Konnte Mr. Miyagi wirklich Karate? Ein Blick hinter die Kulissen von Karate Kid und Cobra Kai

Aus den 80ern ist der Film „Karate Kid“ nicht wegzudenken und bis heute hat er einen Platz in den Herzen vieler Fans. Neben der Schlangentechnik und der Tigerpranke aus "Die Schlange im Schatten des Adlers" dürfte wohl der Kranich eine der ikonischsten Kampfkunstechniken sein, die durch einen Film besonders populär wurden.

Jackie Chan machte die Erstgenannten berühmt, Letztere wird wohl auf ewig mit dem Film "Karate Kid" in Verbindung gebracht, dessen späte Serien-Fortsetzung "Cobra Kai" aktuell große Erfolge bei Netflix feiert.

Die Stars von damals: Was wurde aus ihnen?

John G. Avildsen inszenierte den Teenie-Actionfilm 1984, der eine ganze Generation prägte, die den Film bis heute liebt. Doch wie ging es für die Stars von damals weiter?

Ralph Macchio

Hauptdarsteller Ralph Macchio bleibt unvergessen als Daniel LaRusso, dessen Kranich-Tritt am Ende von "Karate Kid" sich tief ins Gedächtnis der Zuschauer brannte. 1986 und 1989 stand er zwei weitere Teile vor der Kamera und kehrte viele Jahre später für "Cobra Kai" erneut zur Rolle zurück, die er noch immer spielt.

Auch nach "Karate Kid" blieb Macchio gut im Geschäft, in den 80ern und 90ern drehte er zahlreiche Filme und Serien. Auch im neuen Jahrtausend muss er kleineren Pausen zum Trotz keine Langeweile beklagen, wobei er unter anderem mehrjährige Engagements bei Serien wie "The Deuce" und "Psych" an Land ziehen konnte.

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Pat Morita

Pat Morita als Mr. Miyagi lieferte die moderne Blaupause eines weisen Kampfkunstmeisters aus Fernost, der lieber erst "auftragen und polieren" ließ, ehe er tödliche Techniken zeigte. Zum Zeitpunkt von "Karate Kid" war er bereits seit 20 Jahre im Filmgeschäft und auch danach ging es munter weiter.

Mr. Miyagi spielte er noch drei weitere Male vor der Kamera, zudem lieh er der Figur in einer Zeichentrickserie seine Stimme. Und auch abseits der berühmten Rolle blieb Morita ungemein gefragt und produktiv. Zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen folgten, 1998 gipfelte es dann mit sage und schreibe zehn (!) Projekten, die mit seiner Beteiligung entstanden - was er nur zwei Jahre später wiederholen sollte, wobei sich bekannte Titel wie zum Beispiel die Serie "Baywatch" befinden.

Anschließend ging es Morita sukzessive ruhiger an.

Elisabeth Shue

Elisabeth Shue spielte Daniels Freundin Ali in "Karate Kid", was damals eine ihrer frühesten Rollen überhaupt war. Danach ging es aber erst so richtig los für sie, folgten doch nur wenig später Projekte wie "Zurück in die Zukunft 2 & 3" oder "Cocktail" mit Tom Cruise.

Auch in den darauffolgenden Jahrzehnten blieb Shue gut im Geschäft und nachdem sie mehrmals im Kino zu sehen war, hat sie in den letzten Jahren besonders in punkto Serien ein sehr glückliches Händchen bewiesen: Bei "CSI: Vegas" spielte sie drei Jahre lang mit, als Madelyn Stillwell zeigte sie zudem im Amazon-Megahit "The Boys" ihr Können.

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Martin Kove

Er war der finstere Meister der Cobra Kai: Martin Kove spielte mit John Kreese einen der Buhmänner in "Karate Kid" und war in der Rolle auch in zwei Fortsetzungen zu sehen. Zwischendrin durfte er bei Sylvester Stallone und "Rambo II" vorbeischauen und legte ansonsten eine bis heute anhaltende, sehr produktive Karriere nach.

Mehrere Engagements innerhalb eines Kalenderjahres sind dabei keine Seltenheit in seiner Filmographie, wenngleich der ganz große Star-Ruhm sich nie eingestellt hat - aber ein konstantes Einkommen ist auch nicht zu verachten. Überwiegend scheint er sich besonders in kleineren Produktionen eine Nische aufgebaut zu haben, nur vereinzelt wirkte er noch bei bekannteren Titeln wie "Walker, Texas Ranger" oder "Kung Fu - Im Zeichen des Drachen" mit. Aber auch er darf seit einiger Zeit dauerhaft bei der Netflix-Serie "Cobra Kai" mitmischen.

William Zabka

William Zabka spielte in "Karate Kid" Johnny und damit Daniels Endgegner beim finalen Turnier. Mit dieser Rolle gab Zabka sein Filmdebüt als Schauspieler, zuvor hatte er lediglich einen Auftritt in seiner Serie gedreht. Anschließend ging es aber auch für ihn erfolgreich weiter: In zweiten Teil war er kurz zu sehen, von 1985 bis 1989 hatte er dann eine Stammrolle in der bekannten Serie "Der Equalizer" inne.

In den Nullerjahren gab es dann einige Pausen: Zwei Jahre zwischen 2002 und 2004 stand er nicht als Schauspieler vor der Kamera, dann von 2004 bis 2007 und dann noch mal zwischen 2007 bis 2010. Auch von 2011 bis 2013 machte er sich rar und dann erneut von 2016 bis 2018 und damit bis die erste Staffel "Cobra Kai" winkte. Bei der Serie ist er dann bis heute geblieben, die er übrigens auch mitproduziert.

2003 konnte Zabka zudem als Drehbuchautor und Produzent des Kurzfilms "Most" auf sich aufmerksam machen.

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Die Kampfkünste in Cobra Kai: Mehr als nur Film-Fu

Die Stars, die in der Netflix-Serie mitspielen, müssen Sportlichkeit und Lernbereitschaft mitbringen, um den körperlich fordernden Mix aus dynamischen Stunts und einstudierten Choreographien zu bewältigen.

Die tatsächlichen Kampfsport-Vorkenntnisse schwanken im Ensemble aber beträchtlich. In den Cobra-Kai-Reihen halten sich überraschend wenige wirklich geübte Karate-Kämpfer*innen auf.

Hier eine Übersicht über die Kampfsport-Erfahrungen einiger Darsteller:

Schauspieler Rolle Karate-Vorkenntnisse (Mr. Miyagi-Punkte) Kampfsport-Training vor und während Cobra Kai
Jacob Bertrand Eli "Hawk" Moskowitz 3 von 10 Karate-Training ab 8 Jahren bis zum violetten Gürtel, später Ultimate Fighting.
Xolo Maridueña Miguel Diaz 2 von 10 Kurzes Karate-Training in jungen Jahren, später Muay Thai.
Mary Mouser Samantha LaRusso 1 von 10 Unsportlich vor Cobra Kai, jetzt fleißige Karate-Schülerin.
Peyton List Tory Nichols 1 von 10 Keine Kampfsport-Erfahrung vor Cobra Kai.
William Zabka Johnny Lawrence 8 von 10 Sportlich, aber keine Kampfsport-Erfahrung vor Karate Kid, später Tang Soo Do.
Martin Kove John Kreese 9 von 10 Umfangreiches Kampfkunst-Portfolio, darunter Shihan Tak Kobota, Kendo und Tae Kwon Do, schwarzer Gürtel in Okinawa-te.
Thomas Ian Griffith Terry Silver 9 von 10 Karate als Schulsport, Kenpo Karate und Taekwondo.

Die Philosophie hinter den Kampfkünsten

Ginge es nur um den rein sportlichen und körperlichen Aspekt, so könnte man genau so gut Kickboxing, Ringen oder Boxen betreiben, denn ein Karateka ist nicht per se fitter als diese Sportler.

Doch klassisch-traditionelle asiatische Kampfsportarten bieten durchaus unter dem mental-geistigen Aspekt eine Menge Punkte, die dich reifen lassen können; immer vorausgesetzt, du hast einen guten Lehrer - und nicht nur einen "Trainer".

Punkt eins: Schalte den Alltag ab!

Sobald der Schüler den Dojo betritt, grüßt er die Trainingsstätte an. Damit wird auch die schnödeste Turnhalle sofort zu einem ganz besonderen Ort. Durch das nachfolgende Ritual des "Seiza" Und "Mokuso" (= Kniesitz mit geschlossenen Augen) wird rituell der Alltag abgeschaltet und ab diesem Zeitpunkt gibt es nur noch "Karate", sonst nichts mehr.

Punkt 2: Man wird nur miteinander besser, aber nicht gegeneinander.

Es bringt einem Braungurt nichts, der im spielerischen Freikampf mit einem Beginner unbedingt zeigen möchte, was er alles "drauf" hat. Der Beginner ist ihm keine Herausforderung - und dieser kann ebenfalls auf diese Weise nichts lernen.

Lösung: Der Braungurt nimmt sich ein wenig zurück - und lässt sich auch mal treffen (es geht ja nicht um die WM-Goldmedaille) - und der Neuling ist gut beraten, sich anzustrengen und zu konzentrieren, um daran zu wachsen.

Punkt 3: Disziplin und "Biss".

Bedeutet: Um ein Mindestmaß an Selbstdisziplin kommt kein Mensch herum, und einem Karateka, der dreimal die Woche ein hartes Training durchzieht, sich ständig korrigieren lassen muss (dazu unten noch ein Wort), sich immer im Griff haben muss, auch im Zweikampf, erwachsen daraus eine Menge Vorteile, die im Alltag nützlich sind: Durchziehen, was man sich vornimmt (Gurtprüfung), sich emotional zurücknehmen, auch wenn es in dir brodelt (was du im freien Kampf lernst: Auch wenn du mal getroffen wirst, ist dein Gegner schließlich nicht dein Feind - nimm also den Treffer mit Gelassenheit und lerne daraus), respektvolles Miteinander und Vertrauen zu deinen Vereinsfreunden und vor allem zu deinem Lehrer.

Punkt 4: Korrektur ist Wertschätzung.

Viele Schüler lassen sich nicht gerne korrigieren, frei nach dem Motto: - Der hat ja an allem was zu meckern - . Doch wird dabei verkannt, dass der korrigierte Schüler dem Lehrer wichtig ist, sonst würde er sich nicht so ausgiebig mit ihm beschäftigen.

Gerade die technisch ausgereifteren Schüler werden im Trainingsbetrieb oft besonders häufig und genau korrigiert, insbesondere dann, wenn es auf eine Gurtprüfung oder einen Wettbewerb zugeht. Doch nur daran können sie wachsen - und nehmen jede Korrektur dankbar an.

Die wahre Kampfkunst hinter Miyagi-Do und Cobra Kai

Als The Karate Kid 1984 uraufgeführt wurde, beeilten sich neue Studenten, sich landesweit für Karate Dojos einzuschreiben. Für alle, die die wahren Wege von Miyagi-Do - oder Cobra Kai - kennenlernen wollten, haben Dojos jedoch nicht als Teil ihres Lehrplans Deckschleifen und Zaunmalerei vorgeschlagen.

Es gibt viele verschiedene Arten von Karate. Die Fans fragten sich, welchen Stil Daniel und Johnny wirklich machten. Nachdem Netflix Cobra Kai von YouTube Red aufgenommen hat, hat eine ganz neue Gruppe von Fans die Show entdeckt und die Frage ist erneut aufgetaucht: Welche Art von Karate üben sie bei Miyagi-Do und Cobra Kai?

In jedem Film oder jeder Serie sind die Filmemacher und Showrunner keinem bestimmten Stil verpflichtet. Sie erzählen eine Geschichte, machen keinen Dokumentarfilm. Bei den meisten Produktionen sorgt ein Durcheinander von "Film-Fu" für bessere Action als authentische Kampfkünste.

Als The Karate Kid mit der Produktion begann, kannten Ralph Macchio (Daniel), William Zabka (Johnny) und Pat Morita (Mr. Miyagi) keine Kampfkünste. Zabka hatte einige Erfahrungen im Wrestling, aber das war es. Wie David Carradine in der 70er-Jahre-TV-Show Kung Fu verdienten sie ihre Rollen mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten, nicht mit ihren Kampfkunstfähigkeiten.

Nur drei der ursprünglichen Schauspieler hatten vor den Dreharbeiten Kampfkunst studiert. Ron Thomas übte Jujitsu, was für seine Rolle als Cobra Kai's Bobby im Film wenig Anwendung fand. Martin Kove (Kreese) studierte Karate bei dem berühmten Großmeister Takayuki Kubota. Er kreierte seinen eigenen Karate-Stil namens Gosuku-Ryu. Gosuku bedeutet "hart schnell". Ryu bedeutet wörtlich "Flow", ist aber ein Suffix, das im Karate häufig verwendet wird, um ein bestimmtes System oder einen bestimmten Stil zu bezeichnen.

Die in The Karate Kid dargestellten Kampfkünste müssen Großmeister Pat E. Johnson zugeschrieben werden. Er war der Kampfkunst-Choreograf für die Originalfilme und spielte den Schiedsrichter. Johnson ist ein Schüler von Chuck Norris und Kapitän des Black Belt Competition-Teams von Norris, um 33 aufeinanderfolgende nationale und internationale Meisterschaften zu gewinnen. Und obwohl er Daniels illegalen Krantritt nicht disqualifiziert, ist Johnson ein hoch angesehener Kampfsport-Schiedsrichter. Neben The Karate Kid arbeitete er an anderen Filmen wie Enter the Dragon, Teenage Mutant Ninja Turtles und Mortal Kombat.

Tang Soo Do: Der Weg der Tang-Hand

Tang Soo Do bedeutet "Weg der Tang-Hand". Do bedeutet "der Weg", dasselbe Zeichen wie das Dao auf Chinesisch. Es ist das gleiche Wort auf Koreanisch und Japanisch und dient als Suffix für viele Kampfkünste wie Karate-Do, Judo und Taekwondo. Soo bedeutet wörtlich "Hand". Tang bezieht sich auf die Tang-Dynastie (618-907), die die chinesischen Ursprünge der Kunst angibt.

Der Legende nach gehen alle asiatischen Kampfkünste auf den chinesischen Shaolin-Tempel zurück, die legendäre Wiege des Kung Fu. Der Einfachheit halber haben viele englische Übersetzer "Weg der Tang-Hand" zu "Weg der chinesischen Hand" gekürzt.

Koreanische und japanische Schriftzeichen stammen ebenfalls aus dem Chinesischen. Übersetzen Sie die Zeichen für Tang Soo Do ins Japanische und es ist Karate-Do. 1935 änderte Japan jedoch den Charakter für Kara (oder Tang) in einen homophonen Charakter, der „leer“ bedeutet, um seine Kampfkunst von China zu unterscheiden.

Um die Sache noch komplizierter zu machen, wurde Tang Soo Do in den USA allgemein als „koreanisches Karate“ bezeichnet.

Cobra Kai ist der Name der Schule, nicht der Stil. Das "Kai" in Cobra Kai bedeutet wörtlich "Versammlung" oder "Treffen" und innerhalb der Karate-Umgangssprache ist es ein Suffix, das eine Organisation oder Gruppe bezeichnet. Cobra ist nur ein Name, das Schulmaskottchen. Während es viele Schlangenstile der Kampfkunst gibt, insbesondere im Kung Fu, wird die Cobra in asiatischen Systemen selten allgemein spezifiziert.

Der Name enthält eine Anspielung auf die Kung-Fu-Legende. Der Rivale von Snake Kung Fu ist Crane Style. Angesichts von Johnsons Choreografie beeinflusst Tang Soo Do Cobra Kai mehr als Karate. In der gesamten Serie gibt es subtile Hinweise darauf. Vom ersten Film bis zu Cobra Kai setzt Johnny, wenn er sparsam ist, viele High Kicks ein, die für koreanische Kampfkünste charakteristisch sind. Nach dem ersten Film studierte Zabka noch viele Jahre Tang Soo Do bei Johnson, es ist also sein Grundstil.

Ein weiterer großer Tell ist in The Karate Kid Part III. Als Kreeses Kamerad Terry Silver (Thomas Ian Griffith) Miyagis Dojo besucht, um über Kreeses Tod zu lügen, entschuldigt er sich bei ihrem gemeinsamen südkoreanischen Meister. Im wirklichen Leben ist Griffith ein schwarzer Gürtel in Kenpo Karate und Taekwondo.

Cobra Kai hat den Einfluss von Tang Soo Do in Staffel 1 sehr subtil aufrechterhalten. Kreese, der "Koreanisches Karate" unterrichtet, hat eine gewisse historische Gültigkeit. Ein Großteil von Tang Soo Do kam über Militärveteranen, die in Korea dienten, in die USA. Sowohl Johnson als auch Norris lernten ihre Kampfkunst zuerst, als sie dort stationiert waren. Dies ist sehr sinnvoll für Kreeses Charakter.

Miyagi-Do: Die sanfte Kraft des Goju-Ryu

Aber was ist mit Miyagi-Do? Welcher Stil lehrt "Polieren und wischen"? Da Pat Morita kein Kampfkünstler war, war sein Body Double ein angesehener Karate-Meister namens Fumio Demura. Demura setzt sich für Shito-Ryu Karate ein, aber das ist in den Filmen nicht ersichtlich. Es ist impliziert, dass Miyagi einen Karate-Stil namens Goju-Ryu lehrt. Goju bedeutet "hart weich" (das Go ist der gleiche Charakter wie in Gosuku-Ryu und das Ju ist das gleiche wie im Judo - "der weiche Weg").

Goju-Ryu-Ostereier deuten darauf hin, dass dies die Inspiration für Miyagi-Do ist. In The Karate Kid Part II ist ein Goju-Ryu Zeichen deutlich auf Chozens (Yuji Okumoto) Gi zu sehen. Das Goju-Ryu-Symbol ist eine golden erhobene Faust, oft mit den Zeichen für Karate darunter und es ist unverkennbar.

Ein weiterer wichtiger Hinweis liegt in der Kata, die Miyagi Daniel in The Karate Kid Part III unterrichtet. Es basiert auf Seiunchin, einer originalen Goju-Ryu Kata, die von Higaonna Kanryo erstellt und an Chojun Miyagi weitergegeben wurde. Dies ist dieselbe Kata, die Daniel in Cobra Kai rezitiert und seinen Schülern unterrichtet, darunter seiner Tochter Samantha (Mary Mouser) und Johnnys Sohn Robby (Tanner Buchanan).

Daniels All-Valley-Sieg Technik ist nicht von Goju-Ryu. Es wurde rein für den Film gemacht. Die gleiche einbeinige Haltung besteht jedoch im nördlichen Shaolin Kung Fu. Das Original wird nicht als Krantechnik bezeichnet.

Die Faszination von Cobra Kai

Millionen von Zuschauern entdecken aktuell das, was ich und einige andere Serienfans bereits seit 2018 wissen: "Cobra Kai", die Serienfortsetzung der Karate-Kid-Filmreihe, ist wirklich verdammt gut und mehr als nur ein Nostalgietrip, sondern eine interessante Weiterentwicklung der alten Charaktere.

"Cobra Kai" war bereits die beliebteste Serie von YouTubes Bezahlplattform, erreichte dort aber dennoch nur einen Bruchteil der Zuschauer, die sie aktuell bei Netflix begeistert. Als klar wurde, dass YouTube aus dem Seriengeschäft ganz aussteigen und die Serie über die bereits abgedrehte dritte Staffel hinaus nicht produzieren würde, machten sich die Macher auf die Suche nach einer neuen Heimat, und Netflix schnappte zu.

"Cobra Kai" drehte den Spieß um und machte aus Daniels (Ralph Macchio) altem Widersacher Johnny (William Zabka) den Protagonisten. Macchio ist auch wieder dabei, ebenso wie Martin Kove als Johnnys alter Sensei John Kreese, böse wie eh und je. Es ist ein wirklich wundervolles Wiedersehen mit diesen Figuren Jahrzehnte später.

Die größte Schlüsselfigur und der einzige Schauspieler, der in jedem der alten vier Filme aufgetreten ist, konnte leider nicht zurückkehren. Pat Morita, der sich als "auftragen, polieren" Mr. Miyagi in der Filmgeschichte verewigte, ist bereits 2005 verstorben.

Doch wenn es nach Sony und dem Produzenten Jerry Weintraub gegangen wäre, hätte Morita die Rolle gar nicht erst bekommen. Als Karate Kid in der Vorbereitung war, war Morita vor allem durch seine komödiantische Rolle als Matsuo "Arnold" Takahashi aus der Serie "Happy Days" bekannt und Karate-Kid-Macher konnten sich ihn nicht in einer ernsten, inspirierenden Rolle vorstellen.

Das enthüllte Ralph Macchio bei einem Gespräch über seine Rollen und gab zu, dass sogar er selbst skeptisch war, als Moritas Name aufkam. Doch Regisseur John G. Ich wurde früh besetzt und dann ging alles darum, wer Mr. Miyagi spielen würde.

Akira Kurosawas Stammdarsteller Toshiro Mifune als Miyagi ist eine faszinierende Vorstellung, doch letztlich war Morita wie geschaffen für die Rolle des strengen, aber warmherzigen Sensei, die ihn für den Rest seiner Karriere begleitet hat.