Bei den Judo-Europameisterschaften der Frauen und Männer unter 21 Jahren in Oberwart, Österreich, gab es bemerkenswerte Leistungen deutscher Athleten. Einige Judoka erreichten Top-Platzierungen, während andere wertvolle Erfahrungen sammelten.
Ergebnisse der deutschen Judoka
Fünfte Plätze erreichten Miriam Schneider vom JC Hennef (bis 48 kg) und Marcel Bizon vom 1. JC Mönchengladbach (bis 60 kg). Jana Schmitz vom 1. JC Mönchengladbach (bis 44 kg) und Moritz Plafky vom JC Hennef (bis 60 kg) belegten siebte Plätze.
Der Wettkampftag im Detail
Der Wettkampftag hatte vielversprechend begonnen. In der Klasse bis 60 kg erreichten Marcel Bizon und Moritz Plafky nach jeweils zwei Siegen die Viertelfinalkämpfe. Hier unterlag Bizon dem späteren Europameister Walide Khyar aus Frankreich, während Plafky sich gegen den späteren Vizemeister Samuel Hall aus Großbritannien geschlagen geben musste. Marcel Bizon konnte in der anschließenden Trostrunde noch eine Begegnung gewinnen.
Miriam Schneider stand nach drei Siegen im Halbfinale der Klasse bis 48 kg. Mit einer Yuko-Wertung unterlag sie gegen Joana Diogo aus Portugal und konnte sich auch im anschließenden „kleinen Finale“ gegen Cristina Budescu aus Moldawien nicht durchsetzen, wodurch sie die Begegnung vorzeitig verlor. Sarah Mäkelburg von der SU Witten-Annen schied nach einer Niederlage in der ersten Runde der Klasse bis 78 kg gegen Leen Christiaens aus Belgien frühzeitig aus dem Wettbewerb aus.
Medaillenspiegel
Den ersten Platz im Medaillenspiegel belegten die Niederlande mit vier Goldmedaillen sowie einer Silber- und einer Bronzemedaille vor Georgien (3/0/2) und Frankreich (2/0/4).
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Teamwettkämpfe
Bei den Teamwettkämpfen kämpften die deutschen Männer im Viertelfinale gegen den Sieger der Begegnung Österreich gegen Italien. Die DJB-Frauen trafen in der ersten Runde auf die starke Mannschaft aus den Niederlanden.
Ergebnisse der Frauen U21
- -44 kg: 7. Jana Schmitz, 1. JC Mönchengladbach
- -48 kg: 5. Miriam Schneider, JC Hennef
- -70 kg: Emilie Sook, DEN
Ergebnisse der Männer U21
- -60 kg: 5. Marcel Bizon, 1. JC Mönchengladbach
- -60 kg: 7. Moritz Plafky, JC Hennef
Weitere Ergebnisse und Ereignisse
Auch am zweiten Tag der Judo-Europameisterschaften in Zagreb (Kroatien) konnte keine Medaille erreicht werden. Miriam Butkereit musste im Halbfinale aufgeben und wurde damit Fünfte.
Miriam Butkereit
Miriam Butkereit (SV Halle - ST, -70 kg) startete mit einem Sieg gegen die Britin Kati-Jemima Yeats-Brown in einem taktisch geführten Kampf. Die Britin erhielt die dritte Strafe nach 4:40 Minuten Kampfzeit. Gegen Emilie Sook aus Dänemark machte unsere Athletin kurzen Prozess. Nach weniger als einer Minute gab es Ippon und Miriam Butkereit stand im Poolfinale. Die Portugiesin Joana Christostomo verlangte ihr viel ab, aber nach 7:15 gab es Waza-ari und damit ging es für die Deutsche weiter im Halbfinale. Dort trat sie jedoch nicht an und wurde damit automatisch Fünfte. “Miriam hat sich am Knie verletzt und wir müssen das zunächst abklären. Deshalb haben wir uns im Team entschieden, dass sie nicht weiterkämpft”, informierte Bundestrainer Claudiu Pusa über diese Entscheidung.
Giovanna Scoccimarro
Giovanna Scoccimarro (MTV Vorsfelde - NS) in der gleichen Gewichtsklasse gewann ihren ersten Kampf gegen die Polin Eliza Wroblewska kurz vor Ende der Kampfzeit mit dem zweiten Waza-ari für eine Haltetechnik, musste sich jedoch im nächsten Kampf der Niederländerin Hilde Jager geschlagen geben und schied aus.
Dena Pohl
Dena Pohl (UJKC Potsdam - BB, -63 kg) führte im ersten Kampf schnell mit Waza-ari. Ihre Gegnerin Juliia Hrebenozhko aus der Ukraine holte eine Minute später auf, aber Dena Pohl konterte wieder mit Waza-ari nach reichlich zwei Minuten und stand damit in der nächsten Runde. Gegen die Israelin Inbal Shemesh erkämpfte sie dann nach 4:17 Minuten Waza-ari und stand im Poolfinale gegen Andreja Leski aus Slowenien. Diesen Kampf verlor sie nach reichlich zwei Minuten mit Waza-ari und einer anschließenden Haltetechnik und ging in die Trostrunde. Den Kampf verlor sie dann nach fünfeinhalb Minuten mit dem dritten Shido und wurde damit Siebte des Turniers.
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Agatha Schmidt (JC 66 Bottrop - NW, -63 kg) und die drei Männer-Starter Alexander Bernd Gabler (Remscheider TV - NW, -73 kg), Dominic Ressel (TSV Kronshagen - SH) und Timo Cavelius (PTSV Hof - BY, beide -81 kg) verloren jeweils ihren Auftaktkampf und schieden damit ebenfalls aus.
Deutsche Teilnehmer am Samstag
Für Deutschland gingen am Start:
Frauen
- -78 kg: Anna-Maria Wagner, KJC Ravensburg - BW
- -78 kg: Alina Böhm, JZ Heubach - BW
- +78 kg: Renée Lucht, HT16 - HH
Männer
- -90 kg: Eduard Trippel, JC Rüsselsheim - HE
- -100 kg: George Udsilauri, TSV Erbach - BW
- -100 kg: Louis Mai, 1. Mannheimer JC - BA
- +100 kg: Losseni Kone, SC Alstertal-Langenhorn - HH
- +100 kg: Erik Abramov, UJKC Potsdam - BB
Zeitplan
- Samstag, 27. April 2024
- 10:00 Uhr Beginn der Wettkämpfe
- 15:30 Pausenprogramm
- 17:00 Uhr Final Block
Weitere Erfolge bei den Judo-Europameisterschaften in Zagreb
Bei den Judo-Europameisterschaften in Zagreb (Kroatien) musste sich Anna-Maria Wagner vom Bundesstützpunkt Köln in der Gewichtsklasse bis 78kg erst im Finale geschlagen geben und sicherte sich damit die Silbermedaille. Im kleinen Finale setzte sich Alina Böhm durch und gewann Bronze. Auch das Mixed-Team mit den Athleten Johannes Frey und Jano Rübo konnte sich über den Gewinn der Bronzemedaille freuen.
Nach einem Freilos kämpfte Anna-Maria Wagner (KJC Ravensburg - BW) gegen die Russin Darya Kantsavaya und besiegte sie bereits nach reichlich einer Minute mit Ippon. Im Poolfinale besiegte sie dann die vorjährige EM-Dritte Patricia Sampaio aus Portugal in der Verlängerung mit Waza-ari und stand damit im Halbfinale. Dort traf sie auf die WM-Dritte aus Taschkent, Yelisaveta Lytvynenko aus der Ukraine. Der Kampf ging sehr lang. Gegen Audrey Tcheumeo aus Frankreich wurde es der erwartet schwere Kampf. Nach dreieinhalb Minuten warf unsere Athletin auf Waza-ari. „Sie hat gut geworfen, aber die Kampfrichterkommission hat das leider dann anders gesehen“, haderte Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa mit der Situation. Nach fast sechs Minuten Kampfzeit verlor Anna-Maria Wagner mit Ippon und wurde damit Vize-Europameisterin.
In der gleichen Gewichtsklasse trat Alina Böhm (JZ Heubach - BW), die aktuelle Doppel-Europameisterin an. Sie gewann nach einem Freilos gegen die Britin Emma Reid in einem taktischen Kampf in der Verlängerung mit drei Shido. Im Poolfinale kämpfte sie dann gegen die Französin Tcheumeo. Dort kämpfte sie zunächst gegen Juliia Kurtchenko aus der Ukraine und besiegte sie nach fast drei Minuten Kampfzeit mit einer Haltetechnik. Um Bronze kämpfte sie dann ebenso wie ihre Mannschaftskameradin gegen Yelisavete Lytvynenko aus der Ukraine. Bereits nach 17 Sekunden erkämpfte sie Waza-ari, den sie über die komplette Kampfzeit brachte und damit nach zwei EM-Goldmedaillen wieder auf dem Siegerpodest stand und Bronze erhielt. „Meine Mission war ja die Titelverteidigung. Das ist mir zwar nicht gelungen, trotzdem bin ich überglücklich über Bronze“, sagte Alina Böhm. Für sie war die Niederlage gegen Tcheumeo echt ärgerlich. „Aber ich habe gezeigt, dass ich im Kopf stark bin, habe alles gegeben und mich durch die Trostrunde geboxt und mit der Medaille belohnt.“ Der Weg und die Saison sind in diesem Jahr sehr lang und nun hat sie zum dritten Mal eine Medaille bei einer EM geholt.
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