Kampfsportarten mit Stöcken: Eine Übersicht

Viele Menschen denken bei dem Wort Kampfsportarten in erster Linie an Selbstverteidigung. Die vielen verschiedenen Kampfkunstarten mit ihren unterschiedlichen Bewegungen und Techniken existieren seit vielen Jahrhunderten. Richtig berühmt wurden die Kampfkünste Mitte der 70er-Jahre durch die Kampfkunstlegende Bruce Lee.

Bruce Lee war der Erfinder des Jeet Kune Do, welches heute sowohl als Konzept und auch als Kampfkunstsystem praktiziert wird. Menschen aus aller Welt waren zu dieser Zeit von den schnellen Bewegungen von Bruce Lee so beeindruckt, dass sie begonnen haben, sich für die unterschiedlichen Kampfkünste zu interessieren. Kampfkünste werden seitdem in verschiedensten Formen und Ländern praktiziert.

Es ist deutlich zu sehen, dass sich jeder Stil sowohl in seinem Ursprung als auch in seinen Techniken erheblich unterscheidet. Das Augenmerk jeder Kampfkunst ist meistens auf ein oder zwei Bereiche festgelegt. Einige konzentrieren sich verstärkt auf den Kampf im Stand, andere auf die Anwendung bestimmter Hebel und wieder andere legen den Wert auf den Bodenkampf oder aber auch auf die Verteidigung und Verwendung mit Handwaffen wie z. B.

Im Allgemeinen haben alle Kampfkünste nicht nur das Ziel, Ihnen beizubringen wie man sich verteidigt, sondern sie sollen Ihnen helfen, Selbstkontrolle zu erlangen. Wenn Sie anfangen, Kampfsportarten zu erlernen, werden Sie schnell bemerken, dass Sie sich geistig fitter fühlen. Sie werden sich besser unter Kontrolle haben.

Ganz egal von welchem Standpunkt Sie die Kampfkünste heute betrachten, sie sind hervorragend für die Persönlichkeitsentwicklung, fürs Selbstbewusstsein, für die Fitness und auch für die Selbstverteidigung geeignet. Jede Kampfkunst hat ihre ganz besonderen Merkmale, ihre Traditionen und kann Ihnen eine Menge bieten. Suchen Sie sich die beste Kampfkunst für sich selbst aus und entdecken Sie die Welt der Kampfkünste für sich neu. Respektieren Sie alle Kampfkünste und seien Sie offen für Neues.

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Kampfsportarten mit Waffen

Es gibt mehrere Möglichkeiten Kampfsport mit Waffen zu erlernen. Der Klassische Weg ist bei deiner Kampfkunstschule oder bei einem Selbstverteidigungskurs in der Nähe. Aber auch Online-Lernkurse haben sich etabliert. Beispielsweise der Online Video-Kurs: Selbstverteidigung mit dem Kubotan.

Beim Kubotan handelt es sich um ein kurzes handliches Werkzeug zum Selbstschutz. Es fungiert auch prima als praktischer Schlüsselanhänger. Interessiert du dich für den meisterhaften Umgang mit einem Messer? Vom gleichen Meister, gibt es auch die Möglichkeit Escrima zu lernen.

Verwendete Waffen in verschiedenen Kampfstilen

Nachfolgend eine beispielhafte Liste der Kampfstile, welche Waffen beinhalten. Die Liste ist nicht vollständig, bietet aber einen ersten Überblick der bewaffneten Kampfstile.

Kampfstil Eingesetzte Waffen
Aikido Bokken (Nachbildung eines Katana Schwertes aus Holz), Jo (Stock) und Tanto (Holzmesser)
Budo Gängige japanische Waffen wie z.B.: Bo, Bokken, Iaito, Jo, Hanbo, Kama, Katana, Kodachi, Kusarigama, Manjisai, Naginata, Ninjato, Nunchaku, Nuntebo, Rokushakukama, Sai, Shinai, Shuriken, Tachi, Tanto, Tecchu, Tekko, Tessen, Tinbei, Tonfa, Tsurugi, Wakizashi, Yari, Yumi
Fechten Florett, Degen, Säbel
Filipino Martial Arts Kurzschwerter, Messer, Macheten, Dolche, Kurzstöcke, Speer, Streitaxt aber auch andere Hieb- & Stichwaffen
Hapkido Kurzstock, mittellanger Stock, Langstock, Spazierstock, Schwert, Fächer, Messer und Fesseltechniken mit Gürtel oder Seil
Hsing-I Vielfältige Waffenarten, ursprünglich Langstock und Speer, Bajonett, doppelhändiges Langschwert
Iaido Katana, Iaito (Übungsschwert)
Kalarippayat Holzwaffen (Langstock, Kurzstock, Hornförmige Stöcke), Dolch, Speer, Schwert, Schild, Peitsche
Kali Kurzschwert, Messer, Machete, Dolch, Kurzstöcke
Kendo Übungsschwerter aus vier Bambus-Lamellen (Shinai), Schwerter aus Holz oder Metall
Kenjutsu Wakizashi (kleines Schwert ähnlich dem Katana), Katana (Shinken, „echtes Schwert“), Tachi (säbelähnliche Klinge), Tsurugi (zweischneidige Klinge)
Krav Maga Je nach Zielgruppe: Alltagsgegenstände für private Selbstverteidigung oder Militärwaffen beim Militär
Kobudo Bo, Drei-Segment-Stock, Kama, Nunchaku, Sai, Tonfa
Kung Fu Stock, Speer, Säbel, Schwert, uvm.
Kyudo Pfeil und Bogen
Muay Thai Bei der klassischen traditionellen Art namens „Muay Thai Boran“ wird auch mit unterschiedlichen Waffen gekämpft. Beispielsweise mit Degen, Schwert, Stock, einem Stock mit einem kurzen Schwertaufsatz (genannt „Ngauw“) oder einem Schild. Im heutigen Wettkampfsport Muay Thai wird ohne Waffen gekämpft.
Ninjutsu Hanbo (kurzer Stock, ca. 91 cm lang), Bo (Langstock, ca. 1,82 m lang), Schwerter, Kusari-Fundo (kurzes Seil/Kette), Jutte (Schwertfänger), Tanto (Messer), Kyoketsu-Shoge), Yari (Speer), Naginata, Shuriken (Wurfklingen), Pfeil und Bogen, Kusarigama (Sichel-Ketten-Waffen) und viele andere
Pencak Silat Dolch, Faustmesser, Sichel, Stock, Kerambit, Kris, Speer, doppelschneidiges Kurzschwert mit Wellenklinge (Keris), Machete, Dreieckiges Messer
Sanatan Shastar Vidiya - Plata Schwerter, Stöcke, Knüppel, Speere, Dolche, Schlagringe, Chakra (Wurfscheibe), Schilder, Keulen, Stab, Äxte, Pfeile und andere Waffen
Shaolin Kempo Langstock (Meisterform)
Systema Waffenabwehr gegen Messer, Stock, Kette. Aber auch der Umgang mit historischen Waffen (Schwert, Säbel, Lanze etc.) wird trainiert.
Tai Chi Schwert, Stock, Speer, Hellebarde, etc.
Vovinam Fortgeschrittene trainieren den Umgang mit traditionellen Waffen, wie Hellebarde, Axt, Schwert, Messer und Langstock.
Wing Chun Langstock (Luk Dim Boon Kwun) und Doppelmesser (Baat Jam Do)
Wushu Klassische chinesische Waffen
Xingyiquan Vielfältige Waffenarten, ursprünglich Langstock und Speer, Bajonett, doppelhändiges Langschwert

Beispiele für Kampfsportarten mit Stock

Aikido

Im Aikido gibt es beispielsweise Waffentechniken (bukiwaza) mit dem Stab (Aiki-Jô). Da sie aber auf den Bewegungskonzepten des unbewaffneten Aikido beruhen, werden sie häufig erst bei einem gewissen Fortschritt gelehrt.

Eskrima

Andere Kampfkünste und Kampfsportarten wie Karate oder Kung Fu haben viele Gemeinsamkeiten mit Eskrima aber auch einen entscheidenden Unterschied. Während in den meisten Kampfsportarten das grundlegende Erlernen der Kampfkunst mit freien Handtechniken verbunden ist, wird im Eskrima sofort mit der Waffe begonnen.

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Da sich das Eskrima über Jahrhunderte aus einer Kriegskunst entwickelt hat, war vor allem das Training der Waffen primär entscheidend für den Erfolg der Soldaten. Somit sollten die Kämpfer zuerst den Umgang mit der Waffe meistern bevor sie dann freie Handtechniken für den Fall erlernten, falls ihre Waffe verloren geht oder unbrauchbar wird.

In den Filipino Martial Arts (FMA) werden verschiedenste Waffen benutzt und gelehrt. Dazu gehören die Kurz- und Langstöcke, unterschiedliche Klingenwaffen wie Messer und Schwerter, Speere, Pfeil und Bogen sowie die Peitsche In unserem Verein werden einige dieser Waffen in das Training mit einbezogen.

In unserem Training ist die erste Waffe mit der man Kontakt hat der Kurzstock. Dieser 60 - 70 cm lange Stock aus Rattan, gewonnen aus dem Stamm der Rattanpalme, ist im Gegensatz zu Bambus nicht hohl. Das Holz hat eine poröse Struktur, was den Stock recht leicht und elastisch macht. Dadurch bricht und splittert der Stock nicht, sondern fasert bei starker Beanspruchung eher auf. Durch das geringe Gewicht sind schnelle flüssige Schlagmuster möglich, die zu kunstvollen Dreh- und Wirbeltechniken weiterentwickelt werden. Im Eskrima lernt man neben Einhandtechniken auch das Kämpfen mit zwei Stöcken gleichzeitig. Zusätzlich zu den Kurzstöcken trainieren wir auch mit Langstöcken.

Jodo

Eine japanische Kampfkunst die sich ausschließlich auf den Stab beschränkt ist Jodo - dabei geht es letztlich um die Abwehr von Schwerttechniken durch einen Stab.

Kung Fu

In verschiedenen chinesischen Stilen des Kungfu/Wushu werden ebenfalls Waffentechniken gelehrt, unter anderem auch mit Stäben unterschiedlicher Art. Im Shaolin Kung fu werden viele Waffentechniken gelehrt, darunter auch solche, mit einem sog. Bo Stab (oder chinesisch "Gùn").

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Europäischer Stockkampf

Zuguterletzt gibt es aber auch Formen von europäischem Stockkampf, wie er beispielsweise auch auf Mittelaltermärkten aufgeführt wird.