den internationalen Diamantbörsen in US-Dollar gehandelt. Bei dem Kauf von Diamanten als Sachwert ist also unbedingt die Währungsparität Euro/US-Dollar zu beachten. Aus diesem Grund passt DIAMONDAS seine Online-Preise alle 10 Minuten an die aktuelle Devisenentwicklung an.
Anlagediamanten - wie kommt der Preis zustande?
International wird der Wert und somit auch der Preis eines Diamanten im Wesentlichen an den sogenannten 4 C bemessen: Clarity / Reinheit, Colour / Farbe, Cut / Schliffqualität, Carat / Gewicht. Es sind diese wichtigsten, den Preis bestimmenden Merkmale, die auf einem Zertifikat dokumentiert sein müssen.
Als fünftes C (Certificate) hat sich das Zertifikat des ausstellenden Diamant-Prüflabors zu einem weiteren wichtigen Preiselement entwickelt. Die Reputation des ausstellenden Prüflabors ist dabei entscheidend. Aber auch die Kriterien wie Gewichtsklasse, Fluoreszenz, Schliffproportionen und Kommentare in den Zertifikaten sind heute preisrelevant.
Diamanten später verkaufen?
Wer sich für eine Wertanlage in Diamanten entschieden hat, wird auch die Möglichkeit eines reellen Wiederverkaufs im Blick haben. Dabei steht in erster Linie der Verkäufer der Diamanten in der Verantwortung.
Um Diamanten wieder in die internationalen Spotmärkte einzuspeisen, bedarf es langjähriger Erfahrung und einer einwandfreien Reputation. Bei einer Wiederveräußerung wird der Verkaufspreis in Abhängigkeit der aktuellen Marktpreise und auf der Basis der jeweilig gültigen Parität zum US-Dollar ermittelt.
Auch internationale Auktionshäuser wir Sotheby's und Christie's bieten die Möglichkeit an, ungefasste Diamanten zur Verwertung einzuliefern.
Anlagediamanten in Schmuck verarbeiten?
Diese Frage wird uns oft gestellt und wir können Sie eindeutig mit „Ja“ beantworten. Voraussetzung dafür ist natürlich die fachgerechte und vertrauenswürdige Schmuckanfertigung.
